Warum Kleinanleger mit Immobilien gewinnen und mit Aktien verlieren

Im Internet lese ich öfter Hochrechnungen, die belegen, dass die meisten privaten Anleger mit Aktien unterm Strich verlieren. Dies ist durchaus ein bemerkenswerter Umstand, denn schaue ich mir die großen Aktienindizes an und gehe mal bis zu dem Punkt 1993 zurück waren viele Aktien größerer Unternehmen doch klare Gewinner.

Der Punkt 1993 klingt in unserer hektischen Zeit wie eine Ewigkeit. Dennoch ist es wichtig in Zeitperioden von mehreren Jahren und nicht in Monaten oder gar Tagen zu denken…

Hier scheint mir bereits oft der erste kapitale Denkfehler zu passieren, der vielen erfolglosen Anlegern passiert. Beim Erwerb von Wertpapieren wird scheinbar meist in sehr kurzen Zeitperioden gedacht. Bei anderen Investitionsentscheidungen dagegen interessiert sich für kurzfristige Performance hingegen keiner…

Die Geschichte eines normalen Immobilieneigentümers

Mein Onkel aus einer mittelgroßen schwäbischen Stadt bemerkte letzte Weihnachten, dass er es in seinem Leben noch nie erlebt habe, dass Häuser an Wert verloren hätten. Für seinen Fall stimmt dies langfristig auch, da er eben immer in einer der wirtschaftlich erfolgreichen Regionen der Bundesrepublik gelebt hat.

Er hat mit seiner Immobilie also vor vielen Jahren auf das richtige Pferd gesetzt und sein Geld vernünftig investiert.

Warum hat er sein Geld in eine Immobilie gesteckt?

Dahinter steckt doch meist die ganz simple Überlegungen in einer ImMonopoly Figur Mann mit geld, geld anlegen in real estate, beste depotbank, günstige gebühren, finanzjura, arbeitsrecht, wirtschaftsrecht, gute Tagesgeld zinsenmobilie leben zu können und so Miete zu sparen, da ein Dach über dem Kopf immer zu einem Grundbedürfnis gehören wird.

Mit einer so einfachen Grundüberlegung hätte man auch am Aktienmarkt gewinnen könne. Der Mensch muss immer etwas trinken, hat immer einen Bedarf an Unterhaltung und will auch immer seine Wäsche sauber haben.

Diese einfachen Überlegungen hätte genügt um eine gute Rendite über die letzten 20 Jahr einzufahren.

Aktienkurs 1993 (Split bereinigt ) Aktienkurse jetzt (2013)
Coca Cola 10 $ 40,11 $
Walt Disney Company 14,62 $ 57,08 $
Henkel

5,00 €

71,52 €

Es ist also „eigentlich“ ganz einfach. Man muss nur in einen bewährten Riesen investieren, der immer Bedürfnisse des Menschen befriedigt.

Einschub: Natürlich ist dies eine vereinfachte Darstellung. Auch die Telekom erfüllt das wichtige Bedürfnis der Kommunikation und trotzdem erzeugt die Aktie seit Jahren keine neuen Werte für seine Aktionäre. Es ist also durchaus von Nöten sich durchaus mit wichtigen Dingen wie Gewinnmargen und Co. zu beschäftigen.

Dass viele mit einer Immobilie dennoch besser fahren hat aus meiner Meinung her einen ganz entscheidenden Grund. Viele Menschen sind der Meinung, dass Immobilien per se ein geringeres Risiko beinhalten. Dies würde ich so aber nicht unterschreiben. Die Immobilie besitzt in vielen Fällen sogar ein ungleich höheres Risiko als die Aktie eines bewährten großen Unternehmens. Eine Immobilie ist voll und ganz von seiner Umgebung abhängig. Gehen Arbeitsplätze am Wohnort verloren, sinkt der Wert der Immobilie. Muss die Gemeinde Einrichtungen wie Schulen schließen, sinkt der Wert. Als Immobilieneigentümer bin ich solchen externen Einflüssen voll und ganz ausgeliefert. Man kann nicht einfach wie ein Unternehmen sein Produkt auf neue Kundenwünsche anpassen. Die Lage ist bei der Immobilie der wichtigste Faktor. Der zukünftige Wert der Immobilie steht genauso in den Sternen wie die Zukunft eines x-beliebigen Wertpapiers.

Warum also fährt der gemeine Kleinanleger mit der Immobilie besser?

Der Grund ist für mich darin zu sehen, dass der Immobilieneigentümer überhaupt nicht weiß wie viel aktuell für seine Immobilie bezahlt werden würde. In der Straße in der ich wohne wird gefühlte alle 30 Jahre mal ein Haus verkauft. Der Süddeutsche verkauft sein Haus nicht und so wechseln Besitzer meist bloß beim Tod eines Eigentümers. Was ich für mein Haus also gerade jetzt bekommen würde weiß ich nicht und ich wiege mich in der Sicherheit, dass es wohl ein guter Preis wäre. Doch auch Immobilien sind von Preisschwankungen und Trends betroffen und es handelt sich bei bei ITokyo Japan Grundstückspreise 70er 80er 90er jahre kursverlauf chart, in japan investieren, forex handel, in gold investierenmmobilien eben auch um einen freien Markt mit steigenden und sinkenden Preisen(Kursen). Wer dies nicht glauben will soll sich einmal die Immobilienpreise in Tokyo der 80er Jahre anschauen, in Spanien heute oder in den USA vor der Finanzkrise. Vielleicht weniger extrem doch durchaus erfassbar sind die unterschiedlichen Preisentwicklungen in größeren Städten wie Bremerhaven, in Berlin Mitte oder München.

