Was ist daraus geworden – CTM Media Holding

Im Juli letzten Jahres habe ich eine kleine amerikanische Holding-Aktie (CTM Media Holding) vorgestellt, bei der ein Hauptbestandteil ein Comicverlag ist. Damals gab es zwei sehr irritierte Emails, ob ich die Konzeption dieses Blogs nicht völlig verlassen hätte.

32$ an Kursgewinn und einer Einstiegs-Dividendenrendite von 10% später möchte ich zur Ehrenrettung das Thema noch einmal anschneiden.

Hey, ich bin auch Stolz, wenn ich mal eine gute Small Cap-Idee hatte 😉 …

 

Content ist King, es ist aber leider heute wesentlich schwieriger als früher

Heute ist es leichter (oder zumindest günstiger) seine Inhalte bekannt zu machen. Wer zum Beispiel selbst Musik macht, der hat die Chance im Internet durch Soziale Medien überregional bekannt zu werden. Dies war früher ohne größere Plattenfirma oder andere Industrieunterstützung kaum möglich.

Leider wurde es durch das Internet dann auch schwieriger mit kreativen Inhalten wirklich etwas zu verdienen. Musik wird bei YouTube „kostenlos“ konsumiert und keiner kauft sich mehr die CD. Dieses Problem ist recht bekannt und wirklich bekannte Künstler und ihre Agenten haben immer noch die Möglichkeit über teure Konzertkarten das große Geld zu verdienen.

Das gleiche Phänomen trifft auch die großen überregionalen Zeitungen und viele andere Medien. Warum im Fernsehen einen Film „mit Werbung“ schauen, wenn ich ihn im Internet ohne sehen kann. Warum Bild-Zeitung kaufen, wenn ich die wichtigen News im Internet kostenlos bekomme.

Dies ist wahrscheinlich ein Mit-Grund warum Hollywood uns mit „Franchise“-Filmen überschüttet

Was läuft den heute im Kino? Lego – Der Film? Das hätte es früher nicht gegeben, ein Kino-Blockbuster um Lego Steinchen???

Aber die Entscheidung der großen Filmstudios und ihrer Anhängsel für viel Geld so etwas zu produzieren liegt auf der Hand. Der kreative Inhalt (hier der Film) ist kein -eigenständiges- Produkt mehr, er ist das Transportmittel für andere Produkte (hier die Lego-Steinchen).

Das gleiche sehen wir in der Musik, wenn Künstler nebenbei Kopfhörer, Spirituosen oder Kopfhörer verkaufen. Die Musik selbst ist „materiell“ fast wertlos, sie dient praktisch als Image Kampagne für etwas, wofür der Konsument bereit ist zu bezahlen.

 

Aber Warren Buffett kauft doch Zeitungen?

Er kauft sich sicherlich zusammen mit Charly Munger Lokal-Zeitungen zusammen. Dies besteht aber in der – von ihm selbst genannten Logik-, dass diese derzeit derart günstig zu haben sind, dass sie in der Restlebenszeit diesen Kaufpreis noch rechtfertigen können. Wirklicher Optimismus sieht anders aus.

Berkshire’s cash earnings from its papers will almost certainly trend downward over time. Even a sensible Internet strategy will not be able to prevent modest erosion.“ (aus dem Jahresbericht 2012 von Berkshire Hathaway)

 

IDW (Idea and Design Works) Publishing

Comics sind ein „kleiner“ Markt, der zumindest in Amerika nicht erodiert, sondern seit Jahren wieder wächst. Das ganze hat wahrscheinlich den Grund, dass der Comic-Leser nicht nur Leser, sondern gleichzeitig Sammler und in unterschiedlichen Schattierungen auch „Kunstliebhaber“ ist.

Wer Sammelt will etwas physisches, wer die Werke seines Lieblingszeichners bewundern will – tut dies nicht digital.

Unterm Strich steigt das Dollar-Volumen der Comic Industrie seit Jahren wieder an (von 2011 auf 2012 um 5,15%).

 

Make it a premium product

Comics als Premium Produkt? Hm…, aber es funktioniert. Dazu möchte ich jetzt einfach mal als Beispiel die Comic Figur Judge Dredd herausnehmen, die Figur hat ihre Ursprünge in Großbritannien und wurde auch schon zweimal mehr oder weniger gelungen verfilmt.
Judge Dredd Brian Bolland Collection IDW Comics, Cover für Judge Dredd Comicbuch, Entertainment-Aktien, Dividendenrendite
Der Trick bei einer solchen Kultfigur ist, dass es ein Interesse an dieser Figur gibt und die früher jugendlichen Leser nun zahlungskräftige Erwachsene sind. Also nimmt man die alten Zeichnungen, bringt sie auf ein größeres Bildband Format, bindet das ganze und legt noch ein paar Zusatzinhalte dazu und schon hat man einen Band für 50 bis 300 $ geschaffen.

Die Kosten für das ganze Unterfangen halten sich in Grenzen, da ja eigentlich nur vorhandenes Material aufgearbeitet werden muss.

 

Not big enough for films – but big enough for Comics

Jeder hat wohl seine Fernsehserie aus früheren Tagen, die er heute vermisst. Star Trek, Akte X… wie schön war es doch damals. Ob jetzt wirklich jede Folge gut war sei dahingestellt, jedoch sind einem die Charaktere doch irgendwie ans Herz gewachsen und so will man auch Erfahren wie es weitergeht. Dafür bietet sich der Comic eben einfach an, da er durch das monatliche Erscheinen und den wesentlichen grafischen Bestandteil ein ähnliches Sitcom-Gefühl erzeugt.

