Die Halbjahresbilanz

Mit ein paar Tagen Verspätung möchte ich nun über das gerade abgelaufene Halbjahr Bilanz ziehen.
Egal wie man zu den einzelnen Ereignissen im Einzelnen steht, langweilig waren die ersten sechs Monate 2015 jedenfalls nicht. Vor allem die Staatspleite Griechenlands beschäftigte die Gemüter an den Finanzmärkten. Im Moment sieht es so aus, als würde die Politik weiter versuchen, das Problem in die Zukunft zu verschieben.
Ein damit verwandtes aber nicht völlig identisches Thema ist die starke Aufwertung des Dollar in den letzten Monaten, der die Geschäftszahlen vieler in Dollar bilanzierenden Unternehmen belastet. Probleme bekamen dadurch einige Unternehmen in Schwellenländern, die Anleihen auf Dollarbasis vergeben haben.
Im Januar löste die Schweizer Notenbank die informelle Bindung des Franken an den Euro, was einige deutsche Kommunen und manchen waghalsigen Häuslebauer in die Bredoullie brachte.
Eine interessante Entwicklung nahmen auch die Zinsen, die erst im April auf ein Rekordtief fielen, um dann im Eiltempo wieder anzusteigen. Ein nachhaltigeres Ansteigen der Zinsen an den Kapitalmärkten dürfte noch so manches zu optimistisch geplante Projekt zum Scheitern verurteilen.
Der Ölpreis bleibt durch den Fracking-Boom in den USA und die schwächelnde Nachfrage aus China weiterhin niedrig. Abzuwarten bleibt, wieviele der mit reichlich Fremdkapital finanzierten Fracking-Gesellschaften sich bei solchen Bedingungen im Markt halten können.
Soviel zum „Makrogeschehen“ und zu den Werten im Musterdepot.
Der Stahlmarkt liegt weiterhin am Boden, und entsprechend sackte Posco weiter ab und steht 25% unter dem Einstiegskurs im Januar. Besser gelaufen ist die IBM-Aktie, die geringfügig im Plus steht, und eine kleine Dividende bezahlt hat. Grundlegend neue Erkenntnisse zu den beiden Firmen hatte ich im Verlauf der letzten Monate nicht. Die jeweiligen Zahlen bewegten sich im Rahmen meiner Erwartungen. Insgesamt liegt das Musterdepot Stand heute damit bei minus 2,38%, was vor allen Dingen am hohen Cashanteil liegt.
Das private Realdepot ist besser gelaufen und stand zum 1.7. mit 16,6% im Plus, getrieben vom schwachen Euro. Auch hier gilt, dass sich an den Fundamentaldaten der Unternehmen und ihrem Geschäft nicht allzuviel verändert hat.
Im Großen und Ganzen ein passables Halbjahr.

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