Dividendenwachstum als Rentenaufbesserung „Grundlagen um eine Aktie zu sichten“

Hier kommt der schon von vielen erwartete Artikel „Dividendenwachstum als Rentenaufbesserung oder gar Ersatz-Teil 3“-Artikel. Für Neueinsteiger der Thematik empfehle ich erst einmal Teil 1 und Teil 2 zu lesen.

Nachdem im letzten Teil ein paar eher grundlegende Tipps zum kauf von sehr langfristigen Aktien gegeben wurden ( zum Beispiel, dass die Firma groß seien sollte und ein „langfristig“ erfolgreiches Produkt besitzt; man nicht einfach eine Nokia Aktie kauft, nur weil man deren Handys gut findet).

Kommen wir heute einmal zu den Zahlen, dabei will ich jetzt nicht überfordern, sondern ein paar Begriffe klären und die wichtigsten Kennzahlen zur ersten Einschätzung eines Aktienkurses bieten…

Kauft man eine Aktie nämlich viel zu teuer bringt einem auch die beste Firma unter Umständen über Jahre keine Rendite. Beispiele für zu hohe Einstiegskurse sind vor allem Ende der 90er zu finden. Eine Coca Cola Aktie notierte 1998 zu höheren Kursen als heute. Die Firma Coca Cola hat sich seitdem gut entwickelt, wer aber ’98 derart überteuert gekauft hat, hat leider von dieser Entwicklung bis heute nichts gehabt.

Also, am besten wird es sein ich stelle hier mal vor, wie man eine Aktie relativ schnell checken kann um sich einen ersten Eindruck davon zu verschaffen, ob eine Aktie teuer oder günstig ist.

Dazu nehmen wir die Webseite summary.yahoo.com , schlicht weil ich diese Seite gerne benutze. Es gibt aber auch zahlreiche andere Anbieter wie MSN oder onvista.de (deutschprachig), mit denen man Kennzahlen schnell und übersichtlich überprüfen kann und einen ersten Eindruck erhält.

Schritt 1. Wir sind also jetzt auf der Startseite von summary.yahoo.com . Nun geben wir einmal den Namen der Aktie oben links ein, die uns interessiert. In meinem Beispiel ist dies nun die Aktie von General Mills. Wir geben also entweder den vollen Namen der Firma oder das Kürzel (in diesem Fall „GIS“ ) ein und klicken darauf.
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Schritt 2. Nun sind wir also beim Aktienwert General Mills und sehen hier ein paar Kennzahlen. Den aktuellen Kurs und unter den Kennzahlen aktuelle News. Außerdem zeigt yahoo bei „People viewing GIS also viewed“ Aktien an, die besonders häufig auch von Menschen beobachtet werden, die die Aktie von General Mills im Auge haben. Diese Auswahl kann uns durchaus interessante Alternativen bieten, falls uns, in diesem Fall, die Aktie von General Mills als unattraktiv erscheinen würde.
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Also mein erster Blick geht nun in der Regel auf die von mir grün umrandete Zahl. Diese gibt mir das P/E ( Price / Earnings ratio ) oder auf Deutsch das KGV ( Kurs-Gewinn-Verhältnis an ). Kurs-Gewinn-Verhältnis bedeutet, wie viel Gewinn macht der Anteil der Firma in Relation zum Aktienkurs. Im Fall von General Mills sagt yahoo jetzt 15,54. Man sollte sich jedoch nicht immer Blind auf die Zahlen von yahoo oder onvista verlassen, oft sind die Zahlen längst nicht mehr aktuell. Ein KGV von 15 ist für eine Aktie wie General Mills nicht besonders teuer oder besonders günstig. Die 15 hat sich in der Branche der Nahrungsmittelwerte, Konsumwerte und Getränke als ziemlich gesunde Bewertung in den letzten Jahren herauskristallisiert.

Unter Market Cap sehen wir die Marktkapitalisierung. In diesem Fall liegt diese bei 25,67 Milliarden US$. Daraus können wir schließen, dass es sich aufgrund des nüchterne KGVs und der konservativen Branche wohl um ein sehr großes Unternehmen handelt. Beim Volumen sehen wir unter „Volume“ wieviele Aktien heute an der Heimatbörse New York gehandelt wurden. Darunter sehen wir das Avg. Vol (3m), also wieviele Aktien in den letzten 3 Monaten durchschnittlich pro Tag gehandelt worden. Heute waren es in unserem Fall 4.026.525 Stück und durchschnittlich sind es 3.995.870. Es gab heute also weder Gründe für besonders viele Käufer oder Verkäufer, daher gibt der Kurs heute ein gutes Bild über die aktuelle Markteinschätzung. Wäre die gehandelte Menge heute weit über oder unter dem durchschnittlichen Volumen kann man in manchen Fällen von einer kurzfristigen Über- oder Unterbewertung ausgehen.

