Buffett liebt Coca Cola – also liebt er auch Wal-Mart!

Über die Jahre lösen neue Geschäftsmodelle alte Geschäftsmodelle ab. Dies geschieht meist durch Produkte und Konzepte, die schlicht effizienter sind. Der Lastwagen löste das Pferd ab, die Digitalkamera die konventionelle Fotografie und der iPod machte den Walkman endgültig überflüssig.

Interessant dabei ist, dass einem oft die größeren Veränderungen gar nicht bewusst sind, da sie sich so schleichend in den Alltag einbürgern. Eine solche schleichende gravierende Veränderung ist die Art des Einkaufens. Dabei möchte ich nicht vom Online-Handel sprechen, sondern vom Einkauf von täglichen Produkten wie Käse, Wurst und Gemüse. Ob es nun Aldi, Wal-Mart oder Kaufland ist, die Art des Einkaufens hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend verändert…Wir bummeln nicht mehr von kleinem Laden zu kleinem Laden, sondern kaufen unseren täglichen Bedarf an Produkten im Supermarkt.

Warren Buffett hält den verspäteten Einstieg in diesen Trend sogar als einen seiner größten Fehler „my biggest mistake? – not buying Wal-Mart in the ’80s“.

Seit 2005 kauft Warren Buffett immer wieder Wal-Mart Aktien und bezogen auf die Fundamentaldaten, bezahlt man heute für eine Wal-Mart den gleichen Preis wie Buffett. Ist es also sinnvoll ebenfalls in Wal-Mart oder einen anderen großen Einzelhändler zu investieren?

Competitive Advantage ( Warren liebt Coca Cola, also liebt er auch Wal-Mart)

Das Geheimnis vieler erfolgreicher Investoren ist es Geschäftsmodelle zu identifizieren, die langfristig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber bestehenden und zukünftigen Konkurrenten haben.

Die großen Getränkekonzerne haben ihr riesiges Distributionsnetz und über Jahrzehnte gepflegte Marken. Pepsi und Coca Cola beherrschen die Abfüllkapazitäten, die Getränkeautomaten an Schulen und Flughäfen, die Getränkespender von McDonald’s, KFC und Burger King rund um den Globus und pflegen seit über hundert Jahren milliardenschwere Markenpflege.

Unschlagbar!

Wal-Mart, Kaufland, Lidl sind doch etwas ganz anderen? Wal-Mart scheint oberflächlich eigentlich wenig mit Erfolgskonzepten wie Procter & Gamble, Heinz oder Coca Cola gemeinsam zu haben. Schließlich kaufe ich mir Heinz Ketchup, weil ich am Grill Abend meinen Gästen eine gutes Produkt mit Résumé anbieten will. Würde auf dem Gartentisch nun das Ketchup von K-Classic oder Gut & Günstig stehen wäre ich ja sofort als alter Geizhals enttarnt.

Marken sind jedoch nur ein Teil des Erfolgs

Viele denken der Erfolg von Coca Cola wäre allein auf die starken Marken und die Bekanntheit zurückzuführen. Dies ist jedoch nur ein Teil der Erfolgsgeschichte dieser Unternehmen.

Genauso wichtig (wenn nicht noch wichtiger als die starken Marken) ist nämlich das weltumspannende Distributionsnetz dieser Firmen. Coca Cola besitzt nämlich nicht nur die stärksten Marken in fast jedem Getränkesegment, sondern es beherrscht überhaupt unsere Möglichkeit zu trinken.

Coca Cola verfügt über High-Tech Abfüll-Anlagen, Lastwagenflotten, Verträge mit Universitäten, Stadien, Restaurantketten und daher ist an vielen Orten eben auch nichts anderes als Coca Cola (oder anderen Marken des Konzerns) verfügbar! Haben sie schon einmal probiert bei McDonald’s kein Coca Cola Produkt zu trinken?

