DAX nahe historischen Höchstständen! Das ist völlig egal!

Der deutsche Leitindex Dax befindet sich derzeit bei 7590,85 Punkten. Dieser Punktestand macht vielen Anlegern Angst. Bereits zweimal ging es nach Höchstständen von 8000 Punkten erst einmal wieder weit runter mit den Kursen.

Punkteständen wird in Börsennachrichten oft viel Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei wird leider aber eine völlig falsche Vorstellung von langfristigen Kursentwicklungen vermittelt…

Aktienkurse oder Punktestände von Indizes wie dem Dax oder Dow Jones sind kein Ping Pong Spiel. Dies bedeutet, dass es keine definierten Unter oder ObergreAktienkauf, geld langfristig anlegen, tagesgeldkonten, festgeldkonten, goldmünzen, in rohstoffe investieren, nie mehr arbeiten, forxhandel, devisenhandel, wertpapierdepot, altersvorsorge, lebensversicherung, bankberatungnzen gibt.

Dieser Eindruck mag entstehen, wenn man sich die Kursverläufe von vielen Aktien und Aktienbarometern seit 2000 ansieht. Es ist aber falsch.

Langfristig werden Aktienkurse nämlich nicht von Emotionen, sondern von konkreten Zahlen getrieben. Wie viel Besitz steckt hinter einer Aktie und wie viel Gewinnschöpfung kann daraus erzielt werden, dies macht langfristig den Kurs. Damitalso der deutsche Leitindex DAX einen Maximalstand hätte müsste es für die Aktien im DAX einen absoluten Höchstpunkt an Gewinnen und Besitz geben.

Selbst wenn aber wirtschaftlich überhaupt nichts mehr voran gehen würde, würden die Gewinne der Unternehmen doch irgendwann steigen, da sie ja ihre Produkte auch irgendwann an die Inflationsrate anpassen müssen um steigende Löhne, Rohstoffkosten und anderes auszugleichen. Die Grenzen des Wachstums existieren in diesem Zahlenspiel nicht.

Selbst wenn einzelne Unternehmen im DAX scheitern würden, würden diese Aufgrund zu geringer Bewertung und Handelsvolumen einfach aus der Liste der Dax-Unternehmen entfernt und Unternehmen aus einer anderen Branche würden hinzugefügt.

Gebe es in Deutschland morgen kein Benzin mehr und die Autohersteller würden pleite gehen, hätten wir statt einer Volkswagen, Daimler oder BMW Aktie nächstes Jahr die Mitteldeutschen Fahrradwerke im DAX. Irgendwas wächst immer!

Da sich die Bestandteile eines Aktienindizes also verändern lassen gibt es hier keine festgelegten Grenzen. Alte Höchststände des DAX oder Dow Jones sind höchstens psychologische Widerstände, die früher oder später immer durchbrochen wurden.

Auf keinen Fall Aktien nach Höchst oder Tiefständen kaufen

Am Anfang macht man beim Aktienkauf oft den Fehler sich die historische Kursentwicklung anzusehen und dann zu denken, dass man zu spät ist. Eine McDonald’s Aktie war vor 10 Jahren bei unter 30$ und jetzt ist sie fast bei 100 $. Es ist fatal in einem solchen Ping Pong Schema zu denken.

Nur weil die McDonald’s Aktie gerade sehr nah an ihrem Allzeit-Hoch handelt ist sie deswegen nicht automatisch ein schlechter Kauf (dies trifft nicht auf alle Aktien zu, die hohe Kurse verbuchen!).

Vielmehr ist diese hohe Bewertung viel mehr darauf zurückzuschließen, dass sich das Unternehmen McDonald’s und seine Ertragskraft einfach toll entwickelt haben. Nur weil eine Aktie sich also seit Jahren gut entwickelt bedeutet dies nicht, dass sie sich nicht weiter gut entwickelt.

Als krasses Gegenbeispiele nehme ich einmal die weltweit bekannte Firma Kodak, deren Aktie derzeit bei 20 Cent handelt. Dieses Unternehmen war einst eines der größten Unternehmen der Welt und die Aktie war richtig was wert. Leider hat das Unternehmen seine Einnahmequellen wie Fotofilme durch das Aufkommen von Digitalkameras völlig verloren und ist daher kaum noch etwas wert. Auf einen Chart zu schauen und zu sagen: „Diese Aktie ist günstig, da sie geschichtlich schon einmal viel mehr wert war“ ist ein ganz grober Anfängerfehler.

Fazit

Falls sie bisher also nicht in Aktien investiert sind sollte sie nicht den Fehler machen sich davon abhalten lassen welche zu erwerben, nur weil der DAX nahe seiner historischen Höchststände handelt. Wie immer wird es Aktien geben die in Zukunft verlieren, genauso wie es immer Aktien gibt, die in Zukunft gut laufen werden.

Meiner Meinung nach wird viel zu viel Wert auf Punktestände gelegt und solche psychologischen Hürden sind höchstens kurzfristig interessant, langfristig können sie Aktien guter Unternehmen nicht aufhalten.

Entscheidend für die Entwicklung deutscher Aktien wird zum Beispiel dieses Jahr viel mehr sein, ob sich die wirtschaftliche Lage in der Euro-Zone aufhellt und dadurch gute Aussichten für die Unternehmensgewinne bestehen. Sprudeln die Gewinne interessiert sich keiner mehr für historische Kurs-Höchststände.

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