Meine bisherigen privaten Aktienkäufe 2015

Der Sommer ist heute nun endlich auch wettermäßig ein wenig im Süden Deutschlands angekommen. Den Blog habe ich leider in der letzten Zeit sehr stiefmütterlich behandelt.

Daher ein kurzer Überblick über meine privaten Käufe im bisherigen Jahr 2016…

..American National Insurance @ 92,70 US$

Über die American National Insurance aus Texas habe ich ja letztes Jahr schon einmal geschrieben (American National Insurance-Ruhig schlafen beim Warten auf die Zinswende).
American National Insurance Kauf Feb2016
Das Unternehmen umfasst sowohl das Geschäft klassischer Lebensversicherer (Annuitäten, Leben etc)., als auch das Schadensgeschäft ( Feuer/Wasserschäden, KFZ etc.). Die Versicherung ist von der Schaden/Kostenquote nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht..

Was mich letztes Jahr bereits zum Aufbau einer ersten Position bewog war der niedrige Buchwert im Zusammenspiel mit der sehr soliden Bilanz und einem differenzierten Geschäftsfeld. Das Unternehmen verfügt über keine Schulden, einiges an stillen Reserven und nutzt einen „relativ“ geringen Fremdkapitalhebel (wenn man dies bei eingenommenen Versicherungsbeträgen so nennen darf).

Zusätzlich verfügt die Versicherung über ein relativ großes Aktienportfolio, dass meiner Meinung nach relativ gut verwaltet wird.

Der Buchwert lag Ende 2015 bei 165,20$.

Also Schlug ich im Februar zu als das große Zucken durch die Börsen ging. Die Angst war, dass eine weitere Bankenkrise durch Kreditausfälle aus der Ölbranche losbricht.

Motiv des Kaufs: Weit unter Buchwert (der Dollar für 56Cent), solide und sehr konservativ bilanziert, Dividende von 3,5%. Fantasie bei US-Zinsschritt nach oben.

Fazit: Die Kaufentscheidung stellte sich bisher als gut getimed heraus und die Aktie notiert aktuell bei 119,14$.

Hornbach Holding @ 53,15€

Hornbach habe ich ja schon einmal im Forum angeschnitten ( http://valueblog.de/valueboard/viewtopic.php?f=8&t=66&start=10).
Hornbach Holding Ordkauf 2016
Hornbach beobachte ich schon länger und das Unternehmen scheint mir eines der besten Unternehmen in einer recht schwierigen Branche zu sein. Handel in Deutschland ist ein Geschäft mit konstant hohem Preisdruck durch die Konkurrenz.

Die Baumarktkette Hornbach scheint mir hierbei jedoch -im Vergleich- das cleverste Unternehmen zu sein. Höchsten Verkaufserlös pro Quadratmeter, sinnvolle Wachstumsstrategie im Ausland und eine funktionierende Low-Cost-Leader Strategie.

Natürlich gibt es im Handel gerade weltweit Fragezeichen. So was ich doch ein wenig besorgt als in einem Conference-Call von Hornbach angesprochen wurde, dass maximal 50% der Versandkosten aus dem Online-Shop an den Kunden weitergegeben werden können.

Motiv: Hornbach hat sicherlich ein fähiges Managementteam. Die Aktie ist einer der eher wenigen nicht-zyklischen Werten an den deutschen Börsen. Die Aktie notierte ebenfalls weit unter Buchwert (und handelt noch weiter unter dem Real-Wert der Gewerbeimmobilien).

Aktie notierte unter KGV 10 ( bei Abschreibungen auf gut gelegene Immobilien schiebe ich den KGV mental noch ein wenig runter 😉 ).

Was kam bisher raus: Die Aktie notiert aktuell bei 57€. Könnte mir aber vorstellen, dass die Aktie nächste Woche nach der Bilanzkonferenz einen schönen Ruck nach oben macht. Das schlechte letzte Quartal schiebe ich hauptsächlich auf das ungewöhnliche Wetter.

Bank of Utica

Die Mini-Bank aus den USA -die wohl hier so ziemlich niemanden interessiert- habe ich bei um den 390$ nochmal zugekauft. Diese Bank besitzt aufgrund von Skaleneffekten einen Platz in meinem Portfolio.

Eine Milliarden-Bilanz mit nur einer Filliale. Anlagen hauptsächlich in Investment-Grade-Anleihen, zum halben Buchwert. Ein „get-rich-slow“ Wert für Menschen mit Geduld, die nicht vor kleinen Werten zurückschrecken.

Der Wert notiert aktuell wieder bei 400$. Die Position wird seit letztem Jahr immer mal wieder aufgestockt. Mehr dazu gibt es hier und hier zu lesen.

National Western Life @ 220$

Hier ist die Überlegung recht ähnlich zu meinem Käufen von American National und Bank of Utica. Der Wert ist profitabel, weit unter Buchwert und dürfte langfristig von höheren Zinsen profitieren. Falls die höheren Zinsen nicht kommen, dann ist der Wert günstig genug um langfristig keinen Verlust einzufahen.

