Griechenlands und Deutschlands ungesundes Wirtschaftsverhältnis – Ein psychologischer Diagnoseversuch.

Heute werfe ich mal nicht mit Zahlen um mich, sondern versuche mit meinem psychologischen Laien-Wissen eine Diagnose der Beziehung Deutschland-Griechenland. Nachdem in Aktienforen meistens leider sehr einseitig über das Thema diskutiert wird möchte ich ein paar Denkanstöße geben.

Zuerst möchte ich mich einmal Fragen, wie es den überhaupt zu den enormen Schulden, unter anderem in Griechenland, kommen konnte. Ein entscheidender Grund ist wohl, dass wir als Co-Alkoholiker oder besser Co-Schuldenmacher aufgetreten sind…

Wikipedia schreibt zum Co-Alkoholiker „Co-Abhängigkeit bezeichnet ein psychiatrisches Konzept, nach dem manche Bezugspersonen eines Suchtkranken durch Tun oder Unterlassen seiner Sucht Vorschub leisten. Die Personen sind zwanghaft in Verhaltensweisen festgefahren, die verhindern, dass die Sucht erfolgreich behandelt wird.“. Sprich derjenige, der den Alkoholiker immer wieder schützt und deckt, ohne eine Behandlung einzufordern, ist praktisch Mitschuld am Fortbestehen des Alkoholismus.

Die wohlhabenden Länder Europas waren also seit dem Euroeintritt Griechenlands klar Co-Schuldenmacher. Dass die Zahlen, aus Athen, die früher geliefert wurden nicht stimmen, hätte jedem Prüfer sofort auffallen müssen. Man hat dies aber akzeptiert und darüber hinweggesehen.

Besonders belastend kommt auch noch dazu, dass wir als Co-Schuldenmacher praktisch von der Schuldensucht des Südens profitiert haben. Die Deutsche Wirtschaft ist nun einmal sehr Exportlastig. Diese Exportlastigkeit würde ich also als Export-Sucht bezeichnen. Warum Sucht?

Sucht beschreibt ja ein negativ Verhalten. Genau dies ist es zum Teil auch. Wenn es auf der Welt nur zwei Länder gebe und das Eine hat einen Außenhandelsüberschuss. Dann muss dass andere ein Außenhandelsdefizit haben. Dies ist natürlich in gesunden Maßstäben verkraftbar und stark vereinfacht. Stellt man aber Deutschland und Griechenland nebeneinander, muss man die beiden wohl als Süchtig einstufen. Griechenland ist schuldensüchtig und wir sind exportsüchtig.

Wir haben also ein sehr schwieriges Problem in Europa. Wir sind praktisch Griechenlands Co-Schuldenmacher und sind selbst exportsüchtig. Griechenland kauft unsere Waren und ist damit unser Co-Exportsüchtiger und ist dabei selbst schuldensüchtig.Wir haben also eine sehr schwer zu therapierende Situation. Ein Süchtiger versucht einen anderen Süchtigen zu therapieren und dabei existiert auch noch eine gegenseitige Suchtunterstützungs-Beziehung. Da eine Volkswirtschaft aber nicht einfach zum Therapeuten gehen kann, sondern sein Probleme selbst lösen muss, gibt es nur einen Weg. Die Selbsteinsicht muss kommen, dass es in der europäischen Wirtschaft Suchtbeziehungen gibt.

Mir ist klar, dass ich mit meiner Feststellung nichts neues verkünde. Dennoch wollte ich einfach einmal das Beispiel des Süchtigen bringen, um klar zu machen, dass wir Deutsche an der Situation, im Süden, sehr wohl, mitbeteiligt sind.

Dabei kann eine langfristige Lösung nur der Weg aus der Sucht sein. Nach Athen endlos Geld zu überweisen wäre eben wieder nur eine Fortführung der Sucht. Wenn Griechenland dabei nicht selbst wieder mehr wirtschaftliche Leistungskraft aufbaut und weiter nur deutsche Waren konsumiert bleibt alles schön beim Alten.

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