Jahresbilanz 2015 (Rohstoffaktien)

Sehr geehrte Leser,

auch wenn ich kein Musterdepot auf valueblog.de führe, so möchte ich doch trotzdem eine kurze Zusammenfassung über die hier vorgestellten Unternehmen abgeben. Im laufe des Jahres erfolgen dann detaillierte Updates und Vorstellungen neuer Unternehmen.

Yamana Gold

Bereits im August 2014 habe ich diesen mittelgroßen Goldproduzenten vorgestellt. 2015 wird als ein weiteres Horrorjahr für Yamana Gold Aktionäre eingehen. Die Kursperformance beträgt -46%. Nach einigen operativen Problemen und fallenden Rohstoffpreisen neigt sich der schlechte Nachrichtenfluss nun hoffentlich dem Ende. Dank operativer Verbesserungen und schwacher Fremdwährungen (BRL, MXN, CAD) konnten die Kosten weiter gesenkt werden. Brio Gold (ausgegliederte Tochterfirma) wird wegen dem pessimistischen Marktumfeld vorerst doch nicht an die Börse gehen. Dieses Jahr wird voraussichtlich weiter von Optimierungen und dem Bau von Cerro Moro geprägt sein. Trotz des schwierigen Marktumfeldes ist Yamana etwas gewachsen und kann weiterhin eine (reduzierte) Dividende zahlen. Ironischer weise war Q3 eines der besten Quartale der letzten Zeit, obwohl die Rohstoffpreise auf ihren bisherigen Tiefstpunkt gefallen sind.

Bisher passte allerdings Warren Buffetts Spruch:

„In the world of business, bad news often surfaces serially: you see a cockroach in your kitchen; as the days go by, you meet his relatives,[…]“

(über sein Fehlinvestment in POSCO)

Teranga Gold

Auch diesen Goldproduzenten habe ich im August 2014 vorgestellt. Nach starken Schwankungen beträgt die Performance etwa +-0%. Teranga hat sich operativ gut gehalten und erweitert weiter seine Mine, um in einigen Jahren zu einem mittelgroßen Goldproduzenten aufzusteigen. Trotz des herausfordernden Marktumfeldes schreibt man Gewinne und konnte einen wichtigen Aktionär dazu gewinnen. Das dritte Quartal war wegen niedriger Goldpreise und starker Regenfälle besonders schwach, was dann wohl auch den Kurs wieder gedrückt hat. In diesem Jahr wird vermutlich weiterhin der Minenausbau im Vordergrund stehen.

Compania de Minas Buenaventura

BVN habe ich im Juli 2014 erstmals vorgestellt, nach dem Prof. Otte darüber geschrieben hatte, dass er diese Aktie im Depot hätte. Die Jahresperformance liegt bei -50%. Insbesondere im November und Dezember sind die Kurse nach den Q3 Zahlen deutlich gefallen, nach dem sich der Wert schon erholt hatte. Ursache waren gestiegene Kosten, gesunkene Bankguthaben und eine hinzu gekommene kurzfristige Verschuldung per Kreditlinie.

Die Q3 Zahlen waren miserabel und BVN hat hier einiges aufzuarbeiten. Einige Probleme sind kurzfristiger Natur, welche sicher dem nächst gelöst werden (können). Der Ausbau von Cerro Verde schreitet gut voran und wird in diesem Jahr die Einnahmen für BVN ordentlich erhöhen. Ich vermute der Markt hat beim letzten Abverkauf etwas überreagiert und wird das dieses Jahr korrigieren, sobald die Zahlen besser werden. Trotz des schwierigen Preisumfeldes dürften etwas steigende Einnahmen und eine fallende Capex zu erwarten sein. Dann ist es vielleicht nicht einmal nötig die kurzfristigen Schulden durch langfristige zu ersetzen, sondern diese werden gleich zurück gezahlt. Ich werde berichten, sobald es etwas neues gibt.