Der Wert ist leicht im Minus

In anderen Portfolios:

In Portfolios anderer Personen habe ich keine großen Bewegungen gehabt. Einmal habe ich IBM beim Absturz dieses Jahr für meine Mutter zugekauft.

Ausblick: Interessant finde ich aktuell weiterhin die Banken- und Versicherungswerte in den USA, die sich noch immer zu historisch recht niedrigen Bewertungen kaufen lassen.

Für den langfristig-orientierten finden sich hier immer noch etliche Schnäppchen. Finanzwerte sind zwar bei Klein-Anlegern oft sehr unbeliebt, jedoch hat sich hier durch eine wesentlich stärkere Regulierung das Risikoprofil in den letzten Jahren deutlich gewandelt (zumindest jenseits des großen Teiches).

Banken scheinen mir (in den USA) mehr und mehr zu einer stark regulierten Branche zu werden. Dies hat zwar die Eigenkapitalrendite gesenkt, verringert das Risiko für den Anleger und den Steuerzahler aber enorm.

Ideen und Anregungen sind immer willkommen. Allen Lesern einen schönen und sonnigen Samstagabend.

 

6 Gedanken zu “Meine bisherigen privaten Aktienkäufe 2015

  1. Hm… ich weiß leider nicht ganz, was so dein Unternehmensstil ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass Neopost oder Francotyp Postalia für dich interessant sein könnten. Sollten Holdings für dich von Interesse sein, könnte die Investmentbanklastige Leucadia oder Bollore eine Idee für dich sein. Ein etwas riskanter, aber interessanter Wert ist auch Burberry. Statt IBM würde ich mir mal Cognizant anschauen – meiner Meinung nach die bessere Lösung, weil der Wert wächst.

    • Also ausser Leucadia sagt mir nichts davon wirklich viel. Aber Danke, werd ich mir mal ansehen.

      Leucadia bin ich schon mehrmals drübergeflogen, wegen dem heftigen Discount zum Buchwert.

      Das ganze Leucadia scheint ausser diesem Berkadia Joint-Venture mit Berkshire aber nichts beeindruckendes zu sein. Dieses Fleischverpackungsgeschäft, das Forstland etc. alles sehr starke Commoditybusinesses. So richtig sehe ich die Strategie hinter der Leucadia (von heute) nicht.

      Dazu scheint das Investment-Banking aktuell lang nicht mehr die Renditen einzubringen (bei einem doch vorhanden Verlustrisiko).

      Kann aber gut sein, dass das Leucadia durch den Abschlag zum Buchwert doch ganz gute -auf lange Sicht- abwirft.

  2. Hi,

    erstmal schön wieder etwas von dir hier lesen zu dürfen. Die Unternehmen, schaue ich mir nicht an, weil ich das aus Prinzip nicht mache 🙂

    Was mich allerdings wundert: Sind das 2 Kauforder a 53 Euro ? Da hast doch sicherlich einen Sack voll Gebühren bezahlt, selbst bei einem Lowcost Broker.
    Und vor allem zwei Order binnen zwei Stunden?

    Das verstehe ich nicht. Ich bin froh, wenn ich nur wenig Order ausführen muss (weil ich wegen der 9,99 Euro zu geizig bin) und Du machst das gleich zwei Mal ?

    Liebe Grüße
    Mario

    • Hey Mario,

      ja diese Order sieht jetzt komisch aus. Aber dies liegt nicht daran, dass ich da jetzt für Millionen oder Milliarden Orderaufträge drin habe, sondern daran, dass es sich bei vielen Werten um Small Caps handelt.

      Es gibt ja im Small Cap Sektor Werte, wo es oft über Tage oder gar Wochen zu überhaupt keinem Handel kommt. Da kann es dann schon bei einer limitierten Order überr einen kleineren Betrag zu so einer aufsplittung kommen.

      Ich ordere also 10 Aktien zu 200$/€ und es werden Vormittags 7 Aktien ausgeführt und nachmittags nochmal 13 etc. Man bezahlt dann aber normalerweise nur einmal die Ordergebühr. Zusätzliche Kosten fallen meist an, wenn sich die Order wegen der geringen Liquidität über Tage streckt. Dann wird oft jede Order an unterschiedlichen Tagen extra berechnet.

  3. Eine Investor AB könnte auch einen Blick wert sein. Breites Portfolio, bekanntes Management, Dividendenzahler, Währungsdiversifikation.

  4. Hallo,

    da hast du teilweise echt gutes Timing bewiesen, wenn man sich die aktuellen Kurse anschaut. Banken und Versicherungen sind zwar nicht so mein Ding, aber wäre ja doof, wenn alle im selben Teich fischen 🙂 Guter Blog übrigens, auch wenn du/ihr in letzter Zeit leider wenige Beiträge schreibst/schreibt.

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