Über den Handelsvolumenangaben sehen wir den 52wk Range. Übersetzt ist dies die Kursspanne in der sich die Aktie in den letzten 12 Monaten bewegt hat. Im Fall von GIS hatte die Aktie im letzten Jahr irgendwann einmal ein Tief von 36,75 $ und ein Hoch von 41,06 $. Aktuell ist die Aktie bei 39,79. Es scheint bei der Aktie also nicht zu großen Schwankungen zu kommen und rein von dieser Volatilitäts-Betrachtung kann man den Wert jetzt kaufen.

Interessant ist noch die Zahl bei Div & Yield; übersetzt: Dividendenbetrag pro Aktie und Dividendenrendite pro Jahr. Pro Aktie gibt es bei General Mills also 1,32$ (pro Jahr) und dies entspricht beim aktuellen Kurs einer Rendite von 3,3 %. Jedoch sollte man auch dieser Renditeerwartung nicht blind vertrauen. Yahoo geht hier einfach von der aktuellen Dividende auch fürs kommende Jahr aus. Steigert oder kürzt das Unternehmen morgen die Dividende haben wir es natürlich mit einem anderen Wert zu tun. Bei Dividenden-Aristokraten gibt diese Zahl aber einen schönen Hinweis auf die Minimal-Rendite unseres Investments.

Für diejenigen, die gerne noch die aktuellsten Zahlen und die neuesten Einschätzung des Managements abwarten wollen, könnte auch noch das Datum bei „Next Earnings Date“ interessant sein. In unserem Fall gibt General Mills am 19. Dezember wieder die aktuellsten Zahlen und Geschäftsentwicklungen fürs abgelaufene Quartal bekannt

Schritt 3. Die Analystenschätzungen

Hierhin kommen wir indem wir im linken Menü unter „Analyst Coverage“ auf „Analyst Estimates“ klicken.
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Interessant dabei ist für mich immer die Zeile „Earnings History“. Hier werden die letzten Quartalszahlen der Firma aufgezeigt. Im Fall von General Mills sehen wir in den letzten 4 Quartalen zweimal niedrigere Gewinn als erwartet und zweimal bessere Gewinne. Jedes mal beläuft sich die Abweichung aber nur um sehr kleine Beträge. Es scheint also, dass das Unternehmen sich im Großen und Ganzen so entwickelt, wie es die Analysten voraussehen.
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Nun scrollen wir auf eine weiter Angabe, die mich am Anfang interessiert. Die Angabe zum Wachstum der letzten und nächsten 5 Jahre. In unserem Fall bedeutet dies, dass General Mills seinen Gewinn pro Aktie in den letzten 5 Jahren um jährlich 8,23% gesteigert hat und in den nächsten 5 Jahren mit einer Gewinnsteigerung von durchschnittlich 7,4% gerechnet wird.

In Anbetracht der gesunden Dividenden-Ausschüttungsquote von circa 50 % kann man also erwarten, dass die Dividende auch in Zukunft zwischen 7 und 8% jährlich wachsen wird. Natürlich sind dies alles nur Schätzungen. Bei gut etablierten Unternehmen in schwankungsarmen Branchen kann man oft dennoch abschätzen wohin die Reise geht. Wichtig: Es handelt sich trotzdem um Schätzungen!

Schritt 4: Die Beruhigung

Eine weiter Angabe, die hauptsächlich meinem gesunden Nachtschlaf dient, die Beteiligung des Managements am Unternehmen. Diese Angaben finden wir im linken Menü unter „Ownership“ —> „Major Holders“.
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So nun bin ich beruhigt. Der CEO / Vorstandsvorsitzende von General Mills hält selbst 646.388 Aktien des Unternehmens. Wenn dieser dem Unternehmen, welches er wohl (hoffentlich) am besten kennt, fast 26 Millionen $ anvertraut ist wohl alles in Butter 🙂 .

So dies war jetzt natürlich für die alten Hasen nicht sehr spannend. Für blutige Anfänger aber hoffentlich umso lehrreicher. Bei weitergehenden Fragen einfach kommentieren.

