Mein Senf zum Generationenvertrag.

Gestern ging durchs Fernsehen ja wieder einmal das Thema Rente, Generationenvertrag usw. Hab jetzt hier mal ein paar Gedanken dazu niedergeschrieben, ohne Antworten zu haben (so ist es am bequemsten 🙂 ).

Generationenvertrag

Einen Vertrag mit jemandem abzuschließen, der zum Zeitpunkt des Abschlusses noch gar nicht existiert, ist natürlich eine riskante Sache…

Wobei ich jetzt die ganze Geschichte nicht generell in Frage stellen möchte. Was man von Norbert Blüm halten mag oder nicht, in einem hat er wohl recht: Das Umlagefinanzierte Rentensystem ist wohl das sicherste System, um eine flächendeckende Versorgung mit Geld für alte Menschen zu erreichen.
Die rein private Vorsorge kann dies nicht wirklich leisten. Da im Prinzip Geldvermögen in ihrer Kaufkraft sehr schwer vorherzusagen sind. In der Regel nehmen sie im wert ab und das Sparbuch ist kurzfristig sicher, langfristig sinkt die Sicherheit aber enorm, da Geld schon aus volkswirtschaftlichen Gründen im Wert sinken sollte. So war es zumindest bisher und daran wird sich auch auf absehbare Zeit wenig ändern.

Auch das gesamte Produktivkapital kann im Wert sinken. Wir hatten nun einmal (hier in West-Deutschland) in den letzten 60 eine Zeit ohne gigantische wirtschaftliche Zerwürfnisse, Kriege, Seuchen… verschont geblieben sind. Es ist also nicht undenkbar, dass vor allem in einer stark exportierenden Nation durch technischen Fortschritt in den Schwellenländern, günstige Energie in Nordamerika und diverse weitere Gründe sich dieser Umstand verändert.
Norbert Blün, die Rente ist sicher, Plakat, bundestagswahlkampf versprechen norbert blüm
Solange es Menschen gibt – wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immer auch einen Menschen geben, der jünger ist als ich selbst. Wenn ich diesen dann „zwingen“ kann mir Geld zu geben ist dies eine sehr hohe Sicherheit.

Natürlich ist dies eine Scheinsicherheit. Da ich gar nicht weiß wie viel Geld ich aus dem Jüngeren dann quetschen kann – ohne das dieser sich verweigert.

Aus der Generationengerechtigkeit also einen bestimmten Betrag abzuleiten, der dann an jeden Alten zu überweisen ist, ist doch unheimlich dumm. Zumindest wenn er sich (war er nicht tut) voll aus den Zahlungen der aktiven Arbeitnehmerschaft schöpft.

Der Generationenvertrag ist ein Vertrag ohne feste Zahlen oder Kaufkraft-Versprechen. Es ist ein Vertrag bei dem statt einer konkreten Summe immer eine unbekannte Variable eingetragen sein muss.

Es steht also fest. Blüm hat recht, dass eine Rente kommt ist wirklich sicher! 🙂 Ziemlich pfiffig der Rheinländer.

Der Kuchen wird größer?/!

Auch wenn ich nicht unbedingt zu den treusten Stammwählern der Linken gehöre haben sie manchmal ein wenig recht und zwar darin, dass ja das Bruttoinlandsprodukt dauernd wächst und man daraus ableiten könnte, dass doch auch der Wohlstand in Deutschland größer wird. Wenn der Kuchen größer wird, die Bevölkerung aber nicht, dann müsste doch mehr unterm Strich pro Nase übrig bleiben.

Wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob der Kuchen in dem Umfang wächst, wie es suggeriert wird. Hat jemand sich mal daran gemacht auszurechnen wie viel Prozent der Zuwächse eigentlich durch höhere Staatsanteile erreicht wird? – Also nicht „organisch“ sind.-

Firmengewinne steigen seit den 80ern Jahren sehr stark – Löhne aber nicht

Dies liegt wahrscheinlich daran, dass Firmen in den letzten 30 Jahren durch die „digitale“ Revolution unheimlich viele Möglichkeiten bekommen haben einfache Arbeitnehmer gegen Computersysteme auszutauschen. Wer braucht noch den Boten, man braucht weniger Leute im Archiv usw…

Hier kommt jetzt aber doch das große Fragezeichen für mich. Wir benötigen also weniger Menschen zur Produktion von Autos und vielen anderen Gütern als vor 30 Jahren. Natürlich können Menschen sich ja auch andere Jobs suchen und in der „Kinderbetreuung“ arbeiten. Aber soziale Berufe zeichnen sich eben meist darin aus, dass man Kunden nur schwer eine hohe Rechnung schreiben kann und dadurch hier nicht wirklich viel Wert entsteht und dadurch auch die Bezahlung mies ist.
Ist das Problem des Rentensystems also nicht, dass es sich immer aus Beiträgen aus menschlicher Arbeit finanzieren will – obwohl der Wert menschlicher Arbeit in vielen Bereichen abnimmt?

