Fiscal Cliff – Deal kam 5 nach 12

Nachdem das neue Jahr bereits um 0 Uhr eingeläutet wurde, ließ ein Deal zur fiskalischen Klippe ein wenig länger auf sich warten. Am Ende passierte aber doch, was eigentlich jeder erwartet hatte. Mitten in der Nacht kam es im US-Senat doch noch zur Abstimmung und es wurde ein Gesetzes-Paket durchgewunken ( 89 zu 8 Stimmen) mit dem erst einmal die kurzfristig dringendsten Themen angegangen werden…

Der ganze Beschluss muss natürlich in den kommenden Tagen noch vom US-Repräsentantenhaus durchgewunken werden. Vielleicht wird die Zustimmung dort nicht so groß wie im Senat, dass jetzt aber noch einmal alles schief geht ist nicht zu erwarten.

Der Last-Minute-Deal, bei dem der US-Vizepräsident Joe Bidden sichFical Cliff Risiko, kann die politik sparen, aktien, börse, finanzberatung, dollar euro, in devisen investieren, forex handel, lebensversicherungen, welches depot, bank konten, bwl studieren ordentlich ins Zeug legen musste geht natürlich nicht die großen Probleme wie die inzwischen gigantische Staatsverschuldung an. Mehr wurden kurzfristige wirtschaftliche und soziale Probleme abgewendet. Die Steuererhöhungen, die zwar heute offiziell in Kraft treten, werden wohl in wenigen Tagen für 99 % der Amerikaner schon wieder Geschichte sein und zwei Millionen Arbeitslose dürfen weiterhin mit Sozialleistungen rechnen…

Ob jetzt Republikaner oder Demokraten an dem Schlamassel schuld sind, da will ich nicht Stellung beziehen. Auf CNN sind es meist die Republikaner, auf Fox News meist die Demokraten. Häufige Argumente sind dann die Verweigerung mancher Republikaner überhaupt über Steuererhöhungen zu diskutieren. Republikaner kontern doch damit, dass sie doch eigentlich die Retter des Mittelstands wären, da es ohne sie ja niedrigen Steuern für diesen ohne die Bush-Regierung gar nicht gegeben haben ( damals waren die meisten Demokraten gegen diese Steuererleichterungen mit denen Obama jetzt den einfachen Amerikaner retten will ( siehe auch „Obamas Steuerpläne könnten die Aktienkurse purzeln lassen“).

Als Anleger sind dies erst einmal gute Nachrichten. Die Daten vom Hausbau in den USA und andere US-Wirtschaftsdaten waren in letzter Zeit gut und so dürfte die US-Wirtschaft im Jahr 2013 nicht durch gigantische Steuer oder staatliche Ausgabenkürzungen abgewürgt werden. Man darf also im Januar wieder mit steigenden Kursen rechnen 🙂 .

 

Das große Paradoxum

Spargesetze werden zum Risiko schlechthin

Das Verrückte an der ganzen Sache ist, dass der sogenannte Fiscal Cliff ohne den 2011 beschlossenen Budget Control Act gar nicht drohen würde. 2011 sollte dieses Gesetz eigentlich dazu führen, das Vertrauen in die Staatsfinanzen zu stärken, indem das Gesetz automatisch Steuererleichterungen abschaffen sollte und Ausgabenkürzungen vorsah falls sich die US-Politik nicht auf einen vernünftigen Haushaltsbeschluss einigen sollten.

Schon ein Jahr später war das Kind dann ins Wasser gefallen und die größte Bedrohung für die Wirtschaft, Arbeitsplätze und die sozial Schwachen war genau dieses Gelöbnis zur Besserung.

Das ganze hat für mich übrigens eine Parallele zur deutschen Schuldenbremse (die ja in ganze Europa einzug halten soll). Auch in Deutschland und vorallem in anderen europäischen Ländern kann man auf diese Versprechungen wohl nichts geben. Die Schuldenbremse ist wohl ein tolles Prestige-Projekt der Politik, doch hatte diese es in letzter Zeit durch eine gute Arbeitsmarktlage und Rekordtiefständen bei der Schulendefinanzierung auch sehr, sehr leicht gehabt.

Ein Kommentar auf CNN letzte Nacht fasste das ganze dann auch schön Zusammen “The biggest Risk for the Economy today is the own political class”.

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