Value ist dort wo die meisten weg schauen!

Sehr geehrte Leser,

Value Investments findet man oft dort, wo der mainstream massiv verkauft hat und vorläufig nicht mehr investieren will. Ich habe bereits mehrere Unternehmen aus der Rohstoffbranche vorgestellt. Und so wie es aussieht wird diese Branche auch noch viel Stoff für weitere Artikel und Anlegerträume liefern.

Die Preise sind auf breiter Front seit etwa 2011 am fallen. Egal ob Kupfer, Gold, Silber, Zink, Kohle, Kalium, Magnesium, Molybdän oder Blei. Zuletzt hat es auch noch den Ölpreis schwer erwischt. Während die Börsenpartys der letzten Jahre den Anlegerfokus eher auf Konsumaktien, Pharmakonzerne und heiße Wetten wie Netflix und Tesla lenkten, brachen Aktienkurse von Rohstoffgiganten immer weiter in sich zusammen. Was wurde nicht alles über eine gut laufende Wirtschaft geschrieben. Und über Unternehmen welche ständig mehr Dividende zahlten. Wen interessierte schon, dass die Wirtschaft in Europa und den Schwellenländern immer schlechter lief? Oder das zahlreiche Firmen ihre Dividendenzahlungen durch neue Schulden gegen finanzierten? Schließlich pumpen die wichtigsten Notenbanken der Welt immer mehr Geld ins System, inflationieren die Sachwerte und Aktien sind doch alternativlos?

Chinas Wirtschaftswachstum ist bereits 2012 deutlich unter 9% p.a. abgesackt, bis heute. Warnende Signale über eine steigende Privat- und Unternehmensverschuldung gab es auch damals. So langsam scheint sich in den mainstream Medien aber herum gesprochen zu haben, das die Weltwirtschaft kränkelt und ein echtes Überschuldungsproblem hat. Immer mehr negative Nachrichten schaffen es auf die Titelseiten und die Rohstoffpreise zeigen ebenfalls den Trend an. Auch scheinen langsam immer mehr Aktionäre zu realisieren, dass der starke USD und die schleichende Weltwirtschaft ihren US Unternehmen nicht gut bekommt. Immer mehr, bis dato gefeierte Unternehmen, melden schlechtere Zahlen. Kompensiert werden kann das kurzfristig noch über mehr Schulden, welche konstante Dividenden und Aktienrückkäufe ermöglichen. Langfristig ist aber fraglich wie ein Teil der Investoren Geld verdienen will, wenn bei hohen Einstiegskursen eine erodierende Bilanz und Umsatzentwicklung gegenüber steht.

Die einzige Anlageklasse die derzeit gemieden wird wie die Pest sind Rohstoffe. Und damit natürlich auch alle davon abhängigen (bzw. Konjunktur-abhängigen) Unternehmen (Minengesellschaften, Ölförderer, Produzenten von Equipment, Explorer, Stahlkonzerne etc.). Nach ungefähr 4 Jahren Bärenmarkt sieht die Branche arg gebeutelt aus. Das im mainstream empfohlen wird diese Branche zu meiden, hilft den Kursen auch nicht besonders. Eher im Gegenteil.

Viele Rohstoffe notieren auf Mehrjahrestiefs. Ignoriert man einmal die kurzfristigen Einbrüche während der Bankenkrise so kann man sich gut ausmalen, was die Rohstoffproduzenten gerade durch machen müssen. Beispielsweise ist Silber so günstig wie zuletzt Ende 2007. Kupfer und Zink notieren bei Preisen wie zuletzt Ende 2005. Und der Ölpreis ist so günstig wie zuletzt Anfang 2005. Einzig der Goldpreis hält sich relativ gut, bei Preisen wie zuletzt Mitte 2010 (Gold ist allerdings auch kein klassischer Industrierohstoff).

