Microsoft – das Jahrzehnt der Flops.

Microsoft ist ein gutes Unternehmen. Microsoft war rein zahlenmäßig nie besser als heute!

Diese beiden Feststellungen scheinen einem völlig absurd, wenn man bedenkt wie sich der Aktienkurs seit über zehn Jahren entwickelt…
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Microsofts Umsatz wuchs seit 2002 um 160 % und der operative Gewinn um 163%. Der Umsatz hat sich also gesteigert und es gab auch keinen Margenverfall oder ähnliche Apple-Horrorszenarien.

Zusätzlich wurden in den letzten 10 Jahren fast 17 % der ausstehenden Aktien zurückgekauft. Dazu verfügt Microsoft über einen enormen Bestand an Cash-Reserven und als eines der letzten vier Unternehmen auf der Welt ein Kredit-Rating von Triple-A ( „AAA“).
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Es wird sogar noch besser. M$ ist heute weniger vom PC-Markt und dem Betriebssystem Windows abhängig als noch vor 10 Jahren. Nur noch ein Viertel des Umsatzes wird mit dem Betriebssystem für PCs erzeugt. Ein weiteres Viertel kommt aus dem Serverbereich, indem 55% der Kunden über Langzeitverträge an den Software Konzern aus Redmond gebunden sind. Zugegeben; es dürfte schwer sein den Windows Absatz, in einem sich flach entwickelten PC-Markt, zu steigern.

Dafür dürfte der Servermarkt sich noch viele Jahre im Wachstum befinden. Der Cloud und Mobile Content zum Dank. Auch im Geschäft für Applikationen für Geschäftskunden hat man sich festgebissen und für diese gibt es überhaupt keinen rationalen Grund Microsoft den Rücken zuzuwenden.

Warum mögen die Anleger Microsoft dann nicht?

Berechtigte Frage! Anscheinend sind weder die Altaktionäre bereit ihre Positionen aufzustocken, noch zieht es neue Anleger in die Microsoft Aktie. Blicken wir noch einmal auf das Umsatzdiagramm und schauen einmal nicht auf die großen dominanten Kuchenstücke, sondern auf die kleinen…

Flop 1 – Das Entertaiment

Die Microsoft Entertaiment Sparte umfasst heute die Xbox Videospielsysteme, Skype, den Windows Videoservice Mediaroom und Windows Phone. Seit Bill Gates installiert xbox am fernseher, microsoft aktien, in videospiel investieren, lebensversicherung, private altersvorsorge, wirtschaftsrecht aktienrecht, währungsschwankungen, depotgebühreninzwischen über einer Dekade versucht man mit den Sektor Videospiele/Unterhaltungs eine neue Einnahmequelle zu erschließen.

Gerade im Bereich der Videospielkonsole Xbox gab es rein von den Stückzahlen auch wirklich Erfolge zu verbuchen. So verkaufte sich die erste Xbox ( Verkaufsstart USA 2001 ) lediglich rund 25 Millionen Mal. Der Nachfolger Xbox 360 (ab 2005 ) konnte sich inzwischen 76 Millionen mal verkaufen.

Die Pläne, die Microsoft mit seiner Xbox hatte und noch hat sind groß. Keine reine Videospielkonsole sollte die Xbox nämlich werden. Die Xbox sollte als Downloadgerät fürs Filme, Musik und andere digitale Inhalte herhalten und so Microsoft konstante Einnahmen bescheren.
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Der Plan scheint aber (bisher) überhaupt nicht aufzugehen. Die wenigen Gewinne, die mit der Entertaimentsparte anfallen sind für ein Schwergewicht wie Microsoft überhaupt nicht relevant. Bedenkt man, was vor allem in der Startphase für Milliardenverluste angefallen sind und wie viel man in die Zukäufe von Spielestudios und Content investiert hat, war das Entertaiment ein gigantischer Flop! Zudem greifen die Videospielkonkurrenten Nintendo und Sony dieses Konzept inzwischen konsequent auf und auch von Apple sind mit eigenen Fernsehgeräten neue Konkurrenten am Horizont zu erkenne.

