Coca Cola Amatil – 6 % Dividende and don’t overthink Coke!

Die Aktie des Australisch/Indonesischen Getränkeabfüllers Coca Cola Amatil wurde auf meinem Blog ja schon ein paar mal ins Gespräch gemacht. Inzwischen muss ich mich aber wirklich wundern. Der Kurs der Aktie viel in den letzten 12 Monaten von über 14 australischen Dollar auf heute noch knapp über 9 Dollar und dies, obwohl eigentlich nicht soviel passiert ist (von einer großen Abschreibung mal abgesehen).

Einen Coca Cola Abfüller in wachstumsstarker Region mit gedeckter Dividende von über 6 % … Coke has the taste you never get tired of. …

Abfüller und die Kostenschwankungen – Inflation in Indonesien belastet
operative marge, umsatzrendite der coca cola company, dr pepper snapple group, coca cola amatil, coca cola enterprises, operating margin 2009 2010 2012 2013 2008
Also diese Grafik soll kurz erklären, warum ein Abfüllunternehmen meist nicht zu Kursen gehandelt wird, wie der Franchise(Konzentrat)geber. Deswegen habe ich hier jetzt auch Coca Cola Company und Dr. Pepper mit in die Grafik genommen. Diese sind zwar inzwischen Hybriden (da sie ebenfalls Abfüll- und Logistiktätigkeiten übernehmen), aber generieren immer noch einen großen Teil ihrer Umsätze und Gewinne durch den Verkauf von Konzentrat.

Dr. Pepper und Coca Cola (Company) liefern also Konzentrat an die Abfüllunternehmen rund um die Welt (zB. Coca Cola Deutschland, Coca Cola Amatil, Coca Cola Panama usw.).

Das Konzentrat selber ist ein sehr, sehr hochmargiges Geschäftsfeld. Als Anleger investiere ich generell kaum in große Getränkeunternehmen, weil ich mir über Nacht großen Reichtum erhoffe. Eher ist es ein Geschäft, welches mit enormen defensivem Charakter durch die konstanten Geldströme über die Jahre zu enormen Gewinnen führen kann. Bin ich Konzentratverkäufer, dann habe ich höhere Margen und dadurch auch eine höhere Stabilität im Geschäft und folglich auch eine höhere Bewertung in der Aktie (dies kann abweichen, wenn es sich um Abfüller in stark wachsenden Märkten handelt). Daher würde ich für Amatil trotz allem nicht das Gleiche wie für die Coca Cola Company bezahlen!
Margen im Getränkekonzentratverkauf am Beispiel Dr Pepper Snapple Group Cola

So wie ich es langfristig sehe ist Coca Cola Amatil ein sehr guter Abfüller, der in guten Jahren besser performt als sein west/nord-europäisches Gegenstück Coca Cola Enterprises. Die Probleme, die es aktuell gibt sehe ich als Chance. Der folgende Satz aus dem Jahresbericht 2013 spricht für sich:

The Indonesian business expects to again deliver volume growth

of over 10% in 2014. While the commercial beverage market

continues to grow rapidly, the challenges for all beverage

manufacturers in 2014 will be managing high levels of cost

inflation driven by increases in wages and fuel, as well as the

impact on costs from the 20-25% depreciation of the Rupiah. „

 

Coca Cola Amatil geht bei den Prognosen übrigens auch dieses Jahr von einem doppelstelligem Volumenwachstum aus. Aber klar ein Abfüllunternehmen muss die Getränke ja erst einmal in den Supermarkt, den Getränkehändler und gegebenenfalls in jedes einzelne Restaurant bringen. Fällt also die Landeswährung so enorm, dann steigen meine Spritkosten usw. stärker als die Umsätze.

Dies sind aber Entwicklungen, die einen potentiellen Käufer eher beglücken sollten. Habe mal ein paar Statistiken gelesen und in Indonesien trinkt der Durchschnittsmensch circa 15 Getränke von Coca Cola (Fanta, Sprite usw.). In Australien oder Nordamerika wird in der Regel eine dreistellige Anzahl an Getränken pro Jahr konsumiert. Indonesien hat 240 Millionen Einwohner, also ergibt sich hier für die Zukunft ein enorm gutes Chancen/Risiko Profil – vor allem, wenn man die stärksten Marken, die es im Getränkegeschäft gibt, im Rücken hat.

