Der neue König der US-Handelsmarken – ConAgra Update

Die ConAgra Aktie war im letzten halben Jahr Wall Street’s Liebling im Bereich der Lebensmittel. Auch ich bin letztes Jahr eingestiegen und habe auf die Aktie aufmerksam gemacht. Inzwischen haben wir einen ordentlichen Kursanstieg erlebt und es wird Zeit sich nach dem jüngsten Quartalsbericht mal ein paar Fakten anzusehen…

Sales increased 7%, reflecting 7% contribution from acquisitions, 3% favorable price/mix, and a 3% organic volume decline.“

Der unschöne Punkt ist hier ganz klar der Verlust an Volumen. 3% an verlorenem Volumen würde in einer anderen Branche kaum für Aufmerksamkeit sorgen; im Spiel der großen Nahrungsmittelplayer ist dies jedoch ein Punkt auf den man schauen sollte.
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Natürlich sind Preissteigerungen gerne mit anfänglichen Volumenrückgängen gekoppelt, jedoch sieht man im Vergleich zu Kellogg (mit ähnlichen Produkten und einen großen Fokus auf den US-Markt), dass hier anscheinend irgend etwas falsch läuft. Bei ConAgra springen bei einer Preiserhöhung gleich die Kunden ab und dies zerstört natürlich auch den Inflationsschutz, der von solch konservativen Werten gefordert wird.

ConAgra scheint diesen Punkt ebenfalls ernst zu nehmen und hat seine Marketingaufwendungen stark gesteigert „approximate 33% increase in base business marketing investment. The increase in investment reduced the quarter’s EPS by approximately $0.04 per diluted share.“

ConAgra peilt fürs Geschäftsjahr 2013 (wir befinden uns hier bereits im vierten Quartal) einen Gewinn pro Aktie von 2,15$ an. Da die Ralcorp Übernahme aber erst dieses Quartal abgeschlossen wurde wird sich dieses Ergebnis bereits nächstes Jahr auf circa 2,35 bis 2,50 $ erhöhen.

Die Schulden

Mit einem aktuellen Schulden/Eigenkapital-Verhältnis von aktuell 2 ist ConAgra leider in seiner Manövrierfähigkeit aktuell beschränkter als viele seiner Konkurrenten. Die Übernahmewut der letzten Jahre bietet Chancen, aber es ist ratsam sich jetzt erst einmal an den Schuldenabbau zu machen.

ConAgra kündigte bereits an bis Ende des Geschäftsjahres 2015 (sprich: die nächsten zwei Jahre) seine Aktienrückkäufe auszusetzen um erst einmal Schulden zurück zu zahlen.

ConAgra verfügte in den ersten 9 Monaten 2013 über einen Cash Flow aus dem operativen Geschäft von 782 Millionen $ und dieser wird sich durch RalCorp im nächsten Jahr noch einiges steigern. Dennoch werden wir uns in zwei Jahren der Schuldenrückzahlung aber noch immer nicht auf einem (für diese Branche) guten Verschuldungsniveau befinden. Standard & Poor senkte im Dezember sein Rating auf ConAgra Anleihen von BBB auf BBB-. Damit ist man gefährlich nahe am „Spekulative Anlage“-Niveau.

Aufgrund der stabilen Cashflows dürfte dies nicht zum Problem werden. Kräftige Dividendenerhöhungen und ähnliches schließe ich aber auf absehbare Zeiträume aus.

Als größer Handelsmarkenhersteller bestehen gute Wachstumsaussichten

Die Übernahme von RalCorp macht ConAgra zum größten Hersteller von Handelsmarken ( in Deutschland solche Produkte wie K Classic, Gut und Günstig etc.). In den USA sind Handelsmarken wesentlich weniger verbreitet wie im besonders preissensitiven deutschen Markt. In den USA kommen Handelsmarken nur auf einen Marktanteil von circa 17 bis 18 Prozent, während es in Deutschland an die 30% sind.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich in den USA der Marktanteil von Handelsmarken jedoch in den nächsten Jahren stark ausdehnen wird. Für 2025 wird für US-Handelsmarken ein Marktanteil von 25 bis 30% erwartet ( Quelle: foodproductdesign.com ).

Dies klingt natürlich erst einmal gut. Jedoch sehe ich Handelsmarken nicht unbedingt als High-Quality Geschäftsfeld. Käufer von Handelsmarken sind entweder einkommensschwach oder Pfennigfuchser. Schwankungen bei Rohstoffpreisen können also viel schwieriger an diese weitergegeben werden, als an die treue Käuferschicht von hochpreisigen Marken. Dazu kommen die großen Supermarktketten, die im gegenseitigen Konkurrenzkampf stehen und die Eigenmarken-Hersteller zusätzlich unter Preis-Druck setzten.

Dennoch ist Potential da und Conagra ist gut positioniert dennoch über die nächsten Jahre einen guten Schluck aus der Pulle zu nehmen.

Ardent Mills

ConAgra kündigte an seine Getreideverarbeitungs-Aktivitäten in ein Joint-Venture mit Cargill and CHS einzubringen. Die neu entstehende Ardent Mills wird also zu einem der großen Player bei der Verarbeitung von Getreide werden und dies sollte langfristig ConAgras Potential zusätzlich erhöhen. Die Gewinnspannen bei der Getreideverarbeitung sind jedoch stark Rohstoffpreis-abhängig und häufig starken Schwankungen unterworfen. Bedenkt man jedoch, dass sich durch das Joint-Venture die Marktposition verbessert dürfte es alles in allem ein langfristiges Plus sein.

Fazit

Als ich ConAgra hier das erste mal aufgriff war die Aktie bei 25 $ ( 18. Juli 2012) und heute sind wir bei 34,42 $. Der Aktie gebe ich derzeit ein hold. EConAgra schriftzug, geld gut anlegen, devisen handel, cfd handel, transaktionskosten günstig, versicherung, altersvorsorge, riester-rentes gibt Chancen durch die nun herrschende Marktführerschaft im Bereich der amerikanischen Handelsmarken.

Conagra erwähnt gerne auf seiner Homepage, dass ihre Produkte in 97 % der amerikanischen Haushalte zu finden sind. Was jedoch sorgen macht ist, dass die Produkte anscheinend keine ausreichende Markenbindung besitzen und dadurch wenig Preis-Macht besitzen.

Daran muss wie auch an den Schulden nun gearbeitet werden. Geht alles gut wird ConAgra eine gute Zukunft haben. Falls nicht ist für bestehende Aktienposition jetzt nicht die Zeit zu verkaufen, da ConAgra mit einem künftigen KGV von circa 14 nicht kritisch hoch bewertet ist.

Allerdings ist Conagra noch weit entfernt von der Ertragskraft einer General Mills oder anderen Unternehmen in seinem Sektor. Dies zeigt sich bei den Schulden, dem geringen Preis-Gestaltungs-Spielraum und der geringen Eigenkapitalrendite.

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