Dieses Unwissen des aktuellen Marktwerts schützt extrem vor kurzfristigen Überreaktionen wie dem hastigen Verkauf von Eigentum. Bei einer Aktie sehe ich, wenn die Nachfrage von Investoren sinkt, bei meiner Otto-Normal-Immobilie nicht und so gerate ich bei Kursschwankungen auch nicht in Panik.

Mein Tipp

für die nicht täglich aktiven Aktienbesitzer und Interessierten ist also ganz klar: Beim Aktienkauf grundlegend so zu denken wie beim Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Wohnhauses. Was bezweckt man langfristig mit seinem Investment und dann kurzfristige äußere Einflüsse zu ignorieren.

Diesen Artikel schreibe ich heute auch aus der Kenntnisnahme heraus, dass sich einige gute Aktien nahe ihrer Allzeit-Hochs bewegen und sich meiner Meinung nach nicht in einem Zustand der kritischen Überbewertung befinden. Das wieder einmal erfolgende Spiel der Machtdemonstration auf der koreanischen Halbinsel könnte zu einer Erhöhung der Volatilität führen. Solche externen Einflüsse sind aber keine „Einmal-Ereignisse“, sondern regelmäßige Erscheinungen.

13 Gedanken zu “Warum Kleinanleger mit Immobilien gewinnen und mit Aktien verlieren

  1. wenn man aber sieht mit wie wenig Eigenkapital heute Immobilien gekauft werden, da fühle ich mich mit Aktien wie von Coca Cola deutlich wohler…ich könnte nicht so ein Risiko eingehen wie die heutigen Käufer (in Köln ist die Eigenkapitalquote schon unter 10%!)

    übrigens eine Aktie die recht günstig ist, Royal Dutch Shell…wer langfristig denkt wird die Aktie mögen, oder was meinst du? 😉

  2. Hallo Ulrich,
    eine sehr interessante Sichtweise, die Du da beschreibst.Als Hauseigentümer habe ich ehrlich gesagt noch nie so wirklich darüber nachgedacht.Jeder Gegenstand hat immer nur den Wert, den ein anderer bereit ist dafür zu zahlen.Ich erinnere mich da zB sehr gut an mein letztes Auto. Habe ihn mit „Schwackerwert“ inseriert und zum Schluss gerade mal die Hälfte dafür bekommen.
    Anders ist das mMn auch bei Aktien nicht.Was nützt mir die beste Fundamentalanalyse eines Unternehmens, wenn es einfach nicht mehr „in“ ist und sich keine Käufer finden, auch wenn die Aktie noch so „billig“ erscheint.
    Zurück zum Haus.Einen wesentlichen Unterschied zum Aktiendepot sehe ich darin, dass mein angelegtes Geld vermehrt werden soll.Ob mein Haus später mal mehr, gleichviel oder weniger wert ist, interessiert mich persönlich nicht, da mein Bestreben, das mietfreie Wohnen ist.Aber so individuell meine Einstellung auch ist, so ist es wohl auch die der verschiedenen Anleger.
    Vollkommen Recht gebe ich Dir aber beim permanenten/tagtäglichen Kontrollieren des Depots und der ureigensten Angst, den Gewinn nicht mehr hergeben zu wollen und deshalb (wahrscheinlich) Verluste zu machen.
    Herzliche Grüße
    Christian

  3. Ein sehr interessanter Artikel.

    Ich glaube auch, dass durch die Volatilität an den Aktienmärkten und der vergleichsweise illiquide Markt der eigenen Immobilie, einfach nur das Subjektive Gefühl der Wertsteigerung bzw. der Sicherheit ensteht. Denn was ist mein Haus nun wirklich wert? Die teuren und wunderschönen Designerfliesen die ich im Bad verlegt habe – die waren sehr teuer und müssten viel wert sein. Ein potentieller Käufer sieht das evenutell anders und ihn stören die Fliesen so sehr, dass er deshalb das Bad erneuern würde und somit weniger für das Haus bezahlen möchte…

    Einen weiteren großen Nachteil, neben den von dir genannten, beim „sicheren“ Investment in die eigene Immobilie sehe ich darin, dass dabei keinerlei Diversifikation möglich ist. Als normaler Kleinanleger werde ich nicht so nebenbei ein paar 100.000 € in ein Haus/Wohnung stecken können und dann noch Geld für andere Investments haben. Mit einer Immobilie setzte ich alles auf eine Karte – bei Aktien sieht das anders aus…
    Freundliche Grüße
    Andreas

  4. Der Vergleich ist nicht ganz fair. Du hast ja nur die Preise verglichen. Die Performanz einer Aktie hängt aber nicht nur vom Aktienkurs ab, sondern auch von den ausgeschütteten Dividenden. Und eine Immobilie erspart nicht nur Mietausgaben (bei Eigenbedarf) und schafft auch nicht nur Mieteinnahmen heran (bei Vermietung), sondern verlangt auch noch Instandhaltungskosten.

