3d-Drucker, werden bald auch reale Gegenstände einfach raubkopiert?

Jetzt weiß ich nicht wie technikbegeistert meine Leser hier sind, ein paar Technikliebhaber werden aber wohl sicher dabei sein. Da das Thema auf amerikanischen Investmentseiten schon mehrmals aufgekocht ist, will ich die Sache jetzt auch einmal auf deutsch kurz rüberbringen.

Es geht bei der Technik im Prinzip um nichts wirklich neues. In der Industrie oder in der Forschung ist das Prinzip des 3d-Scans und 3d-Drucks ja seit vielen Jahren ein alter Hut. Nun scheint es aber, dass diese Technik mehr und mehr auch für den Normal-Menschen zumindest erschwinglich wird (ein Einstiegsgerät der Firma Solidoodle ist bereits für 400 $ zu haben).

Was ist 3d-Druck?

Wer von dem Thema noch gar nichts gehört hat, dem will ich die Sache einmal ganz kurz erklären. Das herkömmliche Scannen kennt ja sicher inzwischen jeder und wahrscheinlich haben viele auch einen dieser Multifunktions-Drucker auf dem Schreibtisch, bei dem man oben einfach die gewünschte Textseite einlegt und das ganze dann auf dem Computer einlesen kann…

Solche Geräte gibt es ja nun schon seit Jahren zu Preisen unter 100 Euro und sie sind längst überall vorzufinden. Gerade für kleinere Copyshops waren diese Geräte natürlich nicht unbedingt ein Segen, da nun viele Privatleute, die nur einige Seiten eingescannt oder kopiert brauchen, sich nun nicht mehr außer Haus begeben müssen.

Beim 3D-Scan und 3D-Druck (3D-printing) kommen wir jetzt von der zweiten in die dritte Dimension und sind damit in der Lage räumliche Gegenstände schnell in eine Computerdatei zu speichern und diese dann von einem 3d-Drucker reproduzieren zu lassen.

Das ganze ist dank heutiger Technik bereits nahezu massentauglich. Das gewünschte dreidimensionale Objekt wird einfach von allen Seiten mit der Digitalkamera abfotografiert und eine Computersoftware berechnet dann daraus ein 3D-Modell und speichert dieses ab. Noch schneller geht es zum Beispiel mit der Scannerleiste Kinect für Microsofts Xbox 360, mit der es reicht das gewünschte Vermessungsobjekt einfach vor dem Fernseher zu drehen.

Diese Datei lässt sich dann von Geräten, die nun bereits für unter 1000 $ zu haben sind, modellieren. Dabei spritzt das Gerät einfach Plastik auf und es lassen sich ziemlich präzise Kopien jedes gewünschten Gegenstands fertigen.

Wer sich das ganze immer noch nicht vorstellen kann, hier ein Video des Schweizer Fernsehens dazu:

Durch 3d-Druck bald massenweise Raubkopien von Gegenständen?

Nun sind einige Aktionär im Internet bereits ganz beunruhigt, ob die neue Technik alte Geschäftskonzepte zerstört. Werden Actionfiguren bald aus dem Internet heruntergeladen und einfach ausgedruckt, was ist mit Plastikgeschirr, kleineren Ersatzteillieferanten und und und…

Im Internet gibt es bereits Seiten, wo man sich zum Beispiel „illegal“ Actionfiguren,Brettspiele,und Legosets komplett herunterladen kann. Die Sorge ist nun klar die Raub-Kopie. Haben bereits die günstigen CD-Brenner um die Jahrtausendwende starke Verkaufsrückgänge der Plattenindustrie eingeläutet, trifft es mit der neuen Technik eventuell eine ganze Reihe von Herstellern.

Um es kurz zu sagen: Persönlich halte ich diese Horrorvisionen für stark übertrieben. Natürlich wird es Hobbybastler geben, die sich ein solches Gerät kaufen um Plastikersatzteile schnell zur Hand zu haben. Das aber zum Beispiel Spielwarenhersteller wie Ravensburger, Hasbro, Lego und Mattel dadurch vor die Hunde gehen glaube ich nicht.

