Wells Fargo Aktie- sie steigt und steigt und steigt auch weiter!

Buffet liebt sie, Charles Munger liebt sie und viele andere große Vermögensverwalter kaufen sie immer noch und sie steigt und steigt und ist wohl immer noch eine Investition wert.

 

Wells Fargo, die Bank, der auch John Wayne in den alten Western vertraute.

Vielleicht wird Wells Fargo auch noch das ganz große Investment von Warren Buffett und Charles Munger, welches erst nach ihrem Tod ihr volles Potential entfaltet. Dies halte ich durchaus für möglich, denn nach 30 Jahren fallenden Zinsen sprengt ein geändertes Umfeld wohl die Vorstellungskraft der meisten Anleger…

…wenn die Welt erst wieder normal ist, dann geht’s ab
Eigenkapitalrendite, Return on Equity Wells Fargo 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014, Schulden zum EIgenkapital von Wells Fargo Bank Aktie
Well’s Fargo schaffte in den 2000ern bis zum langsamen Beginn des Platzens der Immobilienblase eine Eigenkapitalrendite von 18 bis 19%. Im Jahr 2013 waren es knapp unter 13%.Wells Fargo Geld-Übergabe in Kiste, Aktien, Lebensversicherungen

Nun wäre also mein erster Rückschluss: „Wenn sich also das Zinsumfeld nach oben dreht oder/und in den USA mehr Häuser und Autos finanziert werden, dann gibt es bei Wells Fargo einiges an Aufwärtspotential bei den Gewinnen.“ (Sieht man sich die US-Demographie und die führende Stellung von Wells Fargo bei der Hausfinanzierung an, dann ist dies auch alles andere als abwegig.)

Diese Überlegung ist wohl richtig – das Potential dürfte aber wesentlich größer sein. Wells Fargo erreichte die Eigenkapitalrendite von 18 bis 19% nämlich mit wesentlich mehr Fremdkapital als heute die 12 bis 13%.

2004 und 2005 gab es in der Wells Fargo Bilanz auf jeden Dollar Eigenkapital 2,5 Dollar Fremdkapital. Heute gibt es auf einen Dollar Eigenkapital nur noch 1,22 $ an Verbindlichkeiten.

Auch wenn dies eine sehr vereinfache Milchmädchenrechnung ist, nehme ich jetzt einfach mal an Wells Fargo käme in heutiger Verfassung wieder in eine Phase in der viele Menschen Autos, Häuser auf Pump kaufen und Wells Fargo würde folglich wieder mehr Fremdkapital aufnehmen.

Was würde aus einem Dollar Eigenkapital, wenn Wells Fargo die Bilanz ausdehnt?
1,22$ Fremdkapital 2$ Fremdkapital 2,50$ Fremdkapital
12,86% 21,08% 26,35%

Wäre Wells Fargo also vor der Finanzkrise so „stark“ wie heute gewesen, dann hätten sie mit 2,50$ Fremdkapital damals sehr, sehr viel Geld verdient.

Wells Fargo besitzt heute pro Aktie ein Eigenkapital 29,21$ (Buchwert). Mit 2,50$ Fremdkapital und dann 26,35% EK-Rendite würde dies einen Gewinn pro Aktie von 7,70$ ergeben.

Beim aktuellen Aktienkurs von 50,78$ kämen wir also auf ein KGV von 6,59, da die Aktie sich im Bereich des traditionellen Bankengeschäfts befindet und sich in der ersten Reihe der Anlegeraufmerksamkeit befindet – würde die Aktie höchstwahrscheinlich zwei- oder dreimal so hoch notieren wie heute.

Natürlich ist dies alles Phantasie und wie genau sich ein konkretes Geschäft unter veränderten Bedingungen verhält ist schwer (bis unmöglich) vorauszusehen, deswegen ist ja auch jede Prognose eine gewisse Milchmädchenrechnung 🙂 . Vor allem würde ja mehr Fremdkapital nur Sinn machen, wenn es auch wirklich eine Nachfrage durch Kreditnehmer (Häuslebauer) nach diesem Kapital gibt.

 

Wells Fargo Aktie – man zahlt gerne mehr für ein gutes Geschäft

Wells Fargo notiert einiges über seinem Buchwert und es gibt Banken, die nach dem Kurs/Buchwert-Verhältnis sehr viel günstiger sind!?

Stimmt, aber Wells Fargo ist erstens eine sehr, sehr großes Institut und zweitens sehr, sehr effizient und hat weder große Geschäfte in riskanten Regionen der Welt, noch ist sie eine „berüchtigte“ Investmentbank.