öl und gas preis  molybdän preis

Dabei wird die Förderung vieler Rohstoffe mit der Zeit immer teurer. Schwindende leicht zugängliche Ressourcen in Folge Jahrhunderte langer Ausbeutung und steigende Umweltstandards, verteuern die Produktion. Rechnet man auf die cash costs auch die Erhaltungsinvestitionen drauf, dann sollen bei derzeitigen Preisen etwa die Hälfte der weltweiten Kupfer und Goldproduktion nicht mehr wirtschaftlich sein. Beim Öl sieht es sicher ähnlich verheerend aus, weil US Fracking Öl, kanadische Teersände und der ultra deepwater Bereich deutlich aufwendiger zu erschließen sind. Beim Eisenerz gibt es derzeit sogar ein regelrechten Preiskampf, wo BHP und Rio Tinto versuchen ein paar Rivalen los zu werden. Ende letzten Jahres sah dies noch so aus:

Iron Ore break even costs_0

Inzwischen ist der Eisenerzpreis bei 50 USD angekommen. Der Druck die Kosten zu senken ist enorm.

Was machen wohl die Aktienkurse der Unternehmen?

Der BGF World Mining Funds zeigt drastisch wie hart die Branche getroffen wurde.

bgf world mining fonds

Noch schlimmer sieht der HUI aus (NYSE Arca Gold Bugs Index), welcher Ende 2011 noch bei über 500 Punkten stand und jetzt nur noch knapp über 100.

Auch die bisher von mir hier vorgestellten Firmen haben während des Bärenmarktes deutlich an Marktkapitalisierung eingebüßt.

Schlusskurse NYSE Yamana Gold Subsea 7 Compania de Minas Buenaventura (ARD) Apache Iamgold
Ende Dezember 2011 14,69 USD 18,52 USD 38,34 USD 90,58 USD 15,85 USD
20. November 2015 1,82 USD 7,42 USD 4,50 USD 49,10 USD 1,44 USD

Das sind nur einige Beispiele aus dem Minen- und Ölsektor. In anderen Branchen sieht es ebenfalls trübe aus. Joy Global, ein Bergbauzulieferer, stand 2011 mal bei über 60 USD pro Aktie und befindet sich jetzt nur noch bei 15 USD. Oder die Salzgitter Aktie, welche von etwa 50 Euro auf 25 Euro abgestiegen ist. Zuletzt ist auch der Rohstoffhändler Glencore wegen Produktionskürzungen in die Schlagzeilen gerückt. Der Kurs ist von Anfang 2012 bei über 6 USD auf aktuell 1,4 USD gefallen. Die Turbolenzen bei K+S rückten auch immer mal wieder in den Anlegerfokus. Ende 2011 stand das Papier noch über 45 Euro. Zwischenzeitlich ist es bis auf 17 Euro abgestürzt und steht aktuell bei etwa 24 Euro.

Obwohl es sich lohnt in diesen stark gebeutelten Branchen nach über-verkauften Unternehmen Ausschau zu halten, scheint das Thema auf deutschsprachigen value blogs kaum angekommen zu sein. Im mainstream natürlich erst recht nicht. Dafür interessieren sich so langsam aber immer mehr finanzstarke Investoren für diese Branchen. So ist z. B. Carl Icahn vor kurzem bei Freeport McMoran eingestiegen. Und bei Barrick Gold hat sich George Soros bereits bei der letzten Kapitalerhöhung einen kleinen Anteil gesichert. Warren Buffett hingegen bleibt dem Ölsektor treu und hat nur die Unternehmen ausgewechselt. Dass um nur mal ein paar Einzelinvestoren zu nennen. Die Banken, Hedge- und Pensionsfonds sind sowieso immer mit an Bord.

Inzwischen gibt es in vielen Branchen Unternehmen deutlich unter dem Buchwert und mit einstelligen KGVs. Sofern sie denn noch Gewinn machen. Im aktuellen Umfeld ist das nicht selbstverständlich!

Einige Firmen werden das Handtuch schmeißen müssen. Für alle überlebenden bleibt dann in der nächsten Hausse mehr vom Kuchen übrig. Und die kommt ganz bestimmt. Auch wenn das aktuell schwer zu glauben ist, da überall von noch sehr sehr lange andauernden niedrigen Preisen gesprochen wird.

