US-Wahljahre gehen an der Börse (fast) nie schlecht aus!

[CRVSFH9ZW5V5]Nachdem die Börsenwoche gestern ja recht freundlich gestartet ist und sowohl deutsche als auch amerikanische Aktienindizes gestern, nach den schlechten davor liegenden eineinhalb Wochen, einen schönen Hüpfer nach oben machen konnten fragen sich natürlich wieder viele, ob der Tag gestern nur eine Trotzreaktion gegen einen Abwärtstrend war oder das Jahr am Ende doch ganz gut ausgeht.

Die Kurse gestern waren wohl vor allem vom Aufeinanderzugehen der US-Demokraten und Republikaner getragen und ich denke, dass es noch vor Ablauf des Jahres zu einer Einigung beim US-Haushaltsstreit kommt. Keine der Parteien wird es riskieren einen wirtschaftlichen Abschwung zu gefährden und nachher als Verursacher dazustehen…

Aus Europa gab es mal wieder schlechte Nachrichten, die schon alle kannten und die ihre Wirkungskraft schon lange verloren haben. Frankreichs Wirtschaft und Finanzen sind nicht Triple A und Griechenland kommt auch mal wieder nicht wie Phönix aus der Asche. Solche Bad News sind längst Normalität und haben daher ihren Einfluss auf die Märkte schon lange verloren.

Viele haben wohl schon davon gelesen, dass US-Präsidentschaftswahljahre für die Aktienkurse immer positiv ausgehen. Hier kommt auch gleich die Ausnahme und zwar 2008.
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2008 gingen die Börsen nach der Wahl monatelang rund um den Globus in die Knie. Auch wenn ich bekanntermaßen kein großer Obama-Freund bin, kann man diese Entwicklung nicht auf ihn zurückführen. Lehman-Pleite und ein drohendes Zusammenbrechen des Weltfinanzsystems sind absolute Extrem-Ereignisse. Vor dem Weltuntergang schützt also auch keine US-Wahl.

Interessanter sind jedoch die US-Präsidentschaftswahlen davor.
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Bei der Wahl 2004 am 2. November gewinnt George W. Bush vs. den demokratischen Senator John Kerry ( dessen Frau übrigens eine Erbin von Heinz Ketchup ist ). Vom Abend des 2. November bis zum 31.Dezember 2004 steigt der Dow Jones von 10035,73 Punkten auf 10783 Punkte und gewinnt somit nach der Wahl ’04 7,45%.
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Bei der Wahl Präsidentenwahl 2000 in der sich George Bush jr. gegen den damals amtierenden Vize-Präsidenten Al Gore durchsetzte gab es wochenlang keinen Sieger. Nach der Wahl am 7. November 2000 verlor der Dow Jones bis Neujahr 2,67 % ( von 10952 auf 10660 Punkte ). Das Jahr passt aber nicht so recht in die Theorie, da das genaue Wahlergebnis damals erst Ende Dezember feststand (das Wahlzetteldrama in Florida; wir erinnern uns).

1996 gewinnt Bill Clinton gegen den republikanischen Herausforderer Bob Dole. Wahltag war der 5. November. Nach der Wiederwahl Clintons stieg der Dow Jones bis Jahresende von 6081 Punkten auf einen Stand von 6448 ( + 6 % ).
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1992 verliert George Bush die Wiederwahl gegen den demokratischen Gouverneur von Arkansas Bill Clinton. Anmerkung: Bill Clinton hatte damals extremes Glück, den Präsident Bush ist bis heute ein sehr geachteter Staatsmann und wird in Amerika als hochkompetent geschätzt. Bush hatte das Pech, dass es bei der Wahl ’92 dem parteilosen dritten Kandidat Ross Perot aus Texas gelang (hauptsächlich) den Republikanern fast 20 Millionen Stimmen abzunehmen. Dem guten Ruf des alten Bush verdankt wohl auch sein Sohn einen großen Teil seines politischen Aufstiegs.

Nichtsdestotrotz gewann der Dow Jones nach dem Wahltag 1992 bis Sylwester 1,47 % dazu ( von 3252,5 Punkten am 3 November ’92 auf 3301,11 Punkte am 31. Dezember 1992 ).

Bei der Präsidentenwahl 1988 gewann der damals amtierende US-Vizepräsident ( unter Ronald Reagan ) George H.W. Bush die Wahl gegen seinen demokratischen Herausforderer Michael Dukakis. Habe zu diesem Jahr keinen genauen Chart gefunden. Es ging aber auf jeden Fall auch nach dieser Wahl aufwärts und im gesamten Jahr 1988 konnte der Dow Jones 11,8 % gewinnen.

Fazit: Die Theorie von den steigenden Kursen nach einer US-Wahl sind meines Erachtens ein Blödsinn. Generell gibt es ja meistens eine Jahresendrally, da die US-Wahlen im Anfang November sind fallen diese beiden wohl meistens zusammen. Nur wegen einer US-Wahl jetzt einfach blind drauf los zu kaufen wird also nicht den großen Erfolg bringen. Zur aktuellen Lage kann man jedoch sagen, dass die Wahl eines US-Präsidenten den Markt nie nach unten befördert. Die Amtseinführung von George Bush jr. (2000) und die Wahl von Barrack Obama (2008)können aufgrund der extremen äußeren Einflüsse ( Anschlag auf das Wall Trade Center & FinanzObama don't sell stocks, für welche Aktien ist ein Sieg von Obama / den Demokraten gut, ist Obama gut für Anleihen und Aktien, welchen Einfluss haben Politiker Politik auf die Börse und die Wirtschaftkrise ) nicht als Beispiel genommen werden.

Zur aktuellen Börsenlage ist zu sagen, dass es auch nach der Wahl von Bill Clinton (der damals auch von Kritikern als großer Sozialist gesehen wurde) 1992 erst einmal bergab ging und der Dow Jones sich dann im Dezember doch noch sehr positiv entwickelt hat. So könnte es auch dieses Jahr kommen, sobald sich (hoffentlich) die amerikanische Politik auf neue Steuerpläne und Budgetvereinbarungen geeinigt hat.

Ein Gedanke zu “US-Wahljahre gehen an der Börse (fast) nie schlecht aus!

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