Beiersdorf – Finger weg von dieser Aktie!

Normalerweise bin ich ein großer von von Herstellern alltäglicher Konsumprodukte. Fan ist zu viel gesagt, ich schätze meist ihre Aktien. Sie sind unspektakulär und überzeugen, normalerweise, durch langsam steigende Gewinn und Dividenden. Was ich jedoch bei Beiersdorf sehe entsetzt mich. Trotz bekannter Marken wie Nivea, Labello und Hansaplast ist hier von steigenden Gewinnen und Dividenden nicht die Spur. Stattdessen sehe ich sinkende Margen und Asien und Afrika als Verlustgeschäft. Oh Je…

Wie es bei Beiersdorf aussieht hätte ich nicht gedacht. Nivea gehört, bei uns, von jeher ins Badezimmer, wie die Zahnbürste. Labello schmierte ich mir auch schon des öfteren auf die Lippe und Hansaplast wickelte ich mir, nach dem Basteln, auch schon häufig um den Finger. Hätte mich jemand also spontan nach Beiersdorf gefragt, hätte ich es für ein solide Anlage gehalten. Was ich aber an Zahlen, in den Geschäftsberichten sehe, ist wirklich alles andere als solide.

Fangen wir beim Umsatz an. Während dieser, bei anderen Firmen durch Expansion in Schwellenländern stark wächst, sehe ich bei Beiersdorf dort keinerlei Entwicklung. Anscheinend wurde hier also einiges Falsch gemacht. Schade. Aber nur weil man keine großen Wachstumszahlen hat ist man noch lange ein schlechtes Investment.
Umsatz Beiersdorf 2006 2007 2008 2009 2010 2011 EBIT
Was jedoch wirklich entsetzt sind die stark fallenden Margen. Lag die Umsatzrendite 2006 noch bei 13% sind es inzwischen gerade noch mickrige 4,6 %. Konkurrenten, wie Procter & Gamble, haben Margen von 8 bis 9%. Die Marge ist also wirklich schlecht und der Trend zeigt, seit Jahren, nach unten.
Umsatzrendite Marge Beiersdorf
Gleicher Umsatz, bei einer fallenden Marge, bedeutet weniger Gewinn. Wurde im Spitzenjahr 2008 noch ein Gewinn von 2,48€ pro Aktie erwirtschaftet sind es heute gerade noch 1,10€. Sage und schreibe ein Minus von 55,65%. Die Dividendenrendite von 1,32% (beim aktuellen Kurs von 53€) ist eh nicht gerade üppig. In der Regel erwartet man bei Konsumartikel-Herstellern langfristig steigende Dividenden. Bei Beiersdorf stellt sich aber eher die Frage, ob diese Mini-Dividende überhaupt noch lange gehalten werden kann.
Gewinn pro Aktie Dividende Beiersdorf 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Von der Umsatzseite gibt es wenig Hoffnung. Diese stagniert weltweit in allen Regionen.

Nirgends gibt es Wachstum. Und selbst diese Stagnation muss Beiersdorf teuer, mit immer weiter sinkenden Margen, erkaufen.
Umsatz nach Regionen Beiersdorf Europa Asien Amerika Australien Afrika
Die folgen sind Katastrophal. In allen Regionen sinken die Gewinne und selbst in der Stammregion Europa schrumpfte der Gewinn, von 2010 auf 2011, um 18%. In der Asien/Afrika/Australien Region sieht es noch schlimmer aus. Hier gibt es sogar immer weiter steigende Verluste. Einen Motor sind diese Regionen, im Gegensatz zur Konkurrenz, also absolut nicht.
Gewinn Ebit vor steuern Beiersdorf Akrike Asien Australien Amerika Europa
Mit einem 2011er KGV von 48,18 ist die Aktie von Beiersdorf ( WKN WKN 520000 / ISIN DE0005200000 ) völlig überbewertet. Vor allem da hier jegliche Fantasie nach oben fehlt. Sinkende Margen und stagnierende Umsätze rechtfertigen wesentlich niedrigere Kurse. Die Beiersdorf Aktie überrascht mich nur in einem Punkt. Dieser Punkt ist die hohe Bewertung von 53 Euro pro Aktie. Dies kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Während europäische Aktien generell recht niedrig notieren werden hier völlig übertriebene Preise, für die Aktie, bezahlt. Ein Einstieg bei Beiersdorf ist absolut nicht zu empfehlen. Wer Beiersdorf Aktien hält sollte eher gründlich über einen möglichen Ausstieg nachdenken. Wer in Firmen, mit ähnlichen Produkten, investieren möchte sollte sich eher eine amerikanische Procter & Gamble Aktie ( KGV 19,5; Dividendenrendite 3,5%) oder Johnson & Johnson Aktie ( KGV 17,88; Dividendenrendite 3,5%) anschauen. Von mir gibt es hier ein klares „Finger Weg von dieser Aktie“!

2 Gedanken zu “Beiersdorf – Finger weg von dieser Aktie!

  1. Beim Vergleich der Geschäftszahen sollte man allerdings auch den Verkauf von Unternehmensteilen berücksichtigen, der sich im Verkaufsjahr in einem Buchgewinn niederschlägt, und zusätzlich in den Folgejahren die Gewinne aus dem verkauften Geschäft fehlen. Soweit ich das im Kopf hat Beiersdort 2006 ein Tochtergesellschaft verkauft, was den ungewöhnlich hohen Gewinn jenes Jahres erklärt. Nichtsdestotrotz hat Beiersdorf momentan Probleme, das ist richtig. Ob man es dem Management zutraut, selbige in absehbarer Zeit zu lösen, könnte es durchaus ein guter Griff sein.
    Ganz so einfach wie im Artikel dargestellt, sollte man sich die Sache allerdings dann auch nicht machen…

  2. Ok. Es ist wirklich stark vereinfacht. Generel ist dies eben meine Anlageschema. Warum in eine Firma investieren die vor größeren Herausforderungen steht, wenn es auch Konsumfirmen gibt; bei denen es besser läuft und die günstiger sind.

    lg ulrich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.