In Cerro Verde entsteht der größte Kupferkonzentrator der Welt:

http://www.fcx.com/operations/Peru_Arequipa.htm

Subsea 7

Subsea 7 muss weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld ums Überleben kämpfen. Entsprechend beträgt die Performance -22%. Das Unternehmen habe ich im November 2014 erstmalig vorgestellt und dem nächst kommt ein detailliertes Update.

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Subsea 7 den Herausforderungen gewachsen ist und von einer späteren Stabilisierung des Ölpreises gut profitieren kann.

Apache Corp.

Auf Grund der gesunkenen Ölpreise schneidet Apache mit -21% ab. Seit der Vorstellung im April 2015 sind es sogar -32%. Wegen der geringen Preise hat Apache den Wert seiner Sachanlagen inzwischen mehrmals abschreiben müssen. Allein in diesem Jahr um 53%, was das Eigenkapital zusammen mit Schuldentilgungen um sagenhafte 62% reduziert hat. Umso erstaunlicher, dass der Kurs trotz all dem bisher eher moderat zurück ging. Denn die Verschuldung schnellte damit künstlich in die Höhe. Apache Corp ist jetzt die am höchsten verschuldete Firma, welche ich hier vorgestellt habe. Wegen der massiven EK-Vernichtung ein absoluter Flop. Kurzfristig erwarte ich keine Besserung, eher das Gegenteil für Q4 ’15 und Q1 2016. Mittelfristig dürfte sich der Ölpreis etwas erholen, wovon Apache schnell profitieren sollte. Solange bleibt das Unternehmen aber ein Spielball der Öl-Märkte.

Iamgold

Iamgold habe ich hier als Net-Net im September 2015 vorgestellt. Die Performance liegt bei -31% aufs Jahr gesehen und seit September bei vielleicht +-0%.

Leider habe ich hier das schlechte Management zu spät erkannt. Sonst hätte ich vielleicht noch länger gewartet oder gar nicht zugegriffen. Aber inzwischen tut sich einiges, vielleicht wegen zahlreicher Anfragen/Nachfragen. Jedenfalls hat man sich endlich externe Hilfe geholt um die Westwood Mine nach einer Pannenserie zum laufen zu bekommen. Durch Kosteneinsparungen bei anderen Minen sanken die Produktionskosten moderat, aber noch nicht genug, um aus dem Defizit zu kommen. Außerdem will man in diesem Jahr neue Minenpläne vorstellen, was noch einmal Spannung verspricht. Dieses Jahr könnte operativ der Turnaround für Iamgold gelingen und damit vielleicht auch eine erste Erholung der stark gebeutelten Aktie.

Zusammenfassung

Die hier vorgestellten Unternehmen befinden sich alle in einem fortgeschrittenen Bärenmarkt, sind in absolut unpopulären Branchen tätig (zur Zeit im weitesten Sinne Rohstoffe) und müssen zusammen mit der Konkurrenz ums überleben kämpfen. Einige Unternehmen mehr (Iamgold), andere weniger (z. B. Teranga Gold). Wegen der massiven Kursverluste sind viele Aktien regelrecht verhasst und werden auch aus emotionalen Gründen gemieden.

Zur Risikominimierung wurden Unternehmen mit starker Bilanz, operativen Vorteilen und sehr niedriger Bewertung ausgewählt. In 2015 hat sich gezeigt, dass dies richtig war. Auch in diesem Jahr droht voraussichtlich keinem der 6 Unternehmen die Insolvenz, was man von Teilen der Konkurrenz nicht behaupten kann. Die meisten Minenkonzerne sind inzwischen operativ auf das neue Umfeld eingestellt. Bei den 2 Firmen aus der Ölbranche wird das noch etwas dauern. Hier läuft der Bärenmarkt noch nicht so lange. Dieses Jahr verspricht weiter spannend zu werden.

Wichtiger Hinweis

Leser sind angehalten alle Fakten selbst zu überprüfen und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Der hier präsentierte Artikel ersetzt nicht die eigene Unternehmensanalyse.

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