PS: Ob das Rentensystem ein „gerechter“ Verteiler ist, ist eine andere Frage.

20 Gedanken zu “Mein Senf zum Generationenvertrag.

  1. Du legts die Finger genau auf die Knackpunkte. Gratuliere.

    Vielleicht noch ergänzend: Die durchschnittliche Arbeitszeit beträgt heute nur noch um 32h/Woche. Das war in den 70ern auch schon bei 46h. Für eine faire Betrachtung der Arbeitnehmereinkommen sind diese also pro gearbeitete Stunde zu vergleichen und nicht pro Person. Dann stimmt es keineswegs, dass seit den 80ern die Nettoentgelte nicht gestiegen seien.

    Die Firmengewinne sind im Verhältnis zu den Arbeitnehmergehältern in den letzten Jahren tatsächlich überproportional gestiegen, wohl auch weil immer mehr (Vor-)Arbeit in Drittweltländern geleistet wird. Der auf diese Vorarbeit in D erzielte Mehrwert wird aus meiner Sicht zu Recht nicht dem einfachen Mitarbeiter in D zugerechnet sondern eher dem Management bzw. dem Eigentümer der Firma. Gejammer von Arbeitnehmerseite wg. Benachteiligung diesbezüglich ist m.E. nicht berechtigt.
    Übrigens, appropos überproportional. Wenn Du Dir die langen Reihen von Destatis hinsichtlich Entwicklung Volkseinkommen, Arbeitnehmernettoeinkommen und Einkommen aus Vermögen&Unternehmen ansiehst und eine Regressionsgerade darüber legst, dann … oh Wunder … ist der jeweilige Anteil 1976 und 2006 praktisch identisch. Dazwischen legen erst mal die Arbeitnehmer zu, dann mit der Wende die Arbeitgeber und seitem die Agenda 2010 so richtig schön greift und die Wirtschaft in D wieder gut läuft in den letzten Jahren tatsächlich auch wieder die Arbeitnehmer.

    Deine Schlussfrage hinsichtlich Rente sehe ich auch so. Genau das ist das Problem und dann noch in Kombination mit immer mehr Renter je Beitragszahler.

    Dummerweise sind aber die Firmen und das Kapital im Gegensatz zur Bevölkerung recht mobil, wenn die Randbedingungen nicht mehr stimmen. Wir klagen ja heute schon über zu wenig Investitionen in D. Das hat auch die Politik seit vielleicht 10-12 Jahren gemerkt. Nur deswegen gibt es das Rumgeeiere um die Arbeitnehmeranteile an der Sozialversicherung besonders KV. Und ebenfalls deswegen steigen nicht die maximalen Steuersätze bzw. spezielle Unternehmenssteuern sondern die MWSt und die Arbeitnehmereinkommenssteuer via kalter Progression.

    Der einzige, der sich neben den Arbeitnehmern gegen weiteres Abkassieren nur schlecht wehren kann, ist der Grundeigentümer. Und auch das läuft ja schon ein paar Jahre (Grunderwerbsteuer 2->5%, Grundsteuerbasis hoch, Grundsteuerhebesätze hoch).

    Auch die Bezahlung der nicht exportierbaren Dienstleistungen (insbesonders Erziehung, Pflege) sollte eigentlich höher honoriert werden. Nur wird das ein langer Weg.

    Einzige Lösung, die ich sehe ist mehr Markt. Rentenbeiträge der Beitragszahler auf 20% fixieren und auch dort lassen. Rentenhöhe an die individuelle bei Renteneintritt zu erwartende Rentenbezugsdauer koppeln (Lebenserwartung). Dann darf jeder in Rente wann er will. Wenn er mit 65 in Rente geht und 20 Jahre Rentenbezugsdauer zu erwarten hat, dann wird seine Anwartschaft aus x gearbeiteten Jahren halt auf 20 Jahre verteilt. Und wer mit 75 geht und nur noch 10 Jahre erwarten darf, bei dem dann auf 10 Jahre, wobei der auch noch einen Zuschlag für die zusätzlich gearbeiteten 10 Jahre bekommt.

