Öl-Aktien Chance? Teil 1. Beobachten wir das Ende des Öls?

Öl ist unserer Alltags-Welt nicht wegzudenken. Es befeuert mein Auto, steckt in meinen Klamotten, ist in der Aspirintablette, mäht meinen Rasen und so weiter und so weiter. Unser Wohlstand steht auf fossilen Beinen. Das Interessante ist, dass gerade die Aktien der Öl- und Gaskonzerne derart unbeliebt sind.

Ein Shell oder BP Aktie bringen gerade um die 7 % und auch eine Total oder Eni schauffeln einem das Depot mit üppigen Dividenden voll. Sogar Dickschiff Exxon ist bei 4% Dividende. Der Zins auf meinem Sparbuch liegt bei 0,01% und große Firmen mit Dividendenhistorie werden normal blind gekauft.

Sicher… ich habe mitgekommen, dass Öl brutal abgestürzt ist und sich gerade wieder einiges von der 50 Dollar pro Barrel Marke verabschiedet hat.

Wenn ich mir die Historie der großen Öl-Unternehmen anschaue war es eigentlich sehr einfach mit ihnen überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Es kommt immer wieder zu einem Preiscrash beim Öl. Die solventen Player kaufen günstig Assets von den schwächeren kleinen Firmen. Wenn der Ölpreis wieder aufwärts geht, dann ist die Kostenstruktur schlank, man hat mehr Öl Reserven als vorher und verdient mehr als vor der letzten Krise. Währenddessen bekommt der Aktionär dicke Dividenden aufs Konto. Gerade in amerikanischen Börsenforen gibt es etliche Privatanleger, die von sagenhaften Erbschaften erzählen, weil irgend ein Verwandter mal in einem Crash in einen der großen Oil Majors investiert hat.. Weiterlesen

Die Halbjahresbilanz

Mit ein paar Tagen Verspätung möchte ich nun über das gerade abgelaufene Halbjahr Bilanz ziehen.
Egal wie man zu den einzelnen Ereignissen im Einzelnen steht, langweilig waren die ersten sechs Monate 2015 jedenfalls nicht. Vor allem die Staatspleite Griechenlands beschäftigte die Gemüter an den Finanzmärkten. Im Moment sieht es so aus, als würde die Politik weiter versuchen, das Problem in die Zukunft zu verschieben.
Ein damit verwandtes aber nicht völlig identisches Thema ist die starke Aufwertung des Dollar in den letzten Monaten, der die Geschäftszahlen vieler in Dollar bilanzierenden Unternehmen belastet. Probleme bekamen dadurch einige Unternehmen in Schwellenländern, die Anleihen auf Dollarbasis vergeben haben.
Im Januar löste die Schweizer Notenbank die informelle Bindung des Franken an den Euro, was einige deutsche Kommunen und manchen waghalsigen Häuslebauer in die Bredoullie brachte.
Eine interessante Entwicklung nahmen auch die Zinsen, die erst im April auf ein Rekordtief fielen, um dann im Eiltempo wieder anzusteigen. Ein nachhaltigeres Ansteigen der Zinsen an den Kapitalmärkten dürfte noch so manches zu optimistisch geplante Projekt zum Scheitern verurteilen.
Der Ölpreis bleibt durch den Fracking-Boom in den USA und die schwächelnde Nachfrage aus China weiterhin niedrig. Abzuwarten bleibt, wieviele der mit reichlich Fremdkapital finanzierten Fracking-Gesellschaften sich bei solchen Bedingungen im Markt halten können.
Soviel zum „Makrogeschehen“ und zu den Werten im Musterdepot.
Der Stahlmarkt liegt weiterhin am Boden, und entsprechend sackte Posco weiter ab und steht 25% unter dem Einstiegskurs im Januar. Besser gelaufen ist die IBM-Aktie, die geringfügig im Plus steht, und eine kleine Dividende bezahlt hat. Grundlegend neue Erkenntnisse zu den beiden Firmen hatte ich im Verlauf der letzten Monate nicht. Die jeweiligen Zahlen bewegten sich im Rahmen meiner Erwartungen. Insgesamt liegt das Musterdepot Stand heute damit bei minus 2,38%, was vor allen Dingen am hohen Cashanteil liegt.
Das private Realdepot ist besser gelaufen und stand zum 1.7. mit 16,6% im Plus, getrieben vom schwachen Euro. Auch hier gilt, dass sich an den Fundamentaldaten der Unternehmen und ihrem Geschäft nicht allzuviel verändert hat.
Im Großen und Ganzen ein passables Halbjahr.

