Markels Zukunft weit rosiger als der Kurs [Das Buffett-Modell -Teil 3-]

In den vorherigen Artikeln habe ich ja darüber geschrieben, wie wichtig, die bereits eingezogenen Prämien ( „FLOAT“), für ein Unternehmen wie Markel sind. Diese Gelder sind praktisch der „hoffentlich weiterhin“ zinsfreie Kreditrahmen mit dem das Unternehmen investieren kann.

Erhöht sich diese Float also stark, dann sollte (bei gleichbleibendem Investment-Erfolg) folglich auch die Werteschaffung des Unternehmens langfristig stark steigern…

Markel schluckt Rückversicherer AlterraAlterra Chlanneges are extra clear

Genau dieser Fall ist bei Markel vor kurzem eingetreten. Markel Inc. schloss dieses Jahr die Übernahme des Rückversicherers Alterra ab. Ein Deal, der mir übrigens recht günstig erscheint, da Alterra selbst eine Versicherung mit hoher Erfolgsquote ist und der Übernahmepreis nicht viel über dem Buchwert lag.

Durch die Übernahme von Alterra stieg (nach jüngsten Zahlen) das investierte Kapital von Markel um 73 %. Nach Verwässerung (durch neue Aktien) stiegen die Investments pro Aktie um 19,72%.

Dieser Anstieg dürfte die Eigenkapitalrentabilität in den nächsten Jahren positiv beeinflussen. Von knapp 12,5 bis 13 % Eigenkapitalrentabilität sollte zukünftig die Eigenkapitalrentabilität auf 14,4% bis 15% aufwärts rutschen. Dies setzt natürlich voraus, dass Markel weiter in alter Manier weitermacht.

Diese 2 % an langfristig gewonnener Eigenkapitalrentabilität klingen wenig spektakulär. Jedoch sollte man sich klar machen, dass es sich um langfristige Zinseszins-Effekte handelt und eine Rentabilitätssteigerung von 2% die Sau langfristig wesentlich fetter macht.

Kurz gesagt…

Markel hat durch die Übernahme von Alterra nun wesentlich mehr Geld zum investieren und dadurch sollte sich auch die Entwicklung des Buchwertes in der Zukunft beschleunigen. Diesen Umstand hat (aus meiner Sicht) die Börse bis jetzt aber völlig ignoriert.

Der Aktienkurs von Markel stieg in den letzten 12 Monaten nicht rasant an und so ist die Frage, ob die Wertschöpfungskraft von Markel nicht wesentlich stärker gewachsen ist als es der Aktienkurs derzeit anzeigt.

 

Dafür könnte es einige Gründe geben:

a) Den Wert eines Unternehmens wie Markel zu ermitteln weicht von den Bewertungskriterien „normaler“ Unternehmen ab. Die reine Betrachtung von Kennziffern wie dem KGV ist bei einer Struktur wie Markel völlig irreführend.

b) Die Markel Aktie handelt seit Jahren in einer Kurs zu Buchwert Spanne von 1,1 bis 1,4. Aus diesem Gesichtspunkt liegt die Markel Aktie mit ihrem aktuellen Buchwert von 462,33 $ und einem Aktienkurs von 534,75 $ bei einem Verhältnis von „1,16“. Dies ist zwar am unteren Band der historischen Bewertung; ist aber „aus dieser Sichtweise“ auch nicht extrem günstig und kein „Strong Buy“.

 

Wo könnte ein realistischer Wert von Markel liegen?

 

Dies ist natürlich die ganz große Frage. Generell würde ich sagen, dass Markel aus den oben genannten Gründen heraus zu günstig ist.

 

Einen konkreten Bewertunsansatz möchte ich jedoch kurz einmal zur Anwendung bringen. Es ist das berühmte Bewertungsschema, welches von Berkshire Hathaway selbst in einem früheren Jahresbericht herausgegeben wurde.
Bewertungsschema zum inneren Wert von Berkshire Hathaway Aktie 1993 1995 2013 2005,
Wende ich dieses Schema nun einmal auf die Markel Inc. Aktie an, dann bekomme ich folgende Zahlen…

JahrMarkel Inc. Investitionen pro Aktie Gewinn pro Aktie (vor Steuern) * Multiplikator Innerer Wert der Aktie
2012 862 $ 3,09 $ 13 902,17 $
2013 (aktuell) 1032 $ 29,95 $ 13 1421,35 $

 

Persönlich würde ich bei Markel jedoch konservativer Rechnen als bei Berkshire Hathaway, da bei Markel das Versicherungsgeschäft einen größeren Anteil ausmacht. Jedoch komme ich dann selbst bei einer Halbierung des Inneren-Wertes immer noch auf 710,68 $. Die Aktie liegt folglich bei 534 $ sehr deutlich unter ihrem fairen Wert.

 

Fazit

Markel ist seit dem Börsengang in den 80ern ein Wert mit überragender Wertbildung für seine Aktionäre. Sowohl die Versicherungsabteilung, als auch die Investitions-Sparte, haben einen grandiosen Job gemacht.

In den ersten 9 Monaten des Jahres 2013 hat sich der Buchwert von Markel mit einem Plus von 14% wieder einmal grandios gesteigert.

Dabei sollte man auch bedenken, dass wir uns laut vieler Versicherungsinsider, aktuell in einem sehr schwachen Zyklus der Branche befinden und die schwachen Leitzinsen die Erträge der Branche stark schwächen. Sollten die Zinsen also wirklich einmal wieder steigen, dann sieht für Markel allein durch das günstigere Umfeld vieles wesentlich rosiger aus.