Dieser Status Quo ist festgeschrieben. So gibt es zum Beispiel zwischen Pepsi und dem weltgrößten Fast-Food Konzern Yum! Brands einen Exklusivvertrag, der den exklusiven Ausschank von Pepsi Produkten für alle Zeit festschreibt.

Da können die kleine Getränkekonzerne mit neuen Limonaden noch so lange Bohren, auch Graninis die Limo wird maximal einen kleinen Achtungserfolg gegen Fanta erzielen. Coca Cola oder Pepsi mit etwas anderem als Nischenprodukten im Getränkemarkt angreifen zu wollen ist schlicht Selbstmord. Coca Cola und Pepsi werden ihre Distributionskanäle dann für den möchtegern Konkurrenten schließen und Game Over.

Die Distribution macht einen großen Teils des Erfolg bei Konsumgütern aus! Dies wissen die Bill Gates und Warren Buffets dieser Welt… (siehe auch Invest it like Buffet – Welche Aktien hat Investment Genie Warren Buffet? und Auf diese Aktien setzt Bill Gates für das Wohl der Menschheit )

und genau aus diese Logik haben sie auch Wal-Mart im Portfolio

Ein Drittel aller Einzelhandelsumsätze in den USA wird bei Wal-Mart generiert und dies ist die langfristige Lizenz zum Gelddrucken. Mit einem Jahresumsatz voWal MArt Lastagen Trucksn 500 Milliarden US$ ist Wal-Mart unantastbar.

Wal-Mart besitzt die schnellsten und effizientesten Liefer und Logistikkanäle. Dazu hat Wal-Mart Macht über seine Lieferanten wie kein anderer. Wenn Wal-Mart der Meinung ist, dass der Lieferant günstiger liefern soll, wird er dies tun oder er verliert einen Großteil seiner Umsätze.

Wal-Marts Geschäft ist es quer durch die Palette die niedrigsten Preise zu liefern. Dies wird Wal-Mart auch weiterhin gelingen, da jeder Massenhersteller von Produkten Wal Mart immer den besten Preis machen muss.

Durch die bereits vielen bestehenden Filialen und die Beherrschung der Verkaufskanäle besitzt Wal-Mart folglich die selbe Unbesiegbarkeit wie Coca Cola.

Kritik

So schön das Wal-Mart, Aldi, Kaufland-Konzept für seine Eigentümer auch ist. Das Geschäftsmodell der großen Einzelhändler ist leider für große Teile der sonstigen Wirtschaft nicht ohne Folgen. Durch die wenigen großen Player im Einzelhandel haben Lieferanten mit weniger beliebten Marken oft keine andere Möglichkeit, als durch Lohndumping zu überleben. Das Rad der Zeit wird sich aber nicht mehr zurückdrehen lassen, deswegen ist es müßig deswegen nicht in große Einzelhändler zu investieren.

Finanzen Wal-Mart Stores Inc.

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Umsatz 348,65 378,8 405,61 408,21 421,85 446,95 469,16
operatives Ergebnis 20,5 22 22,8 24 25,5 26,6 27,8
Eigentkapital-Rendite 18,30% 19,70% 20,50% 20,30% 23,90% 22,00% 22,30%
Ausstehende Aktien 4,17 4,07 3,95 3,88 3,67 3,47 3,39
Gewinn pro Aktie 2,71 3,13 3,39 3,7 4,47 4,52 5,02
Dividende pro Aktie 0,67 0,88 0,95 1,09 1,21 1,46 1,59
*Umsätze und operatives Ergebnis in Milliarden US$, Gewinn pro Aktien und Dividende in US$

Was soll man zu den Wal-Mart Finanzen sage?!. Langsam, aber stetig, gen Himmel. Wenn es so weiter geht wird Wal-Mart vielleicht das erste Unternehmen sein, dass die Marktkapitalisierung von einer Billionen US$ erreicht.

