Frankreich- Der Staat will wieder Geld für eine unsinnige Rettung verschwenden

Vor drei Wochen hatte Turing in meinem Artikel „Obama vs. Romney oder Anleihen vs. Aktien“ erwähnt, dass nach Umfragen in Deutschland von der Politik eher Arbeitsplätze als eine gute Wirtschaftspolitik gefordert werden. Dass natürlich für Arbeitsplätze eine gute Wirtschaftspolitik gegeben sein muss scheint vielen Menschen gar nicht klar zu sein.

Das Thema ist gerade wieder ziemlich aktuell, da ja gerade ein Streit zwischen dem französischen Staatspräsidenten François Hollande und dem weltweit größten Stahlkonzern ArcelorMittal tobt. Es geht um das Stahlwerk Florange, welches nun seit einandhalb Jahren außer Betrieb ist und von dem sich Arcelor jetzt endgültig trennen möchten. Falls bis nächste Woche kein Kaufangebot eines Interessenten vorliegt war es das wohl mit dem Stahlstandort Lothringen…

Wie schon im deutschen Saarland wird auch auf französischer Seite kaum noch Bergbau betrieben und die Stahlnachfrage in Europa ist auch so schwach, dass aktuell die Hälfte der europäischen Hochöfen still stehen. Aus Unternehmenssicht ist es also vernünftig Standorte abzubauen.

Das ganze ist natürlich für die Stadt Florange und die Region Lothringen einer harter Schlag, den es wären wohl mindestens 3000 Arbeitsplätze direkt (mit Zuliefern ) betroffen. Dies würde zu einer weiteren Schwächung der Region führen, die bereits unter der Schließung der Kohlezechen in den letzten Jahrzehnten leiden musste.

Die sozialistische Regierung in Paris will dies aber nicht wahrhaben und drohte bereits mit der vorübergehenden Verstaatlichung des Stahlwerkes. Dies will natürlich ArcelorMittal nicht mit sich machen lassen und dies wirft natürlich das Thema auf, ob und wie weit der Staat sich direkt in die Wirtschaft einmischen sollte.
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Nüchtern betrachtet ist  das Aus des Stahlwerkes Lothringen ein logischer Schritt. Es gibt enorme Überkapazitäten, es gibt durch den weggefallenen Bergbau keinen Grund gerade in dieser Region auf einen Aufschwung zu hoffen und seit Jahren scheint das Geschäft immer unlukrativer zu werden. Auch wenn mir die soziale Komponente durchaus bewusst ist, wenn in einer Kleinstadt wie Florange plötzlich tausende Arbeitsplätze verschinden so sehe ich den Sinn bei einer Verstaatlichung nicht.

Die Arbeiter sitzen eh bereits seit 15 Monaten zu hause, da nicht mehr produziert wird. Zudem gibt es auch keine Aussicht darauf, dass das Werk je wieder schwarze Zahlen schreiben wird. Warum soll sich ein Staat also so etwas ans Bein binden, Frankreich hat sowieso Probleme Investoren zu finden und sollte sich jetzt nicht noch durch eine Verstaatlichung die ganze Sache in Zukunft noch schwerer machen.

Es gibt einfach keine Zukunft für die Stahlindustrie im Elsass und im Saarland und dies weiß inzwischen jeder. Es geht hier nicht um Profitgier eines Unternehmens, es geht darum, dass dieses Werk keinen Sinn macht und lediglich weitere Staatsgelder verschlingt. Da ist es mir persönlich lieber der Staat schießt bei den älteren Arbeitnehmern bis zur Rente zu als dass da wieder Unsummen für ein unnötiges Projekt verschwendet werden nur um Aktionismus zu zeigen. Diese Aktionen ala Holzmann sind nur Belastungen für den Steuerzahlen und bringen doch selten etwas.

Zudem zeigt ArcelorMittal ja guten Willen, indem ein zweite Werk zur Weiterverarbeitung von Stahl in Betrieb bleibt. Der Hochofen ist einfach überflüssig.

Habe inzwischen auch schon Kommentare zum Thema Hochofen-Florange gelesen, in denen in denen auf die temporäre Verstaatlichung von General Motors verwiesen wurde. Hier war für mich der Fall aber anders, die Automobilindustrie ist von jeher zyklisch und aufgrund der vielen Millionen Arbeitsplätzen und der Aussicht auf wieder bessere Zeiten machte die Rettung ganz klar Sinn. Ab einer gewissen Größenordnung von Unternehmen und Branchen kann ein Staat nicht zusehen. Dieses Handeln bringt aber nichts bei einer Industrie, die in Mitteleuropa seit Jahrzehnte am sinken ist. Was tot ist wird nicht mehr lebendig.

Die französischen Meinungsumfragen zeigen jedoch, dass Hollandes Ankündigungen einer eventuellen Verstaatlichung begrüßt werden. Oh Jammer, lernt der Wähler den gar nichts.

2 Gedanken zu “Frankreich- Der Staat will wieder Geld für eine unsinnige Rettung verschwenden

  1. Da Wohlstand die Antithese jeder Politik ist, ist Politik immer bemüht Möglichkeiten zu finden, Steuergelder zu verschwenden, um anschließend Steuern erhöhen zu können.

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