Es ist einfach zum Heulen

<p style=“text-align: left“>heute Morgen leerte ich wie jedes Wochenende meinen Briefkasten. Abgesehen von den üblichen Werbeschreiben, Sendung meiner Krankenkasse etc. lag auch ein Brief der deutschen Rentenversicherung bei. Ehrlich gesagt gebe ich auf die gesetzliche Rentenversicherung schon lange nichts mehr, daher habe ich mir diese die letzten Jahre auch nie wirklich angesehen.</p>
Klar, die Rente ist sicher und in diesem Punkt werden wir von der Regierung auch nicht angelogen. Über die Höhe der Rente und ob diese zum Leben (nicht nur zum Überleben) ausreicht wurde ja keine Aussage getätigt (verdammte Politikerkaste).

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Zeit sich den Rentenbescheid genauer anzusehen:

Sollten meine Beiträge in etwa stabil bleiben werden mir stolze ca. 1.700 € zur Verfügung stehen. Das hört sich im ersten Augenblick mal nicht schlecht an. Aber 1.700 € in ca. 40 Jahren sind deutlich weniger als 1.700 € heute. Warum weniger, 1.700 sind doch 1.700? Das stimmt bei erster Betrachtung auch, der Punkt ist nur folgender:

Aufgrund steigernder Preise kann man sich heute vom nominal gleich viel Geld mehr kaufen als in 40 Jahren. Kostet eine 0,5l Dose Coke im Angebot heute noch 0,5€ wird diese Dose 2055 allein durch die Inflation (2%) schon 1,10€ kosten. Und das auch nur wenn die Inflation tatsächlich nur bei 2% liegen sollte.

Im Rentenbescheid werden zugleich 2 weitere Szenarien angegeben:
<ol>
<li>ohne weitere Rentenanpassung</li>
<li>Rentenanpassung von durchschnittlich 1%/ Jahr</li>
<li>Rentenanpassung von durchschnittlich 2%/ Jahr</li>
</ol>
Somit ergeben sich folgende Rentenansprüche:
<ol>
<li>– 1.700€</li>
<li>– 2.500€</li>
<li>– 3.700€</li>
</ol>
Wohlgemerkt handelt sich dabei nur um Ansprüche. Und Ansprüche bestehen nur so lange wie die Gegenpartei diese auch bedienen kann. Die Rentenkasse ist eine vom Bundeshaushalt unabhängige Kasse. Wenn es Staaten finanziell schlecht geht gibt es allerdings kaum Maßnahmen vor denen zurück geschreckt wird, siehe Griechenland aktuell, dort greift die Regierung u.a. genau dort zu.

Zinsen wir diese nun um die Inflation ab. Dann erhalten wir den Barwert der Rente bzw. den Wert in heutiger Kaufkraft. Ich gehe dabei von folgenden Szenarien aus:
<ol>
<li>– 1,5% Inflation (Bsp. der Rentenversicherung)</li>
<li>– 2,0 Inflation (Zielinflation der EZB)</li>
<li>– 3,0 Inflation (meine konservative Schätzung)</li>
</ol>
Damit sieht es folgendermaßen aus:
<table width=“605″>
<tbody>
<tr>
<td width=“237″>Rentenszenario \ Inflationsszenario</td>
<td width=“123″>1,5% Inflation</td>
<td width=“123″>2,0% Inflation</td>
<td width=“123″>3,0 Inflation</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>1. – 1.700 €</td>
<td width=“123″>928 €</td>
<td width=“123″>757 €</td>
<td width=“123″>502 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>2. – 2.500 €</td>
<td width=“123″>1.365 €</td>
<td width=“123″>1.114 €</td>
<td width=“123″>739 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>3. – 3.700 €</td>
<td width=“123″>2.021 €</td>
<td width=“123″>1.649 €</td>
<td width=“123″>1.094 €</td>
</tr>
</tbody>
</table>
&nbsp;

Mit dem besten Szenario könnte ich leben, auch wenn das kein Ruhestand in Saus und Braus wird. Gleichzeitig geht aus dem Schreiben hervor, dass von mir und meinem Arbeitgeber in den letzten 10 Jahren bereits ca. 60.000€ an Beiträgen eingegangen sind. Unglaublich! Einfach Unglaublich!

Als Investor rechne ich natürlich immer aus einer anderen Sicht. Der DAX hat die letzten 25 Jahre im Schnitt etwas über 8% Rendite erzielt. Der Dow Jones in den letzten 100 Jahren etwas über 10%/ Jahr und das obwohl es einige zum Teil sehr schwere Crashs gab.