Natürlich bestehen in dieser Sparte auch viele Chancen. Die Vernetzung Skype-Smartphone- Fernseher-PC-Tablet als sogenanntes Ecosystem klingt verlockend. Leider scheinen es auch hier inzwischen die Investoren leid zu sein auf Ergebnisse zu warten.

Apple verdient mit dem eigenen Ecosystem Milliarden und für Microsoft Aktionäre gibt es außer tollen Roadmaps bisher nichts handfestes. Schaut man sich an wie viel Geld Nintendo in der letzten Gerätegeneration mit seiner Wii verdient hat, dann fällt man bei den Microsoft Zahlen einfach nur vom Glauben ab.

Übrigens dürften die marginalen Gewinne aus dem Entertaiment bald auch schon wieder Geschichte sein. Ein neuer Konsolenzyklus steht ins Haus und damit müssen wieder mit einem enormen finanziellen Aufwand Geräte beim Kunden platziert werden. Zum Konsolenzyklus gibt es mehr in folgendem Artikel: Nintendo Aktie abgestürzt – gewaltiges Kurspotential! .

Flop 2 – MSN & Bing

Suchmaschine, Email-Accounts und eine einfaches Vertriebszentrum für Online-Werbung (bei Google Adsense / bei Microsoft adCenter ) hat bei Google funktioniert…
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Schaut man sich ein wenig die alten Jahresberichte von Microsoft durch, dann hat man sich von diesem Bereich unheimlich viel erhofft.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt aber schnell, das war ein Wort mit X. Die Verluste steigen und steigen und weder Umsatz noch Marktanteil ziehen an, obwohl man mehr und mehr Geld für den Bereich in die Hand nimmt.
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Sieht man sich die Marktanteile an, dann gibt es hier nicht einmal einen Achtungserfolg wie bei der Xbox. Google ist in den USA mehr als dominant und in Deutschland sieht es für Microsofts Bing noch düsterer aus.

Diese Entwicklung ist wirklich mehr als frustrierend. Schließlich hatte Microsoft beim Start ins neue Jahrtausend, durch die bereits vorhandene starke Marktstellung im Offline-Bereich, doch alle Trümpfe in der Hand. Dieses Geschäft haben sich damals aber die Newcomer von Google geschnappt und Microsoft scheint auf völlig verlorenem Posten die Milliarden zu verbrennen.

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Letzte Worte

Wer sich jetzt diese beiden Flops anschaut wird denken Microsoft wäre kurz vor der Pleite. In Wirklichkeit sind aber nur wenige Unternehmen soweit vom Konkurs entfernt wie Microsoft.

Das Problem mit dem Aktienkurs scheint zu sein, dass die Anleger für das neue Jahrtausend unheimlich hohe Erwartungen an Microsoft hatten. Inzwischen taucht bei frustrierten Microsoft-Anlegern eine Floskel immer häufiger auf „nach Bill Gates kam nicht neues mehr“. Das nach Gates alles schlecht war will ich hier aber nicht unterschreiben. Schließlich ist Microsoft sicher nicht durch Zufall im Bereich der Serversoftware, im Businessbereich oder der (PC)Betriebssysteme heute noch derart stark.

Dies ist aber nicht, was sich die Anleger erhofft haben. Sie wollen einen Bill Gates mit neuen Ideen und neuen erfolgreichen Produkten und nicht neidisch auf die Google-Aktionäre blicken.
Steve Ballmer (Mircosoft CEO seit 2000) ist aus meiner Sicht kein schlechter CEO. Er leitet das Unternehmen finanziell erfolgreich, hat die alten Stärken ausgebaut und die Buh-Rufe kann ich nur teilweise nachvollziehen. Microsoft steht noch heute wie ein Fels; was man von einstigen IT und Technikgrößen nicht sagen kann.
Leider ist Ballmer aber eben kein Visionär und ich es kann sein, dass Ballmer erst gehen muss damit Anleger wirklich neues Vertrauen in die Aktie fassen.

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