Coca Cola Bonusprogramm – neuer Abstandsrekord zum Normal-Arbeiter?

Heute ist a) Mittwoch und b) die Hauptversammlung von Coca Cola in Atlanta. Hauptversammlungen sind meistens nur für Menschen interessant, die in dem entsprechenden Unternehmen investiert sind (oder selbst im Vorstand/Aufsichtsrat sitzen) und selbst dann sind solche Veranstaltungen meist nicht wirklich kribbelnd.

Die Coca Cola Hauptversammlung dürfte aber vielleicht für ein bisschen mehr Tumult sorgen und wir reden nicht von Verkaufszahlen von Limonade. Den Stein ins Rollen brachte vor einigen Wochen der amerikanische Fond-Verwalter David Winters, dessen Fond „Wintergreen Advisors“ selbst fast 2,5 Millionen Coca Cola Aktien hält (Marktwert 101 Millionen US$) und der über seine Berkshire-Beteiligung noch einmal mit dem Schicksal von Coke verbunden ist.

David Winters ruft andere Coca Cola Aktionär dazu auf -heute ihre Zustimmung gegenüber dem Management zu verweigern-. Der Grund ist das zur Abstimmung stehende Beteiligungsprogramm für das Management. Laut Winters umfasst dieses ein Volumen von 13 bis zu 24 Milliarden Dollar in Aktien der „the Coca Cola Company“…

Winters geht es bei seinem Anliegen wohl klar weniger um „fairer Lohn für faire Arbeit“, sondern um die mögliche Aktienverwässerung, die sein Investment negativ beeinflussen könnte.

 

Wenn ich doch nur auch mal einen Bonus bekäme

Der Plan sieht eigentlich vor, dass „nur“ 4 bis 5 Milliarden Dollar für die obersten 6400 Personen von Coca Cola als Bonus bereitgestellt werden. Dabei soll der Bonus als Mix von Aktien und Optionen herausgegeben werden. Zu bedenken ist dabei, dass diese Optionen das Recht verbriefen Coca Cola Aktien in der Zukunft zu recht niedrigen Kursen zu erwerben. Die eventuell herausgegebenen Optionen im Wert von 5 Milliarden $ könnten also dazu führen, dass Coca Cola Aktien im Wert von über 20 Milliarden Dollar ausgeben muss. Dies wäre immerhin eine Verwässerung von 10 bis 20%, die dann die Performance der Altaktionäre schmälert.

Das ganze ist natürlich ein gigantischen Rechenspiel. Theoretisch könnten auch „lediglich“ 4 Milliarden an Aktien an die oberen Etagen von Coca Cola herausgegeben werden. Dies ist zwar viel Geld – wird aber bei so einem Mega-Konzern langfristig weniger ins Gewicht fallen. Als eventuell Begünstigter wäre ich aber ziemlich doof mit den 4 Milliarden nach Hause zu gehen, zumindest wenn man bedenkt, dass die Optionen aufgrund des soliden Geschäftsmodels sehr sicher sind.

Nochmal will ich hervorheben, dass es sich bei dem Plan nicht nur um einen Bonus für den Vorstand, sondern auch für die Ebenen darunter, handelt. Teilen wir jedoch potentielle 24 Milliarden durch 6400 Nasen, dann kommeMuthar Kent, coca cola vorstand und ceo mit cola flaschen wir auf 3,75 Millionen Dollar pro Begünstigtem im Durchschnitt.

Natürlich läuft die Verteilung in der Realität anders. Die Wölfe ganz oben werden sich einen viel größeren Prozentsatz gönnen und es könnte gut sein, dass CEO Muthar Kent hier am Ende mit hunderten Millionen Dollar oder noch mehr „belohnt wird“.

Die Welt ist nicht fair

Das Ganze macht natürlich wieder das Fass „ungerechte Lohnverteilung“ auf. Der Abstand zwischen Vorständen und Normalos wird seit Jahrzehnten immer Größer und das Coca Cola Kompensationsprogramm könnte der Entwicklung eine neue Krone aufsetzen. Natürlich könnte sich Winters auch fragen, ob es richtig ist, dass ein Enkel von jemandem, der vor Jahrzehnten Cola Aktien gekauft hat jetzt „ohne eigene Leistung“ jedes Quartal mit Geld überhäuft wird – tut er aber nicht 😉 .

 

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