 

Probleme sind wesentlich kleiner als der Kursabschlag

 

Australien Neuseeland & Fijis Indonesien /  Papua-Neuguinea

 

Volumen -2,70% 12,30% 6,80%
Umsatz -3.2% 2,70% -3,10%
Gewinn vor Zinsen und Steuern -9,30% 18,00% -13,20%
Gewinn vor Zinsen/Steuern 566 Mio.Au$ 82,7 Mio.Au$ 91,6 Mio.Au$

 

Also soweit ich es verstanden habe lag das Problem in Australien darin, dass die zwei größten Supermarktketten von Coca Cola Amatil niedrigere Preise verlangt haben, da Coca Cola stellenweise 50% und mehr Aufschlag gegenüber Pepsi-Produkten verlangt hat. In der Erfahrung geht so etwas meist so aus, dass Pepsi ein wenig aufschlägt und Coca Cola ein wenig ab und in 2 Jahren sieht man zurück und alles ist wie immer. Cadbury Schweppes hat zum Beispiel schon angekündigt seine Produkte in Australien ein wenig teurer machen zu wollen. Also wie gesagt es wird nicht so kommen, dass Coca Cola jetzt plötzlich mit Billig-Preisen kommt, sondern die anderen werden eben eine Chance zum Preisaufschlags sehen und wahrnehmen.

 

Dividenden machen Amatil interessant als Einkommens-Generator

Coca Cola Amatil ist wohl für viele interessant, da es ein verlässliches Geschäftsmodel und eben eine sehr schöne Dividende besitzt, die soweit ich es sehe seit 10 Jahren am Steigen ist und halbjährig ausgeschüttet wird. Im Jahr 2013 wurden 56 Australische Cent ausgeschüttet und bei einem aktuellen Kurs der Coca Cola Amatil Aktie von 9,15 Au$ haben wir dann eine Dividendenrendite von 6,12%.

Diese 56 Cent sind wohl auch in Zukunft durch das Unternehmen zu bedienen. Das Unternehmen produzierte auch in 2013 einen Cashflow aus dem operativen Geschäft von 733,1 Mio. Au$ (2012 741,9 Mio. Au$). Die Frage ist bei der Dividende also, ob Amatil hier in Zukunft größere Investitionen vorhat – was so bis jetzt nicht angekündigt ist, man will die Investitionen in Indonesien sogar ein wenig drosseln. Coca Cola Amatil mit über 1,4 Milliarden Au$ an Cashbestand aus dem letzten Geschäftsjahr und es werden Anleihen im Wert von 731 Mio Au$ in 2014 fällig (oder sind schon ausgelaufen). Die Firma besitzt also weiterhin die Möglichkeit diese Dividenden zu bezahlen und da es sich um eine angelsächsische Firma handelt, die viel Wert auf Konstanz bei den Ausschüttugen legt, denke ich, dass es weiterhin eine üppige Dividende gibt.

 

Coca Cola Amatil“ Aktie

(Aktie am 06.05.2014)

 

Aktienkurs 9,12 Au$
Marktkapitalisierung 6.96B Au$
Enterprise Value/Ebitda 8,51*
Kurs/Buchwert 4,04
Kurs/Gewinn , KGV (2013) 13,8
Aktuelle Dividendenrendite 6,12%
Moody’s Ranking BBB+

 

Fazit

Die Aktie Coca Cola Amatil (WKN 855416 / ISIN AU000000CCL2 ) Coca Cola Amatil Logo Schriftzugmit einem KGV von unter 14 und einer Dividendenrendite von über 6%.

Also die Schulden sind ein wenig hoch, aber daraus wird kein Problem entstehen. Getränkedistribution ist eines der stabilsten Geschäftsfelder überhaupt, daher würde ich mir um die Bilanz wenig Sorgen machen. Das Unternehmen hat mit Coca Cola, Molson Coors Biermarken und dem Vertrieb von Jim Beam Whiskey (für die nächsten 10 Jahre) super starke Marken im Vertrieb.

Amatil hat zudem enorme Chancen im gigantischen Markt Indonesien. Momentan gibt es sehr viel Panik um Schwellenländerwährungen und Abschreibungen lassen das Ergebnis 2013 von Amatil wesentlich schlechter aussehen als es war. Es ist weiterhin eine Firma mit starken CashFlows.

