Goldpreis – wieso ist der Kurs so hoch und wohin geht es?

Was bringt uns 2013? Etwas neue Höchststände beim Gold? 2000$ oder gar 5000$. Diese Prognosen sind im Raum und ich glaube nicht an extreme Steigerungen beim Goldpreis.

Nachdem ich mich einige Zeit intensiv mit Gold beschäftigt habe, möchte ich hier einmal die Ursachen für den aktuell hohen Goldkurs vermitteln ( Meine Folgerungen sind ohne Gewähr ).

Sind die Staatsschulden der Grund für einen hohen Goldpreise?

Schauen wir uns hierfür einmal die Relation der US-Staatsschulden in Relation zum Bruttoinlandsprodukts an…

Die Staatsschulden wachsen und wachsen, es wächst aber auch der Betrag an produzierten Waren und Dienstleistungen in unseren Volkswirtschaft. Das wichtige ist also nicht auf irgendwelche Schuldenuhren zu schauen, sondern auf die RelatiUS Debt to GDP, Staatsschulden in Relation zum Bruttoinlansprodukt, schulden so hoch wie nie, aktien, börse, rohstoffe, gold, silber, tagesgeld, festgeld, devisenhandel, forexhandelon von Schulden zur Produktivität eines Staates.

Der Rückschluss hohe Staatsschulden = weniger Vertrauen in den Staat = hoher Goldpreis stimmt so nicht. Der Goldpreis hatte 1980 mit 850 US$ ein damals ungeahntes Hoch erreicht und dies obwohl die US-Staatsschulden seit Jahrzehnten nicht mehr so niedrig waren als in der Amtszeit Jimmy Carters.

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Ist der Goldpreis so gestiegen, weil es mehr Geld gibt ?

Gold hat einen absoluten Sonderstatus unter den Rohstoffen, der wohl darauf beruht, dass in unheimlich vielen Kulturen Gold irgendwann als Geld eingesetzt wurde.

Dies ist gar nicht so lange her als viele vielleicht denken. Bis 1971 war der US-Dollar und in dessen Folge auch die deutsche Mark an das Gold gekoppelt. Eine Unze Gold waren 35 US Dollar und 4 DMark waren ein US-$. Theoretische hätte man das Recht gehabt bei der US-Notenbank also sein Geld gegen Gold einzutauschen, wobei dieser Fall nie im großen Stil eingetreten ist. Dies liegt wohl auch daran, dass Mitglieder dieses Goldsystems, wie die Bundesrepublik, den Amerikanern zusagten ihre Devisen nicht irgendwann in Gold umzutauschen ( siehe unter anderem der berühmte Blessing Brief ).

Dieses Währungssystem der Bindung ans Gold wurde dann von US-Präsident Richard Nixon 1971 beendet. Das ganze war zur Notwendigkeit geworden, da es wohl schlicht nicht mehr möglich war das existierende Geld mit dem gelben Edelmetall zu decken.

Dennoch hat Gold bis heute einen unbestreitbaren Charakter im Zusammenhang mit dem Geld. Notenbanken handeln Gold als Reserven und zudem ist der Goldpreis ein Indikator für Vertrauen in das Geldsystem. Chinesen kaufen Gold um das Vertrauen in Ihre Währung zu stärken und Griechen weigern sich selbst in ihrer derzeitigen Situation sich von ihren Reserven zu trennen; wenn dies kein Beweis für die Relevanz des Edelmetalls ist.

Nun könnte man also zu dem Schluss kommen, dass sich der Goldpreis an der Geldmenge orientiert.

Immer wenn die GeldmGeldmenge US Dollar, Euro, DMark, bankberatung, geld langfristig anlegen, value aktienenge wächst steigt auch das Gold. Diese Theorie stimmt aber nicht oder wenn, dann nur sehr stark zeitverzögert.

Während die Geldmenge in den 1980ern und 1990ern nämlich fleißig wuchs tat sich beim Goldpreis überhaupt nichts.

