Diamond Foods – neue Zahlen / alte Schulden

Diamond Foods war hier letztes Jahr schon einmal Thema ( „Diamond Foods-geplatzter Traum vom Welt-Konzern“ ) und nun gab es 11 März wieder einmal Quartalszahlen.

Die Diamond Foods Aktie hat die letzten zwei Jahre eine unheimlich aufregende Geschichte hinter sich. Nachdem 2010 bekannt wurde, dass Diamond von Procter & Gamble die Pringles Chipsparte kaufen würde schoss der Kurs bis September 2011 auf über 90 $. Was dann folgte war ein Bilanzfälschungsskandal und damit ein geplatzter Pringles Deal. Aus Diamond wurde doch kein weltweit operierender Snack-Global-Player und die Aktie befindet sich jetzt bei 16 $…

Schulden

Auch wenn die Zinsen gerade günstig sind sollte man nicht vergessen, dass Schulden einem Unternehmen dennoch irgendwann das Genick brechen können.

Am 31. Januar 2012 besaß Diamond Foods eine totale Schuldenlast von 558 Millionen US$ und ein Eigenkapital von 328 Millionen $. Diese Quote ist auf den ersten Blick nicht gut, es gibt aber durchaus erfolgreiche Nahrungsmittelfirmen, deren Bonitiät bei solchen Verhältnissen keiner anzweifeln würde ( weil die Rentabilität wesentlich höher ist! ).

Bei Diamond sehe ich jedoch durch diese Verschuldung, die durch zahlreiche Akquisitionen über die letzten Jahre entstanden, doch ein großes Problem für das Unternehmen und Investoren.

Anders als eine Heinz oder Kellog Company bewegen sich die Zinsen der Diamond Verbindlichkeiten zwischen 6 und 12 % und dürften im Durchschnitt bei 8 % liegen.

Diamond Foods erwirtschaftet sehr ungleichmäßig Gewinne über die Quartale und letzten Quartal gab es einen Bruttoertrag von 50 Millionen $ (und zählte somit zu den besten Quartalen), von dem dann ja anschließend auch noch Werbeaufwendungen, Verwaltungskosten und andere Posten abgehen. So, dass hier aus dem operativen Geschäft ein Gewinn von 24,6 Millionen $ verblieb und so im gesamten ersten fiskalischen Halbjahr nur ein operativer Gewinn von 28 Millionen $ entstand.

Im zweiten Halbjahr bleibt bei Diamond Foods erfahrungsgemäß nichts mehr groß an Erträgen hängen. Die Rentabilität ist einfach zu schlecht ist um diese Schulden (bei diesen Zinsen) langfristig tragen zu könne.
Diamond Foods Cashflows
Es scheint mir also wahrscheinlich, dass Diamond gezwungen sein wird entweder Geschäftsbereiche zu verkaufen oder im größeren Stil die Aktienzahl zu verwässern. Beides dürfte bei der eh schon mehr als schlechten Presse von Diamond nicht gerade positiv für den Aktienkurs sein.

Wenn die Margen wieder anziehen steht Diamond besser da?

Diamond hat in den letzten Jahren viele seiner Lieferanten (die Erdnussfarmer) durch niedrig Preise und verspätete Zahlungen verärgert und in Folge haben diese ihre Verträge auslaufen lassen. Dies hat die Margen gedrückt und damit iDiamond foods erdnüsse, kettle, finanzbertung, rohstoffinvestment, gold etfs, silbermünzen, beste bank, bestes festgeld, devisenhandel, forex, cfd-handelst hat die Fähigkeit Schulden zu tragen abgenommen.

On the heels of a hot accounting scandal involving the CEO and CFO of Diamond Foods, Reuters said about six small walnut growers will stop doing business with Diamond once their contracts expire. The growers cited Diamond’s underpaying of farmers. Of the total, three said they hope to break their contract early.“ (Quelle streetinsider.com )

Falls die Farmer also so unzufrieden sind und letztes Jahr noch aus den Verträgen raus wollen; warum sollten sie jetzt plötzlich wieder super günstige Erdnüsse an Diamond liefern und so die Ertragssituation stärken?

Fazit

Für mich ist DMND auch bei 16 $ kein Kauf. Die Schulden sind hoch, die Beziehungen zu den wichtigen Lieferanten aufgelöst oder verkracht und die Aktie hat durch die Zahlenfälschungen eh ein gigantischen Vertrauensdefizit. Zwar hält die Bill Gates Stiftung Aktien an Diamond Foods, jedoch dürfte eine Investitionssumme von 6 Millionen Dollar Kleinanleger kaum in Sicherheit wiegen ( die Gates Foundation hält nach jüngsten Angaben 441 163 Aktien ).