  • Wells Fargo befindet sich unter den Top 4% der US-Banken, was das Kreditrisiko angeht. ( Prüfung nach neuer US-Gesetzgebung zur Finanzstabilität ).
  • WFC hat 83% seiner Assets verliehen und die Nummer 2 (im Geschäftsbereich von Wells Fargo) „J.P. Morgan“ nur 57%. Wells Fargo kann sein Geld also besser an den Mann bringen als andere Banken und generiert damit wiederum mehr Einkommen. Dazu hat Wells Fargo auch noch eine effizientere Kostenstruktur. Könnte natürlich im Umkehrschluss zu mehr Aufwärtspotential bei JPM führen…

Sind Banken besser als vor 10 Jahren? Wells Fargo ist es wohl offensichtlich. Mit wesentlich weniger Fremdkapital als früher erreicht Wells Fargo einen Spitzenplatz, was den Return on Assets (Rendite aufs Gesamtkapital) angeht.

 

2013 2006 2004
Wells Fargo 1,43% 1,76% 1,64%
J.P. Morgan 0.74 % 1,07% 0,39%
Bank of America 0,54% 1,45% 1,27%
US Bankcorp 1,60% 2,17% 2,14%

Gesamtvermögen von Banken, Wells Fargo, U.S. Bankcorp, J.P. Morgan Chase, Bank of America Ende 2013

Steigerung des Gesamtvermögens ( Anlagevermögen und Umlaufvermögen) 2004 bis Ende 2013 in %
Wells Fargo 256,91%
U.S. Bankcorp 86,58%
Bank of America 89,32%
J.P. Morgan Chase 108,74%

In der Krise sind die Großen Banken noch größer geworden. Viele kleinere Institute sind in Not geraten oder haben sich mit den Big Playern zusammengeschlossen. Wells Fargo ist bei diesem Expansionswettlauf der Erfolgreichste gewesen. Die Rendite aufs Gesamtkapital ist trotz des enormen Zuwachses gleich geblieben.

Dies spricht also dafür, dass Wells Fargo der beste Dealmaker, Beurteiler und Integratorin der Peer-Group ist. Natürlich ist die Vergangenheit keine Garantie auf die Zukunft, aber Wells Fargo hat seine Kultur und Managementqualitäten mehr als unter Beweis gestellt.

 

Fazit

Also wenn ich die Zahlen überfliege, dann habe ich ein Ergebnis: Wells Fargo ist eine sehr gut geführte Bank, die die höchste Stabilität im Geschäft hat. Sie besitzt also wenig abwärts, aber auch weniger Aufwärtspotential als eine Bank wie J.P. Morgan (die eben auch Investmentbanking betreibt).

Die Aktie von Wells Fargo – Kurs 50,78$ – ( WKN 857949 / ISIN US9497461015 ) ist bereits gut gelaufen. Aber, wer bei Bankaktien nicht gleich ins Zittern kommt und ein wenig Geld langfristig anlegen will, der kann bei dieser Aktie zugreifen.

Mit einem für 2015 geschätzten KGV von 11,78 und einer Dividendenrendite von 2,8% (bei massig freiem Cashflow) ist diese Aktie fürs Langzeit-Portfolio gut geeignet. Die Dividende wird sich, wenn nichts gravierendes passiert wohl noch einiges steigern lassen.

Warum Warum Buffett, Charles Munger und viele andere Anlageveteranen gerade auf diese Aktie setzen ist offensichtlich. Wells Fargo ist die stabilste Großbank, hat ein langweiliges Brot & Butter- Geschäft und das beste Management bei enorm überdurchschnittlicher Effizienz.
Wells Fargo Kutsche mit Pferden, GEld sicher anlegen, GEld in Dividendenwerte investieren
Sollte sich die Angst vor Bankaktien weiter abbauen, dann sehe ich hier dieses Jahr auch noch Kurse von 60$ und darüber. Natürlich hat Wells Fargo aber auch nicht das potentielle Aufwärtspotential wie J.P. Morgan Chase oder die Bank of America Aktie, diese bieten mehr Raum für Fantasie und werden vielleicht noch separat von mir angeschaut.

