Fiscall Cliff noch immer nicht gelöst. Steuerängste drücken Apple-Kurs!

Wie es aussieht scheint die Geschichte mit dem Fiscal Cliff in den USA nach wie vor ein heißes Eisen zu sein. Wie bekannt wurde stellt sich das US-Repräsentantenhaus bereits auf Abstimmungssitzungen zwischen Weihnachten und Neujahr ein. Ss wird also bis zum Schluss gepokert werden. Zwar glauben die meisten anderen Beobachter nach wie vor an einige Einigung, dennoch ist glauben nicht wissen und so erklärt sich auch der anhaltende Kursrutsch einiger Aktien, die im absoluten Jahr eigentlich zu den großen Gewinnern zählten.

Schaue ich mir aktuell unter anderem die Apple-Aktie an reibe ich mir schon ein wenig die Augen. Momentan wird jede Negativ-Meldung auf die Goldwaage gelegt und man tut so als würde die iPhone-Schmiede nächstes Jahr in die Insolvenz gehen. Das ganze ist mir völlig unverständlich (auch wenn ich mir bei dieser Firma langfristig auch unsicher bin). In Ordnung China und Russland scheinen für Apple-Produkten keine so breite Käuferschicht wie die USA oder Europa zu bieten, aber dies war doch klar. Wer sich alleine die Preise von Apple-Produkten und dann das Durchschnittseinkommen in vielen asiatischen Ländern oder Russland ansieht, dem muss doch schon früher aufgefallen sein, dass iPad, iPod und Co. für viele Konsumenten dort einfach unerschwinglich sind.

Dennoch hat das iPhone 5 wieder einen Verkaufsrekord gebrochen und Jim Cook scheint verfallende Margen eventuell mit Verbesserungen in der Lieferkette (es gibt Gerüchte um eine eigene Chipfabrik etc.) zu retten.

Der Absturz der super erfolgreichen Apple-Aktie, die im September bereits bei 700 $ stand und seitdem fast 28 % verloren hat lässt einen da erst einmal die Augen reiben. Apple ist aktuell nicht teuer bewertet und das Wachstum sollte auch im nächsten Jahr zweistellig weiter gehen.

Momenten geht das Gerücht um, dass viele Anleger aufgrund möglicher Steuererhöhung ab Januar aktuell massiv verkaufen. Dies leuchtet ein; viele Apple-Aktionäre sitzen nach den stark gestiegenen Kursen der letzten Jahre auf massiven Gewinnen und möchten diese nun noch zu einem Steuersatz von 15 % realisieren. Kommt es zwischen Weißen Haus und Repräsentantenhaus nämlich zu keiner Einigung könnten für viele Anleger bald 40 % Steuern bei einer Realisierung der Buchgewinne anfallen.

Es ist also gut möglich, dass ab Januar die Apple-Aktie und andere Gewinner (die gerade verlieren 😉 ) wieder massiv steigen, da dann die jetzigen Verkäufer wieder einsteigen.

Wer also aktuell US-Aktien im Depot hat und überhaupt nicht versteht warum diese trotz positiver Aussichten derart fallen sollten auf jeden Fall die steuerlich-verursachten Gewinnmitnahmen vieler US-Investoren im Hinterkopf haben.

8 Gedanken zu “Fiscall Cliff noch immer nicht gelöst. Steuerängste drücken Apple-Kurs!

  1. Mir kommt es manchmal so vor, dass institutionelle Investoren sich auf eine Aktie einschiessen, diese kaufen und kaufen, dass verliert diese Aktie die Gunst und alle gehen wieder raus. Immer ein paar Unternehmen werden hochgehypt dann lässt man sie wieder fallen.

    Ähnlich wie es die Bild-Zeitung macht. Erst hochschreiben, dann niederschreiben.

    So ist jedenfalls mein Eindruck. Kann man auch bei gurufocus beobachten. Die meisten kaufen die gleichen Unternehmen. Bis es sich dreht und alle wieder verkaufen. Microsoft war zum Beispiel so ein Fall…

  2. Glaube, dass viele große Investoren auch sehr gerne die Kurse drücken in dem sie sich wochenlang unterbieten, bis dann die Kleinanleger mit 30% Verlust dasitzen und dann panisch verkaufen.

    Im amerikanischen Fernsehen gibt es ja auch Börsensendungen (Mad Money und Co) dort werden oft Horrorgeschichten über Firmen erzählt, bei denen langfristig kein Risiko besteht, auf wunderliche Weise kommen dann aber schon wenige Wochen später super Meldungen zu dem Unternehmen.