Der entscheidende Faktor für hohe Goldpreise ist die Unsicherheit!

Hier sehe ich die Parallele zwischen dem hohen Goldkurs 1980 und dem starken Goldkurs heute. Damals marschierten die Russen in Afghanistan ein, was auf eine Afghanistan Russland, Goldkurs Kriegsangs, krieg um rohstoffe, kampf um silber, seltene erdenZuspitzung des Ost-West-Konflikts hindeutete und es gab ökonomische Schwierigkeiten. Nachdem es nach dem zweiten Weltkrieg in der westlichen Welt wie an der Schnur gezogen nach oben ging, kam in den 70ern die erste Krise. Es war die Zeit der Öl-Krise und der Stagflation, also Geldentwertung, trotz niedrigem Wachstums. Dies sorgte für unerwartet hohe Arbeitslosenraten dies- und jenseits des Atlantiks und war damals eine völlig neue Situation. Aus dieser Zeit stammt auch das berühmte Helmut Schmidt Zitat „5 % Inflation sind mir lieber als 5% Arbeitslosenquote“ (viele Politiker gingen damals davon aus, dass bereits 1% Arbeitslosigkeit das gesellschaftliche Gefüge sprengen würden 😉 ).

Nach der Jahrtausendwende setzte dann der Aufwärtstrend beim Gold ein und es stieg von 300 $ auf heute über 1600 $. Die Weltsituation ist verblüffend ähnlich zu der aus der Zeit um 1980. WirLehman Pleite und GOldanstieg, bunkern banken gold, gold schließfach, rohstoffbörse, geld in aktien, welche aktien kaufen, riester-rente haben durch das Platzen des neuen Marktes und der Anschläge vom 11. September und den darauf folgenden Kriegen in Afghanistan und im Irak zwei einschneidende Ereignisse. Dann kam noch die Banken Krise und die EU-Schuldenkrise und voilà hier haben wir den hohen Goldpreis.

Was bring die Zukunft für das Gold?

Meiner Meinung nach ist Gold ein gute Anlage in Zeiten der Unsicherheiten. Wie hoch die Schuldenuhren der Staaten sind oder wie viele Dollar und Euronoten auf der Welt zirkulieren ist kein entscheidender Faktor.

Anstiege beim Goldkurs werden von einem Schock und Angst-Mix befeuert. Wirtschaftlich schwierige Situationen gepaart mit weltpolitisch risikoreichen Entwicklungen und der Gold-Preis steigt.

Wer sich also überlegt auf weiter steigende Kurse beim Gold zu setzen sollte sich überlegen, ob er weiter mit unvorhersehbaren Krisen rechnet. Dies ist nicht unmöglich, vielleicht entstehen durch den Euro immer mehr Reibungsflächen zwischen den Europäischen Ländern oder die US-Politik stolpert über die Erhöhung des Schuldenlimits und reißt damit die Weltwirtschaft in den Abgrund.

Andererseits könnten wir das Schlimmste überstanden haben. Wenn die US-Wirtschaft weiter in Bewegung kommt, sich die Euro-Krise abflacht und keine weltpolitischen Ereignisse wie ein Einmarsches von Nordkorea im Süden oder ein großer Terroranschlag passiert sollten auch kein gigantischen Plus beim Goldpreis entstehen. Wichtig ist dabei, dass es sich bei den negativen Meldungen dann um unerwartet negative Meldungen handelt, die die Situation extrem unvorhersehbar machen.

Fällt Gold vielleicht also wieder auf das alte Niveau von 300 $?

