Öl- und Gasboom in den USA; Power of the Dollar 2.0

Schaut man deutsche Medien denkt man oft die USA ist bereits Geschichte. Der Deutsche spricht gerne vom Zerfall der Supermacht, von einer Wirtschafts- und Finanzsituation auf griechischem Niveau, vom stärkeren Asien, vom bedeutungslosen US-Dollar und vielem anderen. Ein Phänomen, welches ich hierzulande oft beobachte. Einerseits sind die USA was Musik, Marken, Lifestyle angeht unheimlich angesagt; andererseits redet man sich fast krampfhaft den Untergang der USA herbei.

Viele Investoren blicken nach China, Brasilien und Indien und sehen dort die wirtschaftliche Zukunft. Das sich in diesen Ländern noch einiges abspielen wird, davon bin auch ich überzeugt. Deswegen die USA aber abzuschreiben halte ich für einen riesigen Unsinn. Es gibt gerade eine Entwicklung, die mich für die USA und ihre Währung, den US-Dollar, sehr positiv in die Zukunft blicken lässt…

Eines wird in unserer Zeit immer wichtiger und dies sind Rohstoffe. Ein weltweit steigende Population benötigt vor allem immer mehr Energie. Die bisherigen Profiteure dieser Entwicklung sind bekannt. Kanada, Norwegen, Australien, Saudi-Arabien; diese Länder konnten sich durch den Hunger an Öl und anderen Bodenschätzen gut entwickeln.

Die USA und ihre Währung schien dagegen der Verlierer zu sein. Die USA mussten über Jahre hinweg mehr importieren als exportieren. Dieses sorgte in den USA zu Jobverlusten und schwächte die Währung.

Nun gibt es in den USA aber einen Öl und Gasboom und nach BereÖl Boom Aktien, aktien langfristig, geld langfristig anlegen, us standard oil, rockefeller, Lebensversicherungen, Riester-Rente, Depotvergleich, ETFs, Forex-Handel, Honorarberatung, Aktien, Börse, Wertpapierechnungen saudischer Stellen werden die USA bereits 2017 mehr Öl fördern als Saudi Arabien oder Russland und damit zum größten Öl-Förderer der Welt. Bereits 2020 rechnet man damit, dass die USA zum Netto-Gas-Exporteur werden und bis 2035 sollen die USA ihre gesamte Energieversorgung selbst decken können.

Die neuen Methoden des Fracking, ein eventuell bald erfolgende Öl-Förderungen im Atlantik und eine US-Regierung, die seit Jahren die Förderung von Öl und Gas auf eigenem Gebiet fördert, soll dies alles möglich machen.

Schon heute sieht man, wie die USA vor allem viel günstiges eigenes Erdgas zur Verfügung haben und Pipelinebetreiber jedes Jahr steigende Volumen ausweisen. Sollte es also mit der Förderung von Energieträgern in den USA weiter voran gehen und die USA in einigen Jahren sogar zum großen Exporteur fossiler Brennstoffe werden, würde sich natürlich einiges ändern.

Das gesamte Gerede um einen Zerfall des Dollars und eines gewaltigen Machtschrumpfens der USA würde sich dann als dummes Geschwätz herausstellen. Natürlich könnte mit China eine neue Weltmacht entstehen, diese würde aber die USA nicht verdrängen.

Zuerst würde günstige Energie der US-Wirtschaft wieder einen starken Wettbewerbsvorteil verschaffen und dadurch wieder zu mehr Arbeit im eigenen Land verhelfen. Durch den Rohstoffboom könnte das Schrumpfen der Mittelschicht stoppen und die US-Gesellschaft könnte wieder gute Jahre erleben.

Auch der US-Dollar könnte gegenüber anderen Währungen wieder Boden gutmachen.

Mehr eigene Energie bedeutet weniger Importe und die Ausfuhr von zum Beispiel Erdgas führt zu mehr Exporten. Es könnten also viele den US-Dollar wollen und es wäre schwer diesen zu bekommen. Beste Grundlage also für einen Anstieg des Greenbacks.