Ob es „jetzt“ schlau ist eine Aktien in Australischen Dollar zu kaufen, die dazu noch Geschäft in Neuseeländischen Dollar und Indonesischen Rupiah macht? Also angeblich ist der australische Dollar gegenüber dem US Dollar überbewertet und der Euro gegenüber dem US Dollar.

Ich weiß es nicht, wie hoch durch solche Währungsschwankungen das kurz bis mittelfristige Risiko ist. Währungsentwicklungen sind einfach schwer vorherzusagen. Gesamtwirtschaftliche-Fundamentaldaten sind eine Sache, es hängt beim Wechselkurs aber auch immer viel davon ab, wie die Kapitaleigner dieses über den Globus bewegen… keine Aussage dazu.

Langfristig wird man mit Amatil nicht viel falsch machen, in wie weit sich das ganze zum starken Wachstumswert entwickelt hängt von der Entwicklung Indonesiens ab und dort gibt es einfach ein Potential, das man normal selten zu solchen Preisen bekommt.

Übrigens halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass wir für Coca Cola Amatil bald ein Übernahmeangebot sehen.

22 Gedanken zu “Coca Cola Amatil – 6 % Dividende and don’t overthink Coke!

  1. Danke für diesen informativen Artikel. Du betonst die Dividendenrendite stark, die einen wesentlichen Anteil am Investitionserfolg haben dürfte. Das führt mich zu der Frage, wie diese steuerlich gehandhabt wird.

    In welcher prozentualen Höhe wird australische Quellensteuer fällig? Wie läuft eine evt. (Teil-)Erstattung ab (evt. Vorabbefreiung möglich / Erstattung auf Antrag direkt bei den australischen Behörden / Erstattung auf Antrag nur durch die Bank)? Reicht für einen Erstattungsantrag die Dividendenabrechnung der Bank oder brauche ich dafür gar eine teure Bescheinigung der Lagerstelle?

    Die schönen Dividenden machen leider manchmal ganz schön Arbeit.

    Viele Grüße

    Uwe

    • Ich habe mal ein bisschen gegoogelt. Die Quellensteuer beträgt für Dividenden wohl 30%. Es gibt aber auch Fälle, in denen hat die auszahlende Gesellschaft die Steuern schon bezahlt, dann ist die Quellensteuer 0%. Eine Erstattung von 15% ist möglich, auf jeden Fall auch per Antrag bei den australischen Behörden. Ob eine Reduktion aufgrund des Wohnsitzlandes via Bank gleich bei Auszahlung möglich ist, das konnte ich nicht herausfinden (sowas scheint es für die Schweiz zu geben).
      Zur Quellensteuer kommt wohl noch eine australische Steuer auf den Veräußerungsgewinn hinzu, die wiederum mit der deutschen Einkommensteuer verrechenbar sei. Nur leider keine Info, wie das abläuft.

      Wäre schön, wenn jemand uns an seinen Erfahrungen teilhaben lässt, der das Spiel schon mal durchgemacht hat.

      Gruss

      Uwe

      • Hallo Uwe,

        also es gibt auch noch die Möglichkeit einen amerikanischen ADR zu kaufen. Bei der Coca Cola Amatil Aktie wäre dies das Wertpapier mit der ISIN „US1910852086“ (die hier zwei Amatil Aktien verbrieft)

        Ein ADR bedeutet, dass eine amerikanische Bank die Aktie in Australien kauft und dann einen Besitzschein ausstellt, den man dann kauft. Das Ganze hat den Vorteil, dass dann die Dividende aus den USA kommt und damit nur 15% Steuer anfallen und man sich dann den Aufwand mit dem Finanzamt spart.

        Die Gebühren für einen ADR bei Dividendenzahlung sind meist nur im unteren einstelligen Centbetrag, machen also real nicht wirklich etwas aus und man spart sich den Aufwand.

        Würde dies auch bei Nestle Aktien oder bei Italienern machen. In manchen Europa-Ländern rennt man sonst über Jahre -mit zig Formularen- seiner „zu“ hohen Steuer nach.

        In Portugal habe ich schon mehrfach davon gelesen, dass die Steuerbehörde in Lissabon sogar einen Portugieser als Zwischenmann verlangt. Unglaublich aber wahr.

        Schindluder bei ADRs ( American Depositary Receipt) ist mir nicht bekannt und das Instrument gibts schon viele Jahre.