Investoren sollten sich daher 3 Fragen stellen:

  • Ist mein Chancen-Risiko-Verhältnis noch gegeben wenn ich Aktien kaufe/halte die schon um 90% gestiegen sind, anstatt welche zu kaufen die bereits um 90% gefallen sind?
  • Macht es Sinn Aktien zu halten bei denen mit neuen Schulden die Dividende und Aktienrückkäufe finanziert wird, anstatt Unternehmen zu kaufen welche ihre Schulden tilgen (müssen)?
  • Wäre es nicht sicherer angesichts der weltweit steigenden Verschuldung einen Teil in Rohstoffe/Rohstoffaktien umzuschichten und damit auch die historisch niedrigen Preise zu nutzen?

 

24 Gedanken zu “Value ist dort wo die meisten weg schauen!

  1. Hallo Marfir,

    ich muss zustimmen, dass deine vorgeschlagenen Aktien für mich durchaus Sinn machen.

    Kennst du den Donald Smith & Co. Fond? Ein ziemlich Value Jäger , der wohl sehr viel wert auf die Substanz legt.

    Der Minensektor ist ja sehr günstig aktuell. Die International African Mining -IAM Gold- besitzt nun ja eine ziemliche Cashposition und man bekommt ja die Minen wirklich so ziemlich geschenkt bei aktuellen Kursen.

    Dies gibt natürlich wirklich zu denken 🙂

    Denke der Unterschied zwischen Donald Smith’s IAM Gold Investment und Donald Smith’s American National Insurance Investment (die hatte ich ja kürzlich)ist folgendes:

    American National Insurance besitzt massenweise Anleihen, ein großes Bluechip Portfolio und Immobilien und war dieses Jahr auch schon weit unter Buchwert zu haben (ist es immer noch).

    Der Vorteil dieses Investments ist, dass dies größtenteils Papierwerte sind und die eben in ihrem Wert sehr viel kalkulierbarer sind (ausser es kommt natürlich wirklich der große Papiergeldcrash). Dieser „Crash“ blieb aber (bisher)aus und trotz massiver Arbeit der Notenpresse bleiben Dollar, Yen und Konsorten eine wesentlich kalkulierbarere Anlageform als Edelmetalle.

    Ich muss mich da heute abend mal genauer einlesen. Denke- wenn zum Beispiel IAM Gold jetzt sein ganzes Geschäft liquidieren würde, dann gebe es zu aktuellen Kursen einen schönen Gewinn für die Aktionäre.

    Die Frage ist, ob sie das tun. Szenario B) ist nämlich, dass die alte Leitwährung Dollar die Kurve kriegt, für lange Zeit weiterhin Leitwährung bleibt und Gold & Co das Nachsehen haben.

    Dieses Szenario halte ich nicht für unmöglich. Wenn man sich die Gold-Kurse der 80er und 90er ansieht. Trotz massiver Schuldenausweitung fielen Gold und Silber in den 80ern massiv.

    Dies könnte langfristig dazu führen, dass einige Rohstoffwerte aktuell zwar günstig sind, aber ihr Kapital über Jahre in immer weitere „Verlustgeschäfte“ stecken und man in 5 Jahren sehr frustriert zurückblickt.

    Das Risk-Reward Potential ist aber da und ich bin jetzt wirklich aktuell nicht so in dem Thema drin. Die Werte sind aber wirklich einen Blick wert. Demnächst mehr von mir 🙂

    Gruß und dir einen guten Start in die Woche.
    Ulrich

    • Hallo Ulrich,
      danke für den Tipp. Den Fonds kannte ich noch nicht. Auch dort ist man in der Bergbaubranche stark investiert, was für den Fonds spricht.

      Papierwerte sind auch nicht kalkulierbarer als andere Anlageklassen. Es kommt einem nur so vor, umso länger die aktuelle Aktien-Hausse läuft.

      IamGold wird nicht liquidiert. Kein Manager nimmt sich selbst den Job weg. Ein Teil des cashs wird investiert, um im aktuellen Bärenmarkt bestehen zu können. Das viele cash ist für IAG ein game changer.

