Berkshire Hathaway, da würde Warren Buffett ja fast selber schon kaufen.

Berkshire’s directors will only authorize repurchases at a price they believe to bewell below intrinsic value.“ (Seite 34, 2004 Shareholder Letter)

Buffett geht also davon aus, dass seine Aktie an gewissen Zeitpunkten so günstig ist, dass er beim Rückkäuf eigener Aktien den Wert für die verbleibenden Aktionäre steigert.
Warren Buffett mit den Harlem Globetrotters bei Spalding
Diesen Wert hat er auch sehr deutlich fixiert. Wenn der Aktienkurs bei 1,2* dem Buchwert pro Aktie liegt oder eben darunter. Da Buffett immer eine ordentliche Cashposition in der Holding belässt wird diese Ankündigung für sehr ernst genommen. Sie sorgt dafür, dass Berkshire wohl auch in Zukunft meist über dieser Marke notieren wird…

Berkshire Q3 2008 Q3 2009 Q3 2010 Q3 2011
Eigenkapital(Auf Aktionäre entfallend) 120,155

Mrd$

126,073

Mrd$

149,671

Mrd$

163,881

Mrd$

Aktienanzahl(auf A-Aktien hochgerechnet) 1551727 1551727 1647593 1651290
BuchWert A-Aktie 77558,08$ 81246,89$ 90244,23$ 99244,23$
Buchwert B-Aktie 51,71$ 54,16$ 60,16$ 66,12$
Hathaway Q3 2012 Q3 2013 Q 2014 Q3 2015
Eigenkapital

(Auf Aktionäre entfallend)

184,6 208,382

Mrd$

237,456 Mrd$ 248,283

Mrd$

Aktienanzahl(auf A-Aktien hochgerechnet) 1652184 1643779 1642558 1643316
BuchWert A-Aktie 114438,83$ 134991,38 144564,76$ 151085,58$
Buchwert B-Aktie* 76,29$ 89,99$ 96,38$ 100,72$

Quellen: Quartalsberichte Berkshire Hathaway

*B-Aktien verbriefen ein 1/1500 am Eigenkapitalanteils einer A-Aktie(Quelle Berkshire Hathaway Jahresbericht 2014)

Aktuel (heute 10.2.2016) stand die B-Aktie zum letzten Börsenschluss bei 127,72$. Buchwert zum 31.September 2015 „100,72$“. Wir befinden uns aktuell aus bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,268. Wer also mit dem Gedanken spielt Berkshire Aktien zu kaufen, der müsste diese Überlegung jetzt ein wenig intensivieren. Die Aktie handelt aktuell zu Kursen, die Buffett langfristig für interessant hält.

Ist der Buchwert von Berkshire durch die Börsenturbulenzen des letzten Wochen nicht bereist extrem gefallen?
Berkshire HAthaway balance sheets assets 30th september 2015 , Bilanzpositionen aktien Warren Buffett
Zum 30. September belief sich der aufaddierte Wert als Aktienbeteiligungen von Berkshire Hethaway aus 127,4 Milliarden US Dollar. Die Gesamzbilanz von Berkshire Hathaway umfasst jedoch 545,5 Milliarden $. Ein schwächerer Aktienmarkt schlägt also mit einem viel geringeren Faktor durch.

Berkshire Hethaway, dass ist ein Konglomerat von gestern. Buffett lebt im 20. Jahrhundert.

Diese Rufe werden wieder lauter.
Buchwertentwicklung von Berkshire Hathaway 2008 bis 2015 drittels quartal. book value growth berkshire hathaway versicherung
94,78% Performance in 7 Jahren. Das ist doch nichts, pfff!

Diese Haltung ist verständlich. Wer in den letzten Jahres investiert hat, der hat oft sogar wesentlich bessere Renditen wie Berkshire Aktionäre erzielt. Jedoch bezweifle ich, dass dieser Umstand in der Zukunft ebenso eintreten wird.

Der Markt war in der Zeit 2008 bis 2012 häufig derart niedrig bewertet, dass man schon konsequent auf die falschen Branchen setzten musste, um hier nicht tolle Ergebnisse erzielt zu haben. Da waren selbst mit einer langweiligen Pepsi Cola oder Microsoft oft grandiose Renditen drin.