Es kann gut passieren, dass bald Unternehmensteile verkauft werden oder großzügig neue Aktien emittiert werden. Optimisten sehen weniger rentable Geschäftsbereiche auf der Verkaufsseite und die Schulden dadurch getilgt, vielleicht werden aufgrund der Schuldenproblematik aber auch die Sahnestücke verkauft?!

4 Gedanken zu “Diamond Foods – neue Zahlen / alte Schulden

  1. Hallo,

    man sollte folgende Punkte bei Diamond Foods beachten:

    – Bill Gates ist über sein Investmentvehikel hauptsächlich vor dem Bilanzskandal eingestiegen. Nun könnte man sich die Frage stellen, ob Sie Diamond Foods wegen dem Pringels Deal gekauft haben. In dem Deal hätte Diamond Foods Pringels übernehmen sollen und Procter & Gamble hätte sich bei Diamond Foods per Aktien beteiligen sollen. Ich denke der Manager von Cascade hatte eine Ahnung und wollte von dem Deal profitieren. Sieht mir eher nach einem Zock aus.

    – Der Deal mit Oaktree könnte Diamond Foods das Genick brechen:

    „The investment consists of $225 million of newly issued debt and warrants to buy 4.4 million shares of Diamond stock. The debt will mature in 2020 and will bear annual interest of 12 percent. The warrants will be exercisable at $10 per share and would constitute ownership of about 16.4 percent of the company.“

    Okatree wird zwar als Retter gefeiert, aber ich denke Oaktree gehts gar nicht um die direkte Rettung. 12 Porzent Zinsen müssen ersteinmal erwirtschaftet werden. Ich könnte mir vorstellen, dass Oaktree bewußt Diamond Foods gegen die Wand fahren lässt und Insolvenz melden lässt. Somit hätte Oaktree die Möglichkeit sehr günstig an die wertvollen Assets (Chips- und Popcorn Marke) ranzukommen. Der Kleinaktionär geht leer aus und Oaktree hat als Kreditgeber nun die Möglichkeit in dem Insolvenzverfahren, Ballast abzuwerfen, Schulden streichen zu lassen um im Gegensatz größere Anteile an Diamond Foods zu erhalten.
    Solche Deals hat Oaktree in der Vergangenheit schon sehr erfolgreich durchgezogen. Wäre die Situation bei Diamond Foods nicht zu riskant, hätte es womöglich andere Banken als Kreditgeber geben können. Aber die Banken haben keine Bock auf Verwertung einer Fa. sondern die wollen einfach die Zinsen kassieren.

    Gruss

    • Danke für das Update zu Diamond Foods.

      Ich war ja auch mal kurzzeitig investiert. Habe dann aber die Reissleine gezogen. Ich verfolge solche Zock-Aktien nach einem Verkauf gar nicht mehr. Interessiert mich danach nicht mehr was mit denen passiert. Wären die nach meinem Verkauf enorm gestiegen hätte ich mich nur geärgert.

      Für mich war damals auch entscheidende, dass der Chefinvestor von Bill Gates Diamond Foods Aktien gekauft hatte. Man sieht: auch die Profis können daneben liegen. Seth Klarman hat mit HP auch ordentlich Geld verbrannt…

      Gruss

      • Hallo Stefan,

        ja bei DMND war ich auch mal dabei als die Kellogg-Übernahme bekannt wurde. Aber mit bekanntwerden der ganzen Billanzgeschichte bin ich raus, wenn mit solchen „Tricks“ gearbeitet wird lieber raus. Enron lässt grüßen…

        Die Käufe von den Großen nachzuahmen kann auch gefährlich sein. Erstens sollte man bedenken, dass hier Käuft vielleicht nicht immer nur aus Renditegründen, sondern aus anderen Überlegungen stattfindet. Zum anderen haben Aktionäre, die Millionen und Milliarden investieren hinterher auch einen gewissen Einfluss, den man als Klein-Aktionär nicht besitzt und daher kann ich dann auch nicht das Spiel eines Carl Icahns spielen.

        Dann bleiben auch noch die tiefen Taschen der großen Milliadäre. Eine Gates Stiftung hat mit der Eisenbahn, Microsoft, oder Coca Cola Mexico stabile Millionen-Einkommen und mal ein paar (Millionen)$ in den Sand zu setzen macht Prozentual so gut wie nichts aus.

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 15. März 2013 | Die Börsenblogger

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