    Gruss
    Uwe

    • Also erstmal ein wirklich durchdachter Kommentar.

      Zur Lösung:

      Macht mathematisch Sinn. Denke aber, dass das nicht wirklich umzusetzen ist. Die Mentalität in Deutschland ist leider eine extrem weltfremde. Kennst du zum Beispiel den im Pensionsrecht vorkommenden Begriff „Wohlstandswahrung“. Solche Begriffe hätte ich als Gesetzgeber nicht verwendet (wobei, wenn ich selbst am Tropf häng … ).

      Natürlich bin ich der Letzte, der will das alte Menschen Mülltonnen durchwühlen.

      Glaube man muss bei der Leistung der staatlichen Altersversorgung vllt zum dem Punkt, dass eben (wenns eng wird) nicht mehr jeder, der relativ viel Rente zu erwarten hätte, dann auch diese in dem Umfang erhält.

      Warum gilt den nur Solidarität zwischen Jung und Alt und nicht zwischen wohlhabenden und armen Rentnern?

      • Solidarität zw. Rentnern mit viel und solchen mit wenig Rente klingt ja erst mal ganz nett und logisch. Klingt etwa genaus nett und logisch wie die aktuelle Rente ohne Abschlag nach 45 Jahren. Haben die Leute doch wirklich verdient! Tränendrüs.

        Wirklich? Verdient? Nein, haben sie bei Licht besehen eben nicht. Das ist reinste Klientelpolitik, sonst nichts.

        Warum soll man jemandem nicht nur seine Beiträge anrechnen sondern zusätzlich für weitere Jahre kostenlose Rente zahlen. Bei Rente mit 63 statt 65 und Lebenserwartung 85 macht das locker 22 statt 20 jahre Rente und somit 10% zusätzliche Zahlung ohne jegliche Leistung der Nutzniesser. Ist ja schliesslich nicht so, dass die armen Leute für einige ihrer 45 Jahre bisher keine Rentenpunkte und damit Rente bekämen. Aber wie schon gesagt, m.E. sollte jeder jederzeit in Rente dürfen. Lässt sich durchaus ausrechnen. Nur ob es zum Leben reicht …?

        Analog bei der Inter-Renter-Solidaritätsidee. Für die Rente hat der eine mehr, der andere weniger eingezahlt, der eine länger und der andere kürzer. Und ich denke, dass unterschiedliche Leistung durchaus unterschiedliche Bezüge bzw. hier Renten rechtfertigt.

        Hier wie bei allen anderen Systemen sollte nicht zum x-ten Mal die Solidarität eingefordert werden. Die ist bereits über die Einkommensteuer abgehakt bzw. sollte abgehakt sein.

  2. Gutes Thema Ulrich, find ich ganz passend, wenn etwas Politik auch mal vorkommt (sogar wenn ich bei unseren Volksvertretern regelmäßig kotz…könnte).

    Ich finde unser Umverteilungssystem höchst ungerecht!
    Zum einen in seiner Ausgestaltung, dass z.B. Beamte nicht einzahlen (besonders belastbare Bevölkerungsgruppen sind somit ausgenommen – dabei wurde mir in D immer weisgemacht, dass starke Schultern mehr tragen können.) Ich meine du hattest zu Beamtenpensionen mal n Artikel geschrieben. Die neue Mütterrente, die wohl demnächst abgesegnet wird, soll vom staatlichen Rentensystem getragen werden. Ich will nicht falsch verstanden werden, ich empfinde es für ungerecht, dass Mütter ab einem bestimmtem Jahrgang der Geburt ihres Kindes benachteiligt werden – das gehört beseitigt. Ich empfinde es aber für ebenso ungerecht, dass andere und ich nun verstärkt für die Rente z.B. einer Beamtenfrau aufkommen soll, die nie in „unser“ Rentensystem eingezahlt hat!