Aber das muss nicht so bleiben. Wer glaubt, dass in einem schwierigeren Börsenumfeld mit bereits oft sehr hohen Bewertungen eine solche Performance mit absoluten Standard-Werten weiterhin möglich ist, der wird sich wohl zunehmend wundern. Es geht eben nicht mit allen Werten immer nur nach oben. Diese Lektion werden aktuell wohl viele wieder schmerzlich machen.

Buffett ist zu alt und verschläft Trends wie Social Media

Dies mag sein, dass es bei Facebook, Twitter und Co etwas zu sehen gibt, dass Hoffnung macht. Aber seien wir ehrlich. Amazon, Facebook und Co. dies sind sicher keine Holdings für einen Warren Buffett (zumindest noch nicht). Es braucht für sein Konglomerat verlässliche Unternehmen mit langfristiger Profitabilität und dies zum fairen Preis.

Deswegen wundert es nicht, dass auch der Höhepunkt des neuen Markts für Buffetts Konglomerat wie ein Desaster schien. Im Jahr des Neuen Markts 1999 stieg der amerikanische Index S&P 500 um 21%. Buffets Eigenkapital kletterte nur um 0,5 Prozent und die Berkshire Aktionäre gingen mit 19,9% Kursverlust aus dem Jahr.

In der Zeit nach dem Platzen des Neuen Markts hatten Berkshire Aktionäre dann aber meist wieder mehr zu lachen als viele Kleinanleger, die sich noch kurz zuvor für echte Finanzgenies hielten.

So sehe ich gerade für den Anleger, der nicht die viele Zeit hat, um sich mit Einzelwerten zu beschäftigen, aktuell die Berkshire Hathaway aktie als sehr interessantes Wertpapier.

Ulrich, warum ist 1,2* mal Buchwert eigentlich günstig. Du versuchst doch sonst immer unter Buchwert zu kaufen?

Das stimmt. Oft versuche ich Werte zu finden, die trotz dauerhaft positiver Ergebnisse unter ihrem Buchwert notieren, da diese meist eine höhere Performance als der Gesamtmarkt erreichen.

Bei Berkshire Hathaway ist aber sicher, dass der tatsächliche Wert der Vermögensgegenstände höher ist als der angegebene Buchwert

Nehmen wir ein offensichtliches Beispiel. Buffett kaufte 2009 für 26,3 Milliarden Dollar die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe. Was damals nicht direkt mit Sachwerten unterlegt war tauchte in der Bilanz als Goodwill auf (immaterielle Vermögenswerte).

Es gibt eine US-Eisenbahngesellschaft, die geographisch in der gleichen Region tätig ist und auch eine vergleichbar Größe besitzt. Diese Konkurrenz-Gesellschaft ( Union Pacific ) bringt es selbst nach den frustrierenden letzten Börsenwochen auf eine Marktkapitalisierung von 65,28 Milliarden Dollar bei einem KGV von 14.

Da es in Buffetts Unternehmensgruppe sehr viele Unternehmen gibt, die bereits vor Jahren gekauft wurden und die inzwischen aber weitaus profitabler sind- weicht der wirtschaftliche Wert seines Imperiums immer mehr vom Buchwert ab. Daher spricht er ja selbst bei einem Kauf von 120% des Buchwerts von einem Schnäppchen.

Berkshire Hathaway B-Aktie
WKN

A0YJQ2

ISIN

A0YJQ2

Kurs 127,72$
Buchwert 100,72$
Branche Konglomerat ( Versicherungen, Eisenbahn, Energie, Aktienbeteiligungen)

Fazit

Die Aktie wird gerade wieder zunehmend interessant. Das Aktienportfolio von Berkshire Hathaway ist meiner Meinung nach eh bereits recht günstig Bewertet. Das Konglomerat ist so breit aufgestellt wie noch nie. Es wird natürlich auch für Berkshire Hathaway immer wieder Geschäftsbereiche geben, die vielleicht Sorgen machen. Natürlich ist der Versicherungsbereich durch Niedrig-Zinsen nicht mehr so gewinnbringend. Natürlich werden die Eisenbahnen mal mehr und mal weniger Autos.

Gerade in turbulenten Zeiten ist Berkshire aber zu empfehlen. Es bringt langfristig Stabilität ins Portfolio und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Gesellschaft noch viele Jahre schöne Gewinne machen wird. Sie wird niemanden schnell reich machen, aber sie wird für den, der Zeit hat, liefern.