Die Strategie solche beliebten Franchises weiterzuspinnen funktioniert bei IDW. Natürlich hat man keine Millionen-Leserschaft, dafür aber eine konstante und zahlungswillige Kundschaft – mit der man rechnen kann.

 

Spinne die Sache weiter

Ein Medien-Franchise wie Star Trek oder Akte X ist ökonomisch unheimlich wertvoll. Fans sind nämlich bereit auch viel Geld für weitere Dinge auszugeben. So stIDW Games X-Files SPielpackung, Aktie X Brettspiel, Geld langfristig Investieren, Aktien Depotartete IDW vor kurzem ein neues Geschäftsfeld „IDW Games“. In diesem soll versucht werden auf Basis von Lizenzen und eigens erschaffenen Fantasiewelten den Brettspiel-Markt neu aufzurollen. Persönlich halte ich dieses Vorhaben für viel versprechend. Ehrlich, wer sich heute einen Akte X Comic bestellt, der ist auch bereit 60$ für ein neues Akte X Brettspiel hinzulegen.

Geschäftsmodel mit starker Skalierbarkeit

IDW Publishing Umsatz und operatives Ergebnis

In Mio. US$ 2011 2012 2013 4th 2012 4th 2013
Umsatz 13,89 17,29 22,83 5,18 6,52
Operatives Ergebnis 1,35 2,19 4,04 1,06 1,46

Die Zahlen zeigen schön, wie gut die oben beschrieben Strategie funktioniert. Dabei wird hier besonders deutlich wie der Gewinn stark überproportional zum Umsatz steigt. Ein Comic muss eben nur einmal gezeichnet werden und kann dann vor allem in Sammelausgaben sehr günstig wieder vermarktet werden. Zudem können erfolgreiche Produktionen an fremdsprachige Verlage verkauft werden.

Eventuelle Verfilmungen von IDW Content sind angedacht, was dann passieren könnte. Dies sind aber bis jetzt nur vage Hoffnungen, die aber in Zeiten derart vieler erfolgreicher Comicverfilmungen alles andere als unmöglich sind.

 

Die Aktie und ich

Letztes Jahr bin ich bei der B-Aktie der CTM Media Holding ( CTMMB / WKN A1JRC5 / ISIN US22944D4016 ) zu 48 US $ Dollar eingestiegen. Die Aktie steht jetzt bei 80$ und ich erhalte demnächst meine dritte Dividende von 1,2$.

Die Firma hat über 8 Millionen Dollar in Cash in den Büchern und ein Geschäftsmodell ohne große Capex Erfordernisse. Dazu herrscht eine starke Dividendenpolitik, sodass der Erfolg auch Kleinaktionären nicht verschlossen bleibt.

Nachdem jetzt auch der andere Teil der CTM Media Holding – das Werbegeschäft für kleinere Tourismusgewerbe, durch die Nutzung digitaler Medien, wieder rentabler wird- bin ich für die Aktie weiterhin positiv gestimmt.

Der Buchwert liegt dank latentem Steueranspruch bei 56,83 $ und das KGV bei aktuell 14,73. Wobei dieses Ergebnis durch Einmaleffekte (unter anderem Bau einer neuen Lagerhalle) verschlechtert wurde.

Dies ist also mit meinem kleinen Free Cashflow / Dividenden Value Pick von 2013 passiert 🙂 –

-Der Autor besitzt Aktien der CTM Media Hodling-

5 Gedanken zu “Was ist daraus geworden – CTM Media Holding

  1. Klar hoffen wir alle, dass die Aktie steigt. Ich erwarte allerdings keine schnellen und große Kurssprünge. Ich schätze RMCF eher als Langweileraktie ein, die langsam steigt, aber Ihre Volatilität besitzt, wenn ich mir (ausnahmsweise) mal den Chart ansehe.
    Billig war die Bewertung nicht, auch nicht als ich zugeschlagen hab. Dafür gibt’s n klasse Unternehmen mit tollem Geschäftsmodell und hohen Margen.

    Hat jemand was näheres bez. des japanischen Franchise gehört?

    Gruß
    Valueer

    • Von den Japanern weiß man wenig 🙂

      Also habe es so verstanden, dass man den Japanern noch Zeit lässt, um die Sachen in Ordnung zu bringen und sich sonst einen anderen Franchisenehmer sucht (erstmal finden;).

      Ansonsten scheint U-Swirl da diesen kleinen Hersteller von GEtränkren und Co gekauft zu haben, um in den eigenen Läden neue Profitquellen aufzutun.

      Denke es wird mit dem Kurs erst spannend, wenn die Zahlen von U-Swirl kommen und man sieht, ob die Aquisitions-Strategie wirklich Kostenvorteile bringt.

      Bin beim rumsurfen auf ein paar großer Supermarktseiten mit Rocky Mountain CHocolate Factory Produkten gestoßen:

      http://www.costco.com/CatalogSearch?storeId=10301&catalogId=10701&langId=-1&keyword=rocky+mountain+chocolate

      http://www.target.com/s?searchTerm=rocky+mountain+chocolate&category=0|All|matchallpartial|all+categories&lnk=snav_sbox_rocky+mountain+chocolate

      Dies ist schonmal schön zu sehen, dass RMCF hier wirklich in die großen Supermarktregale kommt. Sowas bringt Sicherheit und langfristig stabile Umsätze.

      • Hi Ulrich,

        lass uns das ganze doch lieber im Forum diskutieren, ist der passendere Ort dafür. Hab gerade was gepostet.

        Gruß
        Valueer

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