Kali und Salz AG, meine Beobachtungen zur Diskussion

Kali und Salz war bei mir im Blog schon öfter Thema und ich selbst war gegenüber dem Wert noch vor wenigen Monaten sehr positiv. Seitdem hat die K+S Aktie jedoch massiv verloren und ich möchte (nachdem ich schon per Email darüber diskutiert habe) kurz einmal meine Gedanken zum Kalimarkt und der Kali und Salz Aktie niederschreiben…

Die Ausgangslage

Der russische Kaliproduzent Uralkali kündigte im Juni völlig überraschend an, aus seiner Vertriebsgemeinschaft mit dem weißrussichen Kali Produzenten Belaruskali auszusteigen.

Dies ist von daher eine gravierende Marktmeldung, da der weltweite Kalimarkt und damit auch der weltweite Kalipreis von dem russischen und von dem amerikanischen Kali-Konsortium beherrscht werden.

Platzt nun eines dieser Konsortien und die Preisabsprachen im Hintergrund, dann befürchten viele Marktbeobachter einen massiven Verfall der Kalipreise.

Sinkt der Preis für Kali ist diese besonder für K+S bitter. Von den wenigen großen Kali-Unternehmen der Welt (Potash Corp, Mosaic und Co) hat der DAX-Konzern die höchsten Kosten beim Abbau.

Da K+S aber nicht nur die höchsten Produktionskosten, sondern auch einen geringen Weltmarktanteil hat, sieht es so aus, als könnte die Ertragskraft der K+S AG folglich völlig unter die Räder kommen.

Viel Poltik / wenig Rationalität

Laut russischem Vorwurf haben die Weißrussen während der Vertriebsgemeinschaft mit Uralkali immer wieder geschummelt und heimlich außerhalb der Vertriebsgemeinschaft verkauft.

Was ein wenig positiven Ausblick beschert ist jedoch, dass die russische Uralkali nicht ausschließt in der Zukunft wieder in den gemeinsamen Vertrieb mit den Weißrussen zu treten.

Für mich persönlich sieht das ganze nicht nach einem rein wirtschaftlichen Vorgang aus, sondern die Russen versuchen wieder einmal ihren Einfluss beim westlichen Nachbarn zu demonstrieren.
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Nach meinem Wissen ist Weißrussland und sein Staatsoberhaupt Lukaschenka massiv von Moskau abhängig. Die weißrussische Wirtschaft hat nie eine Abkehr von der Planwirtschaft vollzogen und den weißrussischen Rubel nimmt nicht einmal der Wind.

Die Russen demonstrieren also anscheinend wieder einmal, wer hier Herr im Haus ist. Weißrussland könnte durchaus gezwungen sein schnell einzulenken und alles ist wieder in Butter???

 

Meine Empfehlung vom 1. Juni 2013

Am 1. Juni 2013 habe ich selbst einen Artikel über die K+S Aktie geschrieben und war damals überzeugt von diesem Wert ( siehe K+S AG, der solide DAX-Wert zum vertretbaren Kurs“ ). Dass die Situation am Kalimarkt so schnell derart ungewiss wird habe ich nicht vorausgesehen.

Damit war ich aber anscheinend auch nicht der Einzige. Die kanadische Potash Corp of Saskatchewan (POT) kündigte selbst am 31. Juni noch einen größeren Aktienrückkauf an und die Branche ist wohl generell kalt erwischt wurden.

Die Aktie um K+S und anderen Kali-Spieler wird aktuell im Internet viel diskutiert.

Meine Einschätzung dazu ist, dass Kali und Salz der schwächste Spieler in der Branche ist. Wird man sich im Osten längerfristig nicht einigen können, dann wird K+S es am stärksten spüren. Auch das Salzgeschäft wird die Ertragssituation von K+S dann nicht retten.

Kali und Salz und das weltweite Nachfragewachstum

Das Management von Kali und Salz spielt einem gern das Lied von der steigenden weltweiten Nachfrage nach Düngemitteln. Es scheint für mich aber nach der Beobachtung der letzten Wochen offensichtlich , dass die Kali-Nachfrage zwar wächst, aber kaum das potentielle Angebot schnell erschöpfen wird. Die einfach Formel: „Mehr Nachfrage = Höherer Preis“ dürfte also mindestens mittelfristig eine reine Beruhigungspille für Anleger sein.