    Zum anderen ist das Umverteilungsprinzip kein schlechtes, aber für unsere Bevölkerungsstruktur völlig ungeeignet. Da gefällt mir das schwedische Modell deutlich besser. Jeder kann über seine Beiträge verfügen (ob voll oder nur teilweise ist mir nicht bekannt). Gleichzeitig bietet der Staat einen Fond an, der zu niedrigen Kosten (ca. ein dreißigstel verglichen mit dem Aufwand den deutsche Konzerne für die Riesterrente verlangen) ganz ordentlich arbeitet und Renditen erwirtschaftet. So kann der Zinseszins greifen. Wird auch ganz gut angenommen.

    Gruß
    Valueer

    • @Valueer
      Ich meine, dass der Zug in eine Kapitaldeckung der RV längst abgefahren ist, selbst für Teildeckungen. Einerseits leider. Andererseits, wie Ulrich angesprochen hat, auch das Umlageverfahren hat massive Stärken, nämlich dann wenn größere Umwälzungen erfolgen.

      Nur hilft uns alles Gejammer und politische Wollen oder Nicht-Wollen nichts. Die Demographie und die Lebenserwartung laufen gegen die Renten. Da hilft nur längere Lebensarbeitszeit und niedrigere Renten und/oder weitere Zahlmeister (die bisher keiner findet).

      Ich habe überhaupt kein Verständnis, warum wir heute für locker 20 Jahre von 65-85 die Hände in den Schoß legen dürfen bzw. müssen. Bei Einführung des Systems (Bismarck) lag lt. Wiki das Rentenalter bei 71 und die Rente bei lausigen 40% des letzten Nettoeinkommens (Zahlen für Resterwartung = Rentenbezugsdauer fehlen mir leider, kann aber nicht mehr viel gewesen sein, im Mittel bestenfalls 5 Jahre?). So krass brauchen wir das sicher nicht, nur eben auch nicht so grosszügig wie derzeit.

      • Hallo uwe,

        hm… das Problem ist aber auch, dass der Alterungsprozess je nach Genetik und Arbeitsstelle sehr unterschiedlich läuft.

        Es gibt Leute, da merkt man mit nicht einmal 60 schon eine deutliche Verlangsamung der Abläufe. Andere hingegen sind mit 80 geistig noch voll da.

        Physisch ist die Entwicklung ja auch völlig unterschiedlich. Der Eine raucht, trinks und ist übergewichtig, dennoch erreicht er ein hohes Lebensalter ohne ernsthafte Gesundheitsprobleme. Andere dagegen ernähren sich sesund, treiben ausgewogen Sport… und sind mit 50 körperlich fertig.

        Dann ist auch die Frage, wo gearbeitet wurde. Als Arbeiter beim Autobahnbau oder im immer richtig klimatisierten Büro.

        Unheimlich schwer zu sagen. Deswegen bringen ja auch in den Talkshows diese Einspielungen von Rentnern wenig. Es sind immer Einzel-Situation. Möchte ich gegen längeres Arbeiten argumentieren, dann spiele ich Dachdecker usw. ein, die mit 65 einfach nicht mehr die körperliche Arbeit verrichten können.

        Bin ich für die Arbeit mit 70, dann zeige ich geistig vitale ältere Menschen am Reissbrett.

        • In Deutschland wollen wir gerne obergerecht sein. Das hat uns das komplizierteste Steuersystem der Welt eingefahren. Dazu sag ich nur: KISS. Keep it simple and stupid.

          Altersrenten sind dazu da, im Alter eine (Teil-)versorgung zu schaffen. Sie sind nicht dazu da, irgendwelche persönlichen Eigenschaften oder Lebensfährnisse auszugleichen

          Altersrentenbezogen bedeutet das m.E. schlicht und einfach: Rente gibt es entsprechend Einzahlung und zu erwartender Bezugsdauer. Fertig.

  3. Ich bin ein Gegner des gegenwärtigen Rentensystems. Ich halte die Ansprüche für überzogen. Politiker reden auch davon, dass man die „Lebensleistung“ belohnen solle. Es ist aber nicht staatliche Aufgabe, die Lebensleistung zu bewerten und zu belohnen. Der Staat schaut ohnehin nur auf geleistete Beiträge und wer 30 Jahre als Stasi-Mann gut verdient und Beiträge bezahlt hat, der darf sich seiner Rente sicher sein. Wer dagegen Lücken aufweist, weil er in Hohenschönhausen einsaß, der wird bestraft.