Universal Corp- fast 50% in 5 Monaten:) und weitere Gedanken zum Buchwert.

Anfang des Jahres haben wir (Provinzler und ich ) ja ein Musterdepot auf valueblog.de angefangen. Leider ist die Sache natürlich auch eingeschlafen.Dies liegt einfach daran, dass es aktuell nicht so viele gute Ideen gibt (es sind aber noch welche im Hinterkopf, keine Sorge)

Eine meiner Ideen fürs Musterdepot war die Universal Corporation, der weltweit größten Tabakhändler(hier klicken zum Artikel).

Den Tabakhändler habe ich zu 39,99$ gekauft (den Artikel vom 31.Januar gibt’s hier) und nun stehen wir glaube so bei 58 $ und wenn er noch ein wenig läuft fliegt er wahrscheinlich auch aus dem Depot raus… Weiterlesen

Es ist einfach zum Heulen

<p style=“text-align: left“>heute Morgen leerte ich wie jedes Wochenende meinen Briefkasten. Abgesehen von den üblichen Werbeschreiben, Sendung meiner Krankenkasse etc. lag auch ein Brief der deutschen Rentenversicherung bei. Ehrlich gesagt gebe ich auf die gesetzliche Rentenversicherung schon lange nichts mehr, daher habe ich mir diese die letzten Jahre auch nie wirklich angesehen.</p>
Klar, die Rente ist sicher und in diesem Punkt werden wir von der Regierung auch nicht angelogen. Über die Höhe der Rente und ob diese zum Leben (nicht nur zum Überleben) ausreicht wurde ja keine Aussage getätigt (verdammte Politikerkaste).

<!–more–>

Zeit sich den Rentenbescheid genauer anzusehen:

Sollten meine Beiträge in etwa stabil bleiben werden mir stolze ca. 1.700 € zur Verfügung stehen. Das hört sich im ersten Augenblick mal nicht schlecht an. Aber 1.700 € in ca. 40 Jahren sind deutlich weniger als 1.700 € heute. Warum weniger, 1.700 sind doch 1.700? Das stimmt bei erster Betrachtung auch, der Punkt ist nur folgender:

Aufgrund steigernder Preise kann man sich heute vom nominal gleich viel Geld mehr kaufen als in 40 Jahren. Kostet eine 0,5l Dose Coke im Angebot heute noch 0,5€ wird diese Dose 2055 allein durch die Inflation (2%) schon 1,10€ kosten. Und das auch nur wenn die Inflation tatsächlich nur bei 2% liegen sollte.

Im Rentenbescheid werden zugleich 2 weitere Szenarien angegeben:
<ol>
<li>ohne weitere Rentenanpassung</li>
<li>Rentenanpassung von durchschnittlich 1%/ Jahr</li>
<li>Rentenanpassung von durchschnittlich 2%/ Jahr</li>
</ol>
Somit ergeben sich folgende Rentenansprüche:
<ol>
<li>– 1.700€</li>
<li>– 2.500€</li>
<li>– 3.700€</li>
</ol>
Wohlgemerkt handelt sich dabei nur um Ansprüche. Und Ansprüche bestehen nur so lange wie die Gegenpartei diese auch bedienen kann. Die Rentenkasse ist eine vom Bundeshaushalt unabhängige Kasse. Wenn es Staaten finanziell schlecht geht gibt es allerdings kaum Maßnahmen vor denen zurück geschreckt wird, siehe Griechenland aktuell, dort greift die Regierung u.a. genau dort zu.