Letztes Wochenende war ich in einem Spielzeugladen dabei ein kleineres Geschenk für einen 6-Jährigen zu kaufen und entschied mich für eine Transformersfigur. Transformers sind dies Kampfrobter, die sich in ein Flugzeug oder Auto umbauen lassen. Nun kostete eine solche Figur zwischen 5 Euro bis 10 Euro und im Set noch günstiger (pro Figur). Bedenkt man nun, dass diese Figur über sTransformer Aktie, wie funktioniet Transformers Figur, 3d printing stocks, Finanzberatung, geld langfristig anlegen, börse, Honorarberatung, Finanzberatung, altersvorsorge, lebensversicherung, rieseter-rente, depotvergleich, tagesgeld, festgeld, Zertifikate, Optionsscheine, Forex-Handel,Devisen-Handelehr viele bewegliche Teile und eine aufwendige Lackierung verfügt wird einem das Problem mit der Selbstherstellung schnell klar. Wer kommt den auf den Idee seinem Sohn seine Spider-Man Actionfigur selbst zu bauen? Er müsste die beweglichen Teile selber ausdrucken (samt Materialkosten), müsste diese dann genau verschrauben, bräuchte die einzelnen Lacke und eine ruhige Hand, müsste das ganze trocknen und am Ende ist das ganze dann doch nicht so Maßgenau wie das Original, das man für 5 bis 10 Euro im Laden bekommt.

Anders aussehen tut es natürlich eventuell bei Ersatzteilen. Selbst bastele ich gerne ab und zu an Modellen und weiß was es kostet, wenn man für sein Modelaute/schiff/flugzeug mal ein einzelnes abgenutztes Zahnrad benötigt. Solche Teile könnte es bei Ebay bald zu echten Kampfpreisen geben, da nun jeder einfach auf seinem Schreibtisch die Produktion einleiten kann.

Aber ernsthaft ein gesamtes Modellschiff selbst zu produzieren, da kommt es dann wohl auch schon wieder günstiger gleich zum Bastelladen zu fahren. Die ganze Sache ist also sicherlich interessant für Bastler, die Bedrohung für bestehende Produzenten sehe ich aber als sehr gering.

Vielmehr sehe ich hier Vorteile vor allem für kleinere Unternehmen in Europa und Nordamerika. Hier können sich jetzt auch kleine Firmen es sich leisten schnell eigene 3D-Modelle anzufertigen oder Kleinteile gegebenenfalls schnell selbst zu produzieren (und nicht auf die China-Lieferung zu warten).

Natürlich gibt es auch schon einige Unternehmen aus dem Bereich 3d-Druck, die an der Börse durch Kurssteigerungen begeistern. 3D-Systems, Stratasys, Proto Labs oder die schwedische Arcam AB-Aktie konnten 2012 bereits oft schon über 50 % im Kurs zulegen, da die Geräte nun erschwinglich werden und in den Medien nun auch darüber berichtet wird.
Gelassen bleiben

Jedoch empfehle ich jedem, sich diese Aktien vor einem Kauf ganz genau anzusehen. Wahrscheinlich werden die bereits etablierten Druckerhersteller wie Hewlett Packard oder Xerox am Ende den Kuchen essen. Vielleicht gibt es aber irgendwo günstig wertvolle Patente zu finden, die dann einen dicken Gewinn bei einer Übernahme bringen.

Für Alt-Aktionäre von Spielzeugherstellern oder anderen Verkäufern von Plastiktprodukten würde ich erst einmal gelassen bleiben, auch wenn hier bereits Horror-Visionen über zukünftige Umsatzeinbrüche durchs Netz gehen. Kennt jemand noch diese Soda-Stream Automaten, die die großen Getränkekonzerne in die Knie zwingen sollten :gähn: ?!

3 Gedanken zu “3d-Drucker, werden bald auch reale Gegenstände einfach raubkopiert?

  1. Die Transformers Figuren erinnern mich an meine Kindheit! Wusste gar nicht, dass es die noch gibt. Neben Bob der Baumeister und den ganzen neuen Sachen:-)

    Mein Kleiner ist leider erst zweieinhalb, also noch zu klein für Transformers. Aber wenn er älter ist kaufe ich auf jeden Fall welche! 🙂

    Dieses Soda-Teil hatten wir auch mal. Mir hat das nie so geschmeckt. Mein Bruder benutzt es allerdings heute noch…

  2. Ich bin der King mich kann keiner Kopieren und Gegenstände auch nicht.
    Ich sitz vor meinem 55″ flat tv mit einer Cohiba und Remy Martin.

    euer Börsenstar
    Joaquín el Cielo

  3. Das ist wieder ein Nischen-Produkt, welches hilfreich ist, für einiges, aber nicht massen tauglich. Keiner stellt sich für 1000€ einen 3D Drucker in die Wohnung, wenn man im Laden/Internet auch günstig für 5-10€ solche Sachen kaufen kann.

    Aber nett ist der Drucker trotzdem, vllt auch für Kleinproduzenten geeignet, die Individuelle Teile herstellen wollen.

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