  2. Interessant wäre evtl. auch, warum der Outlook von Moody’s von neutral auf negativ geändert wurde bzw. wie die Einschätzung hierzu ist.

    Unabhängig davon ein sehr informativer Artikel!

    • Hallo, der Ausblick ging runter, aber BBB+ ist immer noch sehr gut. Vorallem da die Coca Cola Company (mit noch wesentlich besseren Finanzen) einen großen Teil der Aktien hält und wir es hier in einer unzyklischen Branche befinden.

      Gruß Ulrich

  3. Wie ich gesehen habe, kann man die Titel auch in Frankfurt kaufen. Als Langfrist-Investor (>10 Jahre) interessieren mich die kleinen Umsätze ja nicht!

    Danke für den super Beitrag, werde die Titel auf meine Watchliste setzen.

    Gruss Mario

  4. Moin,
    ich hab den Artikel bei mir verlinkt und die Leute die bei mir rumlungern aufgefordert hier bisschen Randale zu machen.. Scherz :).

    Schöne Analyse. Das Ding kann man wirklich kaufen. Ich hatte in der Krise die „Griechen“ gekauft (Hellenic Bottling) … die haben auch Topwachstumsmärkte mit Halbafrika usw. im Sack. Die verhalten sich auch sehr aktionärsfreundlich, d.h. zusätzlich zur Dividende hab ich glaub ich schon 2x eine Kapitalrückzahlung bekommen.

    Grüße.
    Robert

  5. Die Dividendensumme liegt aber über dem FCF. Außerdem wurde die Dividende leicht verringert in 2013.

    Zur Handelbarkeit einer Aktie sollte man in FFM nicht den Umsätze anschauen, sondern Bid/Ask im Livetrading: http://www.boerse-frankfurt.de/de/aktien/coca+cola+amatil+ltd+AU000000CCL2

    Aktuell könnte man 1000 zu 6,25 kaufen oder 1761 zu 6,11 verkaufen.

    Bei der Kapitalrückzahlung von CocaCola Hellenic muss man auch die Sonderbesteuerung der Griechen beachten. M.W. machte man eine Kapitalrückzahlung um Dividenden zu umgehen. Allerdings war CocaCola HB nicht annährend so günstig wie andere Griechen in der Krise.

    Ich würde eher mal CocaCola Femsa anschauen. Dann hat man wenigstens EM pur. Amatil hängt doch stark an Australien.

    • Also denke schon, dass der Cash Flow aussreicht, wenn man das CapEx wie geplant leicht reduziert.

      Femsa ist mir persönlich noch zu weit weg. Denke auch, dass Mexiko eine super Story sein kann (und die anderen Märkte von Femsa auch). Man sollte nur mal an die niedrigen Löhne in Mexiko denken und die Nähe zum US-Markt, was allein durch Lohnanstiege hier zu verdienen wäre.

      Amatil hat mit Neuseeland und Australien dafür aber die „sichereren“ Märkte und eben einen Wachstumsplay. Was man hat – hat man, ob Amatil jetzt vielleicht die Dividende irgendwann man ein wenig kürzt, weil man größere Investmentmöglichkeiten sieht weiß ich nicht.

      Nehmen wir aber an Amatil behält ein hohes Ausschüttungsniveau und man hat die Aktie ein paar Jahren, dann macht man auch einen guten Schnitt und hat dann einiges an Cash bereits bekommen.


      Habe auch mal Arcos Dorados (größter McDonalds Betreiber in Südamerika) angekuckt und so verlockend Schwellenländer sind, es sind eben politisch/rechtlich und wirtschaftlich (Kostenkontrolle bei hoher Inflation) auch viele kleine Probleme, die das Investment unberechenbarer machen.

    • Hallo Benny_m

      Mit den Umsätzen hast du natürlich recht. Meine Einsätze pro Titel sind leider begrenzt, wodurch ich z.B. bei Börsenplätze wie Australien eine Mindest-Courtage von CHF 120 bezahle. Daher ziehe ich die europäischen Börsenplätze vor…
      Weisst du ob die Dividende in Frankfurt in Euro bezahlt wird. Habe bisher noch keine Erfahrungen in dieser Beziehung.

      Danke für die Rückmeldung!

