Wells Fargo – der Aufschwungsfinanzierer Teil 1

Die Aktie von Wells Fargo & Company ist vielen Anlegern diesseits des Atlantiks wohl vor allem durch die großen Summen bekannt, die Warren Buffett und seine Holdingsgesellschaft Berkshire Hathaway in den letzten Jahren in das Finanzhaus investiert haben.

Kommen wir gleich am Anfang einmal zum Thema Buffett und Wells Fargo und was ihn wohl abseits der einzelnen Finanzkennziffern zum Kauf der Aktie animierte und animiert.

Wells Fargo und IBM sind hinter Coca Cola die größten Position im Depot von Berkshire Hathaway (was die öffentlich gehandelten Unternehmen angeht). Diese Aktien kaufte Buffett zu einem Einstandskurs von um die 23 / 24 US$. Dies ergibt sich daraus, dass Buffett Ende 2011 400 Millionen Wells Fargo Aktien im Jahresbericht ausgewiesen hat und als Investitionssummer den Betrag von 9,086 Milliarden US$ auswies..

9 086 000 000 $ / 400 015 828 Aktien = 22,71$ ( durchschnittlicher Einstiegskurs bis Ende Geschäftsjahr 2011 )

Im laufenden Jahr kamen noch mindestens 22 Millionen Aktien dazu, wobei hier der Anschlusskurs höher gelegen haben muss.

Was ist der Grund warum Buffett Wells Fargo Aktien gekauft hat?

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Buffett denkt bei seinen Anlagen sehr langfristigund aufgrund seines hohen Alters vielleicht sogar noch langfristiger als früher, da er sein Lebenswerk sicherlich auch nach seinem Ableben in guter Verfassung sehen möchte. Er investiert also weiter in Unternehmen bei denen er langfristig von sicheren Zugewinnen ausgeht.

Bedenkt man, dass Buffett nach wie vor sehr stark an Amerika und seine wirtschaftliche Entwicklung glaubt passt Wells Fargo ausgezeichnet ins Depot. Hierbei stelle ich einmal eine Verbindung zu einem anderen Investment der letzten Jahre her. Berkshire Hathaway kündigte Ende 2009 an, dass Eisenbahnunternehmen Burlington Northern Santa Fe in einem 44 Milliarden $ Deal komplett zu übernehmen. Durch den Deal gibt es heute übrigens auch Berkshire Hathaway Aktien in Stückelungen unter 100 $. Buffett war gezwungen einen Aktiensplit bei den B-Aktien zu veranlassen um frühere Burlingtion Northern Aktionäre damit zu entlohnen. Da Burlington Northern viele Kleinaktionäre besaß waren die früheren Kurse der Berkshire B-Aktie vor dem Split zu hoch um damit den Kauf abzuwickeln.

Buffetts Eisenbahninvestment hat zwei Dinge offenbart: Buffett glaubt an einen zweiten großen Öl und Gasboom in den USA (die Eisenbahn ist eine Schlüsselindustrie für den Transport von Materialien in die Ölfelder und den Transport von Öl an sich) und zweitens glaubt er sicher an eine langfristig positive wirtschaftliche Entwicklung in den USA.

Buffett glaub also an Wachstum in Amerika und dies in der Breite. Schauen wir uns nun einmal Wells Fargo an. Was an Wells Fargo sofort im Vergleich zu den anderen großen amerikanischen Banken wie J.P. Morgan Chase oder Goldman Sachs auffällt ist, dass Wells Fargo doch sehr nah an der Realwirtschaft und dem Normalmenschen geblieben ist.

Wir sollten uns hier einmal ein paar Jahre zurückerinnern. In der ersten Hälfte der 2000er galt das konventionelle Geschäft mit Privatkunden oder Klein- und Mittelständischen Unternehmen in der Bankenbranche als Gähner und viele große Geldhäuser verkauften diese Geschäftsbereiche oder ekelten ihre nicht als „würdig“ empfunden Kunden heraus. Josef Ackermann bezeichnete damals Privatkunden als Peanuts; gegen Ende von Ackermanns Zeit bei der Deutschen Bank ließ er sich dann für das Wachstum im Privatkundengeschäft wieder feiern. Wie sich doch die Zeiten ändern…

Wells Fargo machte jedoch nicht den Fehler sich von seinem traditionellen Bankgeschäft zu stellen und hat so heute sehr, sehr viel von diesem nun wieder als wichtigen Sektor eingestuften Geschäfts. Laut wikipedia unterhält Wells Fargo in den USA über 9000 Filialen in 39 der 50 Bundesstaaten und betreut über 70 Millionen Kunden.