Auch weltpolitisch könnte sich natürlich einiges ändern. Machen wir uns nichts vor, in Regionen wie dem nahen Osten geht es allen außenstehenden Parteien immer zum großen Teil auch um die Sicherstellung der Öl-Lieferungen; egal was die Amerikaner von Freiheit oder die Chinesen von Entwicklungshilfe erzählen.

Die USA würden ihr wirtschaftliches Interesse an vielen Regionen schlicht verlieren, wenn sie selbst im Öl schwimmen würden und sich aus diesen Regionen wohl zurückziehen. Keine teuren Kriege ums Öl würden auch die US-Staatsfinanzen wesentlich entlasten. Ob dies für uns Europäer natürlich ein Gewinn ist, ist dahingestellt. Bis jetzt konnte wir doch oft von der US-Politik in Nordafrika und Arabien profitieren und hatten auch etwas davon, wenn Öl gen Westen und nicht gen Osten floss.

Sollte sich die Entwicklung der Öl- und Gasforderung in den USA sich also fortsetzten,

besitzt die USA eine gut ausgebildete Bevölkerung, die dazu noch wächst, günstige Energie und einen starken Dollar. Als Investor die USA also abzuschreiben könnte eine ganz dumme Aktion sein.

Persönlich habe ich mir ein paar Kinder Morgan Aktien ins Depot gelegt, da das gigantische Pipelinenetz wohl ein ganz sicherere Profiteur dieser Entwicklung ist ( mehr zu Kinder Morgan gibts hier ). Analysten schätzen allein bei den großen US-Pipelinebetreibern Gewinnzuwächse von 25 % in den kommenden Jahren. Übrigens würde ich nach einiger Recherche bei Kinder Morgan lieber zur normalen Aktie (WKN A1H6GK / ISIN US49456B1017 / KMI ) mit aktuell circa 4,3% Dividendenrendite greifen, da ich hier die größeren Wachstumschancen sehe.

Aber natürlich werden auch viel kleine und auch die bisherigen Größen wie Chevron, Exxon Mobil und Conoco Phillips profitieren können. Die Werte sind übrigens aktuell zu ganz vertretbaren Kursen zu haben 😉 .

11 Gedanken zu “Öl- und Gasboom in den USA; Power of the Dollar 2.0

  1. Ich glaube auch nicht an einen schnellen Niedergang der USA!

    Da wo die schon sind muss China erst einmal hinkommen.

    Ich finde diesen unerschütterlichen Optimismus von Warren Buffett beeindruckend.
    Der würde alles was er hat auf die Zukunft von Amerika setzen.

    Arnold van den Berg ist auch so einer der den unerschütterlichen Glauben an
    Amerika hat.

    Andererseits sind das beides alte Männer und jede Weltmacht geht irgendwann
    unter (siehe Römisches Reich).

    Glaube jedoch, dass es noch viele Jahrzehnte dauern kann. Was ich mich eher
    frage ist: wie wird es sich auf die Märkte auswirken wenn die Babyboomer-
    Generation in Massen in Rente geht und ihre Aktien verkaufen. Gibt es dann
    genug Käufer? Rein massemäßig könnte da ein riesen Problem entstehen…

  2. Hallo,

    hast du wirklich KMI oder KMP? Weisst du was der Unterschied ist?
    Bei google finance ist bei beiden die gleiche Firmenwebpage angegeben. KMP hat eine höhere Dividendenrendite und bei google finance ist bei KMP auch ein längerfristiger Chart.

    • Also ich besitze KMI. Dies ist eine normale Aktie; bei Kinder Morgan Energy Partners KMP ist man dagen im Prinzip nicht Aktionär, sondern Komplementär (wie bei der deutschen KG).

      Bei KMP ist es in der Rechtsform pflicht, dass 90 % der Gewinne ausgeschüttet werden; daher ist die Dividende mit über 6 % sehr hoch. Allerdings könnte es steuerlich da zu Problemen kommen, da ich nicht weiß in wie weit da in Deutschland etwas mit Rückerstattung oder Doppelbesteuerung läuft.

