Was ich jetzt noch kaufen würde – Teil 3 „Agrarverarbeiter“

Nicht nur Gold konnte von Angst und lockerer Geldpolitik in den letzten Jahren profitieren, auch andere Rohstoffe zogen an. Besonders bitter für den ärmsten Teil der Weltbevölkerung ist hierbei der Preisanstieg für die Soft Commodities ( Früchte, Soja-Bohnen, Kaffee, Weizen ).

Obwohl der Weizenpreis im letzten halben Jahr wieder nachgegeben hat, stehen wir heute immer noch bei 710,25 US-Cent je Scheffel. Wie viele andere habe ich mich mit den Preisen für Weizen oder Malz nie auseinandergesetzt, betrachte ich aber langfristig Charts wird mir schnell klar, dass dieser Preis unnatürlich hoch ist…

Natürlich wächst die Weltbevölkerung noch immer und durch den zunehmenden Wohlstande sollte die Nachfrage nach Weizen noch stärker steigen, aber was hier abgeht scheint auf Dauer nicht nachhaltig zu sein. Agrarrohstoffe sind wohl gerade langfristig überbewertet und die große US-Dürre im letzte Jahr hat dem ganzen noch einigen Auftrieb gegeben.
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Gehen wir also davon aus, dass es sich auch bei Agrarrohstoffen um eine Rally durch billiges Geld handelt, dann können wir auch davon ausgehen, dass diese Rally irgendwann in sich zusammenbricht.

Wäre der Anstieg nämlich in dieser Höhe nachhaltig, hätte der Weizenpreis auch in den 90ern und 2000ern bereits spürbar durch den Aufstieg Chinas und ähnliche Faktoren steigen müssen.

Die Verlierer hoher Agrar-Rohstoff-Preise

Besonders nachteilig sind solche Anstiege für die eher unbekannte Branche der Verarbeiter von Soft Commodities. Diese kaufen Getreide, Hopfen und Co ein und verarbeiten es zu Ölen oder Mehl und verkaufen dies dann an SchokolKörner mahlen, weizen mahlen, korn mühle, geld sich in die landwirtschaft anlegen investierenadenfabriken, Brauereien.

Aufgrund der schwierigen Situation auf der Endabnehmer-Seite (Konsumenten) und den Preisabsicherungen der Endverarbeiter lassen sich aktuell die gestiegenen Kosten der Verarbeiter von Getreide & Co. nicht weitergeben.

Langfristiger Ertrags-Aufwärtstrend der Verarbeiter temporär unterbrochen

Als Beispiel möchte ich einmal die 10 Jahres-Entwicklung des weltweit größten Weizenverarbeiters Archer Daniels Midland aufzeigen. Das Unternehmen konnte Umsätze und Einnahmen über viele Jahre kontinuierlich steigern. Dabei gehört das Geschäft sicher nicht zu den rentabelsten, ist dafür aber mit enormer langfristiger Sicherheit verknüpft.
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Die beiden Grafiken zeigen schön, wie der Umsatz von ArcArcher Daniels Midland revenue per share, adm umsatz pro aktie entwicklung, 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010, in us dollarher Daniels Midland zwar 2011 und 2012 weiter schön gewachsen ist, der Profit aber durch höhere Kosten um Jahre zurück geworfen wurde. Das Stocken des Gewinnwachstums setzt ziemlich genau mit dem Anstieg der Weizenpreise ein.

Es gibt nun also zwei langfristige Möglichkeiten für diese Branche.

   a) Die Kosten werden früher oder später weitergegeben

   b) Die Kurse der Soft Commodities fallen durch weniger billiges Geld wieder und    man kehrt zu alten Profitmargen zurück.

Dies kann natürlich länger Dauern und ob 2013 hier schon die Wende bringt, darauf will ich nicht wetten. Umwelteinflüsse und die Notenbankpolitik spielen bei Rohstoffpreisen eine wesentliche Rolle. Langfristig wird sich die Branche aber von den aktuell niedrigen Margen wieder erholen. Es gibt wenige große dominante Player und ein limitiertes Angebot und harte Preiskämpfe sind daher ausgeschlossen.

Für langfristige Anleger mit Geduld

Es gibt einige große Akten im Bereich der weltweiten Agrargüterverarbeitung: Archer Daniels Midland ( ADM ), Bunge ( BG ), CHS Inc. und zum Teil auch die schweizer Glencore Xstrata. Glencore ist jedoch aufgrund des Kupfer, Aluminiums und des Energieträger-Handels doch noch einiges komplexer, als die reinen Agrar-Verarbeiter Aktien.

Wer konsertvativ und langfristig aktuell noch in den Aktienmarkt einsteigen will, dem möchte ich daher einen Blick auf die Aktien von Archer Daniels, Bunge & Co aktuell ans Herz legen.

Diese Aktien konnten Buchwerte und Einnahmen über viele Jahre sehr kontinuierlich steigern und werden aktuell durch viel billiges Geld am Rohstoffmarkt temporär aus dem Tritt gebracht. Mein persönlicher Favorit ist dabei die Aktie von Archer Daniels Midland, die durch ihren kürzlichen Zukauf der australischen Graincorp ( Bedarf aus Asien ) exzellent aufgestellt ist.

Zudem bietet Archer Daniels eine inflationsdeckende Dividende mit reichlich Luft nach oben und ein Schuldenrating von A+ (Fitch), was dem bombensicheren Geschäftsbereich zu verdanken ist.

9 von 10 deutschen Großbrauereien erhalten nach Graincorp Angaben ihre Rohstoffe inzwischen von Archer Daniels Midland, diese starke Marktposition spiegelt sich in den aktuellen Bewertungen langfristig nicht wider.

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