China kauft den Westen; Chinesen übernehmen kanadischen Ölkonzern Nexen

Es gibt Entwicklungen, die uns in der westlichen Welt Angst machen oder zumindest ein spontanes Unwohlsein hervorrufen. Gerade durch die geringe Reallohnentwicklung in vielen Branchen gibt es massive Angst vor dem sozialen Abstieg. Das Stichwort, welches in der Thematik dabei oft auftaucht, ist die sogenannte Globalisierung. Einfache Arbeitstätigkeiten wanderten nach dem Fall der Mauer immer weiter Richtung Osten und inzwischen kommt fast jedes Elektronikprodukt zumindest zum großen Teil aus China und das T-Shirts aus Bangladesch.

Vor allem China wird von Vorständen der Automobilindustrie immer als Chance gesehen, für viele Menschen ist China aber schlicht die Ursache für niedrige Löhne und den Wegfall hiesiger Arbeitsstellen. Die Welt scheint sich verändert zu haben und wer im Fernsehen die glitzernden Fassaden Pekings sieht bekommt schnell den Eindruck, dass dort alles größer, schneller, effizienter ist und diese Asiaten uns früher oder später überholen werden…

Wir Europäer haben seit Jahrhunderten ein Denkschema verinnerlicht: Wir leben im reichen Teil der Welt und die anderen leben im armen Teil der Welt. Mit dem Aufstieg Nordamerikas und Japan hat sich dieser erlauchte Kreis noch ein wenig erweitert, das Aufteilungsdenken blieb aber gleich.

Diese mentale Aufteilung zeigt sich auch an der Zusammensetzung der früheren G7 und heutigen G8 Staaten. Einst sollten die G7 die wirtschaftlich mächtigsten Nationen der Erde zusammenfassen, doch ahnt man heute schnell, dass die Zusammenstellung von 1975 mit den Mitgliedern Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, den USA, Kanada, Japan und Russland (ab 1998) zumindest unvollständig ist.

Die Welt muss sich also verändert haben und wenn die Welt, wie gelernt, immer in ein Reich und ein Arm unterteilt ist und Länder wie China, Indien oder Brasilien immer reicher werden, müssen wir im Umkehrschluss ärmer werden. Es tut sich in den Menschen eine Angst auf bald nicht mehr auf der Gewinnerseite des Globus zu leben, sondern auf der Verliererseite.

China kauft den Westen?

Gestern Nacht sah ich auf CCN die Meldung, dass kanadische Behörden China Mao Euro Schein, geld langfristig anlegen, riester rente, Devisenhandel, Finanzberatung, wie geld anlegen, altersvorsorge, lebensversicherungen, welche aktien kaufen, tagesgeld, depotvergleich, fonds, dax, dow jonesnach monatelanger Verzögerung den Verkauf des kanadischen Öl- und Gasproduzenten Nexen an die China National Offshore Oil Corporation ( CNOOC ) genehmigt haben.

Dieser Einstieg von chinesischem Geld in westliche Energiekonzern ist kein Einzelfall. Schon Ende letzten Jahres wurden die Chinesen Hauptaktionär beim portugiesischen Energiekonzern Energias de Portugal (EDP), der einen großen Teil des Gasnetzes auf der der iberischen Halbinsel kontrolliert.

Bei solchen Meldungen wird einem reflexartig Angst und Bange. Können mir in Deutschland auch bald die Chinesen nach Lust und Laune die Heizung abdrehen, nutzen die Chinesen die Euro-Krise um sich hier alles unter den Nagel zur reisen? Persönlich habe ich diese Angst nicht, es gibt aber in der deutschen Bevölkerung derartige Befürchtungen.

Friendenschance

Meiner Meinung nach ist das ganze eine logische Konsequenz der Globalisierung. Wenn wir deutsche Autos nach China exportieren und westliche Firmen Fabriken in China besitzen werden umgekehrt auch Chinesen kommen, die Firmen in Europa haben wollen und ihre Produkte anbieten. Das bei dem Spiel natürlich nicht immer ganz fair gespielt wird (zum Beispiel beim Thema Wechselkurse) ist eine andere Frage. Generell sehe ich die Entwicklung aber nicht so schwarz wie viele, durch die wirtschaftliche Verwebung der Welt wird meines Erachtens die Chance auf langfristig friedliche Koexistenz immer größer. Dennoch wird auch mir Unwohl, wenn ich beim aktuellen Sportstudie das Gazprom-Loko auf den Schalke-Trikots entdecke.

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