      Gold erlebt genau wie andere Rohstoffe und Anlageklassen Haussen und Baissen. Der USD als Leitwährung war bisher positiv, weil er stetig abgewertet wurde. Ein kurzer Mini-Zinsschnritt ändert da langfristig nichts dran. Zinsanhebungen sind aber kein alleiniger Einflussfaktor. Auch haben Minen verschiedene Möglichkeiten, dass es keine dauerhaften Verlustgeschäfte werden.

  2. Interessanter Beitrag.

    Die Frage ist aber ob wir hier einen dauerhaften Paradigmenwechsel erleben. Wer sagt denn, dass Öl wieder boomen wird? Für so sicher halte ich das nicht. Öl ist ein extrem schmutziges Geschäft und ich könnte mir vorstellen, dass frühere Hochs nie wieder erreicht werden…dazu kommt der massive Gegenwind aus der Politik. Von den Klimajüngern…

    Buffett hat sich von Exxon verabschiedet. Er glaubt also auch nicht mehr wirklich an die Branche.

    • Das ist eben das Problem bei Rohstoffen.
      Bin mal nur auf Gold und Silber (oben) eingegangen. Bei Gold gabs um 1980 auch ein Top (viel wirtschaftliche Unsicherheit. Russen in Afghanistan, Teheran, 70er Jahre Inflation…). Dann kam Ronny Reagan und Paul Volcker und alles kam wieder in geordnete Bahnen. Die Inflation ging zurück und Gold begann eine 20 Jahre Talfahrt.

      Bei Öl frage ich mich auch wirklich , ob das Zeug so knapp ist. Das wird wohl eher von verschiedenen Interessengruppen teuer gehalten. Wenn diese sich aber uneinig sind (Saudis und USA, Russland und ein paar andere), dann gibts plötzlich Öl ohne Ende und der Preis geht nach unten.

      Die angesprochenen Aktien von Marfir sind aber dennoch interessant, da diese teils derart runtergeprügelt wurden, dass bei einer sofortigen Liquidierung der Vermögenswerte noch ein dickerer Gewinn anfallen würde.

      Müsste mich da aber wirklich erst besser einlesen.

    • Nur weil Buffett sich von einem Unternehmen aus der Branche verabschiedet hat, heißt das nicht, dass er der ganzen Branche den Rücken gekehrt hat. Ganz offensichtlich hat er ja ein anderes dafür gekauft.

      Öl ist nicht schmutziger als andere Geschäfte auch. Wo ist salopp gesagt ethisch gesehen der Unterschied, ob man auf Teufel komm raus die Wasservorräte über schmutziges Fracking verpeste oder arme asiatische Wanderarbeiter ausbeutet, damit Apples 700 Euro iPhone weiterhin zig Prozent Gewinnspanne macht? Für fast jede Branche ließen sich solche Beispiele konstruieren.

      Bei den meisten Rohstoffbereichen, die Marfir aufgelistet hat, kann ich nicht mitreden, weil ich davon keine Ahnung habe. Gerade beim Öl finde ich aber schon, dass das ein interessantes Thema ist. Man sieht an der Entwicklung der weltweiten Explorationsausgaben, dass sich das langfristig mit diesem Preis nicht ausgehen kann. Bestehende erschlossene Quellen nehmen im Zeitverlauf in der Förderrate ab. Es müssen also ständig neue Quellen gefunden werden, damit überhaupt der Status quo erhalten werden kann. Wenn im Vorjahr 700 Mrd. US-Dollar an E&P dafür aufgewendet wurden, nur um die Depletion auszugleichen und ein paar Mio. Fässer pro Tag zum Angebot hinzuzufügen, liegt die Vermutung nahe, dass sich das auf Dauer nicht halten kann, wenn sämtliche Ölförderer ihre Budgets zwischen 20 und 50% zurückkürzen. Bis zu einem gewissen Grad werden auch die Förderkosten sinken, keine Frage. Ein Öltruckfahrer in den USA wird vielleicht auch für weniger Geld fahren, wenn er sonst nirgendwo einen Job bekommt. Aber auch dem sind Grenzen gesetzt.