Die gleichen Szenarien nun mit der Anlage meiner Beiträge und meines Arbeitgebers in den Index:
<table width=“605″>
<tbody>
<tr>
<td width=“237″>Rentenszenario \ Inflationsszenario</td>
<td width=“123″>1,5% Inflation</td>
<td width=“123″>2,0% Inflation</td>
<td width=“123″>3,0 Inflation</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>1. – DAX (8% / Jahr)</td>
<td width=“123″>712.115 €</td>
<td width=“123″>580.957 €</td>
<td width=“123″>385.452 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>2. – Dow Jones (10% / Jahr)</td>
<td width=“123″>1.483.569 €</td>
<td width=“123″>1.210.324 €</td>
<td width=“123″>803.023 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>3. – Warren Buffett (20% / Jahr)</td>
<td width=“123″>48.178.171 €</td>
<td width=“123″>39.304.666 €</td>
<td width=“123″>26.077.770 €</td>
</tr>
</tbody>
</table>
&nbsp;

Gut Warren Buffet ist eine Ausnahme, aber die anderen beiden lassen sich erreichen. Sollte nur verdeutlichen was der Zinseszins ausmacht und wie gut der Altmeister ist 🙂

Aufgepasst, das sind lediglich die Beiträge der letzten 10 Jahre, die in der Rechnung erst ab heute verzinst werden. Die Beiträge, die die nächsten 40 Jahre noch eingezahlt werden sind bei dieser Rechnung noch nicht mal dabei!

Selbst im schlimmsten Fall hätte man mit der unrentabelsten Anlage 712.115 € zusammen. Nehmen wir aus der gesetzlichen Rente den besten Fall so würde das Kapital bei vollständigem Kapitalverzehr über 29 Jahre reichen, wenn es ohne Zins angelegt wird.
<p style=“text-align: center“> <strong><strong>Fazit</strong></strong></p>
Nach der Rechnung fühle ich mich passiv enteignet, das hab ich nun davon.

Das Umlagesystem, die gesetzliche Renten, ist das schlechteste System das man zur Rentensicherung nehmen kann. Aus historischer Sicht muss es so gewesen sein, dass es die Kosten gering hält solange die Bevölkerungszahl steigt. Das System kann natürlich nicht Pleite gehen, es sei denn die Bevölkerung stirbt aus. Aber gibt es deutlich weniger Betragszahler als Empfänger müssen die Beiträge erhöht, die Renten gekürzt oder andere Mittel zugeschossen werden. Dieses System kann nie nachhaltig sein. Und genau an diesem Punkt befinden wir uns in Deutschland seit einigen Jahren. Die großen Verschiebungen kommen allerdings noch.

Das Anlegen der Beträge in Indexprodukte (auch der DAX kann nicht Pleite gehen, es sein denn alle deutschen an der Börse notierten Unternehmen gehen Pleite) oder in hochsolvente Unternehmen mit dauerhaft funktionierenden Geschäftsmodellen ist der deutlich bessere Weg. Einen Einbruch kann ich locker verkraften, wenn ich weiß, dass ich die Aktien erst in 40 Jahren benötige.

Wir haben wirklich hervorragende Unternehmen in Deutschland und wir sind stolz darauf. Paradox, dass uns von diesen immer weniger gehört.

Dazu kommt noch folgender wichtiger Punkt: Aktien sind mein Eigentum. Die Rentenansprüche gehen bei Tod max. noch auf den Ehepartner über. Wenn beiden etwas passiert sind die eingezahlten Beiträge weg. Bei Aktien können diese auf die nächste Generation vererbt werden und diese notfalls absichern.

Wie ist eure Meinung dazu? Wie sichert ihr euch gegen Altersarmut ab?

schönen Sonntag euch

Gruß

Valueer

K+S AG, der solide DAX-Wert zum vertretbaren Kurs

Im deutschen Aktienleitindex DAX gibt es ein Unternehmen über das eigentlich wenig geschrieben wird, obwohl mir die Geschichte dahinter unheimlich gut gefällt, der Name „Kali+Salz AG“.

Dies ist auch irgendwie klar, das Geschäft mit Salz und Düngemitteln ist medial wesentlich schwerer Aufzubereiten, als die Beziehung eines Vorstandsvorsitzenden mit einer hübschen Moderatorin oder die Vorstellung einer neuen Oberklasse-Limousine.

Dennoch sollte man gerade als langfristig überlegender Anleger K+S nicht aus dem Auge verlieren. Das Geschäft mit Streusalz und Düngemittel ist seit über 100 Jahren die erfolgreiche Geschäftsgrundlage von K+S und es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieses Modell auch noch viele weitere Jahre funktionieren wird… Weiterlesen

DAX nahe historischen Höchstständen! Das ist völlig egal!

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Punkteständen wird in Börsennachrichten oft viel Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei wird leider aber eine völlig falsche Vorstellung von langfristigen Kursentwicklungen vermittelt… Weiterlesen

Es ist mir zu viel Optimismus am Markt!