Zinsen wir diese nun um die Inflation ab. Dann erhalten wir den Barwert der Rente bzw. den Wert in heutiger Kaufkraft. Ich gehe dabei von folgenden Szenarien aus:
<ol>
<li>– 1,5% Inflation (Bsp. der Rentenversicherung)</li>
<li>– 2,0 Inflation (Zielinflation der EZB)</li>
<li>– 3,0 Inflation (meine konservative Schätzung)</li>
</ol>
Damit sieht es folgendermaßen aus:
<table width=“605″>
<tbody>
<tr>
<td width=“237″>Rentenszenario \ Inflationsszenario</td>
<td width=“123″>1,5% Inflation</td>
<td width=“123″>2,0% Inflation</td>
<td width=“123″>3,0 Inflation</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>1. – 1.700 €</td>
<td width=“123″>928 €</td>
<td width=“123″>757 €</td>
<td width=“123″>502 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>2. – 2.500 €</td>
<td width=“123″>1.365 €</td>
<td width=“123″>1.114 €</td>
<td width=“123″>739 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>3. – 3.700 €</td>
<td width=“123″>2.021 €</td>
<td width=“123″>1.649 €</td>
<td width=“123″>1.094 €</td>
</tr>
</tbody>
</table>
&nbsp;

Mit dem besten Szenario könnte ich leben, auch wenn das kein Ruhestand in Saus und Braus wird. Gleichzeitig geht aus dem Schreiben hervor, dass von mir und meinem Arbeitgeber in den letzten 10 Jahren bereits ca. 60.000€ an Beiträgen eingegangen sind. Unglaublich! Einfach Unglaublich!

Als Investor rechne ich natürlich immer aus einer anderen Sicht. Der DAX hat die letzten 25 Jahre im Schnitt etwas über 8% Rendite erzielt. Der Dow Jones in den letzten 100 Jahren etwas über 10%/ Jahr und das obwohl es einige zum Teil sehr schwere Crashs gab.

Die gleichen Szenarien nun mit der Anlage meiner Beiträge und meines Arbeitgebers in den Index:
<table width=“605″>
<tbody>
<tr>
<td width=“237″>Rentenszenario \ Inflationsszenario</td>
<td width=“123″>1,5% Inflation</td>
<td width=“123″>2,0% Inflation</td>
<td width=“123″>3,0 Inflation</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>1. – DAX (8% / Jahr)</td>
<td width=“123″>712.115 €</td>
<td width=“123″>580.957 €</td>
<td width=“123″>385.452 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>2. – Dow Jones (10% / Jahr)</td>
<td width=“123″>1.483.569 €</td>
<td width=“123″>1.210.324 €</td>
<td width=“123″>803.023 €</td>
</tr>
<tr>
<td width=“237″>3. – Warren Buffett (20% / Jahr)</td>
<td width=“123″>48.178.171 €</td>
<td width=“123″>39.304.666 €</td>
<td width=“123″>26.077.770 €</td>
</tr>
</tbody>
</table>
&nbsp;

Gut Warren Buffet ist eine Ausnahme, aber die anderen beiden lassen sich erreichen. Sollte nur verdeutlichen was der Zinseszins ausmacht und wie gut der Altmeister ist 🙂

Aufgepasst, das sind lediglich die Beiträge der letzten 10 Jahre, die in der Rechnung erst ab heute verzinst werden. Die Beiträge, die die nächsten 40 Jahre noch eingezahlt werden sind bei dieser Rechnung noch nicht mal dabei!

Selbst im schlimmsten Fall hätte man mit der unrentabelsten Anlage 712.115 € zusammen. Nehmen wir aus der gesetzlichen Rente den besten Fall so würde das Kapital bei vollständigem Kapitalverzehr über 29 Jahre reichen, wenn es ohne Zins angelegt wird.
<p style=“text-align: center“> <strong><strong>Fazit</strong></strong></p>
Nach der Rechnung fühle ich mich passiv enteignet, das hab ich nun davon.

