Jahresbilanz 2015

Wie auch schon im vergangen Jahr will ich heute einen kleinen Rückblick auf das abgelaufene Börsenjahr geben. In diesem Beitrag geht es erst einmal um mein privates Depot, das Musterdepot kriegt eine saubere eigene Analyse, wenn die endgültigen Zahlen für das Jahr feststehen und auch in den USA der letzte Kurs des Jahres feststeht.

Geprägt wird die Jahresbilanz vom starken Wertverfall des Euro gegenüber dem britischen Pfund und dem amerikanischen Dollar. Letztlich steht nicht zuletzt aufgrund dieses Faktors am Ende ein Plus von ~19% nach Gebühren und Steuern. Das schlechte Ergebnis aus 2014 von -4,7% konnte ich damit zumindestens teilweise kompensieren. Veränderungen am Depot gab es kaum, abgesehen vom Kauf von Posco im Januar und einem kleineren Zukauf bei IBM ist das Depot unverändert.

Die Depotzusammensetzung schaut zur Zeit aus wie folgt (ohne Cashanteil):

Depotzusammensetzung

Nun zu den Einzelwerten:…

IBM

Der mit Abstand größte Wert in meinem Depot beendet das Jahr kursmäßig in etwa da, wo er es begonnen hat. Berücksichtigt man die übers Jahr wieder angehobene Dividende steht per Saldo ein kleiner positiver Beitrag für das Depot. Vom starken Kursanstieg der ersten Jahreshälfte ist nichts mehr übrig geblieben. Operativ war es für IBM das erwartet schwere Jahr. Die massive Aufwertung des Dollar machte die eigenen Produkte im Ausland teurer und entwertete parallel die im Ausland erwirtschafteten Gewinne. Dies betraf insbesondere auch die Schwellenländer. Der prognostizierte Jahresgewinn je Aktie weist eine Stagnation aus, was unter diesen Bedingungen in meinen Augen als Erfolg zu werten ist. Der Kurs ist in Dollar gerechnet weitaus stärker gefallen, als in Euro, wodurch die Bewertung mittlerweile sehr niedrig ist. In den nächsten Tagen wird ein weiterer kleiner Zukauf erfolgen.

Admiral
Ein absoluter Gewinner des Jahres 2015, nicht zuletzt durch die starke Aufwertung des britischen Pfunds gegenüber dem Euro. Ca. 32% Kursgewinn und eine satte Dividende liefern einen starken Beitrag zum Depot. Leider sind damit die Kurse für Nachkäufe bei  diesem tollen Unternehmens zu sehr davon gelaufen. Ich hätte gerne mehr davon. Operativ war für Admiral das Jahr von eine Stabilisierung der Preis im KFZ-Versicherungsgeschäft in UK. Auch die Tochtergesellschaften in Südeuropa befinden sich auf einem guten Weg.

Microsoft
Die positive Überraschung im Depot. Eigentlich war ich im letzten Jahr dem Wert gegenüber schon reichlich negativ eingestellt. Die Veränderungen im Management scheinen aber eine positive Auswirkung auf die Kapitalallokation im Unternehmen zu haben, das aktuell wenig ertragreiches Geschäft reduziert und dafür die Dividenden satt erhöht hat. Zum Jahresende steht ein Kursplus von 33% und eine ordentliche Dividende zu Buche. Damit ist Microsoft, die ich in den Jahren 2012 und 2013 zu einem Durchschnittskurs von knapp 21 Euro gekauft habe, die beste Investmentidee bisher. Die neue Fokussierung auf die eigenen Stärken macht Mut für die Zukunft.

Münchener Rückversicherung
Mein ältester Wert im Depot, die 2011 zu 112 Euro gekaufte Munich Re. Konservatives Management, eine gute Dividende und ein Kursplus von ca. 12% in diesem Jahr. Zudem Gastgeber der ersten Hauptversammlung, die ich besucht habe. Für die nähere Zukunft haben sich die Geschäftsaussichten jedoch etwas eingetrübt. Das niedrige Zinsumfeld erodiert die Kapitalanlageseite, während die gute Kapitalisierung der Branche wie auch der Erstversicherer, bedingt durch die längere Abwesenheit von größeren Katastrophen dafür sorgen, dass der Zyklus wieder in Richtung Weichmarkt treibt. Die Münchner Rück bleibt dennoch weiter ein fester Bestandteil des Depots.

Wells Fargo
Solide Geschäftszahlen und ein steigender Dollar bringen einen Kursgewinn von 10% zzgl. Dividende. Die Aktie ist dabei weiterhin alles andre als teuer.

Sberbank
Hochvolatiler Wert, der sich aber zusammen mit der Situation in Russland wieder stabilisiert hat. 71% Kursgewinn hören sich zwar toll an, sind aber im Gesamtkontext und dem drastischen Kursverfall der dem vorausgegangen war, nicht allzu ernstzunehmen. Einschließlich Dividende ist der Wert für mich persönlich gut 10% unter Wasser. Die Geschäftszahlen sind trotz Rezession weiterhin ziemlich gut. Trotzdem werde ich hier wohl noch einiges an Geduld aufbringen müssen.

Posco
Der Verlierer des Jahres in meinem Depot. Fast 40% im Minus, was von der Dividende nur zu einem sehr kleinen Teil aufgefangen wird. Das Blutbad im Stahlgeschäft geht weiter, auch hier werde ich denke ich einen langen Atem benötigen.

Alles in allem ist das Jahr ganz passabel gelaufen, wiewohl sich wohl immer Verbesserungspotential finden lässt. Geniale Ideen waren angesichts der im breiten Markt doch recht hohen Kursniveaus nicht dabei.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2016!

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