Die Eisenbahnbarone lachen wieder – Branchenriese Union Pacific wächst fleißig weiter

Auf deutschen Aktienseiten werden die amerikanischen Eisenbahnkonzerne sträflich vernachlässigt. Doch gerade diese Konzerne präsentieren in letzter Zeit wieder traumhafte Wachstumszahlen. Nach Warren Buffets Milliardeneinstieg bei Branchengröße „Burlington Northern Santa Fe“ und dem sich anbahnenden Aufschwung in den USA wird schnell klar, es ist wieder die Zeit der Eisenbahnbarone.Ist die Eisenbahn nicht eine Industrie von vorgestern?

Mitnichten, gerade in den letzten Jahren erlebt die Branche in Nordamerika einen gigantischen Aufschwung. Der starke Import von Ware aus Asien in die USA führt zu brummenden Geschäften im Eisenbahnverkehr, da die Waren von der Westküste über lange Distanzen in die Ballungsräume in Texas, um Chicago und der Ostküste gebracht werden müssen.

Auf diesen langen Distanzen kann die Eisenbahn ihren Vorteil voll ausspielen. Die Beförderungskosten der Schiene sind auf Langstrecken einfach wesentlich günstiger als auf der Straße. Ein gigantischer Vorteil der Eisenbahn, der sich durch steigende Ölpreise weiter vergrößert.

Warren Buffets Strategie scheint also aufzugehen, es müssen immer mehr Waren von den Küsten ins Landesinnere gebracht werden.

Union Pacific, der Größte und Bekannteste

Union Pacific ist mit einem Börsenwert von fast 47 Milliarden Euro das größte Unternehmen der Branche. Der Personenverkehr wurde schon von Jahrzehnten fallen gelassen und man konzentriert sich rein auf den Güterverkehr.

Streckennetz der Union Pacific

In welchen Gebieten ist Union Pacific aktiv?

Union Pacific hat ein großes Streckennetz im Westen der USA, dass sich von der Pazifikküste bis New Orleans und dem wichtigen Knotenpunkt Chicago erstreckt. Hauptkonkurrent, auf dem Gebiet der Union Pacific, ist Buffet’s Burlington Northern and Santa Fe Railway.

Zahlen der Union Pacific

Union Pacific legte im Februar Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 vor und war in der Lage seinen Gewinn pro Aktie um 22 Prozent zu steigern. Dieser Wachstumstrend ist seit Jahren intakt, so konnten selbst die Krisenjahre 2008 und 2009 daran nichts ändern. 2007 konnte Union Pacific einen Nettogewinn von 1,855
Milliarden US$ für sich verbuchen, im Geschäftsjahr 2011 belief sich der Nettogewinn bereits auf 3,292 Milliarden US$.

Angeschoben wird diese Entwicklung von einer Wiedererstarken der amerikanischen Automobilindustrie, die für große Volumen beim Eisenbahntransport führt. Kling erst paradox, aber geht es der Autoindustrie gut sorgt dies auch für hohe Transportvolumen bei der Eisenbahn. Sollte sich der Trend des wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA fortsetzten ist weiter mit zweistelligen Wachstumsraten im Eisenbahnsektor zu rechen.

Auch kann Union Pacific von den hohen Ölpreisen profitieren. Zwar verursacht der Dieselpreis auch bei Union Pacific höhere Kosten, doch wird dies von der Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene mehr als kompensiert.

Risiko Panamakanal

Als größtes Risiko für die Eisenbahngesellschaften wird die Erweiterung des Panamakanal
gesehen, da so die Fracht aus Asien per Seeweg an die Ostküste der USA gelangen könnte. Der dadurch folgende Wegbruch des Schienengüterverkehrs wird auf bis zu 20 % beziffert. Union Pacific wäre mit seinem Fokus auf den westlichen Teil der USA besonders betroffen. Persönlich halte ich diese Befürchtungen aber für sehr übertrieben und glaube dass eine wachsende US-Industrie dies mehr als kompensieren wird.

Union Pacific ist eine Wette auf die USA und die Weltwirtschaft

Wer glaubt dass die Globalisierung weiter geht, dass es einen internationalen Handel gibt, die USA nicht untergehen und die Spritpreise weiter steigen sollte über einen Einstieg bei den nordamerikanischen Eisenbahngesellschaften nachdenken. Union Pacific bietet als Branchengrößter auch die größte Sicherheit. Es gibt andere Gesellschaften mit spezieller ausgerichteten Streckennetzen, diese sollte man sich aber noch ein wenig genauer ansehen. Die Eisenbahnaktien sind in den letzten Jahren bereits gut gelaufen und sie werden meiner Meinung nach weiter steigen. Ein Ende der Eisenbahn ist so fern, wie nie.

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