      Schöne Grüsse
      Mario

  6. Die meisten machen bei wenig gehandelten Auslandswerten in FFM den Fehler nur auf die Umsätze zu schauen. Du musst einfach den Briefkurs bieten und dann bekommst du auch die Anzahl, die als Menge angegeben ist. (Außer es kauft sie dir einer kurz vorher weg). Entscheidend ist halt was du an Aufschlag zum Kurs in Australien zahlst. Heute morgen letzter Kurs in Australien 9,11 Aus-Dollar ==> 6,11 Euro. Damit zahlst du halt 6,25-6,11 =0,14 Euro/Aktie Aufschlag. Somit musst halt schauen wie lange Kaufkosten FFM + Aufschlag < Kaufkosten Australien. Beachten musst du halt, dass im Ausland gekauft und in D verkaufen normalerweise nicht geht. Außer du bezahlst Geld für einen Lagerstellenwechsel.

    Dividenden werden immer von dem Unternehmen überwiesen und haben nichts mit dem Börsenplatz zu tun. Die werden von deiner Bank umgerechnet. Was bei exotischen Währungen auch wieder einen netten Abschlag bedeuten kann. Das ist dann bei einer ungarischen Telekom, die früher bis zu 15% bezahlt hat, schon happig bei mancher Bank.

    "Arcos Dorados" die habe ich mir auch schon angesehen. Mir sind sie zu teuer. Wie Femsa auch. Aber wenn EM dann denke ich halt EM pur. Ansonsten kann halt sein, dass steigende Gewinne in den EM-Ländern sinkende im Heimatmarkt subventionieren.

  7. Guten Abend,

    einen sehr interessanten Beitrag hast du da geschrieben. Ich habe mal ein wenig recheriert, warum die Aktie in den letzten „Tagen“ so abgestürzt ist. Herausgefunden habe ich, das der Gewinn wohl ganz massiv eingebrochen ist. Im Geschäftsbericht steht dazu, das der Net Profit (also der Gewinn der am Ende steht?!) um 82,5 % gefallen ist auf 79,9 Millionen. Leider gehst du darauf gar nicht ein. Oder handelt es sich hier um die große Abschreibung, von der du in den ersten Sätzen schreibst?

    Auf deine Antwort bin ich sehr gespannt.
    Mike

    • Hallo,

      also bei Coca Cola Amatil war es so, dass die 2005 einen australische Firma übernommen haben, die mit Früchten handelt und diese verarbeitet.

      Diese Fruchtfirma “ SPC Ardmona “ scheint früher profitabel gewesen sein, schreibt aber inzwischen öfter rote Zahlen. Anscheinend hat sich Amatil also entschieden den Wert von Ardmona daraufhin in der Bilanz als wesentlich geringer auszuweißen.

      Worin das Problem von Ardmona genau liegt kann ich schwer sagen. Das Geschäft mit Obst wird auch stark von Preisschwankungen bestimmt… spielt jetzt aber auch nicht wirklich die große Rolle.

      Aufgrund der Abschreibungen ist das Ergebnis dann enorm gefallen. Dies ist aber ein „einmaliger“ Vorgang und ändert ja nichts an der Ertragskraft des Unternehmens, also der Fähigkeit Dividenden zu bezahlten oder Investitionen zu tätigen. Hier noch zwei Screenshots:

      Coca Cola Amatil Jahresabrechnung mit Abschreibungen
      Coca Cola Amatil Aktie - Cashflow aus dem operativen Geschäft 2012 2013

      Denke bei Amatil haben wir aktuell eben zwei Faktoren: 1) Geld will raus aus Schwellenländern 2) ein paar kleinere Probleme, die ich für übertrieben halte. Das Hauptrisiko sehe ich in der Aktie kurz bis mittelfristig eher in Währungsschwankungen und nicht im Geschäfsmodel selber .

      • Die Schwäche bei SPC kommt von der AUD Stärke, da ausländische Anbieter die Früchte billiger anbieten können.
        Was für den EUR Anleger besser ist, weil der AUD aufwertet ist für die SPC schlecht.