Die Waltons, denen über die Hälfe von Wal Mart gehört, ist schon jetzt die reichste Familie der Welt. Zu diesem finanziellen Reichtum kommt auch noch der enorme Einfluss auf die Politik rund um den Globus, schließlich ist Wal-Mart mit über zwei Millionen Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Welt und noch viel mehr Jobs hängen von Wal-Mart ab.

Das Zusammenspiel von einer für den Einzelhandel unüblich hohe Rentabilität, den Aktienrückkäufen und dem stabilen Geschäftsfeld zeigen hier einen der typischen langfristigen Gewinner an.

Die Wal-Mart Aktie ist zwar für einen Einzelhandelswert stets recht hoch bewertet, man sollte aber bedenken, dass selbst Riesen wie Target oder die britische Tesco fast wie Zwerge gegen Wal-Mart erscheinen. Dieser Umstand gibt Wal-Mart bei Preisverhandlungen stets einen enormen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Dazu kommt dann auch noch die unerreichte Rentabilität des Unternehmens, was sich an einer starken Eigenkapitalrentabilität von über 20% selbst im Krisenjahr 2009 zeigt.

Fazit

Wal-Mart ist der größte und rentabelste der großen börsengelisteten Einzelhandelsunternehmen. Wal Mart Filialen sich nicht schön unWal-Mart always low prices, günstiges priese, günstige smartphones bei wal-martd sollen auch keine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen. Bei Wal-Mart gibt es jedes Produkt, vom Klopapier bis zum iPhone, und dieses immer zu einem spitzen Preis.

Komm zu Wal-Mart! Hier gibt es alles zu einem tollen Preis und Du musst nirgends anderes mehr hin!  – dies ist das Wal-Mart Konzept.

In einer Zeit, in der viele Menschen aufgrund niedriger Löhne ihr Budget sehr stark kontrollieren müssen und auch immer mehr wohlhabende Menschen die Schnäppchenjagd für sich entdeckt haben ist Wal-Mart eine verlässliche Geld-Maschine.

Beim Kurs von 74,67$ handelt die Wal-Mart Stores Inc. Aktie [ WMT / WKN: 860853 ) aktuell bei einem KGV von 14,73 und einer Dividendenrendite von 2,5%. Dies ist kein Schnäppchen für eine Einzelhandelsaktie, für ein derart dominanten Player mit niedrigem Risiko-Profil jedoch sicher ein vertretbarer Einstiegszeitpunkt.

*Selbst habe ich im letzten Monat eine erste Position an Wal-Mart Aktien erworben.

13 Gedanken zu “Buffett liebt Coca Cola – also liebt er auch Wal-Mart!

    • So war dies nicht gemeint. Natürlich hat jeder Retailer seine eigenen Chancen und nicht jedes Konzept funktioniert überall. Wal-Mart ist aber wohl die erste Wahl, wenn auch höher bewertet als die Konkurrenten.

      Tesco ist aber groß genug, um auch weiterhin GEld in die Kassen zu spülen und es gibt ja auch noch Indien und Co… wachsen können alle noch.

      • Tesco hat in seinem Heimatmarkt schlicht mit einer stark schwächelnden Wirtschaft zu kämpfen. Hab meinen Bestand an TEsco vor einigen Wochen (noch vorm Absturz) etwas reduziert. Hier plagt den geneigten Anleger auch eher die Wechselkursentwicklung. In Euro bin ich derzeit in der Nähe meines Einstiegs vor einem Jahr, in Pfund liegen wir fast 10% höher.

  1. Hallo. Kurze Anmerkung meinerseits: Überarbeite doch mal die mobile Darstellung deines Blogs. Auf meinem iPhone kann ich wegen der Werbung auf den rechten Seite im Bild rein gar nichts mehr erkennen! Bitte ändern! Ich schaue hier fast nur mobil vorbei und ich denke viele andere Nutzer auch…

    Beste Grüße

  2. Hi Ulrich.

    Wieder mal ein toller Beitrag! Leider habe ich nicht ständig Geld übrig um neue Titel zu erwerben. Wal-Mart würde aber definitiv auf meiner Kauf-Liste stehen. Genau wie Wells Fargo. Bin momentan stark in Microsoft (20% im Plus) und will die noch ein bisschen laufen lassen.

