Kennzahlenvergleich Spirituosenhersteller (Teil 1)

Vorab 2 Sätze dazu wer hier schreibt. Ich heiße David, manche haben vielleicht meine Kommentare oder den Kennzahlenvergleich über Schokoladenhersteller unter dem Namen Valueer gelesen, ich beschäftige mich seit der Krise 2009 mit Investments, verfolge dabei wie Ulrich und verm. die meisten seiner Leser den Valueansatz. Ich arbeite in der Lebensmittelindustrie und versuche seit einigen Jahren mir diese als Kompetenzkreis zu erschließen.

Ich habe mich entschlossen Ulrich von Valueblog und Bob von Fundamentalen Aktienanalyse hin und wieder (alle paar Wochen) unter die Arme zu greifen. Ganz einfach, weil beide meiner Meinung nach nützliche, qualitativ hochwertige Arbeit mit ihren Blogs leisten.

Zum Eigentlichen: Die Analyse über Spirituosenkonzerne habe ich geplant in 3 – 4 Teilen zu veröffentlichen. Los geht’s mit heute mit der Einleitung (Vorwort, Anmerkungen, etc.). Es folgen die nächsten Tage die Profile der Unternehmen, der Kennzahlenvergleich und abschließend mein Fazit.

Ich würde mich, vor allem beim Hauptteil, über eure Ansichten freuen. Schließlich will auch ich noch was lernen.

Bevor ich mich überhaupt mit Unternehmensanalysen befasse möchte ich kurz noch ein paar Sätze loswerden:

Zunehmend (vermutlich parallel mit dem steigenden Aktienmarkt) höre und lese ich immer häufiger, dass Investoren und  Privatanleger, selbst Value Investoren, sich beklagen es gebe keine günstigen bzw. unterbewerteten Unternehmen mehr an der Börse zu kaufen. Das ist ebenso falsch, wie die Richtung, in die Klage geht, richtig ist. Es gibt noch einige unterbewertete Unternehmen (auf dem russischen Markt in Folge der Ukraine Krise, in den Schwellenländern nach teils massivem Kapitalabzug, die Goldförderer etc.).

Was an der Aussage absolut stimmt ist die Richtung in die die Aussage zielt. Es gibt derzeit (nach 5 Jahren steigender Kurse) viel weniger unterbewertete Unternehmen als Mitte/ Ende 2009. Mir kommt das Bedauern über zu hohe Kurse zum Teil wie eine Kapitulation vor, selbst aktiv zu werden. Die besten Investments fallen einem nicht einfach so in den Schoß. Doch Kapitulieren ist der völlig verkehrte Ansatz. Auch mir sind die Kursniveaus wie 2009 lieber, wenn ich kaufen will. Diese Zeit ist seit einigen Jahren aber vorbei. Sie werden wieder kommen, keine Frage. Krisen gehören fest zur Irrationalität des Menschen und zum Kapitalismus, daher mache ich mir keine Sorgen, dass Ich eines Tages wieder günstig einsteigen kann.  Doch diese Zeit ist nicht jetzt.

Die Zeit die jetzt ist, ist die seine Investments zu beobachten und bei entsprechendem Kurs die Gewinne zu realisieren (man beachte bitte, dass einige Unternehmen immer noch günstig sind, diese bitte noch nicht verkaufen, nur weil der Gesamtmarkt auf Rekordniveau steht :-). Die Zeit die jetzt ist, ist die, seine Hausaufgaben zu machen, sich attraktive Unternehmen aus dem Kompetenzkreis heraus zu suchen und deren faire Werte zu bestimmen. Die nächste Krise ist im Anmarsch, wann sie hier sein wird (ob Wochen, Monate oder gar Jahre) vermag ich nicht zu sagen und jeder der euch was anderes erzählt ist meiner Meinung nach ein Scharlatan (versteht mich nicht falsch, gemeint ist nicht der, der eine Krise voraus sagt, sondern der, der meint zu wissen wann genau es passiert). Ich bin mir jedoch absolut sicher, dass sie kommen wird. Ich möchte nach der nächsten Krise eines sagen können: Ich war vorbereitet, habe einen kühlen Kopf bewahrt und in der größten Panik zugeschlagen (weil ich meine Hausaufgaben gemacht hatte).

In diesem Sinne beklagt euch nicht (gemeint ist nicht unbedingt der einzelne Leser, ich spreche die Masse als solche an, und wer sich angesprochen fühlt, fühlt das vermutlich zu recht), sondern macht eure Hausaufgaben!

Lasst uns evtl. doch daran mit profitieren, in dem ihr Bob von der Fundamentalen Aktienanalyse oder Ulrich von valueblog.de, auf deren Portalen ihr dies gerade lest, einen Gastbeitrag (eure Hausaufgaben etwas umgeschrieben) sendet. Auch ihr werdet, so wie Ich jetzt gerade, davon profitieren, da das Schreiben euch deutlich klarer reflektieren lässt.