    Das Beispiel ist extrem, aber real. Der Staat sollte sich meines Erachtens darauf konzentrieren, Grundsicherung zu gewährleisten, anstatt „Lebensleistung“ zu belohnen. Eine Einheitsrente auf niedrigen Niveau. Wer im Leben tüchtig ist, kann doch entsprechend investieren und er belohnt sich selbst für seine Lebensleistung. Wenn die Rentenbeiträge sinken, entsteht auch finanzieller Spielraum bei den Arbeitnehmern. Und ich bin mir sicher, dass Millionen von Individuen klüger mit dem Geld umgehen als die Beamten und Politiker, wodurch der Wohlstand gemehrt würde.

    • Nunja, ob die Leute im Allgemeinen klüger mit Geld umgehen bezweifle ich inzwischen stark. Bin oft verwundert wie wenig zum Beispiel der Beruf über das Vermögen im Background aussagt.

      Oft gehen auch Leute mit guten Berufen und hohen Einkommen sehr schlecht mit ihrem Geld um… dies ist aber ein anderes Thema.

      Denke auch, dass es am vernünftigsten ist mit der Rente für einen Mindestlebensstil zu sorgen. Die Idee von „Der Staat sorgt sich komplett um dich“ ist zwar schön, aber in Zeiten zunehmender Globalisierung immer schwerer aufrecht zu erhalten.

      Der Denkfehler ist wohl, dass man denkt die Allgemeinheit müsste einen am Ende irgendwie belohnen. Aber eigentlich ist der RV-Beitrag doch nur ein eine Art Abgabe und eben keine Versicherung (der Name Versicherung suggeriert ja einen völlig falschen Sachverhalt).

      Es heißt ja beim Selbstständigen auch nicht. Du hast schon soviel Arbeit geschaffen und soviel Umsätze generiert, die der Volkswirtschaft geholfen haben… Wenn du dann am Ende nix hast, haste pech gehabt.

      • Da sagst du was Ulrich!

        Ich kenne eine Steuerberaterin/Wirtschaftsprüferin. Super intelligent, taffe Business-Frau, fachlich absolut top. Aber wenn es ans investieren geht: eine absolute Katastrophe! Die könnte ihre Schäfchen schon lange im Trockenen haben. Stattdessen muss sie länger arbeiten um Verluste wettzumachen. Yen-Spekulationen gehen schief (diese hat sie sogar gehebelt, so dass das fast existenzbedrohend geworden wäre, mehrere Wohnungen im Osten gekauft und in vorbörsliche Unternehem investiert, die es natürlich nie an die Börse geschafft haben und nur das Geld der Aktionäre verbrannt haben!

        Geld verdienen ist eine Sache. Es gut und gewinnbringend zu investieren eine ganz andere. Diese Bekannte ist ein typisches Beispiel für jemanden der eingentlich nur Indexfonds kaufen sollte…und damit um einiges besser dastehen würde.

        • Hm, Risk/Reward falsch eingeschätzt 🙂 .

          Ach du, so etwas verstehe ich bis heute nicht (hatte leider auch so einen Vater, der dann am Ende richtig tief gefallen ist).

          Wieso Leute, die bereits einiges an Besitz haben und so ein gutes bürgerliches Leben führen können, dann solche Risiken eingehen verstehe ich nicht.

          Klar kann man vllt nochmal mehr Geld haben. Aber das Risiko runterzufallen ist doch soviel großer. Bill Gates hat glaub mal gesagt “ it s always the same burger you eat…“, ob man da jetzt mit der C-Klasse oder dem Bentley zu McDonald’s fährt… who cares.

          Also wenn man schon eine Wohnung/Haus und mehrere Hunderttausende und mehr hat… wozu dann alles in irgendwelche Start-Ups, Währungsgeschäfte… Da ist das Risiko doch viel zu groß. Denke das Spekulieren ist immer am riskantesten wenn man so in der Mitte ist. Weder arm, noch wirklich reich. Da ist das Lebensrisiko bei großer Spekulationsfreude am größten.

          • Das Problem ist im Grunde genommen recht simpel: Nimm mal an du bist ca. 10 Jahre alt, du schaffst es auf’s Gymnasium. Mit 19 machst du ein Abi mit 1,x schnitt, dann Studium wieder hervorragend abgeschnitten und nun verdienst du 6-stellige summen pro Jahr. Du bist höchst wahrscheinlich tief davon überzeugt besser, schlauer und sonst was zu sein als der gewöhnliche Rest. Du überschätzt sich selbst nicht gründlich genug wenn es um deine Anlagen geht.

