DAX bei 8000 Punkte! Es gibt keine Alternativen.

Der deutsche Aktienleitindex DAX befindet sich knapp unter 8000 Punkte und dieser Punktewert hat inzwischen etwas historisch schicksalhaftes. Zweimal befanden wir uns bereits an dieser Marke und beide Male fielen die Aktienkurse danach wieder kräftig.

Schält man den Fernseher an erlebt man dieser Tage weniger gute Nachrichten, die leider wieder einmal aus Europa kommen. Zypern ist gerade die negative Headline und mit Italien scheint ein „too big to fail“-Staat mal wieder auf der Kippe zu stehen.

Da sich mein Kollege von finanziell-umdenken bereits mit der Frage nach der Bewertung von Aktien beschäftigt hat möchte ich auf einen teils psychologischen Aspekt eingehen.Dieser Beitrag ist Teil der aktuellen Oster-Blogparade „DAX bei 8000 Punkten, was nun“ und interessiere Leser oder schreibwillige Blogger könne sich hier über weiteres Material informieren.

Menschliche Bedürfnisse und das Anlageverhalten

Der Mensch besitzt ja einige Bedürfnisse, die uns alle doch irgendwie verbinden. Dabei gibt es ganz grundsätzliche wie die Luft zum Atmen oder die Aufnahme von Flüssigkeiten. Danach folgen Dinge wie der Wunsch nach sozialen Kontakten oder dem Sexualtrieb, wobei die Dringlichkeit dieser Bedürfnisse bei verschiedenen Individuen durchaus unterschiedlich ausfällt.

Ein weiteres starkes Bedürfnis vieler Menschen ist die Sicherheit. Gerade dem Deutschen dürfte dieses Bedürfnis stärker, als zum Beispiel den Angelsachsen, mit in die Wiege gelegt wurden sein.

Die aktuelle Krise begann mit einer Bankenkrise begann und die Schulden der Staaten hüpften durch die Rettung unerwartet nach oben. Im Anschluss zeigte sich dann gnadenlos die Schuldenproblematik und die Leistungsdifferenzen in der Eurozone. So schlummern in Europa derzeit zwei böse Pulverfässer, die sich gegenseitig anheizen können.

Zum einem besitzen europäische Banken sehr viel mehr Risikopotential als zum Beispiel ihre us-amerikanischen Gegenstücke in ihren Büchern. Zum anderen hat es Europa mit einer gemeinsamen Währung, aber offensichtlich keinem gemeinsamen Einscheidungsträger (+Konzept) soviel schwerer, als zum Beispiel die USA oder Japan um den Schulden und den Konjunkturschwächen Herr zu werden.

Auch wenn es einem hin und wieder anders erscheint ist der Aktienmarkt immer ein Spiegel der Wirklichkeit. Leben wir in einer Zeit der Gier mit steigenden Kursen oder leben wir in einer Zeit mit viel Pessimismus und damit fallenden Aktienkursen.

Manche Anleger scheinen der Meinung zu sein, dass wir uns derzeit in einer anderen Situation wie Ende der 90er oder der Lehman-Pleite befinden. Das es langfristig gewisse Defizite in den Staatshaushalten gab war einem damals im Hinterkopf zwar irgendwie bewusst, dass es aber irgendwann krachen würden, daran wollte keiner so richtig glaube. Cash und Anleihen waren damals immer sicher und sind es nun für viele Anleger nicht mehr.

Einschub: Weder Deutschland, die USA, noch die Japaner werden im umgangssprachlichen Sinn pleite gehen. Dieses Schicksal kann nur Unternehmen und Privatleute ereilen, da der Staat im Notfall immer Souverän über das Geld ist, welches in seinem Land gilt. Pech natürlich für kleine Randstaaten wie Griechenland und Co., die die Währungspolitik notfalls nicht alleine beeinflusse können.

Warum sind wir dann bei 8000 Punkten und die Börsen steigen?

Aktuell ist wohl kaum die Zeit für ungetrübten Optimismus, aber wie in jeder Zeit muss Geld angelegt werden und dies durch die Schwämme an Notenbankgeldern nicht zu knapp.
Sicherheit von Aktienanleihen, Rohstoffen Gold un Aktien, risiko von anleihen, aktien schon gut gelaufen, us bonds zu teuer, deutsche anleihen kaufen, sind die griechen pleite
„Sichere“ Anleihen bieten wie in meiner Grafik schon angezeigt momentan kein Potential mehr. Wohin sollen die Kurse gehen? Der nächste Schritt müsste eine negative Verzinsung sein.

Rohstoffe waren ebenfalls schon stark und hier kommen die Aktien im Spiel, wie in meiner Grafik angezeigt. Zudem gibt es den Verdacht, dass bald wieder ein abschüssiger Zyklus bevor steht.

Mein Fazit?

Aktien profitieren wohl nicht unbedingt von euphorischem Optimismus, sondern eher vom Ausfall attraktiver anderer Anlagemöglichkeiten. Warum Geld in Anleihen investieren, wenn man damit langfristig nur noch verlieren kann ( negativer Realzins)?!

Durch diesen Ausfall an Alternativen könnte sich der DAX also ohne Probleme weiter halten wo er ist. Gerade die schlechten Meldungen aus Südeuropa könnten ein positives Zeichen für steigende Kurse mit einigen schnellen Ausschlägen nach unten sein (siehe Montag nach den Wochenendereignissen in Zypern), da dadurch das Sicherheitsprofil von Cash und Anleihen abnimmt und so auch Ängste in Aktien treiben könnten.

Gesunde Börsen zittern sich nach oben“ und gerade daher könnte der immer noch eingeschränkte Optimismus ein Anzeichen für steigende Kurse sein.

Wie immer sind alle Angaben ohne Gewähr ;).

11 Gedanken zu “DAX bei 8000 Punkte! Es gibt keine Alternativen.

  1. Moin Moin,
    wieder einmal ein sehr interessanter Bericht. Ich persönlich denke auch,dass es weiter bergauf geht.Die drohende „Zwangsenteignung“ der Zyprioten könnte zusätzlicher Antrieb für Aktienkäufe sein,da diese unangetastet bleiben.Wenn man dazu die Umsätze anschaut, scheint ein Großteil der Privatinvestoren noch nicht dabei zu sein. Ich spekuliere auf „noch Luft nach Oben“

  2. Ich tippe auf seitwärts oder leicht negative Entwicklung bis Zypern gelöst ist, oder die positivem konjunkturzahlen für Deutschland für den März kommen. Ich rechne trotz des schlechten Wetters mit einer deutlichen belehbung.

  3. Pingback: Aus anderen Blogs – KW 12/2013 | Kapitalmarktexperten.de

  4. Pingback: Kleine Presseschau vom 21. März 2013 | Die Börsenblogger

  5. Ich hab wie immer nicht den geringsten Schimmer, wo die Kursreise hingeht. Der DAX ist IMHO in etwa fair bewertet (hab vor einem dreiviertel Jahr mal den Gesamtwert abgeschätzt). Möglich ist alles…

  6. Mein rating ist auch eher ein raten 😉 Meine konjunktur einschätzung kommt durch meinen Persönlichen Schienenbelegungsindex…

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