      KMI hält große Teile der Anteilsscheine von KMP und KM Management und ist eben eine normale Aktie, daher würde ich diese schon einmal wegen eventuell steuerlichen Problemen den Vorzug geben.

      Zudem hat KMI noch andere Projekte ausser KMP am laufen zu haben( Ölfelder und Terminals werden ebenfalls betrieben )und es zeigt sich, dass KMI schneller wächst als KMP.

      Alles ein wenig verwoben, habe mir KMI eben hauptsächlich wegen der eventuel höheren Steuern bei KMP oder Management gekauft.

      Welchen Grund das ganze auch immer hat? Vielleicht lässt es sich leichter GEld einsammeln, wenn es eine hohe Dividende und nur das bombensichere Pipeline-Geschäft einzeln gibt (siehe KMP).

      Alles in allem, scheint der Vorsitzende Richard Kinder (der auch einer der reichsten Männer der USA ist) die ganze Sache sehr gut im Griff zu haben und egal welchen Anteilsschein man hällt beklagen kann sich hier keiner, der schon länger beteiligt ist.

      KMI ist für mich als Aktie (die es übrigens erst seit 2011 öffentlich an der Börse gibt) die erste Wahl. Die Dividende ist zwar kleiner, das Wachstum und die Dividendensteigerungen scheinen aber wesentlich größer und KMI kontrolliert sowieso KMP. Insgesamt scheint mir Kinder Morgan eine der besten Aktien zu sein um auf den Öl/Gasboom in den USA zu setzten. Die Umweltschäden durch Pipelineunfälle sind alles in allem überschaubar, egal wer Bohrerfolge hat, das Öl muss immer durch die Pipeline… Da ist das geschäft zum Beispiel im Raffinerie-Sektor doch wesentlich schwankender und unberechenbarer.

      • Hallo zusammen, ich habe nur die bilanz auf finanzen.net gefunden, da hat Kinder Morgan nur 10% Eigenkapital, is das nicht bisschen sehr wenig?? oder ist das normal für die Branche?? Auf den ersten Blick find ich das nicht so rosig…. .?

        • Das ganze ist bei Kinder Morgan recht kompliziert mit den Kennzahlen. Kinder Morgan (KMI) besitzt die Distributionsrechte für die Ausschüttungen von Kinder Morgan Partners und Management; dahei wird sehr viel Geld ausgeschüttet ( und auch erwirtschaftet) ohne das dieses direkt in Kennzahlen auftaucht.

  3. Hallo Ulrich, ist ja mal wieder ein sehr interessanter Artikel, könnten wir mal oder du über chesapeak energy sprechen bzw. diesen Titel mal analysieren?? Gruss Andi

    • Also ich habe sie direkt an der NYSE gekauft, da ich einen etwas größeren Betrag angelegt habe. KMI bekommt man aber auch via Tradegate, Börse Berlin, Frankfurt, Stuttgart und München.

      Die Verschuldung sehe ich nicht als Problem. Das ganze Geschäft ist eben kapitalintensiv, vorallem da hier ja massiv die Kapazitäten ausgebaut werden (auch Richtung Mexiko). Solche Pipelines bauen sich eben nicht von alleine; das ist ziemlich teuer. Allerdings habe ich da wenig Bedenken, da es hier auch sehr sicher Geld hereinspült.

      • Danke für die schnelle Antwort!
        Werde es wohl über die Börse Frankfurt machen, hat bei General Mills ja auch geklappt. (habe die Aktie dank deines Blogs gefunden)

        • Ja, bin ja ein großer Freund von MIlls. Die Aktie ist ansich total langweilig, der Kurs bewegt sich meist gar nicht. Langfristig hat die AKtie aber einen super Ertrag für Aktionäre gebracht, in den letzten 10 Jahren mehr als das Doppelte von zum Beispiel Kraft Food.

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