Amerikanischer Aufschwung kann nicht an Wells Fargo vorbeigehen

Wir haben mit Wells Fargo also den größten Mittelstandsfinanzierer, eine landesweites Filialnetz und einen gigantischen Kundenstamm. Nun bedenken wir einfach einmal die langfristigen Prognosen für die USA. Die US-Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten stark wachsen. Die USA stehen wahrscheinlich vor dem größten Öl-Boom seit der Zeit von John D. Rockefeller ( Öl- und Gasboom in den USA; Power of the Dollar 2.0 ). Der Häusermarkt und damit das Finanzierungsgeschäft befindet sich in der Erholung…

Geht es also mit der Wirtschaft in den USA langfristig bergauf und gibt es mehr Kunden mit dem Bedarf an Krediten, Konten, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen geht es logischerweise auch mit der Bank bergauf, die am meisten Kunden und die größten Verwebungen zur Realwirtschaft hat.

So; dies einmal als Einstieg und als grundsätzliche Überlegung zum Thema Wells Fargo. Da dies jetzt für einen Blogartikel auch schon mehr als genug Text war, geht es in den nächsten Tagen separat mit der aktuellen Einschätzung der Finanzkennzahlen der Wells Fargo Aktie weiter.

9 Gedanken zu “Wells Fargo – der Aufschwungsfinanzierer Teil 1

  1. Danke für den Artikel. Das ging ja fix.

    Der niedrige Durchschnittskurs von Buffett macht mir jedoch mal wieder klar, dass ich zu teuer gekauft habe! Mein Kaufkurs lag bei EUR 26,62. Oder ungefähr bei 35 $. Blöd halt wenn das Kapital anderweitig gebunden war zum Zeitpunkt der niedrigeren Kurse.

    So richtig kann ich die Begeisterung von Buffett trotzdem nicht nachvollziehen. Schaut man sich die letzten zehn Jahre an sieht man wie oft die Aktie unter 25 $ zu haben gewesen wäre. 2003 schon mal, dann wieder 2008, 2009, 2010 und 2011. Erst kürzlich stieg der Kurs merklich. Lange Jahre gab es außer Dividenden also keine Rendite. Aber das hat Buffett bei Coca Cola auch schon mal nicht gestört als der Kurs über zehn Jahre nicht vom Fleck kam…

    Kein langer aufwärtstrend…

    • Es ist schwierig von den Kursen der letzten 10 Jahre au die Zukunftsentwicklung zu schließen, da wir uns eben Ende der 90er bei massiven Überbewertungen bei sehr vielen Aktien befanden und sich daher in der „verlorenen“ Dekade nichts an den Kursen getan hat.

      Bei Wells Fargo und Buffett sollte man vielleicht auch seine Situation bedenken. Buffett hat jährlich Milliarden für Investitionen zur Verfügung und daher ist es gar nicht so einfach dieses Geld überhaupt gut unterzubringen.

      Es gingen schon oft Gerüchte um, dass Buffett vielleicht einen weiteren Markenhersteller von Lebensmitteln oder einen Agrarkonzern kaufen wolle. Vielleicht hatte Buffett auch wirklich interesse, aber die Altakionäre wollten nicht verkaufen.

      Viele große Firmen sind ja in der Hand von sehr vielen verschiedenen Anlegern: Stiftungen, Pensionsfonds, wohlhabende Privatanleger… es ist also gar nicht so leicht ein 20 Milliarden $ Unternehmen zu kaufen (auch wenn man das Geld hat), da ja die Mehrheit der Altaktionäre auch dazu gebracht werden muss zu verkaufen.

      Bei einer Firma wie Wells Fargo mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden $ ist es natürlich leichter am Markt nach und nach seine Milliarden unterzubringen. Die Größenordnungen sind einfach ganz anders, wir als „Fische“ sind jederzeit in der Lage Aktien von großen Unternehmen zu kaufen (da wir ja nur Mini-Umsätze tätigen), ein MIlliadär steht da vor ganz anderen Problemen.

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 11. Januar 2013 | Die Börsenblogger

  3. Pingback: US Banken vor den Quartalszahlen Q4 2012 | InsideTrade

  4. Die Kurse zu denen Buffett „gekauft“ hat lassen sich kaum vergleichen.
    Die erste Position hat er 1990 gekauft und seither ist Wells Fargo durch mehrere Fusionen hindurchgegangen, die letzte 2008 mit Wachovia. Ich weiß nicht, wie da im einzelnen die Erwerbkosten bilanziert werden, aber der größte Brocken wurde schon vor langer, langer Zeit gekauft und somit zu viel viel billigeren Kursen…

  5. Investmens und Anschaffungskurse Berkshire

    Habe diesen Auszug aus dem letzten Jahresbericht genutzt. Also wenn ich mir die anderen Werte anschaue dürften die Anschaffungskurse stimmen.

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