    Wenn man bei Immobilien eine ehrliche Bilanz aufmachte, wäre der Mythos von der Immobilie als Altersvorsorge endgültig zerstört.

  5. Und noch eine Anmerkung: Beim Wort Kleinanleger klingelt es in meinen Ohren. Man muss auch berücksichtigen, dass ein Kleinanleger wenig Geld hat. Für eine Immobilie braucht er immer Fremdkapital. Das heißt, er darf zwanzig Jahre lang Schulden tilgen. Aktien haben den Vorteil, dass auch der Kleinsparer kein Fremdkapital benötigt. Sobald ich ein paar tausend Euro entbehren kann, investiere ich dieses Geld am Aktienmarkt. Das ist mehrmals im Jahr der Fall. Durch den Aktienkauf erhöhe ich meine Dividendeneinnahmen, sodass ich immer schneller die paar tausend Euro für das nächste Investment zusammen habe.

    Und unter diesem Gesichtspunkt finde es geradezu wahnsinnig, dass hierzulande dem kleinen Mann zur Immobilie geraten wird und vor Aktien gewarnt wird. Ich musste bei der Eröffnung meines Aktiendepots irgendsoeinen Wisch unterschreiben, weil Aktien angeblich so riskant seien. Bausparverträge aber gelten als zukunftsweisendes Geschenk zur Konfirmation. Und die Politik fördert diesen Unsinn auch noch, einmal in Form des Bausparens, dann noch als Wohnriester und Aktieneigentümer, die eigentlich vernünftiger handeln, will man ans Leder: Erhöhung der Abgeltungssteuer, Erhebung der Abgeltungssteuer bei Veräußerungsgewinnen bei langfristiger Haltungsdauer und mehr. Immobilien kann man nach 10 Jahren steuerfrei verkaufen, Aktien aber nicht. – Ich finde das nicht richtig.

  6. Ein Eigenheim sehe ich nicht als Investment an. Das war ein schlechtes Beispiel Ulrich.
    Eigenheime lohnen sich nur in einem Punkt auf lange Sicht, nämlich dass man nach 20-30 Jahren, je nach Finanzkraft sein Häuschen abgezahlt hat und dann halt, wenn man in Rente geht, dieses entweder verkauft, um dann das Cash zu haben oder halt in dem Häuschen mietfrei wohnt. Generell sind Einfamilienhäuser aus finanzieller Sicht ein sehr schlechtes Investment. Meist wollen so ein Haus eher dann die Frauen haben, damit sie „groß“ wohnen können. Somit ohne Mieter und damit sie einen tollen Eindruck vor ihren Bekannten machen können.

    Jedoch sollte man sich bei Mietshäusern mal die Gewinne anschauen. Gerade für kleine Wohnungen explodieren die Mietpreise extrem, sogar in kleinen und mittelgroßen Städten. Das weiß ich aus eigener Erfahrung! Habe für ein 12qm Zimmer in Wiesbaden 350€ warm in einer WG gezahlt. Was der Vermieter, welcher ein Haus mit zig Wohnungen hatte im Monat somit an Geld geschäffelt hat, das mag man sich nicht ausrechnen. Bei Mietshäusern ist vorallem auch der Wert des Hauses zu vernachlässigen, da man dieses in der Regel eh nicht verkauft, wegen der Mieteinnahmen. Klar Vermieten birgt auch Risiken….. aber Aktien ebenso.

    • „Ein Eigenheim sehe ich nicht als Investment an. Das war ein schlechtes Beispiel Ulrich.

      und dann halt, wenn man in Rente geht, dieses entweder verkauft, um dann das Cash zu haben “

      Ist das kein Investment?

      Ja, aber man darf jetzt nicht immer von Städten ausgehen wo die Mietpreise steigen. Es gibt auch Regionen und Städte mit gegenläufigen Trends. Viele Leute haben auch in spanische Immobilien investiert, weil dort die Preise jahrelange gestiegen sind.

      Zudem kommt in Deutschland die negative Demographie. Es werden natürlich solide Innenstadtlagen evtl. weiter gut laufen. Habe ich aber mein Immobilieninvestment nur in einer Stadt habe ich doch ein extrem Klumpen-Risiko.

  7. Ich finde bei Kleinanlegern kommt beim Hauskauf noch ein Aspekt hinzu, den ich zwangsparen nenne. Kauft der Kleineranleger eine Immobilie, wird er sie finanzieren müssen und der monatliche Tilgungsanteil sollte im Normallfall der Sparquote zugerechnet werden können. Gerade Kleinanlegern hilft das nach meiner Erfahrung diese Sparquote auch wirklch jeden Monat zu bringen, während frei verfügbares Geld doch schnell für Urlaub oder irgendeinen anderen Konsum drauf geht.

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