Die Intellektuellen und ihre Realitätswahrnehmung (Obacht!)

Menschliches Verhalten ist eine interessante Sache und sich darüber Gedanken zu machen ist bei der Aktienauswahl sicher oft sehr viel hilfreicher als nächtelang Bilanzen zu wälzen.

Nachdem ich in den Sommerferien mir mit einem Ferienkind den neuen Transformers-Film angesehen habe und mir nach stundenlanger Animationsaction mit Ziggare-rauchenden Riesenrobotern ernsthaft die Frage stellte, ob ich eigentlich verrückt bin mir so etwas reinzuziehen – wurde ich beim Blick aufs Einspielergebnis des Films zumindest teilweise beruhigt.

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 1,1 Milliarden US$ war der Film zwar immer noch sehr flach, aber ein großer kommerzieller Erfolg.

Der Erfolg, der nicht passieren darf?…

Der Erfolg eines Films wie „Transformers: Age of Extinction“ dürfte eigentlich nicht passieren, wenn man sich Kritiken oder Presse-Kolumnen durchliest. Die meisten Film-Kritiker rümpfen vor einem solchen Film die Nase und diese Einstellung ist auch durchaus nachzuvollziehen.

Aber Achtung: Die Meinung dieser Berichterstatter ist nicht unbedingt eine Widerspiegelung des realen Verhaltens der Menschen. Wer nämlich beim Anlaufen des Films auf diese intellektuellen Schreiberlinge gehört hat und seine Viacom (Paramount Pictures) oder Hasbro ( Merchandise und Besitzer der Marke Transformers) Aktien verkauft hat, der ärgert sich nun nachträglich gewaltig.

 

Journalisten, Intellektuelle, Ernährungsberater und ihr Mikro-Kosmos

Diese Gattung Menschen lebt anscheinend in einem Mikrokosmos – irgendwo in Berlin-Mitte, Kreuzberg ( bin kein Berliner?) oder einem anderen geraden schicken In-Viertel. Sie essen bei irgend einem Bio-Burger Laden, trinken nie Coca-Cola und kaufen sicher keine Tiefkühlpizza von Dauer-Bösewicht Nestle aus der Schweiz.

Lese ich einen Artikel über McDonald’s in Zeitungen, dann scheint McDonald’s ein Unternehmen zu sein, dass sich seit gefühlten 20 Jahren in der Abwicklung befindet. McDonald’s bietet Nahrung an, die kein Mensch essen möchte, so der Tenor der Journalisten. In der Realität hat McDonald’s jedoch in den letzten 10 Jahren bei Umsatz und Gewinn kräftig zugelegt und der Aktienkurs hat sich verdreifacht.

 

Der Fall Cornflakes – eine weitere Fehleinschätzung der intellektuellen Clique

Also Kellogg-Aktien-Besitzer lese ich natürlich Artikel zum Thema Cornflakes. Fakt ist, dass die Nachfrage nach Cornflakes und Müsli derzeit zurückgeht.

Natürlich bietet die Bildungsoberschicht in ihren Kolumnen dafür auch eine plausible Begründung: „Cornflakes haben zu viel Zucker“ und da in den Industrieländern ja bereits viele Menschen übergewichtig sind – essen diese nun natürlich kein Frosties (Cornflakes mit sehr viel Zucker) mehr.

 

Klinkt plausibel – ist aber nicht die Realität

Laut letzten US-Zahlen (2013) sind Kellogg’s Frosties das zweit meistverkaufte Cerealien-Produkt überhaupt mit einem Umsatzwachstum von 6,29% ( Quelle: bakeryandsnacks.com).Kellogg Frosted Flakes Wanduhr

Kellogg selbst liefert in seinen Zahlen eine ganz andere Erklärung „Special K and Kashi – Together these brands account for 50% of year‐on‐year consumption declines“.

Special K sind Cornflakes mit bewusst weniger Zucker und gerade diese sind das Problem des Unternehmens und nicht etwas die stark gezuckerten Frosties. Dieses Faktum scheint die Presse in den USA (aber auch in Deutschland) völlig zu ignorieren.

Die Presse-Leute suchen Erklärungen, die in ihre Weltbild passen. Die aber leider oft überhaupt nicht die Realität widerspiegeln und deswegen den Anleger zur Eigenrecherche zwingen.

 

Fazit – Vorsicht bei den Einschätzungen von Intellektuellen


Mit meinem Artikel möchte ich eigentlich nur darauf aufmerksam machen, dass man als Anleger sehr vorsichtig sein sollte, wenn man etwas in der Zeitung oder auf Internetseiten (auch meiner 😉 ) liest.

Journalisten sind wohl offensichtlich eine Personengruppe, die in einem Umfeld lebt, welches anders denkt als der größte Teil der Außenwelt. Nur weil diese sehr kleine Gruppe nicht gerne Tiefkühlpizza ist, heißt dies noch lange nicht, dass Tiefkühlpizza nicht doch ein gutes Investment ist.

Übrigens haben Kinder, die zum Frühstück Frosties essen -nach Studien- einen niedrigeren Body-Mass-Index als die Gruppe, die keine Zucker-Flakes ist.

Liebe Eltern, Frostes – they’re GRRREEEEAAAAATTTTT!!!

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