    • Kann was dran sein 😉 . Kann mich daran erinnern, dass ich mal gelesen habe, dass bei ner Versuchsreihe Menschen mit leichten bis mittleren Depressionen bessere Anlageerbgebnisse erzielten als die Vergleichsgruppen.

      Selbstüberschätzung ist wohl eine gefährliche Sache. Denke das Problem gerade bei Devisenspekulation, Rohstoffwetten und co ist, dass hier doch ganz andere Kräfte am Drücker sitzen.

      Zentralbanken, Goldman Sachs und Co. sagen wohin der Kurs zu gehen hat. Gerade in einer Welt mit derart vielen Papierkontrakten spielt doch das Reale kurz bis mittelfristig nur eine untergeordnete Rolle.

      Das ist ja auch das Problem bei den ganzen Silber und Goldbullen. Die Überlegungen mit zum Beispiel dem regelmäßigen Silberverbrauch und den begrenzten Vorkommen ist richtig. Der Preis wird aber mit Papier und digitalen Werten gemacht und darauf habe ich keinen Einfluss und bewege mich auch nicht in den Zirkeln, die darauf Einfluss nehmen können.

      Generell denke ich muss man bei Leuten, die nie Niederlagen miterlebt haben, bei Lebens und Anlagetipps sehr vorsichtig. Diese Leute wissen gar nicht wie sie reagieren würden, wenn wirklich mal was völlig falsch läuft.

    • Gott sei Dank, wird mir das nicht passieren. Mein Abitur war eher durchschnittlich, meine Diplomnote auch, auch wenn die nicht meinen wahren Kenntnisstand widerspiegelt. Aufgrund von einer sozialen Phobie hatte ich zeitlebens Probleme, mich positiv ins Rampenlicht zu stellen, was natürlich bei mündlichen Prüfungen und bei der Arbeit von großem Nachteil ist.

      Ich glaube schon, dass mir dadurch bedingte Rückschläge gewisserweise helfen: Meine Selbsteinschätzung ist realistischer als die anderer. Ich erlebte auch häufig, dass gute Selbstdarsteller anfänglich neben mir reüssieren, aber sich letztendlich als heiße Luft darstellte. Auf windige Versprechungen irgendwelcher Finanz- und Versicherungsheinis falle ich nicht herein.

      • Gute Einsicht.

        Hatte letzten ein Gespräch mit jemandem, der auch Aktien kauft. Da hat er mich gefragt, welche Firmen wohl in 10 Jahren gut dastehen. Da hab ich gesagt, also von den bekannten: Henkel, Coca Cola, Unilever…

        Dann der, aber da ist kein Wachstum? Er interessiert sich mehr für kleine Aktien im Bereich von Mobile Content und Co.

        Er sagte dann er hätte da tolle Strategiepapiere durchgelesen- wie gesagt, sowas halte ich für sehr fraglich. Gerade solche schnellentwickelnden Sachen, die noch in den Kinderschuhen stecken, da muss man schon sehr viel wissen und viel Glück haben.. Aber so läuft das Geschäft. Gerade erleben wir ja auch wieder, dass sehr viele Firmen an die Börse gebracht werden. Kein Wunder, wenn die Kurse am steigen sind, dann wird eben mit viel Schminke alles verkauft und oft lassen sich eben auch erfolgsverwöhnte Menschen von sowas blenden.

        Der Mensch sucht sich halt was, dass ist wie er. Und wenn mit großen Worten immer alles gut lief, dann fällt man halt auch selber auf große Worte rein 😉 .

  4. Der Generationenvertrag ist kein Vertrag und kann kein Vertrag sein. Denn ein Vertrag ist Ausdruck des freien Willens der Vertragspartner. Ein ungeborener Mensch hat jedoch keinen Willen.
    Hier wird einseitig eine Verpflichtung auferlegt. Sklavenhaltung wäre die angemessenere Bezeichnung. Oder noch besser Vasallentum, weil ja die Option besteht, nach langer Dienstzeit die Seite zu wechseln.

    • Was würde ich geben, dass du dies im Internationaler Frühschoppen/Presseclub verkündest und dann warte ich auf die letzte viertel Stunde auf die Zuschaueranrufe 🙂

      • Die würden mich vermutlich lynchen wollen. Fast 80 Jahre staatlich organisierter Gehirnwäsche qua Anwesenheitszwang im staatlichen Unterrichtsvollzug sind halt nicht folgenlos geblieben.

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