Aktien – wie sicher und renditestark sind sie? (für Anfänger)

Gerade sah ich im öffentlich rechtlichen Fernsehen eine Verbrauchersendung zum Thema Geldanlage. Auf meinen Blog verirren sich immer wieder auch Menschen, die gerne mehr über Aktien erfahren würden. Leider sind diese aber durch die vielen Zahlen und Einschätzungen von mir (und den Kommentatoren) erst einmal überfordert (und dies ist anfangs auch ganz normal).

Da die Verbrauchermagazine im Fernsehen diesem Thema leider immer nur sehr wenig Sendezeit zur Verfügung stellen, möchte ich versuchen ein paar der Grundfragen einmal nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.

Aktien und die Sicherheit…
Dieses Thema ist natürlich wichtig und auch ich möchte durch investiertes Geld keine Verluste erleiden.

Vielleicht kennen Sie ja von der Bankberatung her, die sogenannten Risikoklassen. Aktien befinden sich in den Risikoklassen 3 bis 5. Europäische Werte sind in 3, US-Amerikanische in 4.

Daraus könnte man den Schluss ziehen, dass Aktien generell alle gleich sicher oder unsicher sind. Dies ist aber ein ganz großer Denkfehler.

Würden Sie sich eine Staatsanleihe aus Simbabwe kaufen? Persönlich würde ich dies nicht tun. Bei einer Staatsanleihe aus Deutschland oder Dänemark und entsprechender Verzinsung könnte ich mich dazu aber hinreißen lassen und könnte in der Nacht noch meinen Schlaf finden.
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Genauso verhält es sich auch bei Aktien.

Eine Facebook und eine Nestle Aktie sind zum Beispiel völlig unterschiedliche Risikoklassen. Facebook ist sicherlich ein modernes Phänomen. Ob und wann dieses Phänomen jedoch von einem anderen verdrängt wird weiß keiner. Ob sich mit Facebook je die erwünschten Umsätze und Gewinne erzielen lassen (auf die so mancher Anleger hofft) weiß auch keiner.

Der Kurs der Facebook Aktie kann in ein paar Jahren bei ein paar Cent liegen oder bei 1000 US$. Dies kann ich ihnen nicht sagen und wenn jemand wirklich „langfristige“ Kursziele zu so einer Aktie aufstellt, dann sollte man die Glaubwürdigkeit schon stark hinterfragen.

Bei Nestle hingegen ist die Sicherheit wesentlich höher. Nestle besitzt ein gutes Vertriebsnetz rund um den Globus und viele All-Tags-Marken, die gut etabliert sind und täglich nachgefragt werden. Mit der Nestle-Aktie wird man nicht plötzlich ins Armen-Haus ziehen müssen. Nestle wird höchstwahrscheinlich in Lage sein seine Produktpreise der Inflation anzupassen und auch in anderen Regionen der Welt weiter Fuß zu fassen.

Nestle wird also höchstwahrscheinlich in der Zukunft positive Erträge liefern.

Fazit: Es gibt nicht das EINE Aktienrisiko. Es gibt Aktien mit hohem und niedrigem Risiko, genauso wie es Staatsanleihen mit hohem und niedrigem Risiko gibt.

Was kann ich an Zinsen von Aktien erwarten?

Zinsen sind eigentlich schon das falsche Wort im Zusammenhang mit Aktien. Bei Aktien spricht man von der Rendite. Zwar schütten viele Aktienunternehmen regelmäßig an ihre Unternehmer sogenannte Dividenden aus. Dies sind aber keine Zinsen. Bei Zinsen sichert mir die Bank einen bestimmten Zinssatz zu. Dividenden richten sich nach der finanzieller Lage des Unternehmens, der Unternehmenskultur und Vorstands und Hauptversammlungsentscheidungen.

Aus diesen Dividenden und der Kursentwicklung ergibt sich dann eine Rendite. Sehr langfristig sind dies dann 8 % im Gesamtmarkt (also die Durchschnittsaktie im DAX oder Dow Jones).

Anmerkung: Über lange Zeiträume ist es meist sehr schwer diese Gesamtmarkts-Rendite zu schlagen. Auch wenn viele Fond und Vermögensverwalter dies versprechen, gelingt dies den meisten nicht.
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Diese 8 % pro Jahr sind in den letzten 20 Jahren mit den großen Aktienmärkten entstanden. 8% sind eine schöne Rendite, haben aber den Anlegern oft einiges an Nervenstärke abgefordert. Aktien-Kurse steigen über die Jahre nämlich nicht ohne Verwerfungen nach oben und unten.

Konjunkturängste, psychologische Massenereignisse (Terror), Angst, Hoffnung, Euphorie können Aktien mal sehr schnell steigen und mal sehr schnell fallen lassen.

Auf amerikanischen Webseiten liest man manchmal Sätze wie „Ich kaufe meinem Enkel jetzt Aktien, damit er in 20 Jahren ins College kann“. Diese Herangehensweise ist sinnvoll und dann dürfte mit einer vernünftigen Aktienauswahl auch die Rendite und die Sicherheit zusammenkommen.

Fazit

Aktien sind nicht von Natur aus sicher oder unsicher. Es kommt immer auf die einzelne Aktie oder besser auf das Unternehmen dahinter an.

Ob Aktien für Sie sinnvoll sind oder nicht dürfte sich vor allem am Anlagehorizont entscheiden. Möchten sie Geld für 6 Monate oder 3 Jahre anlegen und dann über dieses Geld sicher verfügen? Dann sind Aktien nichts für Sie. Möchten sie jedoch wirklich Vermögensaufbau betreiben und langfristig etwas fürs Alter tun, dann sollten sie sich ernsthaft mit Aktien beschäftigen.

Wichtig: Falls Sie Interesse an Aktien haben, dann beschäftigen sie sich selbst einmal gründlich mit dieser Anlageform und den potentiellen Kandidaten für ihr Depot. Zwar könnte ich Ihnen jetzt einige vielversprechende Langzeittipps geben. Dies sind jedoch meine Ideen und Einschätzungen und eventuell können Sie diesen nicht sofort folgen (was auch normal ist).

Kaufen Sie also nicht auf Empfehlung Aktien! Sie werden beim ersten stärkeren Kurseinbruch schweißgenässt im Bett liegen. Sie werden hochwahrscheinlich diese Aktie dann in einer schwachen Börsenphase verkaufen. Wenn sich dann die Aktie irgendwann wieder zu neuen Höchstkursen aufmacht, werden Sie nicht mehr dabei sein. Sie werden Verluste und keine Gewinne verbucht haben. Wenn Sie einen anfangs nicht zu unterschätzenden Lernaufwand nicht betreiben wollen, dann sind Aktien vielleicht auch einfach nichts für sie.

2 Gedanken zu “Aktien – wie sicher und renditestark sind sie? (für Anfänger)

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