Energias de Portugal – ein Schnäppchen im Energiebereich, Chinesen sind auch schon dabei

Die Firma Energias de Portugal [WKN 906980 ] ist das größte Energie-Unternehmen Portugals und versorgt auch einen großen Teil der Gasabnehmer. Das Unternehmen hat sich schon früh auf regenerative Energie aus Wasserkraft und Windenergie spezialisiert und ist inzwischen weltweit aktiv. Der Fokus liegt aber nach wie vor auf der iberischen Halbinsel. Erst vor kurzem ging die Meldung durch die Presse, dass die Chinesen für 2,69 Milliarden ein großes Aktienpaket ( 21,35 % ) aus portugiesischem Staatsbesitz erworben haben. Die günstige Bewertung der Firma und der große Einstieg durch die Chinesen sollte einen veranlassen einmal genauer hinzusehen…

Wo ist Energias de Portugal aktiv?

45% des erwirtschafteten Geldes kommt aus Portugal, 26 % aus Spanien und 25 % aus Brasilien. Dazu kommen Aktivitäten in den USA und dem Rest Europas. Die EDF bemühte sich seit Jahren gute Projekte aus dem Bereich der regenerativen Energien, außerhalb des Heimatmarkets, zu erwerben.

Was genau macht Energias der Portugal [EDP]?

EDP erzeugt Energie, die dann über ihre eigenen Netze zum Nutzer gebracht werden. In Portugal und Spanien besitzen sie ein riesiges Gasnetz mit zehntausenden Kilometern Länge. Dieses Netz wird dazu genutzt aus Gasturbinen Strom zu erzeugen oder das Gas direkt zum Endnutzer zu bringen. Außer dem Gasgeschäft wird Energie aus Wasser und Wind erzeugt, was ca. 2/3 der erzeugen Energie ausmacht. Dazu kommen die angesprochenen Gaskraftwerke und ein wenig Ölverbrennung. Atomenergie macht nicht einmal einen Prozent der produzierten Energie aus, ein Risiko wie bei dem Atomausstieg in Deutschland existiert also nicht.

EDP ist also ein voll auf regenerative Energien eingestellter Versorger und die Nummer 3 Weltweit im Bereich Windenergie. EDP gewann schon mehrere Preise als der am nachhaltigsten produzierende Energiekonzern der Welt.

Finanzielle Situation

Die Einnahmeseite läuft und lässt sich von der Schuldenkrise der letzten Jahre nicht beeindrucken. Das EBITDA ließ sich sogar im Jahr 2011 um 4 % auf 3,756 Milliarden Euro steigern. Die Entwicklung ist beeindruckend und zeigt wie unempfindlich das Geschäft gegenüber wirtschaftlich schlechten Situationen ist.
EBITDA
Nettogewinn

Die Einkommensseite ist also völlig unbeeindruckt von jeglicher Schuldenkrise im Heimatmarkt Portugal und Spanien.

Die Schulden sind leider, wie überall in der Branche, recht hoch. Die Finanzierungskosten sind mit 4,5 % ( 2011) aber für die angespannte Lage doch noch recht niedrig. Was ein hohes Vertrauen der Geldgeber ausdrückt. ETC machte im Jahr 2011 400 Millionen Euro neue Schulden. Was einen Gesamtschuldenstand von 15,2 Milliarden Euro ergibt, wobei 1,4 Milliarden in den Aufbau neuer Kapazitäten gesteckt wurde. Es ist also nicht das berühmte Fass ohne Boden; sondern das Geld wird sinnvoll investiert. Die Schuldensituation schätze ich besser ein wie zum Beispiel bei der deutschen RWE. Die RWE hat einen ähnlichen Verschuldungsgrad mit dem wesentlichen Nachteil des Atomausstiegs.

Solider Dividendenwert

Die Dividende wird konsequent jedes Jahr gesteigert und liegt heute bei einer Bruttorendite von 8.4 % (bei 0,185 Euro pro Aktie Dividende). Zu beachten ist jedoch die Quellensteuer von 30% in Portugal, die sich nur durch einen Schriftverkehr mit dem dortigen Finanzamt teilweise zurückerstatten lässt.

Dividendenentwicklung

Zur gesamten Dividendenhistorie bitte hier klicken

ETP, ein schmucker Langzeitwert

ETP ist eine gute Firma mit konstant wachsenden Gewinnen und Dividenden. Beim heutigen Aktienkurs von 2,2 Euro liegt das KGV bei 7. Wenn der Wert nicht in Portugal angesiedelt wäre, würde sich sicher durch den großen Anteil an regenerativen Energien und der dadurch folgenden Unabhängigkeit von Rohstoffpreisen, dem Gasnetz und dem Wachstumsmarkt Brasilien ein höherer Aktienkurs bilden. Der einzige Risikofaktor sind die Finanzierungskosten der Schulden, diese scheinen sich in den Südländern gegenwärtig aber wieder zu entspannen. Man bekommt hier günstig viel Energie ins Depot. Auch zu bedenken sei der Milliardeneinstieg der chinesischen „Three Gorges Cooporation“ zu einem Preis von 3,45 € je Aktie.

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