Das Gold seine Kurssteigerungen der letzten Jahre wieder komplett abgibt bezweifle ich. Durch den steigenden Wohlstand in vielen Regionen der Welt steigt auch die Nachfrage nach Schmuck, Barren und Münzen. Zudem sind die Förderkosten der großen Goldproduzenten inzwischen bei über 700 $ angekommen und auch Notenbanken aus den Tiger-Staaten wollen sich sicher die Tresore vollmachen. Damit der Goldpreis also wieder auf die niedrigen Niveaus der 80er und 90er Jahre absinkt müsste die beim Menschen angeborene Faszination für das gelbe Metall schon komplett erlöschen

4 Gedanken zu “Goldpreis – wieso ist der Kurs so hoch und wohin geht es?

  1. Hallo,

    Es ist in einer von Unsicherheit geprägten Zeit nicht ungewöhnlich, dass sich das Volk an Kontinuität und Sicherheit sehnt.
    Da sich der einfache Bürger von den Bankern abgehockt fühlt und sich nicht an den Aktienmarkt traut, kauft er weiterhin Gold, um sein Vermögen zu schützen.
    Unterhalte dich mal mit ehemaligen Bürgern aus dem ehemaligen Kugoslawien oder mit älteren Menschen aus Bulgarien. In diesen Ländern investierten die Bürger Ihr Geld in sehr kleine Gold-Münzen, die so groß sind wie 50 Cent Stücke und schon früher als Zahlungsmittel verwendet wurden.
    Dank der Mobilität dieser Goldmünzen haben diese Menschen Ihr Vermögen auf der Flucht vor dem Krieg, vor der kommunistischen Regierung und vor Plünderern retten können, indem sie es in Ihre Socken oder Strümpfe versteckt haben. Daher werden viele Menschen, die aus Kriesenregionen kommen immer wieder Gold kaufen, egal wie hoch der Kurs steigt oder wie tief er fällt . Ist ein psychologisches Phänomen.

    Leider bringt diese Anlageform keinen laufenden Ertrag. Daher sollten sich die Bürger, die Angst vor einer Inflation oder vor der Entwertung Aihres Vermögens haben sich mit der Alternative “ dem flüssigen Gold Öl “ beschäftigen.
    Wenn man sich den Öl Preis anschaut und die Entwicklung der Aktienkurse von Ölfilmen, dann hätte man auch der Inflation entkommen können und hätte vermutlich jetzt, wenn man früh genug gekauft hat eine sehr ordentliche Rendite.
    Leider haben die meisten Angst vor Aktien ! Schade!

  2. Was mich am Gold stört (so schön es auch glänzt) ist dass manche Menschen es als Anlage betrachten. Gold produziert nichts und wirft keine Zinsen ab. Es ist defacto kein Anlageobjekt. Es ist dann vernunftig Gold zu besitzen, wenn man damit seine Kaufkraft stabil halten will, aber nicht als Renditebringer.

    Perfekt beschreibt es mal wieder der Altmeister Warren Buffet (mit meinen eigenen Worten):
    Stell dir vor du besitzt alles Gold der Welt, der Wert liegt bei ca. 9,6 Billionen $. Der Würfel allen Goldes ist ca. 20,5 Meter lang. Diesen Würfel kannst du polieren und drauf aufpassen, dass keiner was klaut (für’s Poliermittel musst du sogar noch n Stück abschlagen um es bezahlen zu können).

    Mit dem gleichen Geld kann man alles Ackerland der USA kaufen (Ertrag ca. 200 Mrd. $/ Jahr) plus 16 mal Exxon Mobile (Ertrag ca. 40 Mrd. $/ Jahr) und hat dann noch ca. 1 Billion $ übrig.

    Welche der beiden Investitionen ist wohl die bessere?

    Was die Preise in den 90ern betrifft haben die Notenbanken ihre Bestände zu senken angefangen, somit wurde die das Angebot größer als normal.

    Nichts desto trotz kann Gold als Notfallreserve für extreme Crash’s, Währungszusammenbrüche sinnvoll sein (Ich mit Mitte 20 verzichte drauf, wenn ich älter bin ist es eine Option, sofern es nicht zu viel des Portfolio ausmacht).

    Gruß
    Valueer

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