Was Markel aktuell von vergleichbaren Werten abhebt ist die Übernahme von Alterra. Durch die stark gestiegene Zahl an bereits eingesammelten Prämien hat Markel nun wesentlich mehr Geld zum investieren und dies wollte sich in den kommenden Jahren stark positiv auf die Wertebildung auswirken.

Wer also bereits mit dem Buffett-Model liebäugelt und einige Jahre Zeit mitbringt und auf Dividenden verzichten kann, dem würde ich empfehlen einmal über Markel nachzudenken.

9 Gedanken zu “Markels Zukunft weit rosiger als der Kurs [Das Buffett-Modell -Teil 3-]

  1. Kommt auf die Watchlist, sollte die SPD in den Koalitionsverhandlung tatsächlich eine erhöhung der Abgeltungsteuer auf 32% durchsetzen (soviel zu Privaten Altersvorsorge) werde ich ohnehin die Dividendenqoute runterfahren um zumindest eine Stundung der Steuer zu erreichen.

    • Bei Boris kam der Erfolg zu früh und zu heftig. Dieser Mann hat in seinem Leben nichts gelernt … außer von seinem Namen zu leben.

      Da bin mehr der Henry Maske Fan, der es verstanden hat mit seinem Geld auch langfristig etwas aufzubauen ( Stichwort McDonalds).

      Nichtmal das von Namen leben hat Boris wirklich begriffen. Stattdessen hat seinen Namen und Werbewert über die Jahre immer weiter gesenkt. Glaube nicht, dass man Boris Becker überhaupt noch richtig erreichen kann. Dieser Mann hat (vllt.) keine klaren Momente mehr…

  2. Wieder einmal ein spannender Beitrag!

    Habe ebenfalls Markel erst einmal auf meine Watchlist gesetzt. Auf die Dividende könnte ich gut und gerne verzichten, wenn sich deren Geschäft weiter so erfolgreich entwickelt.

    Ebenfalls möchte ich mich für deinen Blogartikel über die RMCF bedanken, das Unternehmen wäre mir nie und nimmer aufgefallen.

    Habe mir ebenfalls Gedanken gemacht und habe mich ebenfalls beteiligt.

    Vielleicht ist es dir in Zukunft möglich regelmäßige Updates von Merkel und RMCF zu machen.

    Bin schon gespannt wie sich die zwei Unternehmen mittel- bis langfristig entwickeln.

    • Bin seit einigen Tagen an nem Vergleich bez. RMCF dran, wenn Ulrich nichts dagegen hat schreib ich zu all den Zahlen noch meine Gedanken dazu und er kann n Gastbeitrag draus machen, vorausgesetzt es reicht dir qualitativ für deinen Blog.

      Wie siehst du das Ulrich?

      Aber nochmals die Frage, die ich im RMCF Artikel schon mal gestellt hatte: Wie ist das Unternehmen auf deinem Radar erschienen, ich mein es ist klein und wird von den meisten sicher nicht beachtet?

      Gruß
      Valueer

      • Guten Morgen Valueer,

        du darfst natürlich gerne einen Gastartikel schreiben und freue mich über deine Gedanken.

        Also auf den Radar ist Rocky Mountain bei mir eigentlich durch U-Swirl gekommen. Damals war U-Swirl noch ein Penny Stock (jetzt sind sie über einem Dollar).

        U-Swirl kennst Du sicher inzwischen auch, wenn du dich mit RMCF auseinandergesetzt hast. Dann habe ich mal geschaut wer hinter U-Swirl steht und bin dann zwangsläufig auf Rocky Mountain Chocolate gestoßen.

        Da ich versuche mein Depot zum großen Teil mit langweiligen Werten zu füllen habe ich dann Rocky Mountain ins Auge gefasst. Sollte U-Swirl wirklich langfristig profitabel werden, dann ist man mit Rocky Mountain mit drin (gehören ja circa 60 % direkt Rocky). Falls nicht, dann hat man mit Rocky Mountain nicht das Risiko viel Geld zu verlieren und kann weiterhin die Dividende einsammeln.

        Rocky Mountain gefällt mir recht gut, da ich das Konzept verstehe. Schokolade in schöner Gestaltung an Flughäfen und Co., sowas wird als Geschenk gekauft und der Preis ist nicht so wichtig.

        So ein Konzept wird nicht durch Technik oder Internet abgelöst, wenn dann wie bei Rocky Moutain auch noch die Bilanz und die Rentabilität langfristig stimmt 🙂 Top.

        Diese Taktik ist zwar „langweilig“, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich doch auf dauer sehr gut damit fahre und stetig (zwar keine gigantischen )Gewinne mache. Das wichtige ist, dass ich auch nicht auf die Schnauze falle und Geld verbrenne. Dieses Problem habe ich in Börsen Foren schon oft erlebt. Die Leute haben oft super Ideen und kennen sich mit einer Technik oder komplexen Gebieten aus und wetten dann auf Turnarounds und machen auch mal heftig Gewinne, aber greifen eben auch oft daneben.

        Schokolade, Bier, Chips, Action Figuren. Für diese Sachen muss ich kein Genie sein und ich begreife es (hoffentlich) und da kucke ich halt zuerst auch bei potentiellen Aktien.

    • Hehe, sehr gut! Wusste gar nicht, dass Pferde Treppen steigen können 🙂

      Wieder mal ein super fundierter Artikel. Danke Ulrich.
      Leider braucht man halt auch immer frisches Kapital um neue Werte wie Markel zu kaufen. Ich will halt nichts bestehendes verkaufen!
      Danaher ist vom Konzept her übrigens ähnlich, genau wie auch Leucadia…

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