5 Gedanken zu “Dividendenwachstum als Rentenaufbesserung „Grundlagen um eine Aktie zu sichten“

  1. Danke für diese hilfreichen Informationen!
    Was mir jedoch noch wichtig erscheint ist das Kurs/Buch-Verhältnis (P/B-Ratio). Auf morningstar kann ich es für die US-Aktien finden, doch wo finde ich das K/B-V für eine E.on oder RWE?

  2. durchaus möglich, dass in Zukunft Firmen mit hoher Dividenenausschüttung wesentlich schlechter Performen als der Rest. Stichwort Fiscal Cliff. Was bringt es mir, in ein super US Unternehmen zu investieren wenn ich auf die ausgezahlte Dividende 43,8% zahlen muss und mir aber nur 15% bei der Steuer in D anrechnen lassen kann. Insgesamt bleiben für den Einzelnen dabei unter 50% der Dividende nach Steuern übrig und somit wird ein 4% Dividende auf einen Schlag wesentlich unattraktiver. Ganz abgesehen davon, dass viele Amis die noch vorhanden abgeltungssteuerfreien bzw. -ermäßigten Gewinnne vor der Verabschiebung des Gesetzes versilbern könnte und somit ein Purzel der Kurse der gut gelaufenen Dividendenpapiere möglich erscheint. Ich denke momentan sollte eher abgewartet werden. Wie seht ihr das evtl. zukünftige Problem?

  3. Also ich habe zu dem Thema Dividendenbesteuerung auch schon viel nachgelesen. Es scheint historisch keine Nachweis zu geben, dass Aktien dadurch verlieren. Auch wenn ich davon auch erst fest ausging und darüber ja auch geschrieben habe. Es gibt aber inzwischen viele Argumente, die gegen einen Kursverfall der Dividendentitels prechen.

    Argument: Sehr viele Aktien werden gar nicht direkt von Privatpersonen gehalten. Für Finanzinstitute spielt ja die Individual-Besteuerung der Bürger keine Rolle, warum sollten diese dann von deren Besteuerung beeinflusst werden. Die Dividendentitel, die übrig bleiben und direkt gehalten werden liegen zu über der Hälfte bei den Normalos mit einem Jahreseinkommen von unter 200 000$ . Die Gruppe der Hochverdiener (die ja von der Steuererhöhung am meisten betroffen wären) hat also nicht den gewaltigen Einfluss auf die Aktienkurse wie man erst denkt. Anders als in Deutschland scheinen viele Aktien auch vom normalen Mittelstand gehalten werden ( Anmerkung: Ein Gehalt von 100 000 $ ist in Gegenden wie New York anscheinend gerade so Mittelstand).

    Der Mittelstand hält die meisten seiner Aktien in den IRA und 401(k) ( so einer art Vorsorge, in der der Arbeitnehmer mit einzahlt). Diese Ansparvehikel, in denen sich die meisten Aktien des MIttelstands befinden, sollen von den Steuererhöhungen gar nicht betroffen sein.

    Aber wenn ich mir die Sache so überlege, warum sollten den die Reichen ihre Aktienpakete wegen der Steuern gleich verkaufen? Momtentan gibt es nicht wirklich kalkulierbare Anlagen mit mehr Rendite. Zudem geht man in den USA nun davon aus, dass bei den Hochverdienern nur 5 % des Einkommens durch Dividenden entsteht. Die Besteuerung von Dividenden ist für viele Hochverdiener also gar nicht so wichtig und diese werden wegen ein paar $ weniger Netto-Dividende dann wohl kaum ihre Anlagestrategie ändern .

    Mein Lieblingsargument 🙂 :Wenn Dividendenaktien ein solches Risiko beherbergen müssten wir doch langsam eine Verkaufswelle bei diesen Titeln bemerken. In meinem Depot merke ich aber bei den langweiligen Dividendentiteln nichts von fallenden Kursen, auch in den letzten Wochen nicht. Vielleicht wird die Suppe auch bewusst zu heiß gekocht; aus welchen Motiven auch immer… Mich macht es eben stutzig, dass man überall von den drohenden Kursen bei Dividendenpapieren liest, diese konservativen Papiere aber ihre Kurse so gut halten.

    Eine gute Frage ist jedoch, wie es mit den Dividenden die nach Deutschland gehen aussieht. Bleibt hier alles beim alte oder haben wir hier bald den Papierkram wie in anderen Ländern um unsere zu viel bezahlten Steuern zurückzuholen (das Steuerabkommen zwischen der BRD und den USA wird ja weiterbestehen)?

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