        Wundert mich selber wie stark die abgestraft worden sind. Wobei bei diesen Märkten braucht es einen nicht zu wundern.
        Gibt es denn überhaupt noch Aktien die halbwegs günstig sind und ein gutes chance/risiko profil aufweisen? Tu mir da extrem schwer in letzter zeit was brauchbares zu finden. Eine Übersicht mit Kennzahlen wäre vl ganz lässig.! 😉

        lg

        • Naja, mit einem geschätzten KGV von 16,5 bzw. 15,6 für 2014 und 2015 ist die Aktie auch nicht deutlich billiger als andere Coke-Abfüller. Auch KO selber is mit KGV 19,7/18,3 nicht extrem viel teurer, aber qualitativ mindestens eine Stufe über den Abfüllern stehend – qualitativ sowieso, und auch das Wachstum von KO in den letzten 10 Jahren war höher, nicht nur beim Gewinn, sondern auch beim Umsatz. Coca-Cola Amatil hat zugegenermaßen eine gewissen Reiz, aber vielleicht sollte man doch eher bei der Mutter bleiben.

          • also dsa KGV für 2013 ist bei 13,x(bei 9,10Au$). Es wurden (ohne Sondereinflüsse) 66 australische Cent in 2013 verdient).Ein derart sicheres Geschäftsmodell, mit verlässlichem Geldzufluss und derart gutem Potentital durchs reine Volumenwachstum.

            Klar ist das ein (relatives) Schnäppchen. Man sollte aber nie vergessen, dass dieses Geschäftsmodell durch technischen Fortschritt wenig beeinträchtigt wird, ausserdem hat das Geschäft langanhaltende Gewinnmargen.

            Man bezahlt halt (oft) einen Aufpreis für die Abschätzbarkeit einer Aktie.

  8. Warum liegen eigentlich die Investionen in Gebäude etc. so deutlich über den tatsächlichen Abschreibungen? Dadurch sieht EV/EBITDA natürlich wesentlich schöner als EV/FCF aus, zumal mal ja beim FCF einer solchen Firma auch immer noch die Investionen in im. Vermögenswerte zu den CapEx hinzuziehen muss.

    http://www11.pic-upload.de/24.05.14/ary7tm12n92.jpg

    Man hat die letzten zehn Jahre 1300 mio mehr investiert als abgeschrieben. Und der Umsatz wuchs gerade mal um 1500 mio, wobei einiges wohl auch durch andere Investionen kam.

  9. Sehr guter Artikel. Habe die Aktie letztes Jahr schon einmal im Fokus gehabt, aber wieder aus den Augen verloren. Dank deines Artikels bin ich auf den Kursverlust aufmerksamm geworden. Vielen Dank hierfür 🙂
    Ich habe auf meinem Blog auch eine Abhandlung zur Coca Cola Amatil geschrieben. Ich komme trotz eines etwas anderen Bewertungsansatzes zu einem ähnlichen Ergebnis. Für alle interessierten http://www.myvalueblog.de

  10. „Ich komme trotz eines etwas anderen Bewertungsansatzes zu einem ähnlichen Ergebnis.“

    Der weist aber Schwächen auf. Die „hohe Cashpositiion“ entstand dadurch, dass man die letzten 3 Jahre > 1Milliarde mehr Schulden aufnahm als zurüchbezahlt hat. Kann man schön in der CF-Rechnung nachlesen. Oder einfach die Netdebt ausrechnen, dann kürzen sich +Cash und +Schulden gegenseitug wieder weg.

    Du würdest u.U. mehr Kommentare bekommen, falls das mit deinem Captcha-Code klappen würde 😉

    Die EK-Quote sank im wesentlichen durch die Bilanzausweitung und die entstand durch mehr Schulden. Letztes Jahr kann dann noch Dividende > Gewinn zusätzlich hinzu.

    • 1. Das mit dem Captcha-Code müsste behoben sein.
      2. Die Nettoverschuldung werde ich mir nochmal genauer ansehen. Gut möglich dass ich dort etwas übersehen habe. Vielen Dank aber auf jeden Fall für die beiden Hinweise, genau aus diesem Grund finde ich es immer wieder bereichernd eine Aktienanalyse zu teilen und zu diskutieren, da man bei der Fülle an Zahlen gerne mal was übersieht, unterschätzt oder Fehlinterpretiert.

      • Habe meine Analyse im Punkt „Kapitalstruktur“ um den von dir angesprochenen Anstieg der Verbindlichkeiten bei gleichbleibendem Netdebt ergänzt. Wenn man jedoch auf die Finanzierungskosten schaut meine ich eine Umschuldungsstrategie des Managements seit 2010 zu erkennen. Würde gerne deine bzw. eure Meinung zu meiner These wissen. Gruß

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