Und wer bei Berkshire dabei bleibt, der wird merken, dass jede Krise auch eine Chance ist. Die besten Deals macht das Team von Berkshire eben wenn Aktien günstig sind und nicht wenn sie teuer ist.

PS: Das Warren Buffett wirklich Aktien zurückkauft, wenn die Aktie fällt ist jedoch fraglich. Den in diesem Fall gäbe es sicher genug andere noch günstigere Werte, die er dann noch viel lieber kaufen würde und dieses geht ja in der Regel für Berkshire Hathaway recht positiv aus.

5 Gedanken zu “Berkshire Hathaway, da würde Warren Buffett ja fast selber schon kaufen.

  1. Naja davon reden ist das eine, aber umgesetzt hat er das in den letzten 15 Jahren nicht obwohl er zwischen 2009-2012 ausreichend Gelegenheit dazu gehabt hätte.

    • Nehme an, dass die Sache ist, dass er ja eine sehr starke Bilanz fährt.

      Wenn der Kurs seines Konglomerats sinkt, dann sind andere Vermögenswerte bereits wesentlich stärker am sinken. Also ist die Fragen „was bringt langfristig den meisten Zugewinn“. Die eigene Aktie ist dann „in Relation“ nicht so attraktiv wie der Zukauf eines „stärker gefallenen“ Wertes.

      Also würde ich auch nicht wetten, dass es wirklich Rückkäufe gibt. Die 1.2 Buchwert sind aber gerade für Leute, die sich nicht laufend durch irgendwelche Zahlen wühlen ein schöner Richtwert, denn um diesen Wert könnte es langfristig Sinn machen einzusteigen.

  2. Und was passiert wenn Buffett stirbt? Die ewige Frage…
    möglich, dass der Kurs dann erst mal 20 % stürzt, wer weiss…

    Vielleicht sollte man Berkshire erst kaufen wenn Buffett und Munger abgetreten sind.

    • Bin selber Berkshire Aktionär und vertrete die Einschätzung, dass man sich um seine Nachfolge dank Ted und Todd nicht sorgen muss. Buffett wird noch einige Zeit im Tagesgeschäft dabei sein. Folgende Punkte sprechen dafür:

      Ihre Portfolios performen (natürlich auch dank kleineren Umfangs) Buffetts aus.

      Sie haben bereits lange Zeit das Handwerk von ihm zu lernen und seine Entscheidungswege zu verstehen.

      Derzeit gibt es einige sorgenvolle Positionen, u.a. die Kreditkartenunternehmen. Das gute an Buffett ist, dass er sich nie gescheut hat, Fehler einzugestehen. So hat er auch Tesco damals mit Verlust verkafut. Ich habe sogar schon darüber nachgedacht, einfach hunderprozentig auf Berkshire zu setzen. Immerhin macht dann der beste Fondsmanager der Welt meine Arbeit. Hätte ich es damals in der Finanzkrise gemacht. Niemand ist damlas gescheiterter auf Einkaufstour gegangen. Hinterher ist man immer schlauer.

      • Persöhnlich denke ich, dass Berkshire nahezu auf Autopilot eine ganz orderntliche Rendite machen sollte.

        Das Aktienportfolio mit den großen US Banken, Coke und Kraft Heinz wird weiter solide laufen.

        Wobei man das Wertpapierportfolio nicht überschätzen sollte. Es dürfte nur noch ein Drittel des Eigenkapitals ausmachen.

        Denke Berkshire Hathaway ist (auch aus steuerlichen Gründen für den Langzeitanleger) eine schöne Wette auf die USA.

        Spektakulär werden die Gewinne aber nicht sein. Denke aber es ist eine schöne Alternative zu irgendwelchen Fonds, die wahrscheinlich größtenteils kaum besser laufen werden und dazu Gebühren fressen.

        Zu Tesco: Denke man sollte nicht unterschätzen, dass Buffett wohl am besten die Dynamiken in den USA kennt.

        In Deutschland ist „Discount“ und „günstig“ bei Lebensmitteln zum Beispiel sehr populär und die Leute dauernd auf Schnäppchenjagd.

        Wal-Mart hatte aber in Japan zum Beispiel enorme Probleme. Weil dort „günstige Preise“ für Lebensmittel eher als Charakterschwäche von Käufern gedeutet werden.

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