      Die Frage ist natürlich auch, was die Nachfrageseite macht. Auf der einen Seite gibt es das Damoklesschwert Alternative Antriebe, vor allem im PKW-Bereich. Solche Projekte tun sich naturgemäß schwer, wenn der Bereich, den sie substituieren sollen plötzlich extrem billig geworden ist. Nicht umsonst werden soviele SUVs verkauft wie seit langem nicht.

    • Hallo Stefan,
      bei thermischer Kohle gibt es tatsächlich einen weltweiten Paradigmenwechsel. Die meisten anderen Rohstoffe erleben gerade einen typischen Schweinezyklus.

      Wie ich schrieb hat Buffett nur die Unternehmen ausgewechselt. Der Ölbranche ist er nach wie vor treu und auch seine Äußerungen gehen in die Richtung, das er an eine Trendwende glaubt. Wobei es hier nicht um eine Preiswette oder eine Religion geht. Es geht um Unternehmen die außergewöhnlich stark abgestraft wurden.

      • Es stimmt nicht, dass buffett nur die Unternehmen getauscht hat in der ölbranche. Er hat XOM komplett verkauft und phillipps66 ausgebaut, ein mid- und downstream-Unternehmen, das tendenziell von den niedrigen Ölpreise profitiert. Ich glaube, die suncor (?) Position hat er noch, ganz ist er also nicht aus dem upstream-Business raus. Aber deutlich reduziert hat er sein Engagement in dem Bereich definitiv.

        • Genau das schrieb ich doch. Ja Suncor Energy hat er aufgestockt. XOM hat auch ein Mid- und Downstream Geschäft. Alles Ölkonzerne.
          Von niedrigen Preisen kann man nur eine Zeit lang profitieren, bis die Lager voll sind.

          • Die Großinvestoren fangen auch gerade an sich aus „dreckigen“ Investments zu verabschieden. Voran die Allianz, eine der größten Investoren der Welt. Aber auch andere große. Da gibt es mittlerweile Absprachen da nicht mehr zu investieren.

            In der Sonntags-FAZ war ein schöner Artikel dazu drin.

            Ich persönlich investiere lieber in andere Branchen. Mag die Ölbranche kurzfristig auch Chancen bieten. Langfristig wächst der Gegenwind gewaltig. Am Ende sitzt man dann auf ner zweiten Eon…

          • Ist hier mit „Absprachen“ die Greenpace Aktion gemeint, wo Investoren sich verpflichten sollen nicht mehr in Rohstoffe bzw. Rohstoffunternehmen zu investieren?
            Diese Aktion geht vollkommen am Problem vorbei und ist eher als PR Aktion gedacht.
            So langsam gleiten die Kommentare hier in Richtung Trendfolge ab. Das war nicht das Thema meines Artikels.

  3. Nee, mit Greenpeace hatte das nichts zu tun.

    Und wenn die großen Institutionellen als Käufer ausscheiden, wer soll dann noch auf der Käuferseite dieser Aktien stehen? Kurse bilden sich ja durch Angebot und Nachfrage…

    Hab ein bisschen das Gefühl du willst dir hier was schön reden…

    kannst natürlich recht haben aber ich wäre vorsichtig bei der Branche

    • Stefan, du hast einen Hang zur Übertreibung und zum Herdentrieb. Es sind genug potentielle Käufer da und erst recht wenn die Rohstoffpreise irgend wann wieder steigen. Am Ende wenn die Kurse lange gestiegen sind, bist du plötzlich auch mit an Bord. Kapital sucht nach Rendite und nicht nach Moral. Selbst die Allianz steigt nur aus direkten Produkten aus, für bessere PR.

      Die geschaffenen Blasen an Aktien, Immobilien- und Bondmärkten führen im besten Fall zu langfristig niedrigen Renditen. Der Rohstoffmarkt wird sein Gleichgewicht finden und die davon direkt betroffenen Firmen werden wieder bessere Zahlen vorlegen können. Zumindest jene Unternehmen die bis dahin überlebt haben. Bei den hier vorgestellten Firmen gehe ich derzeit davon aus, das kein chapter 11 droht.