    Wem man auch überhaupt nicht trauen kann sind die großen Banken und diese kurzfristigen Analysen wie Sell, Buy, Hold. Erst erzählen sie einem bei einer Aktie alle sell, sell, sell und senken die Kursziele plötzlich über nacht steigt der Kurs und alle schreien buy!

    Diese Analysen sind völlig wertlos. Wenn ich das in Zeitschriften sehe mit diesem Buy,Sell,Hold; warum soll ein Anlegere denn wenn er schon Henkel, McD oder Coca Cola verkaufen? Weil die Bewertung mal ein bischen zu hoch ist? Das wär Ende der 90er angebracht gewesen.

    Das gleiche gibts auch andersrum. Wenn sowas im Fernsehen kommt hat es schon seinen Einfluss auf Anleger d

  3. Pingback: Kleine Presseschau vom 17. Dezember 2012 | Die Börsenblogger

    • Also denke auch, dass hier „möglicherweise (garantiert ist an der Börse nichts)“ einiges zu holen ist.

      Das iPhone hat auf westlichen Märkten nicht mehr das Wachstumspotential. Die, wo jetzt noch kein Smartphone haben sind entweder Menschen, die dies bewusst nicht kaufen (brauche kein Smartphone, sind kostenbewusst…) oder Leute, die sicher kein Geld für Produkte in hochpreisigen Segment haben.

      Wenn aber China und die anderen neuen Märkte gut laufen könnte Apples Wachstumsgeschichte doch noch einige Zeit weitergehen.

      In dieser Zeit spült es neuen Cash in die Kassen und vllt. hat Apple ja dann in 2 oder 3 Jahren über 200 Milliarden US$ an Money in the Bank. Dies würde natürlich dann auch für die Marktkapitalisierung sprechen. Die Frage ist eben was Apple mit diesem Cash machen kann. Habe ja kürzlich auch NIntendo angesprochen, die ja ihre Marktkapitalisierung fast 1:1 an Kontoguthaben haben. Die Frage ist und bleibt, ob es eben das Management solcher Technikkonzerne schaft dieses Geld auch wieder in Wachstum und sinnvolle Expansionspläne zu stecken oder nicht. Sollte Apple wirklich das Fernsehen (noch höhere Auflösungen, bessere Contentverwaltung…) auf das nächste Level bringen können ist alles offen. Die Ängste sind wohl nicht, dass Apple 2013 kein Geld verdienen wird, sondern eher ob es Apple schafft ein neues dickes Produkte nach den Smartphones/Tablets zu entwickeln und zu platzieren.

      Natürlich kann ich auch die Bedenken verstehen und habe diese selbst auch. Apple ist mehr Wert als Coca Cola, Pepsi, Krafts Foods.. zusammen und wenn ich hier auf Millionen sitzten würde und diese anlegen müsste, würde ich hier auch eher auf KO, Pep und CO als auf Apple setzen (langfristig).

      Jedoch sehe ich kurzfristig den Kurs von Apple doch als recht günstig, fall China und Co weiterhin gut laufen.

  4. Was man auch bedenken muss ist, dass Apple eine sehr geschickte Kundenbindung durch den appstore betreibt. Wenn ich vom iPhone auf andere Smartphones umsteige sind meine ganze Produkte weg. Wenn ich mir als iPhone 4 Besitzer mir später ein iPhone 6 gönne kann ich die Produkte aus dem appstore mit rübernehmen. Ist zumindest ein kleiner burggraben.

  5. Apple profitierte aber bisher davon, dass die Händler die Produkte subventionierten. Von 500$ Endkundenpreis kamen 800$ bei Apple an. Ich halte es für fraglich, ob das so durchzuhalten ist. Es scheint nun die ersten Lieferverträge mit deutlich ungünstigeren Konditionen zu geben. Mal schauen wann sich das auf die Margen auswirkt…

  6. apple ist zur zeit als ein kurzfristiges investment wohl sehr lukrativ. jedoch sind die technikkonzerne, siehe nokia, als langzeit investment überhaupt nicht geeignet. Um den markt auszunutzen oder sich kursschwankungen zum vorteil zu machen und dann gewinne mit zu nehmen sind diese konzerne gut geeignet, aber sonst mit vorsicht zu genießen.

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