OMV Aktie, die Geldmaschine aus den Alpen (Öl/Gas)

Öl und Gas bleibt einer meiner aktuellen Lieblingssektoren. Wobei ich hier bis auf einen Microcap letztes Jahr und ein paar eingesackter Dividenden auch einen Zick Zack Kurs erlebt habe.

Die Frage für mich ist, wann werden die Bewertungen so lächerlich, dass man einfach nur noch zu warten hat?

Gerade bei den europäischen integrierten Ölfirmen bin ich über die Bewertungen erstaunt. Große etablierte Firmen wie BP und Shell sind immer wieder zu Dividendenrenditen von 6 , 7 Prozent zu haben. Während es auf dem Sparbuch überhaupt nichts mehr gibt. Die Firmen beweisen inzwischen zunehmend, dass sie diese Dividenden auch bei aktuellen Ölpreisen erwirtschaften können. Zudem bieten sie durch gesenkten Kostenstrukturen bei wieder steigenden Kursen doch ein enormes Potential.

Heute soll es aber nicht um BP oder Shell gehen. Meine Meinung ist, dass hier schon nochmal ein extremer Abschwung kommen müsste, dass deren Dividenden wirklich in Gefahr wären. Zum anderen erwirtschaften diese Firmen selbst im niedrigen Preisumfeld gute freie Cashflows, so, dass ich gute langfristige Kurschancen sehen. Natürlich können solche Abschwünge kommen, dies haben die letzten Jahre gelehrt.

Ein eher unbekannter und vielleicht den Nicht-Süd-Deutschen und Nicht-Österreichern gänzlich unbekannter Öl und Gas Wert ist die Aktie der Österreichische Mineralölverwaltung ( kurz OMV). Die Firma ist eine Exxon oder BP im Miniformat ( „Mini“ ist bei einem Unternehmen mit Milliardenumsätzen natürlich relativ).

Die OMV besitzt Raffinerien, Anteile an einer profitablen Chemiesparte, eine starke Position im Tankstellenmark und der Förderung. Das ist nicht irgend ein Förderer, der nur noch für die Beruhigung der Gläubiger nach Öl bohrt. Dabei hoffend, das schnell steigende Rohstoffpreise irgendwie noch alles zum Guten wenden.

Konzern mit stabilem Mix aus Downstream und Upstream

Das Unternehmen besitzt einen guten Mix aus Förderung, Weiterverarbeitung und Endverkauf. So solide -wie man es eben bei ein einem Rohstoffunternehmen- haben kann.

Marktkapitaliserung 13 Milliarden Euro– Free Cashflow 2,3 Milliaden Euro !

Eine Bewertung von 13 Milliarden zum freien Cashflow bei Fakor 5,65*, Dies erscheint mir doch enorm günstig. Hier muss man schon absolut vom Niedergang von fossilen Brennstoffen und allem was damit zu tun hat, um hier nicht langfristig ein Schnäppchen zu wittern (Meine Meinung).

OMV Factsheet Cashflows Earnings

Natürlich hatten wir hier im dritten Quartal 2018 auch noch Ölpreise pro Barrel von um den 75 US-Dollar. Das ganze hier ist natürlich eine Anlage, die auf steigende Rohstoffpreise setzt. Dann haben wir es hier aber wirklich mit einem toll aufgestellten Unternehmen zu tun und eben auch langfristig mit viel höheren Kursen.

Anmerkung: Die ausbezahlten Dividenden habe ich beim Free Cash Flow mit rein genommen. Die 1,226 Milliaden Euro sind ja nach Ausschüttungen (siehe Grafik/Tabelle oben).

Wo wird hier etwas von mir Übersehen?

Schuldenstand ? Gearing 16 Prozent. Durchaus auf der der konservativen Seite für einen integriertes Ölunternehmen.

Förderung geht zurück? Negativ. Die Förderung ist in letzter Zeit stark steigend und dies zu sehr guten Förderkosten.

Dies alles kann nicht wirklich in gute Kapitalzuflüsse verwandelt werden?

Negativ. Enterprise Value / EBITDA günstig. Freie Kapitalzuflüsse sehr gut.

Russland und Nord Stream Zwei. Politische Dauerthemen.

Einen Nachteil, den man natürlich auch bei der OMV (aber auch bei anderen europäischen Förderern wie der italienische ENI findet) sind natürlich die Standorte der Förderung. In der europäischen Union gibt es eben nicht so viele lukrative Rohstoffvorkommen.

Dies zeigt sich natürlich auch bei der OMV. Die eher neutrale Alpenrepublik hat natürlich eher gute Verbindungen zum Kreml. Da verwundert es auch nicht, dass die OMV natürlich einiges an Geldern in die Förderung in Russland und auch in das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 investiert hat.

Gerade die US-Administration wettert gerade heftigst gegen einen Ausbau der Gaslieferungen aus Russland nach Westeuropa.

Problematik der Förderländer gepaart mit politischem Einfluss.

Staatsbeteiligung und als problematisch gesehene Förderstandorte.

Das Problem, dass die Bewertung des italienischen Ölriesens Eni Spa an den Füssen hängt, haben wir auch bei der OMV.

Bei ENI ist es die Förderung in Ländern wie Lybien. Bei der OMV-Aktie ist es die Russland-Connection. Genau wie bei ENI ist auch bei der OMV der Staat der größte Aktionär.

Fazit:

Für mich ist die OMV-Aktie ( WKN: 874341 / ISIN: AT0000743059 ) zum derzeitigen Kurs von 40,60 Euro ein Kauf. Kaufen und abwarten. Wie die Aktie sich kurz/mittelfristig entwickelt, dies weiß ich natürlich nicht.

Hier spielen zudem Faktoren wie Handelsstreit oder die Diskussion um Nordstream 2 herein. Zudem könnte die Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung natürlich auch die Rohstoffpreise weiter fallen lassen.

omv lkw

Persönlich gehe ich davon aus, dass der Ölpreis wohl wieder auf das Niveau des dritten Quartals 2018 geht (circa 75$ / bbl ). Dafür brauchen die Förderländer schlicht die Einnahmen und auch die privaten Ölunternehmen werden ihre Kapitalkosten verdienen müssen. Wann diese Erwägungen aber zu einem gestiegenen Preis für das schwarze Gold führen… keine Ahnung.

Darum könnte es auch gut sein, dass man gerade einen international unbekannteren Ölwert wie die die OMV noch einiges günstiger bekommen kann (wie natürlich jede andere Aktie auch).

Gehen wir aber von langfristig wieder von einem gesünderen Markt für Öl aus, dann haben wir es hier mit einem derzeit super günstigen Wert zu tun. Ein einstelliges Kurs/Free Cash FlowVerhältnis, gesunde Finanzen und steigende Produktion sprechen für sich.

3 Gedanken zu “OMV Aktie, die Geldmaschine aus den Alpen (Öl/Gas)

  1. „Schuldenstand ? Gearing 16 Prozent. Durchaus auf der der konservativen Seite für einen integriertes Ölunternehmen.“

    Einfach mal den GB genau lesen. Zu den 2 Milliarden NetDebt, die OMV angibt, kommen nochmal 2,x Milliarden Hybrid-Kapital, das sie größtenteils in der Ölkrise ausgaben, um eine KE zu umgehen. Kosten: 6,x % p.a./10 Jahre und 5,x% p.a./5 Jahre. Die 10-jährige war m.E. der beste Deal in der Ölkrise vom Chance/Risiko-Profil und ging dann auch auf 130% hoch.

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