Hat Kali und Salz dennoch Vorteile im Kaligeschäft?

Ein kurzer Blick auf die Landkarte zeigt, dass Kali und Salz den Westeuropäischen Abnehmern am nächsten ist. Da bei Düngemitteln der Transport ein größerer Kostenfaktor ist muss sich zeigen inwieweit Kali und Salz hier Vorteile hat, die die Abhängigkeit von den internationalen Kali-Preisen begrenzt.

Auch wirbt Kali und Salz gern mit ihren Spezialprodukten und der besonders mineralischen Zusammensetzung der deutschen Kalivorkommen. Ob K+S von den kürzeren Transportwegen und einem höherwertigen Produktangebot profitieren kann ist aber schwer zu sagen. Was hier Investor Relations-BlaBla ist und was stimmt; ich weiß es nicht.

Die Kali und Salz Aktie und die Übernahmephantasien

Wurde Kali und Salz bewusst von der östlichen Konkurrenz angeschossen, um so den Kurs zu drücken und eine Übernahme vorzubereiten? Sinn könnte dies aufgrund der geographischen Lage machen.

Könnte BHP Billiton, die anscheinend schon länger ins Kaliumgeschäft wollen, die Chance nutzen und sich jetzt günstig die K+S schnappen. K+S-Optimisten spekulieren hierbei stark auf das Legacy-Projekt (Minenprojekt in Kanada) und den großen Wert dieses Projekts.

Fazit

Für mich ist K+S derzeit schwer einzuschätzen. Erstens ist K+S schon seit einer Ewigkeit im Geschäft und schwankende Ertragssituationen sind Bestandteil von Commodities. Das K+S also in die Insolvenz rauscht kann ich nicht glauben, schlimmstenfalls wird vorher irgendjemand eine Übernahme starten.

Was jedoch den Kurs angeht ist hier alles offen. Entscheiden sich die russischen Entscheidungsträger plötzlich um und arbeiten wieder mit den Weißrussen zusammen, dann könnte sich die K+S Aktie innerhalb von Minuten wieder verdoppeln.

Alles, was aktuell über K+S und zukünftige Umsätze und Gewinne verkündet wird, ist reine Spekulation. Bis zu der nächsten großen Runde internationaler Kaliabkommen und den darauf folgende Finanzpublikationen der großen Kalihersteller ist das hier alles Kaffeesatz-Leserei.

Dies sind meine 5 Cent zum Thema K+S und ich bin dankbar für Ergänzungen und neue Gedankengänge.

4 Gedanken zu “Kali und Salz AG, meine Beobachtungen zur Diskussion

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 4. September 2013 | Die Börsenblogger

  2. Zur Abrundung der Hintergründe sollte man sicher auch die kürzlich erfolgte Festnahme des Uralkali-Chefs Baumgertner und die sich daraus ergebenen weiteren Eskalationen nicht unerwähnt lassen.

    Aber Deinem Fazit kann ich mich nur voll und ganz anschliessen:
    „…Für mich ist K+S derzeit schwer einzuschätzen. Was … den Kurs angeht ist hier alles offen.
    Alles, was aktuell über K+S und zukünftige Umsätze und Gewinne verkündet wird, ist reine Spekulation.. (und) alles Kaffeesatz-Leserei.“

    Auf jeden Fall werde ich die Finger von K+S lassen.

    Gruß, Der Privatier

  3. Ich habe kurz nach dem Kurssturz bei 20,50 etwas teuer eingekauft. Bleibe investiert. Man kann einen Rohstoffkonzern wie K&S natürlich nicht mit Konsumgüterherstellern vergleichen die ich beim investieren in der Regel bevorzuge und die einen Großteil meines Depots ausmachen. Ich denke K&S ist momentan so günstig, dass man es risikieren kann. Sollte die negativ Analysten recht behalten und Kurse von 12 Euro und weniger kommen kann man bei dem Wert eigentlich all in gehen. Die Salzsparte dürfte alleine schon 10 Euro pro Aktie mindestens wert sein, dazu bekäme man das Kali und Spezialdüngergeschäft und ein Bergbauprojekt in Canada welches für Firmen wie BHP durchaus intrassant sein könnte.

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