      Stock Market Will Return Nothing According to Buffett Indicator: Market Valuations and Expected Returns

      Was gegen langfristig hohe Renditen spricht

        • Hallo Stefan,
          danke für deinen Link.

          Die IEA rechnet selbst bis 2020 mit einer steigenden Nachfrage und deutlich steigenden Preisen. Das die Preise bis dahin unter 100 USD/Barrel bleiben sollen, ist nicht weiter tragisch. Die hier vorgestellte Subsea 7 oder Apache verdienen auch bei 70 USD gutes Geld. Auf Dauer werden die aktuellen 40 USD nicht zu halten sein und damit auch nicht die massiven Abschläge auf die Börsenbewertungen von Ölunternehmen. Dass in der Presse ein Ölpreis unter 100 als „billig“ gilt und gleich mit Jahrzehnte langer Ölschwemme übertrieben wird, zeigt nur umso mehr, dass solche Negativartikel im Bärenmarkt wunderbaren Absatz finden.
          Saudi Arabien könnte jederzeit den Preiskampf beenden. Allerdings werden sie es erst machen, wenn ihre Verdrängungsstrategie mehr Wirkung zeigt oder der Druck innerhalb der OPEC zu groß wird.

          Daran ändern einige Hanebüchen aus dem Artikel auch nichts. Wenn die Kosten schneller sinken würden als die Umsätze, dann müssten die Firmen keine Verluste ausweisen und ums Überleben kämpfen. Fixkosten wie z. B. Gehälter fallen aber nicht mit fallenden Rohstoffpreisen. Auch geben die Anbieter wie NOV nicht ihre sinkenden EK-/Hersteller-Preise 1:1 an die Kunden weiter. Es nützt auch nichts wenn man es täte. Die Nachfrage nach Equipment sinkt, weil neue Projekte wegen niedriger Preise gestoppt wurden. Günstigere Erschließungs- und Produktionskosten kann man aber nur realisieren, wenn man jetzt beauftragt.

          Kurzfristig lastet natürlich weiterhin Druck auf dem Preis. Vielleicht bis zum nächsten OPEC treffen. Wer weiß.

  4. Ich persönlich denke, dass wir den Höhepunkt beim Wirtschaftszyklus überschritten haben und uns bereits auf dem Weg nach unten befinden. Dies würde Rohstoffpreise in relativ kurzer Zeit nochmal deutlich verbilligen.Ich habe tatsächlich 2 Minipositionen in ein Ölzertifikat in der zweiten Jahreshälfte diesen Jahres gesteckt. Bei nem Ölpreis von unter 30 Dollar würde ich dann anfangen dies kontinuierlich in kleinen Portionen auszubauen. Wie gesagt sollte sich die Wirtschaft etwas stärker abkühlen, würde das Rohstoffe nochmal ein ganzes Stück verbilligen. Darauf setze ich.

    Es ist auch nicht ganz richtig, dass Kleininvestoren keine Rohstoffinvestments eingehen. Die kaufen seit Beginn der stärker sinkenden Preise ganz massiv und hocken inzwischen auf ansehnlichen Verlusten. Wenn die frustriert aussteigen, könnte man es probieren mit Rohstoffinvestments. Direkt und über Aktien.

    Bedeutender Hintergrund dieser billigen Rohstoffpreise ist der wirtschaftliche Umbau Chinas der nicht ohne Kontraktionen einher geht. Das ZK versucht „dreckige“ Industrien los zu werden und durch sauberere Industriezweige zu substituieren. Dadurch kühlte sich das enorme Wirtschaftswachstum in Chinia deutlich ab. Die Nachfrage nach Rohstoffen hat sich damit einhergehend deutlich verlangsamt. Also das Nachfragewachstum. Diese Verschiebung hatte niemand auf dem Schirm. China hat 1,3 Mrd Einwohner ist wirtschaftlich inzwischen doch relativ bedeutend. Es hat sich noch nicht das Land gefunden, was in seiner Dynamik die geringeren Wachtsumsraten in RPC abfängt. DIe Verschiebung in China ist kein temporärer Effekt. Das wird mindestens 1 Jahrzehnt einher gehen.

