Das Buffett-Modell Teil 2 – Markel Corp. kopiert erfolgreich den König des Investierens

Im ersten Teil von „das Buffett-Modell“ habe ich versucht zu erklären wie ein Unternehmen ala Berkshire Hathaway aufgebaut ist.

Durch das Versicherungsgeschäft wird Geld eingesammelt, welches dann über längere Zeit kostenlos zur Verfügung steht und zum Teil in Firmenbeteiligungen, Immobilien, Farmland, Pipelines und andere Vermögenswerte gesteckt werden kann.

Das Geschäftsprinzip ist natürlich genial. Jedoch benötigt man dafür eine gute Versicherungsnische mit absoluten Spitzenpersonal und dann jemanden, der dieses eingesammelte Geld langfristig sinnvoll anlegt…

An dieser Stelle möchte ich nun das Unternehmen, um das es mir eigentlich geht, vorstellen. Es ist die Markel Corporation aus dem US-Bundesstaat Virginia. Dieses Unternehmen hat seinen Ursprung 1920. Damals führte die Stadt Norfolk eine Versicherungspflicht für Kleinbusse ein und der Versicherungsvertreter Samuel Markel witterte seine Chance, da das Geschäft größeren Versicherungskonzernen zu unbedeutend war.

Samuel Markel und seine Nachkommen bauten dieses Geschäft nach und nach aus und schafften es sich weltweit in lukrativen Versicherungsnischen festzusetzen.
Markel Style, Markel Corp Logo
Markel ahmt Berkshire Hathaway nach und liefert Buffett-Renditen

Ende 1986 war es dann soweit; Markel feierte sein Debüt an der New Yorker Börse. Die Strategie war mit Hilfe der Versicherungserfahrung nun zu so etwas wie einer zweiten Berkshire Hathaway zu werden und es gelang. Damals startete die Markel Aktie bei 8,33 $ und ist heute jenseits der 500 $ angekommen. Der von Warren Buffet oft gepriesene Buchwert konnte seitdem jährlich um über 17% zulegen.

Die Markels, die immer noch im Versicherungsgeschäft des Unternehmens leitende Positionen einnehmen, und Thomas Gayner als Chef der Investment-Tochter „Markel Gayner Asset Management“; ein Bomben-Team. Wie Charles Munger und Warren Buffett hat das Markel Team bewiesen, dass Markel kein One-Hit Wonder ist, sondern es wirklich geschafft hat eine Buffett-ähnliche Erfolgsgeschichte zu realisieren.

Markel ähnelt BerkshirMarkel Bread Machine, Brotmaschine für Industriee also in unheimlich vielen Punkten. Es werden kleinere profitable Unternehmen übernommen und langfristig gehalten. Dabei geht es selten spektakulär zu; gekauft werden Hersteller von Maschinen für Backwaren oder Möbelhersteller.

Im Aktiendepot ist die Ähnlichkeit zum Gegenstück aus Omaha ebenfalls nicht zu übersehen. Bezeichnend ist, dass die zweitgrößte Depotposition die A-Aktie von Berkshire Hathaway ist. Die drittgrößte Position nimmt übrigens die B-Aktie von Berkshire Hathaway ein. Unter den Top 10 Holdings finden sich dann auch andere Buffett-Lieblinge wie Wal-Mart oder Exxon Mobil .

Das Versicherungsgeschäft von Markel ist ebenfalls hoch effizient. In den letzten Jahren waren  die Versicherungsabschlüsse (Underwritings) stets ausreichend um die Versicherungsschäden auszuzahlen. Dies ist alles andere als selbstverständlich. Viele Versicherungsunternehmen mussten in den letzten Jahren zusätzlich Geld in die Hand nehmen um Versicherungsschäden zu begleichen.

Wer also ein Fan von Buffetts Strategie ist, muss auch ein Fan von Markel sein. Die Parallelen und die Performance sind zu ähnlich um sich mit Markel nicht zu beschäftigen.

 

Warum Markel, wenn ich auch gleich das Original kaufen kann?

Auf diese Frage habe ich zwei Antworten:

  1. Auch beim besten Unternehmen kann einmal etwas schief gehen. Warren Buffett und Charles Munger mögen geistig fit sein, sind aber inzwischen sehr alte Männer. Das Team von Markel ist einiges jünger und so macht es allein aus der Sicht der Differenzierung Sinn sein Geld ein wenig zu streuen.

Wobei ich der Meinung bin, dass die Ängste mancher Anleger wegen Buffetts Alter unbegründet sind. Eine Todesnachricht oder eine ernsthafte gesundheitliche Verschlechterung von ihm oder Munger würden der Aktie kurzfristig ein paar Prozentpunkte klauen, jedoch wird Berkshire selbst bei einem schlechten neuen Management nicht über Nacht extrem an Wert verlieren. Die Unternehmen in der Berkshire Struktur haben alle erfahrene Manager und werden ihr Geschäft weiterhin erfolgreich betreiben. Ein neues Management müsste schon Fehlentscheidungen in gigantischem Ausmaß tätigen, damit Berkshire langfristig extrem an wert einbüßt.

  1. Der für mich entscheidende Grund für eine Überlegung zum Kauf von Markel Anteilen besteht in der ( von mir geglaubten ) Unterbewertung der Markel Corporation Aktie.

 

Zu dieser Unterbewertungs-Theorie möchte ich dann im nächsten Artikel kommen, da die Nacht doch schon weit fortgeschritten ist 🙂 .

Ein Gedanke zu “Das Buffett-Modell Teil 2 – Markel Corp. kopiert erfolgreich den König des Investierens

  1. Bin schon gespannt. Interessant wäre sicher auch ein Vergleich mit Fairfax Financial und ähnlichen „mini-Berkshires“. Nebenbei bemerkt muss ich dich noch loben, das ist einer meiner deutschen Lieblingsblogs zum Thema Value Investing. 😉

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