Performance – alles Übel steckt im Vergleich

Das Jahr geht langsam aber sicher zur neige und jeder zieht für seine eigenen Finanzen Bilanz im stillen Kämmerchen. Hatte man ein Investment, welches ein großer Fehltritt war; hat man Werte gehabt, die mehr oder weniger auf der Stelle getreten sind oder gab es sogar Werte, die unerwartet stark zugelegt haben.

Viele rechnen sich sicher ihre Jahresperformance aus und vergleichen diese dann der Jahresperformance des DAX oder S&P 500 und ärgern sich dann vielleicht darüber nicht einfach breit in einen Index investiert zu haben…

Der DAX hat am 30 Dezember 2011 bei 5.898,35 Punkten geschlossen und stand am letzten Freitag ( 21. Dezember 2012 ) bei 7.636,23 Punkten. Dies macht eine bisherige Jahresperformance von 29,46 %, ziemlich stark übrigens und sollte sich die europäische Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2013 wieder verstärkt aufhellen ist 2013 auch noch einiges drin (oder auch nicht 🙂 ).

Was ist aber mit Anlegern, die nicht eine Jahresperformance von 30% in den Büchern stehen haben und nun geknickt vor dem Bildschirm sitzen? Dazu jetzt ein paar Überlegungen, warum diese Anleger vielleicht langfristig doch gut wegkommen.

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Beispiel Branchenrotation
Es gibt Branchen, die sind im einen Jahr in und Aktien aus anderen Bereichen werden schlicht vernachlässigt. Dieses Jahr bekamen Aktien europäische Telekommunikationsunternehmen zum Beispiel extrem auf den Deckel. Auch die großen IT-Riesen wie Microsoft oder Cisco wirken aktuell irgendwie ungeliebt und notieren sehr günstig. Dies hat einfach damit zu tun, dass eben viele professionelle und private Investoren immer auf die Aktien setzten, die im Moment steigen. Gerade professionelle Vermögensverwalter müssen sich am Ende des Jahres ihren Kunden stellen und sollten daher die großen Gewinner im Depot haben, was auch oft zu dem Ergebnis führt, dass kurz vor Jahresende noch einmal die Kurse der Jahresgewinner anziehen, da jeder zeigen will: „ich habe diese Perlen doch auch im Depot“.

Wer also im aktuellen Jahr auf Branchen mit eher schwachen Kursgewinnen gesetzt hat, dem kann man nur Mut machen. Mal sind an der Börse eben Getränkeabfüller im Trend, mal Maschinenbauer und mal Versicherungen. Was dieses Jahr nicht lief, beschert im nächsten vielleicht tolle Kursgewinne.

Wollen Sie Vermögen bewahren oder haben Sie gar keins?

Starten sind an der Börse mit 1000 € oder mit 1 000 000 €. Dies ist eine ganz wichtige Frage. Hier kommt jetzt die alte Börsenweisheit von André Kostolany: „Wer kein Geld hat, muss spekulieren: wer etwas Geld hat, kann spekulieren und wer viel Geld hat, darf nicht spekulieren“.

Wollen Sie Vermögen bewahren oder haben Sie gar keins?

Starten sind an der Börse mit 1000 € oder mit 1 000 000 €. Dies ist eine ganz wichtige Frage. Hier kommt jetzt die alte Börsenweisheit von André Kostolany: „Wer kein Geld hat, muss spekulieren: wer etwas Geld hat, kann spekulieren und wer viel Geld hat, darf nicht spekulieren“.

Nehmen wir einmal an sie verfügen bereits über ein Vermögen von 100 000 € und ihr Nachbar hat 1000€. Dieser Nachbar hat nicht wirklich etwas zu verlieren, ob er diese 1000 € jetzt hat oder nicht ändert überhaupt nichts. Von 1000€ kann man nicht mit der Familie in den Urlaub fahren, sich kein neues Auto kaufen oder es als Grundstock für ein Eigenheim nutzen. Will dieser 1000€-Mann also nicht langsam ansparen, sondern nur diese 1000€ nutzen muss er spekulieren.