    Bei Öl und Gas kommt hinzu, dass eine völlig neue Technologie ( Fracking) zur Verfügung steht um Quellen zu erschließen die man bis vor 4 Jahren nicht anzapfen konnte. Die Kosten eine fracking Quelle auszubeuten, sinken kontinuierlich und auch in anderen Ländern wird deren Einsatzmethode geprüft. Böse Zungen behaupten der Konflikt in der Ostukraine ist so eine Blüte. Hier werden nämlich umfangreiche Frackingvorkommen im Osten vermutet. Damit könnte sich die Ukraine autark versorgen und sogar noch Gas nach Europa exportieren. Ob das dem Putin gefiele?

    Das Thema ist in meinen Augen etwas komplexer als die üblichen Parameter KGV / KBV / Verschuldung / EK -Rendite / Dividende usw. Man muss sich darüber im klaren sein, Rohstoffe folgen ihren eigenen Gesetzen. Wer erfolgreich an der Börse ist, wird diesen Erfolg nicht zwangsweise bei Rohstoffen nachbilden können.

    Herzliche Grüße! …… toller Blog!

    • Hallo Steveguied,

      danke für deinen Kommentar!
      Du hast Recht. Wir befinden uns sogar schon länger in einer Abkühlungsphase. Wegen der Aktieneuphorie hat es bloß keiner mitbekommen.
      Der Baltic Exchange Dry Index ist auf Mehrjahrestief:
      http://www.bloomberg.com/quote/BDIY:IND
      http://investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm
      Und China verschifft auch deutlich weniger:
      http://en.sse.net.cn/indices/ccfinew.jsp

      Ganz schön hohes Risiko was du da fährst. Viele Rohstoffpreise sind bereits stark gefallen und die Firmen verdienen kaum noch Geld. Erste Minenschließungen und Verschiebung von Projekten haben wir dieses Jahr schon gesehen. Auch ein paar Pleiten. Ähnlich beim Öl. Selbst ohne (geo)politische Risiken und ohne das Problem fallender Grade können Rohstoffe nicht dauerhaft unter den Produktionskosten gefördert werden.
      Wenn die Wirtschaft stark abkühlt, dann würde ein simples short Zertifikat auf DAX, Dow und Co. das bessere Chancen-Risiko-Verhältnis liefern. Aber das sind hoch spekulative Produkte und hier geht es um value investing 😉

      China kann man daran nicht alleine die Schuld geben. Durch den langen Boom wurden weltweit viele Projekte realisiert, was zu einer Überversorgung geführt hat. Diese muss jetzt abgebaut werden, egal was mit China weiter passiert. China wird sicher länger brauchen diese Transformation erfolgreich zu meistern. Die Rohstoffnachfrage fällt dadurch aber nur etwas geringer aus. Rohstoffe werden trotzdem noch benötigt. Erst Recht wenn irgend ein anderes Land für den Westen die Werkbank spielen will.
      Auch ist die Stärke des USD (und damit die schwäche anderer Währungen) entscheidend für die Rohstoffpreise. Es kommen hier mehrere Faktoren zusammen.

      Fracking ist über 70 Jahre alt und trägt nur geringfügig zur weltweiten Öl- & Gasversorgung bei. Das man jetzt Quellen anzapfen kann, die vorher unerreichbar waren liegt hauptsächlich am hohen Öl-Preis und billigen Krediten (alternativ junk Bonds). Sicher spielt auch die Infrastruktur eine Rolle. Viele Fracking-Regionen (z. B. Bakken) sind inzwischen gut erschlossen, weil dort schon länger gefördert wird. Neu ist nur, dass die USA bisher mit Fracking immer mehr ihren eigenen Bedarf decken konnten, anstatt alles zu importieren. Die aktuellen Preise machen das jetzt kaputt.