    Interessant fand ich, dass Wal-Mart in Deutschland jämmerlich gescheitert ist. Das Konzept funktioniert also nicht überall.
    Diese hohen Eigenkapitalrenditen sind wirklich erstaunlich. Da kann eine METRO nur von träumen.

    Mich würde mal deine Meinung interessieren: warum METRO den entgegengesetzten Verlauf von Wal-Mart zu nehmen scheint. Immerhin geht es hier um die selbe Branche…

    Gruss

    • Also die Metro hat sicherlich einige Baustellen. Habe mich jetzt schon länger nicht mehr damit beschäftigt, anscheinend wurden aber die üblichen Fehler gemacht ( siehe auch Quelle). Zu später Einstieg in den ONline-Handel, der gerade bei Elektronik heute einiges vom Kuchen ausmacht.

      Dazu kommt wohl auch der Umstand, dass Deutschland im Bezug auf Einzelhandels-Margen der übelste Markt überhaupt ist.

      Wal-Mart scheint in den USA mit ihren Brot und Butter-Produkten Einzelmargen von 3 bis 4 % zu erzielen. In Talk-Shows habe ich schon desöfteren gehört, dass große deutsche Einzelhändler oft mit Einzelmargen von einem Prozent oder sogar darunter kalkulieren.

      Der Deutsche ist wohl eher dazu bereits viel Geld für die Außendarstellung (Garten, Auto…) auszugeben, während er bei Nahrung und Co am liebsten zum billigsten Produkt greift.

      Wenn man in Frankreich einkaufen ist und gigantische Käsetheken beobachtet sieht man schnell den Unterschied.

      Gruß Ulrich

      P.S: Microsoft lief je dann endlich mal überraschend gut :)

    • Genauso gehts mir im Moment auch. bin durch die Käufe im Verlauf der letzten 12 Monate stark in Microsoft (bei mir fast 25% plus) und IBM ( so 2% plus) investiert, und sehe keinen Grund, das jetzt zu verkaufen.

      Walmart ist in Deutschland daran gescheitert, dass hierzulande andre diese Skaleneffekte in der Distribution ausspielen können, hierzulande das hinzukriegen wäre verdammt aufwendig geworden.

  3. Pingback: Kleine Presseschau vom 5. Juli 2013 | Die Börsenblogger

  4. Ob du einsteigst oder nicht musst du selbst entscheiden, das kann dir keiner abnehmen. Die (finanziellen) Konsequenzen trägt ja auch keiner für dich (und schon gar nicht dein Finanz- oder Bank -“Berater”). Zitat meines Dozenten: Trenne niemals Verantwortung von Konsequenz.

    Mich hat letztes Jahr folgendes zum Einstieg veranlasst:

    – solides, stetig wachsendes Geschäft
    – kontinuierlich steigende Dividenden
    – nach WalMart höchste Margen im Einzelhandel
    – Buffett erhöhte seine Beteiligung nach dem Kursrutsch 2012

    Schlecht lief das Geschäft letztes Jahr: Rückzug aus den USA, Probleme im Heimatmarkt GB

    Langfristig halte ich Tesco für ein hervorragendes Investment, auch wenn WalMart nach den Zahlen das eindeutig bessere Unternehmen ist. Stellt sich die Frage warum ich dann nicht in WalMart eingestiegen bin? Ganz einfach: Die Aktie gibt es
    nicht mit ausreichend hoher Sicherheitsmarge.

    Gruß
    Valueer

    • Im Herbst 2011 gabs Walmart mal mit KGV 12. Konnte damals mangels Liquidität nicht zuschlagen, aber ich finde Walmart auch jetzt nicht wirklich teuer, wenn auch nicht richtig billig…

  5. Pingback: Aus anderen Blogs – KW 28/2013 | Kapitalmarktexperten.de

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