Allianz-Aktionäre könnten weiterhin starke Nerven brauchen!

Der Kurs der Allianz ist gerade eigentlich doch recht niedrig. Ein KGV von 13,5 ( auf 2011er Gewinne bezogen) und eine Dividende von über 5 %. Bei einer Firma wie der Allianz hätte man da früher sicher von einer guten Einstiegschance gesprochen. Die Allianz ist aber leider durch die Schuldenkrise belastet. Die Griechenlandumschuldung war zwar noch verkraftbar, hielt die Allianz doch nur für 310 Millionen Euro Griechenland-Bonds. Ein Klacks in Allianz-Maßstäben. Doch die Angst, vor wesentlich größeren Belastungen, geht um. Allein 26 Milliarden Euro an italienischen Anleihen wurden, noch Ende letzten Jahres, gehalten. Sollte die Eurokrise eskalieren, könnte dies die Allianz also heftig treffen…

Die Gewinn der Allianz wollen nicht so richtig an das Vorkrisen-Niveau anknüpfen. 2007 wurde ein Jahresüberschuss von 8,714 Milliarden Euro präsentiert; im Jahr 2011 waren es dagegen mickrige 2,804 Milliarden Euro ( – 67,82 % ). Die gigantische Bilanzsumme von über einer Billionen Euro schrumpfte in Folge der Finanzkrise auf heutige 641 Milliarden Euro. Aber noch scheint nicht das Ende des Schreckens für die Allianz-Aktionäre gekommen zu sein. Mit der Schuldenkrise ergeben sich immer neue Risiken, denn jede neue Abstufung der Euroländer senkt den Wert der Allianz Anlagen.
Allianz AG Umsatz und operatives Ergebnis 2007 2008 2009 2010 2011
Allianz Dividende Ergebniss pro Aktie Eigenkapitalrendite 2007 2008 2009 2010 2011
Die Diagramme zeigen, dass der Aktionär nichts zu lachen hat. Zwar ist die Dividende konstant hoch. Der Gewinn pro Aktie und die wichtige Eigenkapitalrendite, mit der sich die Branche früher schmückte, gingen in den Keller.

Die Allianz ist folglich in Zeiten, wie dieser, kaum ein Wert der Stabilität ins Depot bringt. Die Allianz scheint sich dessen bewusst und versucht die Aktionäre mit einer hohen Dividende bei der Stange zu halten. Im Jahresbericht 2011 hieß es noch „Seit 2008 liegt unsere Ausschüttungsquote bei 40 % des Jahresüberschusses für Anteilseigner aus fortzuführenden Geschäftsbereichen. Diese Quote ermöglichte uns, die für unser Wachstum benötigte Kapitalbasis zu wahren und eine attraktive Dividende zu bieten.“. Bei der nächsten Hauptversammlung, am 9. Mai, soll jedoch eine Dividende von 4,50€ vorgeschlagen werde, was einer Auszahlungsquote von 80% bedeutet. Solche Versprechungen von Nachhaltigkeit wecken bei mir folglich wenig vertrauen.

an Chance, aber auch einiges an Risiken, die jetzt kaum abgeschätzt werden können. Wer sich entscheidet, bei der Allianz einzusteigen, braucht wahrscheinlich noch einige Zeit starke Nerven

Meiner Einschätzung nach ist die Gewinnsituation der Allianz sehr schwer abzuschätzen. Sollte sich der Aktienmarkt wieder stark nach unten bewegen und sich die Situation der europäischen Staatsschulden weiter verschlechtern wird es irgendwann zu massiven Abschreibungen bei der Allianz kommen. Das Management ist jedoch recht ehrlich und weißt seine Aktionäre, im Jahresbericht 2011, darauf hin: „Auf der Grundlage der aktuellen Schätzwerte erwarten wir für 2013 eine Verbesserung des operativen Ergebnisses, das von all unseren Geschäftsbereichen getragen wird. Das volatile Marktumfeld macht es jedoch schwierig, eine konkrete Prognose über die Entwicklung des Jahresüberschusses zu erstellen. Die Aussagen stehen unter dem Vorbehalt, dass Naturkatastrophen und widrige Entwicklungen an den Kapitalmärkten sowie andere Faktoren, die in unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen dargelegt sind, unsere Prognosen mehr oder minder beeinträchtigen können.“.

Die Aktie der Allianz AG ( WKN:840400 / ISIN DE0008404005 ) ist sicher nichts für schwache Nerven. Man sollte sich nicht blenden lassen; die mächtige Allianz steht eventuell vor weiteren schweren Jahren. Es gibt grundlegend 2 Szenarien. Szenerio A: Die Lage in Europa entspannt sich und die Märkte ziehen an. Dann steht es gut für die Allianz mit ihren Anlagen in den Südstaaten und die Gewinne sprudeln wieder und der Kurs geht mit bergauf. Szenario B: Es findet sich keine Lösung und die Situation in vielen europäischen Staaten verschlechtert sich weiter. Die Anlagen der Allianz gehen runter und der Kurs stürzt mit dem Rest Europas ab. Die Aktie bietet also einiges
an Chance, aber auch einiges an Risiken, die jetzt kaum abgeschätzt werden können. Wer sich entscheidet, bei der Allianz einzusteigen, braucht wahrscheinlich noch einige Zeit starke Nerven.

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