Und da die Regel wer A sagt muss auch B sagen gilt, nun meine Hausaufgaben. Ich baue meinen Kompetenzradius im Bereich Lebensmittel seit einigen Jahren auf. Ich bin ein absoluter Whiskyfan und nun wurde es Zeit die Hersteller mal unter Lupe zu nehmen bzw. die Hersteller von Spirituosen.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß (sofern man das beim Lesen von Unternehmensanalysen überhaupt haben kann) und vor allem viel Erfolg beim Investieren.

 

Ein paar allgemeine Hinweise zur meiner Analyse der Spirituosenhersteller:

Nicht mit in den Vergleich wurden gezogen:

  • Suntory, tolles Markenportfolio, hervorragende Whisk(e)ys, aber erst seit 2013 an der Börse
  • Constellation Brands, ist meiner Ansicht nach eher ein Weinproduzent, der Spirituosenanteil ist mir zu gering als das ich sie hier herein nehmen möchte
  • United Spirits, war eigentlich vorgesehen, aber selbst nach 3 maliger Bitte an die IR wurden die Geschäftsberichte 2004/05 und 2005/06 nicht online gestellt. Ein Armutszeugnis.
  • Bacardi, leider immer noch ein Familienunternehmen
  • Glenfiddich, der größte (und einer der besten) Single Malt Whiskyproduzenten, leider auch ein Familienunternehmen
  • LVHM (Moet Hennessy Louis Vuitton), kein reiner Spirituosenkonzern, es werden zu wenig Zahlen für den Bereich genannt um die Sparte in den Vergleich einbeziehen zu können.
  • Berentzen, kurzer Blick genügt um zu erkennen, dass es sich dabei um alles andere als ein Valueunternehmen mit leicht vorhersagbarer Entwicklung handelt
  • Beam Global, wurde gerade erst von Suntory übernommen, hatte sich bis dato im Mittelfeld der Unternehmen, die in den Vergleich einbezogen wurden bewegt

Mit einbezogen wurde:

  • ThaiBev, ist erst seit 2006 an der Börse bzw. veröffentlicht seit 2005 Geschäftsberichte, mein Kriterium lautet mind. 10 Jahre. Um einen besseren Überblick zu erhalten ist ThaiBev trotzdem mit in den Vergleich „gewandert“. Die Zahlen sollten allerdings mit einem Fragezeichen versehen werden. Die Zahlen wurden auf Grundlage der TFRS (Thai Financial Reporting Standards) erstellt und entsprechen nicht IFRS. Wie groß Abweichungen, Weglassen etc. erlaubt ist, ist mir unbekannt, daher sind die Zahlen nicht als 100%ige Gewissheit zu nehmen. Auf alle anderen Zahlen, Daten, Fakten kann ich ebenfalls keine Garantie geben, auch wenn ich besten Wissens und Gewissens recherchiert habe.
  • Pernod-Ricard, halbwegs verlässliche Zahlen liegen mir ab 2007 vor. Die Angaben in den Geschäftsberichten sind widersprüchlich, teils nur auf  französisch vorhanden. Zudem hat es den Anschein, dass 2004 noch ein Rumpfgeschäftsjahr eingelegt wurde, so dass es mir nicht möglich war belastbares Zahlenmaterial zu erhalten. Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen

 

Sämtliche währungsbezogenen Größen sind in der jeweiligen Berichtswährung angegeben, ich möchte die Wechselkursschwankungen so weit es geht außen vor lassen und mich auf das Geschäft des Unternehmens konzentrieren. Bei einem Kauf/ Verkauf sollte man diese jedoch nicht ganz unbeachtet lassen. Ein Kauf mit einer deutlich unterbewerteten Währung macht einfach weniger Freude als andersherum.

So aber nun genug der Anmerkungen, Zeit ins Thema einzusteigen. Da auch ich mich komplett in die Branche (abgesehen von einigen Praxisversuchen mit deren Produkten:-) einarbeiten musste, fange ich mit den jeweiligen Profilen der Unternehmen für einen ersten Überblick an. Grundsätzlich existieren auf dem Markt einige sehr große Firmen mit Mrd. Umsätzen. Daneben etliche mittelgroße und viele kleinere, meist regionale Brennereien.

In China wurden mit Wirkung 2013 neue Richtlinien zur Beamtenbestechung erlassen. Geschenke in Form von Spirituosen sind nun nicht mehr erlaubt. Die Firmen spüren in China nun deutlichen Gegenwind, das Wachstum dort lässt seit dem nach. Die Abschwächung der Schwellenländer macht sich in der Branche bemerkbar.

2 Gedanken zu “Kennzahlenvergleich Spirituosenhersteller (Teil 1)

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