Wer beim Aktienkauf schnell viel Geld verdienen will muss: Günstig Kaufen!

Im Moment ist die öffentliche Berichterstattung über Börsenkurse ja sehr positiv und wo man hinhört wird Optimismus gesät. Anlass dazu gibt es sicherlich. Die Problematik im Euroraum ist zwar noch lange nicht gelöst, aber sie ist politisch so verpackt, dass man damit wohl irgendwie leben kann. In China und den USA läuft die Wirtschaft doch ganz solide und so reden nun alle vom Kaufen.

Hier sollte man jetzt vorsichtig werden. Die Masse kann nie outperformen und wen alle Kaufen oder Verkaufen schreien ist es meist Zeit den eigenen Grips zu bemühen. Hier gibt es ja den schönen Spruch: wenn selbst ihr Taxifahrer davon spricht Aktien zu kaufen, dann sollten Sie verkaufen.

Sollte man jetzt Aktien kaufen? Weiterlesen

Deutsche Telekom – das Trauma des deutschen Anlegers

Die ehemalige deutsche Volksaktie Deutsche Telekom hat vielen Anlegern sehr wenig Freude gemacht. Nachdem die Aktie im November 1998 zu einem Ausgabekurse von 14,57€ an die Börse ging und am 28. Februar 2000 ein All-Zeit-Hoch von 102,90 € erreichte ging es bei dieser Aktie erst schnell und seitdem langsam kontinuierlich bergab.

Viele Deutsche leiden sogar unter einem regelrechten T-Aktien-Trauma, wie ich letztens wieder bei einer Geburtstagsfeier eines älteren Bekannten bemerken musste. Dort wurde ich von einer Rentnerin darauf angesprochen, dass ihr Mann 1999 die T-Aktie gekauft hätte und diese sich noch immer in dessen Besitz befinden würde. Irgendwie kam mir nichts anderes über die Lippen als „da haben Sie das Schlimmste schon überstanden“. Der Satz wurde wohl Missverstanden und als Optimismus interpretiert.

Generell würde ich sagen, dass die T-Aktie und ihre massive Bewerbung bei der deutschen BevölkeruDeutsche Telekom Aktie, Riester Rente, geld langristig anlegen, was machen mit telekom aktien, telekom aktien kaufen, telekom aktien verkaufen, dividende für telekom, dividendenentwicklung telekom, warum divididende steuerfrei, riester-rente, depotvergleich, devisenhandelng ( wir erinnern uns sogar an Fernseherwerbung für eine Aktie ) der Aktienkultur in Deutschland wohl zurückblickend enorm geschadet hat.

Natürlich ist aber jeder selbstverantwortlich und durch die Liberalisierung des Telefonmarkts war natürlich das Risiko für den Margenverfall und zunehmenden Konkurrenzdruck bereits in den den 90ern vorherzusehen… Weiterlesen

DAX Zahlen aktuell – Eon, was ist aus dir geworden..+ K+S

Heute gab es im DAX zwei große Verlierer. Eon und K+S, beide gaben negative Ausblicke fürs nächste Jahr. Während für den einen jedoch die Zukunft wirklich ungewiss ist, sehe ich beim anderen die Schwäche nur als temporär.

Zu EON: Es ist für viele deutsche Aktionäre wohl eine der schmerzlichsten Erfahrungen der letzten Jahre gewesen. Die Eon-Aktie hat seit 2008 mehr als zwei Drittel an Wert verloren und heute mit 14,50 € wieder nahe am langjährigen Tiefpunk von 2011 notiert.

Die Aktie fiel nach einer Gewinnwarnung fürs nächste Jahr heute um zeitweise über 13%. Zwar konnte EON heute den Aktionären Mut machen, dass auch für das Geschäftsjahr 2012 eine Dividende von 1,1 € angepeilt wird ( Dividendenrendite beim aktuellen Kurs von 14,50 = 7,59 %), dennoch sieht EON eher trübe in die Zukunft… Weiterlesen

Sandy;Kick-Start für die US-Konjunktur & in Europa weiterhin drübe Aussichten

Aktuell mal die Themen welche mich in den letzten Tagen rund um das Thema Börse interessiert haben.

Angefangen hat die Woche ja erst einmal mit dem Tropensturm Sandy, der an der Ost-Küste des USA doch für einiges an Schäden gesorgt hat. Anscheinend scheinen Medien, Bürger und der Katastrophenschutz diesmal die Sache wesentlich ernster genommen zu haben als vor einigen Jahren als Hurrikan Katrina New Orleans erfasste und wochenlang ein erschreckendes Chaos herrschte. Glücklicherweise sind für die Größe der Katastrophe dieses mal nur sehr wenige Menschen ums Leben gekommen und so kann man sich jetzt mit reinem Gewissen die Frage nach möglichen Schlüssen für das Anlageverhalten stellen. Weiterlesen