Das Umlagesystem, die gesetzliche Renten, ist das schlechteste System das man zur Rentensicherung nehmen kann. Aus historischer Sicht muss es so gewesen sein, dass es die Kosten gering hält solange die Bevölkerungszahl steigt. Das System kann natürlich nicht Pleite gehen, es sei denn die Bevölkerung stirbt aus. Aber gibt es deutlich weniger Betragszahler als Empfänger müssen die Beiträge erhöht, die Renten gekürzt oder andere Mittel zugeschossen werden. Dieses System kann nie nachhaltig sein. Und genau an diesem Punkt befinden wir uns in Deutschland seit einigen Jahren. Die großen Verschiebungen kommen allerdings noch.

Das Anlegen der Beträge in Indexprodukte (auch der DAX kann nicht Pleite gehen, es sein denn alle deutschen an der Börse notierten Unternehmen gehen Pleite) oder in hochsolvente Unternehmen mit dauerhaft funktionierenden Geschäftsmodellen ist der deutlich bessere Weg. Einen Einbruch kann ich locker verkraften, wenn ich weiß, dass ich die Aktien erst in 40 Jahren benötige.

Wir haben wirklich hervorragende Unternehmen in Deutschland und wir sind stolz darauf. Paradox, dass uns von diesen immer weniger gehört.

Dazu kommt noch folgender wichtiger Punkt: Aktien sind mein Eigentum. Die Rentenansprüche gehen bei Tod max. noch auf den Ehepartner über. Wenn beiden etwas passiert sind die eingezahlten Beiträge weg. Bei Aktien können diese auf die nächste Generation vererbt werden und diese notfalls absichern.

Wie ist eure Meinung dazu? Wie sichert ihr euch gegen Altersarmut ab?

schönen Sonntag euch

Gruß

Valueer

US-Zinsen mit Hebel – Bank of Utica

Danke erstmal an Marfir für seinen ausführlichen Beitrag über Apache.

Eine Aktie, die mich seit längerem Zeit sehr fasziniert ist der amerikanische Small Cap-Wert „Bank of Utica“.

Die Bank wird immer mal wieder in amerikanischen Blogs angerissen und verschwindet dann wieder von der Bildfläche.

Die Bank von Utica hat ihren Hauptsitz ( oder besser die einzige Niederlassung ) in der verschlafenen amerikanischen Stadt Utica. Sie besteht seit 1927 und wird in der vierten Generation von der Sinnott Familie geführt.

Auf der Main-Street zuhause

Weit weg von der Wall-Street betreibt die Bank ein ziemlich langweiliges Geschäft. Sie sammelt Einlagen ein und steckt diese zum größten Teil in Anleihen von anderen großen Banken und Staaten. Eine große Kreditabteilung für private Haushalte oder kleine Unternehmen gibt es nicht. Dieser Umstand wird ein Resultat aus dem recht geringen Personalbestand und dem niedrigen Kapitalbedarf in dem vor sich hinträumenden Städtchen sein.

Gewinne werden also aus dem Spread ( Differenz zwischen Zinsen auf Kundenguthaben und der Rendite der Anleihenbestände ) gemacht.

Langweilig, wenig Risiko, derzeit natürlich renditeschwach und mit Skalen-Effekt Weiterlesen

Die Intellektuellen und ihre Realitätswahrnehmung (Obacht!)

Menschliches Verhalten ist eine interessante Sache und sich darüber Gedanken zu machen ist bei der Aktienauswahl sicher oft sehr viel hilfreicher als nächtelang Bilanzen zu wälzen.

Nachdem ich in den Sommerferien mir mit einem Ferienkind den neuen Transformers-Film angesehen habe und mir nach stundenlanger Animationsaction mit Ziggare-rauchenden Riesenrobotern ernsthaft die Frage stellte, ob ich eigentlich verrückt bin mir so etwas reinzuziehen – wurde ich beim Blick aufs Einspielergebnis des Films zumindest teilweise beruhigt.

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 1,1 Milliarden US$ war der Film zwar immer noch sehr flach, aber ein großer kommerzieller Erfolg.

Der Erfolg, der nicht passieren darf?… Weiterlesen