Öl und Holz outperformen langfristig den Markt

Gold und Silber sind ja spätestens seit der Finanzkrise ein Dauerbrenner. Null-Zins und realer Wertverlust des Ersparten. Die Eigenschaft der Edelmetalle einen Wert zu haben, der nicht auf die Schuld einer Gegenpartei beruht wirkt verlockend in Zeiten so vieler Unsicherheiten.

Wobei ich im letzten Punkt widersprechen würde. Der Yen , US-Dollar, Euro oder was auch immer werden meiner Ansicht nach durchaus durch reale Güter gedeckt und zwar durch die Produkte eines Landes. Natürlich existiert unser Geld nur auf Einträge auf Großrechnern oder auf Baumwollfetzen. Wertlos sind sie aber sicher nicht, auch wenn so mancher Geschäftemacher dies gerne behauptet…

Ein paar Goldmünzen und Silbermünzen zu haben ist sicher nicht schlecht und ich habe da auch schon immer mal ein wenig mitgemacht. Aber ehrlich, den Wert von Edelmetallen festzustellen halte ich für ungeheuer schwierig. Gibt es für diese überhaupt einen realen Wert?Meine Silberkette baumelt mir um den Hals und wird so, wenn ich sie nicht einschmelzen lasse, auch in 10 Jahren noch tragbar sein. Sie wird dann noch irgendetwas wert sein… aber wie viel? Keiner braucht eine Silberkette wirklich, der zukünftige Wert ist also sehr ungewiss.

Wenn nicht gerade eine Invasion von Vampiren in Deutschland einfällt wird der Silbergehalt meiner Halskette wohl kaum zum furchtbar knappen Gut, der durch den enormen Verbrauch einen Preis diktiert. Sehen wir mal von ein paar Verwendungen in der Industrie ab. Gold in Microchips usw. verbrauchen durchaus Edelmetalle. Ein großer Teil des physische Gold und Silber fließt aber eben in Anlagebarren und Münzen.

Gold und Silber bleibt für mich langfristig ein Roulette. Dies sieht man auch schön an den langfristigen Charts für Gold und Silber.

Es gibt für mich einige Punkte, die für Gold und Silber sprechen. Neue Player am Währungsmarkt könnten versuchen durch Gold und Silberreserven das Vertrauen in Ihre Währungen zu stärken.

Die Nachfrage nach Münzen und Barren könnte stark zunehmen. Gerade die aufsteigenden asiatischen Länder sind jetzt Edelmetall und Schmuckaffin.

Interessanter finde ich dafür Aktien von Unternehmen die im Bereich der Energieträger oder Holz befinden (ok, fungiert dank höherer Strompreise auch wieder vermehrt zur Wärmegewinnung).

Die Ölbranche performte langfristig über Jahrzehnte den breiten Markt aus

Logos der Öl-Konzerne, Exxon Shell, BP, Chevron

In einem Klassiker der Investmentbücher „Stocks For The Long Run“ von Jeremy Siegel kommt eine Interessante Tatsache zum Vorschein. In dem Buch werden die langfristigen Renditen von Aktien aus der Ölbranche hervorgehoben. Von 1964 bis 2014 lag die langfristige Rendite von Exxon Mobil (damals noch Standard Oil of New York und Standard Oil of New Yersey) bei 13,82% per Annum , bei Shell 12,82% (Shell und Dutch Royal Oil) und bei Chevron (Standard Oil of California) bei 13,23%.

Damit hat die ganze Branche der integrierten Öl-Konzerne (inzwischen Öl, Gas und Chemie…) den breiten Markt outperformt.

Diese Tatsache ist schon sehr interessant. Hier hat nicht einer der Ölriesen outperformt. Hier haben alle großen integrierten Ölfirmen outperformt.

Zwei Gründe dafür sind meines Erachtens

-Die Rohstoffe im Boden (die Reserven) werden mit der Zeit immer wertvoller. Lag der Ölpreis pro Barrel in den 90ern meist unter 20 US$, haben heute viele Ölfirmen schon bei Preisen über 50 US$ zu kämpfen. Ein Unternehmen mit Reserven gewinnt also bereits durch die Zeit an Wert.

Öl-Die Zyklen der Rohstoffmärkte dienen den integrierten Ölfirmen (also Firmen, die auch im Downstreamsegment vertreten sind) bei niedrigen Rohstoffpreisen günstig Vermögenswerte von strauchelnden kleineren Konkurrenten zu erwerben. Diese bietet dann im nächsten Aufschwung eine enorme Zunahme der Erträge und Unternehmenswert.

Ein Gedanke zu “Öl und Holz outperformen langfristig den Markt

  1. Ist der Punkt bei Dingen wie Gold oder Silber nicht das Sie einen realen Warenwert haben, den unsere Geldscheine nicht haben?
    Also das Geld ist ohne den Glauben der Menschheit an Geld nur ein Stück Papier und ist größeren Schwankungen unterworfen. Gold dagegen schwankt nur minimal. Daher doch auch die Überlegungen die Währungen an den Goldpreis zu koppeln, oder verstehe ich hier jetzt was falsch?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.