Verteilungsdebatte – Achtung vor den Rattenfängern!

Vermögensabgabe, ungerechte Vermögensverteilung, die Schere zwischen Arm und Reich. Dies sind die aktuellen Dauerbrenner-Themen. Nicht nur bei Anne Will, sondern auch bei einem Kumpel und mir bei einer Flasche Bier.

Mein Kumpel ist niemand der sich über Geld und Vermögensaufbau viele Gedanken macht. Er vermutet instinktiv, dass eine ungleiche Vermögensverteilung irgend etwas mit Verbrechen, Lug und Betrügereien zu tun hat.

Dabei ist aus meiner Sicht eine ungleiche Vermögensverteilung eine ganz und gar natürliche Entwicklung…

Beispiel: Zwei Menschen bekommen jeden Monat den gleichen Betrag. Der Eine fährt damit zweimal im Jahr in den Urlaub, besucht regelmäßig teure Restaurant und fährt ein verhältnismäßig teures Auto. Der Andere spart. Nach einigen Jahren hat der Sparer natürlich unheimlich viel und der Lebemann immer noch nur sein reguläres Gehalt. Wird das Geld des Sparers nun auch noch gut angelegt und dieses Spiel geht eine Weile, dann haben wir sie: Die ungleiche Vermögensverteilung.

Das Beispiel ist banal. Überlege ich mir, was für Menschen ich kenne, dann sind die Vermögenden oft keine Menschen mit unheimlich toll bezahlten Jobs oder sind bereits mit dem silbernen Löffel im Mund auf die Welt gekommen.

Was ist mit den Firmenbossen?

Chefs großer Firmen verdienen oft sehr viel Geld. Besonders bei großen Aktiengesellschaften gehen diese Gehälter oft in hohe 7 oder gar 8 stellige Beträge. Hier greift aber nun einmal das Angebot und die Nachfrage. Die Firmeneigentümer sind eben bereit dieses Geld für gute Führungskräfte hinzulegen.

Man könnte sich ja auch Fragen warum ein Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger für eine Filmrolle Millionen bekommen? Ganz einfach, für den Filmproduzenten erhöht sich durch die Popularität der Schauspieler der Umsatz an Kinokasse enorm.

Fußballstars und Firmenbosse sind völlig nutzlose Beispiele

Ein VW-Vorstandvorsitzender wird zwar gerne in Talkshows zum Theme „ungerechte Vermögensverteilung“ genannt, darum geht es doch aber eigentlich überhaupt nicht. Der normale Mensch vergleicht sich doch nicht mit einem Fußballstar oder Bill Gates.

Der normale Mensch vergleicht sich mit dem was er sieht. Wie lebe ich und wie lebt mein Nachbar. Was sehe ich im Kaufhaus, was sehe ich auf dem Parkplatz, wie sieht mein Wohngebiet aus und die daneben.

Hier gibt es zum Teil inzwischen durchaus extreme Unterschiede. Wobei diese oft viel weniger mit dem Gehalt, als mit der Sparsamkeit und dem Anlageverhalten zu tun haben. Dabei Rede ich hier jetzt nicht wie in der Talk-Show Diskussion vom Hartz-4 Milieu und stelle Monaco-Schickeria dagegen.

Zum einen erzeugt die Politik durch das seperate Beamtensystem in der Mitte der Gesellschaft bewusst eine inzwischen doch beachtliche Ungleichheit. Versteckte Vermögen, 70% Beihilfe zur Krankenversicherung für Pensionäre und andere Späße sorgen hier durch schon für eine kräftige Verzerrung (mehr dazu hier: Staatsdiener plündern unser Land. ).

Die Politik will arme Bürger

Vor einigen Wochen ging eine Statistik durch die Medien, in der die Deutschen als Armenhaus Europas geoutet wurden. Das Privatvermögen der Deutschen ist vergleichsweise klein und die Politik verteidigte dies mit dem Einwand, der Staat würde ja auch soviel für den Bürger tun, dass dieser gar kein eigenes Vermögen bräuchte.

Gerade bei den Bundes-Grünen habe ich seit längerem den Verdacht, dass die Schließung der Kluft zwischen Arm und Reich bedeutet: Die Beamtenschaft, als Haupt-Wählergruppe bleibt privilegiert und alle anderen sollen „gleich arm“ sein.

In einer Radiosendung vor einiger Zeit konnte ich einem Interview mit einem Grünen (schwäbischen) Bürgermeister sogar entnehmen, dass er selber die Bundes-Grünen für nicht wählbar halte.

