Jahresbilanz 2015 des Musterdepots

Etwas verspätet aber doch noch, werde ich wie versprochen mein hiesiges Musterdepot besprechen.

Im Laufe des Jahres 2015 wurden mit Posco und IBM nur 2 Werte gekauft. Grund hierfür war schlicht ein Mangel an passenden Gelegenheiten, die mir zum richtigen Zeitpunkt aufgefallen wären. Die ursprünglich auch fürs Musterdepot geplante Admiral Group (siehe Jahreskommentar zum realen Depot) lief im Kurs davon, bevor ich dazu kam, einen begründenden Artikel zu verfassen.

Das erste Jahr des Musterdepots verlief im Wesentlichen enttäuschend. Rund 80% des Startvolumens waren während der kompletten Laufzeit in unverzinslichem Cash, sodass selbst der gravierende Kurssturz von Posco im Laufe des Jahres keine großen Auswirkungen aufs Gesamtdepot hatte.

Zum Jahresende setzte sich das Depot wie folgt zusammen.

35 Stck. IBM @128,14€ 4.484,90€

25 Stck. Posco @132,44€ 3.311,00€

Cash 39.484,09€

Summe 47.279,99€

Das Anlagegesamtergebnis für das Jahr 2015 beträgt damit minus 5,44%, deutlich schlechter als das reale Depot und die wichtigsten Indizes.

Der Stahlmarkt leidet bis auf Weiteres an massiven Überkapazitäten, weswegen die Preise während des gesamten Jahres 2015 sich nicht wirklich erholten. Immerhin geht es dem Niedrigkostenhersteller Posco dabei immer noch besser als dem Großteil der Branche. Nur dass „besser“ als „ziemlich schlecht“ eben nicht unbedingt gut ist. In Großbritannien wird derzeit darüber diskutiert ob die Regierung die dortigen Werke von Tata Steel auf Staatskosten erhalten soll. Derartige Regierungseingriffe würden die notwendige Bereinigung des Stahlmarktes natürlich deutlich verzögern, worunter alle Marktteilnehmer weiter zu leiden hätten. Es verdichten sich damit aber auch die Hinweise, dass die anhaltenden niedrigen Stahlpreise inzwischen die ersten Opfer erfordern und die Konsolidierung des Sektors langsam eingeläutet wird. In den ersten Monaten des neuen Jahres hat sich der Kurs der Posco-Aktie jedenfalls wieder etwas erholt und notiert deutlich höher als zum Jahreswechsel.

IBM hatte ebenfalls wie bereits in der Jahresbilanz für das Realdepot angerissen ein extrem schlechtes Jahr. Vor allem der stark aufgewertete Dollar bescherte „Big Blue“ massive Probleme und ein vergleichsweise schlechtes Ergebnis.

Heute notiert die IBM-Aktie geringfügig über dem Kurs zu Jahresbeginn.

Alles in allem ein eher enttäuschendes Jahr. Gute Ideen für die Erweiterung des Depots sind aktuell allerdings leider Mangelware.

9 Gedanken zu “Jahresbilanz 2015 des Musterdepots

  1. Erst kommen die Schmerzen, dann der Gewinn.
    So spotgünstig wie vor ein paar Jahren ist es nicht mehr, aber einige Ideen hätte ich da doch:
    -Disney ist aktuell leicht unterbewertet, hat aber auch sein Probleme.
    -Buffalo Wild Wings habe ich mir letztens ins Depot gelegt
    -Priceline sieht nicht schlecht aus, gerade während des Kursrutsches zu Jahresanfang

    @all: Was seht ihr euch derzeit an? Bei welchem Unternehmen liegt der Finger bei aktuellen Preisen am Abzug?

  2. @Provinzler
    Mit Posco könntest du irgend wann Gewinn machen. Es braucht nur einen Aufschwung der Weltwirtschaft oder eine Marktbereinigung. Bei IBM wird der Abschwung weiter gehen. Ich wüsste nicht was den Firmenwert in den nächsten Jahren deutlich steigern sollte. Cloud Computing ist in aller Munde, aber der Markt dafür dürfte gering sein.

    @Valueer
    Alle haben ihre Probleme. Hohe Kurse und schlechte wirtschaftliche Aussichten. Genau die gleichen Voraussetzungen wie letztes Jahr. Ohne die Geldschwemme wären viele Firmen nur noch halb so hoch bewertet. Wenn man keine Rohstoffaktien will, dann bleiben eigentlich nur noch Pipelinebetreiber. Etwas Cash ist auch gar nicht so verkehrt.

      • Nun mal keine Panik. Interessant ist Joy Global schon. Aber ich kann nicht alles analysieren und kaufen. Joy Global hat seine besten Tage noch vor sich. Erst wenn die Rohstoffpreise längere Zeit gestiegen sind, erhöhen die Minenbetreiber ihre Capex. Und nur davon profitiert Joy Global.

  3. Wie bist du denn dazu gekommen die beiden Aktien zu kaufen?
    Hattest Du im Fall von IBM eine Fundamentalanalyse mit DCF und der Graham Formula gemacht?
    Leider finde ich das nicht im Blog 🙁
    Ich suche noch mal genauer….

    Danke für den Einblick. Du hast einen neuen Stammleser gewonnen 😉

  4. Toll das mal einer seine Performance mit uns teilt. Dafür vielen Dank. Und sein nicht zu selbstkritisch zu dir selbst, immerhin hast du das Jahr 2015 mit einem, wenn auch kleinem Gewinn abgeschlossen

  5. Meine Augen habe ich z.Zt. auf folgende Werte gerichtet:

    – BlackRock (Profiteur der Niedrigzinspolitik oder Problemfall wg. evtl. Regulatorien?)
    – Mastercard (Profiteur der Bargeldabschaffung)
    – Chipotle Mexican Grill (kriegt seinen Kolibakterienskandal hoffentlich in den Griff)
    – Stericycle (hat Probleme bei der Integration seines Zukaufs und wurde dafür hart vom Markt bestraft)

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