Das neue Management bringt die Firma auf Vordermann-alle Mann in Deckung

Wir alle leben ja in einer sogenannten Leistungsgesellschaft. Leistung an sich ist im Prinzip eine sehr schwer zu messende Sache. Physikalisch gesehen ist Leistung gleich Arbeit durch Zeit. Bei der Bewertung Menschlicher Leistung ist dieser Ansatz aber sehr umstritten. Jeder kennt sicher diese völlig unstrukturierten Menschen, die zwar unheimlich lange mit etwas beschäftigt sind, das Ergebnis hat aber für überhaupt niemanden irgend einen Mehrwert. Andere tun scheinbar gar nichts und haben damit unheimliche Erfolge, einfach weil sie einer festen Strategie folgen oder Entscheidungen im Stillen gründlich ausgearbeitet und durchdacht werden…

Natürlich stellt gerade die Arbeit von Menschen, die nicht die ganze Zeit erwähnen wie hart sich doch rackern, erst einmal ein Bewertungsproblem dar. Persönlich bin ich mir sicher, dass zum Beispiel im Staatswesen vieles an Arbeit und Strategien nicht von den sogenannten Spitzenfiguren wie den Ministern geleistet werden, sondern von Personen aus der zweiten und dritten Reihe, die aber nicht lautstark in den abendlichen Politshows herumpoltern. Gerade diese Menschen sind eigentlich die wahren Leistungsträger, die sich jedoch nicht in irgend welchen Aufsichtsräten erst die Taschen voll machen, um dann nach ihrem scheitern im Europarlament noch jahrelang fürstlich alimentiert zu werden.

Lassen wir dieses Thema. Leistungsgerechtigkeit ist eine Legende.

Nun kommen wir zum Kern dieses Artikels. Die Leistung oder Unleistung eines Managements ist für langfristige Anleger ein ernstes Thema. Warren Buffett gab ja einmal den berühmten Ratschlag „man muss sich Firmen (Aktien) suchen , die jeder Idiot leiten kann“. Leider ist selbst das beste Unternehmen nicht davor geschützt doch von Idioten in Vorstand und Aufsichtsrat geschädigt zu werden.

Oft wollen sich ja Unternehmenslenker als unheimlich aktiv gegenüber der Öffentlichkeit und ihren Aktionären präsentieren und kommen dann auf die blödesten Ideen. Hier einmal zwei Beispiel für Strategien, um die unheimlich viel Wirbel gemacht wurde und die ein absoluter Reinfall waren.
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Im April 1985 gab Coca Cola bekannt, dass die Formel und damit den Geschmack von Coca Cola geändert werden. Der Coca Cola Vorstand hatte herausgefunden, dass in Blindverkostungen der Geschmack von New Coke besser ankam als der Geschmack der alten Coca Cola. Darauf hin kam man dann in der Konzernzentrale in Atlanta auf die geniale Idee einfach die alte Coca Cola Formel völlig gegen das neue Cola-Rezept auszutauschen.

Das ganze war natürlich ein gigantischer Blödsinn. Da gewöhnt man mit milliardenschweren Werbekampagnen und Getränkeautomaten Generationen von Konsumenten mühevoll an den einzigartigen Geschmack von Coca Cola und wechselt dann den Geschmack. Klar, das ganze mag vielleicht sogar besser schmecken, es ist aber nicht mehr das, was ich als Kunde erwartet.

Kurz zum Thema Blindverkostung: Zwar beweisen Blindverkostungen angeblich immer wieder, dass Pepsi besser schmeckt als Coca Cola. Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass Coca Cola Weltweit der meistverkaufte Softdrink ist und daher viele Testpersonen wohl beim Geschmack von Pepsi „anders“ mit „besser“ verwechseln.

So die Folgen waren klar. New Coke hat nicht funktioniert; Coca Cola war zum Glück groß genug um das ganze zu überleben und die Formel von New Coke / Coca Cola II wird heute nirgends auf der Welt mehr abgefüllt. Die Änderung eines erfolgreichen Produkts und mögliche negative Folgen sind heute auch als New-Coke-Effekt bekannt.

Kellog Cornflakes, mehr Volumen um jeden Preis

Ein weiterer Riesenflop der Wirtschaftsgeschichte ist mir auch von der Leitung des Cornflakesgiganten Kellogg bekannt. Hier lies sich der Vorstand in den 90ern mit gigantischen Zuwächsen beim Verkaufsvolumen feiern und vergaß völlig dabei auf die Gewinnmargen zu achten. Da wird der Name Kellog über Jahrzehnte als feste Marke platziert und dann wird dieser praktisch für höheres Volumen verramscht. Margen sind in der Nahrungsmittelbranche das A und O. Gerade lässt sich durch höhere Weizenpreise wieder beobachten, wie Firmen mit geringen Gewinnmargen hier massiv unter Druck kommen, während die Markenhersteller fest im Sattel sitzen ( siehe auch „Explodierende Weizenpreise, die Gewinne der Nahrungsmittelkonzerne werden“ ).

Fazit für mich: Bewerten sie ein neues Management nicht zu schnell und denken Sie daran, die Aktien, zu denen es wenige Meldungen gibt, sind oft die Besten. Nur weil ein neuer Manager (oder auch so mancher Vorgesetzter 😉 ) irgend etwas von Innovation, neuen Märkten und neuem Image erzählt, ist dies noch lange kein Garant für den Erfolg. Wer wirklich etwas bewegen will und weiß was er tut, tut dies meist im stillen und lässt hinterher Ergebnisse für sich sprechen. Eine große Klappe allein ist noch keine Leistung.

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