  5. Hallo Marfir. Ich fahre hohes Risiko? Da hast du glaub ich was falsch verstanden. Aktuell habe ich 25% Cashquote und auch Anleihen und sogar Sparbriefe. Die jetzt aber Zug zum Zug auslaufen und ich aufgrund der maladen Zinssituation nicht erneuere.

    Ich persönlich meine die Wirtschaft wird sich nicht daramtisch abkühlen. Dafür sind die Zinsen einfach zu tief, je nach Region sogar negativ. Das wird recht früh die Gier anfachen. Wenn auch erstmal ne Wellenbewegung nach unten losgetreten wird. Ich gehe seit dem Frühjahr mit einem prognostizierten DAX Stand von 8k als nächstes Kursziel aus. Analog dow Jones 12-13k und von diesem Zertifikatewahnsinn halte ich sowieso nichts.

    Es werden die ersten an den Börsen aussteigen, wenn nicht bald neue Rekordstände sich einstellen. Fällt der Markt dann nochmal um 10-20% in USA sind wir ja weiterhin noch sehr hoch. Da werden dann erste Banken ihre Kunden anrufen und die Kredite mit denen Aktien gekauft wurden reduzieren. Dann haben die Leute die Möglichkeit mehr EK zu hinterlegen, oder Aktien zu verkaufen. Das wird dann die zweite Welle der Abwärtsbewegung und dann werden weitere verunsicherte Leute aussteigen Ein paar starke Hände fangen dann an zu kaufen. Ich denke das wird beim DAX Stand um 8k bereits der Fall sein. Normalerweise kaufen die starken Hände erst nach einem sehr viel stärkerem Rückgang.

    Als alternative zu Zinsprodukten habe ich angefangen Aktien mit Garantiedividende zu kaufen. mit einer echten Garantiedividende die so lange gezahlt wird wie das Unternehmen existiert. Es tritt bei Aktien auf die von anderen Unternehmen übernommen wurden und eine Kompensation vereinbart wurde.

    Ich habe hier Medion – > übernommen von Lenovo, Euwax übernommen von der Börse Stuttgart und MAN übernommen von Volkswagen erworben. All diese Positionen kaufte ich in diesem Jahr. Bis auf MAN die hatte ich bereits. Bei Medion und Euwax laufen noch Spruchverfahren. Je nachdem wie die Gerichte entscheiden könnten höhere Garantiedividenden oder höhere Mindestabnahmekurse bei den Aktien festgesetzt werden. Aber ich denke diese Verfahren laufen noch jahrelang. Insbesondere Euwax haben sich recht gut entwickelt. Bei diesen Werten kriegt man noch bis zu 4%. Klar ist aber auch wie ne Anleihe mit endloser Laufzeit die man jederzeit veräussern kann.

    • Hallo Steveguied,
      ich bezog mich auf deinen Kommentar, dass du Öl bei 30 USD weiter shorten willst. Aber vielleicht habe ich das auch falsch verstanden.
      25% Cash in Euro sind auch riskant… aber keine schlechte Ausgangslage wenn der Markt korrigiert.

      Aktien mit Garantiedividende klingt nach viel Unsinn. Nichts für ungut. Für mikrige 4% p.a. lohnt sich das Risiko von Aktien nicht. Unternehmen sollten Dividende und Aktienrückkäufe in Relation zu ihrer Ertragskraft bemessen und nicht an irgend welchen Träumereien. Die 4% Dividendenrendite nützt einem nichts, wenn das Unternehmen wegen wirtschaftlicher Probleme 3/4 oder 100% des Kurses verloren hat und so schnell nicht wieder auf die Beine kommt.

    • Danke für den Link. Ja vielleicht schafft das irgend wann mehr Wachstum. Vorerst hat China aber zu kämpfen die neuen niedrigeren Wachstumsziele überhaupt zu erreichen.
      Ich bleibe daher nach wie vor lieber bei Unternehmen die auch bei aktuellen Rohstoffpreisen noch Geld verdienen.

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