Der Bürger beteiligt sich nicht am Wirtschaftsaufschwung (selber schuld?)

Die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist in den letzten 20 Jahren enorm gestiegen und dennoch kommt nichts beim Bürger an. Dies wundert mich persönlich nicht. Deutschland liebt billig. Nirgends sonst springen Bürger derart auf das Discounter-Modell an. Das mit dem Preis, aber auch die Löhne sinken, daran hat anscheinend niemand gedacht?

Arbeitskraft befindet sich heute im globalen Wettbewerb, darum stehen Call-Center ja auch in Indien und nicht in der Lüneburger Heide. Es ist also so wichtig, wie noch nie, sich selbst um seine Finanzen zu kümmern. Wenn ich da im Fernsehen Menschen mit Aussagen wie „ich gebe jetzt alles aus, später gibt es nur eine Armen-Rente“ höre, dann frage ich mich, ob die noch alle haben. Gerade dieser Umstand sollte einen doch animieren sich Gedanken um die finanzielle Zukunft zu machen.

Stattdessen interessieren sich die Menschen für Dinge wie Aktien (der besten Langzeitanlageform) wie immer überhaupt nicht. Dies kann ich nicht verstehen! Der deutsche Bürger macht sich zwar Sorgen um seine Finanzielle Zukunft, selber informieren und handeln ist ihm aber wie immer zu viel.
Anteil der Deutschen die Aktien besitzen, wieviele Amerikaner haben Aktien, wer vertaut auf aktien zur altersabsicherung, aktien für rente, wieviele machen mit aktien vermögensaufbau
Dies macht mir Angst. Wenn der deutsche Bürger zu faul und entscheidungsschwach ist sich selbst Gedanken zu machen, dann läuft er noch diesen Rattenfängern in die Arme. Die versprechen ihm die „Verkleinerung der Sozialen Ungleichheit“ . Lieber Jürgen Trittin und Claudia Roth, durchs ärmer machen wird keiner reicher werden.Wie immer darf munter kritisiert und angemerkt werden. Meine oberen Beispiele richten sich auf den normalen Mittelstand und es ist mir bewusst, dass manche Menschen bereits keinen Selbstgestaltungsspielraum mehr besitzen.

3 Gedanken zu “Verteilungsdebatte – Achtung vor den Rattenfängern!

  1. Schöner Artikel, nur wird sich am deutschen Wesen nichts ändern, denn Neid, Missgunst, Obrigkeitsgläubigkeit und mangelnder ökonomischer Sachverstand in der Bevölkerung sind das einzig Konstante in einer sich ewig wandelnden Welt. Die schwierige fiskalische Lage – sie resultiert ja auch aus den obigen Eigenschaften – tut ihr Übriges und führt in einen Teufelskreis.

    Mit dem Wegfall der Spekulationsfrist und der damit verbundenen Einführung der Abgeltungssteuer – die ja nach den Wahlen noch weiter erhöht werden soll – ist ein eigenverantwortlicher Vermögensaufbau unmöglich und auch nicht erwünscht. Wenn von 4000€ Gewinn mehr als 1000€ in den Rachen des Staates fließen, also nicht mehr angelegt werden können, ist auch klar, warum Warren Buffett aus Nebraska kommt und nicht von der Schwäbischen Alb.

    Ich kann also nur wiederholen: Wer darauf Wert legt sein Leben nicht für diesen Staat zu verschwenden und idealerweise einem Beruf nachgeht, der eine weltweite Nachfrage hat, für den gibt es wahrlich bessere Orte auf dieser Welt.

  2. Der Deutsche hat nun mal ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis, die Schwankungen an den Aktienmärkten halten die meisten nicht aus. Dabei ist die Sicherheit umso höher je günstiger ich Einkauf, aber darüber zu diskutieren bringt ebenfalls nichts.
    Man könnte die Leute frühzeitig über Finanzen und anderes aufklären (z.B. in der Schule, nennen wir das Fach „was du wirklich fürs Leben brauchen kannst“) aber das wird politisch offensichtlich nicht gewollt, sonst könnte der Versicherungsvertreter oder „Bankberater“ keine so hohe Provision mehr einstreichen.

    Das mit den Grünen kommt mir auch so vor. Hin und wieder ein Verbot auszusprechen/ eine Abgabe einzuführen schadet nicht, aber die Partei macht den Anschein als ob sie zur Partei der Bevormundung verkommen ist.
    PS: In BaWü sind die zum großen Teil normal.

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