Glücklicherweise bin auch ich in der Situation über weit mehr als 1000 € an Vermögen zu verfügen und bin daher vorsichtiger. Die meisten meiner Aktien sind konservative Blue Chips. Schaue ich also aktuell in mein Depot finde ich da eine Conagra Aktie mit einer Performance von 14%, eine Hasbro Aktie mit einer Performance von – 7% und eine Aktie von Excalibur Resources mit einem Plus von über 100 %. Excalibur Resources ist ein Gold/Silberminen-Projekt, welches sich auf gutem Weg und „hoffentlich“ unmittelbar vor den erste Gewinnen befindet. Nun könnte ich natürlich sagen: „hättest du Depp doch dieses Jahr alles in diese Mine gesteckt“. Hier wäge ich aber ab: Natürlich wäre es schön mit einem neuen Jaguar gemütlich in ein Nobelhotel in Sant Moritz zu fahren. Auf der anderen Seite wäre es aber auch unheimlich blöd gewesen, wenn dieses Goldprojekt wäre ein riesen Flop gewesen wäre (oder wird noch einer) und ich dürfte an Heilig Abend bei der örtlichen Suppenküche anstehen.

Mein Ratschlag für jeden, der bereits Geld auf der Seite hat kann also nur sein:wägt einmal Gewinn und Risiko ab.

Zum Thema Performance möchte ich noch gerne eine Performancetabelle aus dem Jahresbericht von Berkshire Hathaway präsentieren.
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Wie man sieht, war Buffett zu Zeiten des neuen Markts eigentlich ein Looser und wer im Internet ein bisschen googelt, wird sehen, dass damals viele schon behaupteten Buffett wäre mit seinem Anlageverhalten ein ewig Gestriger. Die Zeit nun hat wenig parallelen mit dem neuen Markt, auch wenn gerade doch wieder ein gewissen Aktienoptimismus an den Märkten herrscht, das Beispiel zeigt aber schön, wie wenig sich vom Anlageerfolg einzelner Jahre auf längere Zeiträume übertragen lässt.

4 Gedanken zu “Performance – alles Übel steckt im Vergleich

  1. Bei mir stagnierts seit Sommer im Depot auch, liegt am hohen US-Anteil (Dollargegenwind). Da mein Depot vergleichsweise günstig ist, und ich letztes Jahr in der Abwärtsbewegung ordentlich Vorsprung vor den Indizes hatte, sehe ich das allerdings nur halb so wild…

  2. Das Kostolany-Zitat ist in zweierlei Hinsicht falsch: Die Reihenfolge stimmt nicht und wer wie viel spekulieren darf/muss.

    Es muss heißen:

    „Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren.
    Wer viel Geld hat, darf spekulieren.
    Wer kein Geld hat, muss spekulieren.“

    Wann hat jemand viel Geld und wann wenig? „Viel“ ist hier relativ. Jemand hat „viel“ Geld, wenn er das Geld nicht anderweitig benötigt, keinen Kredit abstottern muss. Das ist passend zu den vier Gs, die man laut Kostolany für erfolgreiche Spekulation benötigt: „Geld, Geduld, Gedanken, Glück“. Geld heißt hier vor allem eigenes Geld, welches nicht für Verbindlichkeiten benötigt wird.

  3. Hallo turing ,mir kam das Zitat auch spanisch vor. Habe es aber auf zahlreichen Webseiten auch so gefunden ( http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&ved=0CDkQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.boersensprueche.de%2Findexr-z.html&ei=lRPZUO6_MMrftAa2jIHgBQ&usg=AFQjCNGrguxn431Qm9vE5ZOk2tkBIM0_fQ&bvm=bv.1355534169,d.Yms ). Es gibt beide Variaten und das mit dem Reich/Kann macht für mich auch mehr Sinn.

    Andererseits; warum sollt man als Reicher noch spekulieren? Ok, Spaß an der Sache; jedoch hat man auch die größte Fallhöhe wenn man sich vertut.

    Wenn man das ganz vielleicht aus der Sicht sieht, dass Reich heißt: „ich mach gar nix mehr und es kommt immer genug Geld für einen hohen Lebensstandard“, dann würde das Zitat wieder Sinn machen. Wenn man reich ist sollte man überhaupt nichts mehr machen! DAs Spiel ist bereits gewonnen und man kann sich anderen Dingen als der erbärmlichen Jagd nach Geld zuwenden.

    Muss mich mal auf die Suche machen, wo er das Zitat ausgesprochen hat und wie die genau Reiehenfolge war. Habe es wie du in Erinnerung, fannd die Variante mit der Reiche darf nicht… auch interessant 🙂 (auch wenn sie wohl nicht stimmt)

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