Sollte sich irgendwann in der Zukunft einstellen – an was schon fast keiner mehr glauben mag – und wir sehen wirklich höhere Zinsen, dann könnten alle oben genannten Werte sowieso ein Bombeninvestment sein. Wells Fargo ist aber auch im aktuellen Umfeld noch einer der Werte, die man von der Bewertung und den Wachstumsaussichten wirklich noch ( mit einem -kleiner werdenden- Grinsten ) kaufen kann.

5 Gedanken zu “Wells Fargo Aktie- sie steigt und steigt und steigt auch weiter!

  1. Prima Artikel über eine der erfolgreichsten Banken der Welt. Ein sehr unaufgeregtes Geschäftsmodell mit nachhaltigen Erträgen und dem Potenzial (wieder) steigender Margen. Nicht umsonst nennt Buffett Wells Fargo, wenn er danach gefragt wird, welche Aktie er kaufen würde, müsste er sich auf eine einzige beschränken.

    • Ich wäre speziell an deiner Meinung zur im Artikel erwähnten Bank of America interessiert, die in meinen Augen eine ähnlich (wenn auch nicht ganz so) starke Wettbewerbsposition hat wie Wells Fargo. Hier sind meine Gedanken zu finden: http://commentsonpositions.blogspot.co.at/2013/01/bank-of-america.html
      Kurzzusammenfassung: Fallen die Kosten für Rechsstreitigkeiten weg, wird die Bank ähnlich profitabel sein, wie Wells Fargo.

      Nebenbei bemerkt: wenn Warren Buffett alle seine Warrants in Aktien wandelt, was er wohl früher oder später machen wird, dann wäre Bank of America die fünftgrößte Position in Berkshire Hathaways Aktienportfolio.

      LG
      TomB

      • Ich bins nochmal, weil ich glaube, dass hier ein kleiner Denkfehler vorliegt:

        WFC hat 83% seiner Assets verliehen und die Nummer 2 (im Geschäftsbereich von Wells Fargo) „J.P. Morgan“ nur 57%. Wells Fargo kann sein Geld also besser an den Mann bringen als andere Banken und generiert damit wiederum mehr Einkommen. Dazu hat Wells Fargo auch noch eine effizientere Kostenstruktur. Könnte natürlich im Umkehrschluss zu mehr Aufwärtspotential bei JPM führen…

        Ich sehe das etwas anders: Der (natürlich nur meiner Meinung nach) korrekte Vergleichsposten für die ausstehenden Kredite sind nicht die Assets, sondern die Kundeneinlagen auf der Passivseite der Bilanz, für die Wells Fargo aufgrund seiner Marktposition nur sehr wenig zahlt. Der Vergleich mit JPM ist in meinen Augen etwas irreführund, weil JPM mit seinem Geld andere Dinge tut als Wells Fargo, da JPM verhältnismäßig viel stärker im Investmentbanking engagiert ist als im klassischen Kreditgeschäft.

        Das soll keine Kritik sein: wenn man das Kreditgeschäft dem Investmentbanking vorzieht, ist obige Aussage durchaus sinnvoll, und Wells Fargo ist in diesem Geschäft eindeutig besser als JPM. Es ist aber unfair, aufgrund dieses Kennzahlenvergleichs zu sagen, Wells Fargo ist besser als JPM, da die beiden einfach verschiedene Geschäftsmodelle betreiben.

        LG
        TomB

        • Hallo, ja der Vergleich hinkt natürlich.

          Aber …hm… denke das ist eine Frage des Anlagestils. Absehbarkeit versus Potential.

          „Besser oder kompetenter“ sind eh so „relative“ Begriffe. Nehme ich Luftfahrt gegen Schienen-Güterverkehr.

          Ein Verantwortlicher in der Luftffahrt ist vielleicht schlauer, fleissiger… als ein Verantwortlicher auf der Schiene.

          Der Bahnmanager befindet sich aber einfach seit Jahren im günstigeren Umfeld, während der Luftfahrtmanager in einer Branche mit hohen Kosten und andauernd starkem Wettbewerb arbeitet. Das Ergebnis für den Anleger ist also mit einem super Manager in der Luftfahrt (oft) dennoch schlechter als mit einem mittelmäßigen Manager im Schienen-Güter-Verkehr (da hier einfach eine andere Konkurrenzsituation herrscht).

          Gruß Ulrich

  2. Danke für den super Beitrag.

    Wells Fargo hab ich fürs Depot meines Vaters gekauft. Ist über 40 % im Plus. Dank deiner Analyse bin ich weiter zuversichtlich was die weitere Entwicklung angeht. Ans Verkaufen denk ich jetzt erst mal nicht mehr…

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