Frosta AG – langweiliges Tiefkühlgeschäft mit 4,6% Dividende

Wer sich ab und an aus der Tiefkühltruhe ernährt, dem wird der Name Frosta nicht unbekannt sein. Nudeln mit Gemüße, Nudeln mit Schrimps, 600 Kalorien und schnell zubereitet. Dies ist das Geschäft der Frosta AG aus Bremerhaven.

Das Geschäft ist langweilig und nach Jahren hoher Rohstoffkosten und schwieriger Konsumenten wieder im Auftrieb…

Frosta besitzt nicht nur eine recht starke Marke und Produkte, die iFrosta Anteil Handelsmarken, Gewinn von Frosta Handelsmarken, Frosta Gewinnmarge Aldi 20120ch im Vergleich als qualitativ gut beurteile, sondern ist auch Großlieferant für Aldi und Co.

Aldi ist zwar zu den „richtigen“ Preisen ein guter Abnehmer, jedoch hat der große Anteil des Handelsmarken-Geschäfts auch seine Tücken. Als Handelsmarkenproduzent besitzt man oft schmalste Margen und steigende Rohstoffkosten ruinieren einem sofort das Geschäft.

Dies zeigte sich im Geschäftsjahr 2012 recht eindeutig. Durch höhere Kosten für Fisch sank das Betriebsergebnis des Handelsmarken-Geschäfts um ganze 43,2 %. Das Geschäft mit der Frosta-Marke gab jedoch nur um 9,3 % nach.

Der Kostentrend scheint den Höhepunkt überschritten zu haben

Wer sich ein wenig für die verarbeitende Lebensmittelbranche interessiert, dem wird in den letzten Monat nicht entgangen sein, dass sich das Bild hier aufhellt. Die Kosten für Soft Commodities

scheinen ihren Höhepunkt überschritten zu haben und sind seit einem Extrempunkt 2012 wieder am fallen.

Der Umstand niedrigerer Rohstoffkosten hat natürlich dieses Jahr die Ertragsleistung der Frosta AG wesentlich verbessert. Das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit legte, im ersten Halbjahr 2013, um 50 % zu und der Gewinn pro Aktie sprang um 58% auf 0,79 €.

 

Bei gegenwärtiger Entwicklung ist die Frosta Aktie interessant

Explodierende Preise am Rohstoffmarkt und eine sehr sparsamer Konsument haben es in den letzten Jahren der Frosta AG nicht leicht gemacht.

Das EBITA sank bei recht stabilen Umsätzen von 2008 bis 2012 um 49 %.

Dieser Trend scheint sich jedoch aktuell umzukehren und Frostas Gewinn pro Aktie sollte dieses Jahr circa 1,35 bis 1,40 Euro erreichen (meine Erwartung aus dem ersten Halbjahres-Ergebnis).

Bei 1,35 € Gewinn pro Aktie und einem aktuellen Kurs von 16,19 € haben wir also ein laufendes KGV von 12.

 

Gute Finanzsituation, aber dennoch kein High Quality Business

Die Frosta AG ist mit knapp über 50% mit Eigenkapital finanziert, was ein guter und stabiler Anteil für die Lebensmittelindustrie ist.

Niedriges KGV, stabile Branche und gute Finanzierung wären eigentlich ein absoluter Buy. Leider ist FROSTA sehr stark vom Handelsmarkengeschäft abhängig. Die langfristige Ertragskraft lässt sich also schwerer vorrausehen, als bei reinen Marken-Herstellern.
Frosta AG Aktie  Eigenkapitalrentabilität 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Die starke Abhängigkeit vom extrem preissensiblen Eigenmarkensegment zeigt sich bei Frosta eben stark bei der Rentabilität und in schwierigen Konjukturphasen ist Frosta keine Coca Cola!

Dividendenpolitik

Ein klares Pro der Frosta AG ist die recht großzügige Dividendepolitik. Die Hauptaktionärsfamilie Ahlers scheint mit dieser Politik gut zu fahren und bezahlt seit 2006 steigende Dividenden und mit 75 Cent pro Aktie liegt die Dividendenrendite aktuell bei 4,63 %.

Eine solche Dividendenrendite, mit einer für 2013 geschätzten Auszahlungsquote von 56%, ist eine schöne Sache. Vor allem, da man sich bei Frosta trotz der Auf und Abs wenig Sorgen machen muss.

FazitFrosta Paelle Packung, Produkte der Frosta AG

Die Aktie der Frosta AG ( WKN 606900 ) ist ein eher unbekannter deutscher Dauerbrenner und über 100 Jahren im Geschäft.

Großes Wachstumspotential gibt es nicht und auch das Management weiß, dass doppelstellige Umsatzsteigerungen unrealistisch sein.

Ein bisschen Umsatzhoffnung macht zwar die bereits vorhandene Präsens in Osteuropa, aber wie gesagt: Frosta ist eine Langeweiler-Aktie.

Geduldige Buy and Hold Käufer sollten die Frosta Aktie dennoch einmal ins Auge fassen. Die Firma hat gute Beziehungen zu Lieferanten und Supermarktketten, was einen zwar nicht übe Nacht reich macht, aber ein langfristig verlässliches Geschäft ist.

Die Dividende von 4,6 % einsammeln und von zurückkommenden Rohstoffkosten profitieren. Sollten die Preise für Soft Commodities weiter zurückkommen, ist sich auch ein Kurs von 20 € und knapp darüber drin. Kurs-Fantasien darüber solle man aber, trotz des gegenwärtigen KGVs von 12, nicht haben. Das Gewinnpotential des Handelsmarkengeschäfts ist zu schwankend um eine Prämiumbewertung für die Aktie zu behzahlen.

2 Gedanken zu “Frosta AG – langweiliges Tiefkühlgeschäft mit 4,6% Dividende

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 9. August 2013 | Die Börsenblogger

  2. Pingback: Aus anderen Blogs – KW 33/2013 | Kapitalmarktexperten.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.