Peugeot Aktie-dies ist kein zyklischer Abschwung! Das ist richtig ernst…

Einer der größten Automobilbauer Europas ist theoretisch komplett für 1,6 Milliarden € zu kaufen. Dies wäre wohl für die meisten Leser immer noch unerschwinglich, ist aber dennoch auf den ersten Blick verdammt günstig. Möglich wäre dies derzeit beim französischen Automobilkonzern PSA Peugeot Citroën, dessen Aktie seit Mitte letzten Jahres fast 86 % an Wert verloren hat. 86 % Kursverlust bei einem solchen Mammutunternehmen ist sehr, sehr viel; selbst für einen konjunkturabhängigen Automobilbauer…

Derzeit laufen viele französische Aktien schlecht. Investoren sind aufgeschreckt, nach der Wahl Hollandes werden immer mehr Wohlhabende und Menschen mit hohem Einkommen verschreckt. Zudem wirkt die französische Wirtschaft im Vergleich zur deutschen immer weniger konkurrenzfähig. Deutsche Automobilbauer erlangen im, für PSA nach wie vor entscheidenden, europäischen Markt immer mehr Marktanteil und vor allem die Wolfsburger Volkswagen AG scheint übermächtig…

Es wird ja bereits seit Jahren über die schwächer werdende Stellung der französischen Unternehmen gesprochen und nun scheint es soweit, dass es hier jetzt zu richtig großen Problemen kommt. Am 24. Oktober 2012 war es soweit und der französische Staat verkündete mit 7 Milliarden Euro an Garantien Peugeot unter die Arme zu greifen. Eine Insolvenz schien also doch schon sehr nahe gekommen zu sein.

Nun kommen wir einmal zu ein paar Zahlen von PSA S.A.
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Umsatz und Gewinne sehen ja auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus und im letzten Jahr ( 2011 ) konnte PSA auch einen Gewinn von 2,64 € pro Aktie ausweisen (2010 waren es sogar ganze 5 €). Damit notiert die PSA Aktie derzeit bei einem KGV aufs letzte Geschäftsjahr von 1,68 (beim aktuellen Kurs von 4,44 € ). Also auf den ersten Blick vielleicht ein klarer Kauf in Aussicht auf einen Rebound? Nun kommen wir aber zu der negativen Seite von Peugeot / Citroën und seiner Aktie. Während VW in Europa immer weiter wächst schrumpft der Marktanteil von PSA. Gerade in dem Segment der kleineren Autos ist dies fatal, denn in Zeiten von Eurokrise und hoher Arbeitslosigkeit tobt in Europa ein ungeheurer Preiskampf um die niedrigen Segmente. PSA scheint hier ein klarer Verlierer zu sein und es zeigte sich schon 2011 und vor allem dieses Jahr das hier das Schlimmste noch kommt.
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Auch wenn der freie Cashflow von PSA in den Jahren 2009 und 2010 noch positiv war steckt das Unternehmen in ungeheuren finanziellen Schwierigkeiten.. Der Geldzufluss, ohne Investitionen in notwendige Sachinvestitionen und die Zukunftsentwicklung aus dem operativen Geschäft, betrug im Jahr 2010 3,257 Milliarden Euro und im Jahr 2011 2,596 Milliarden €. Aber jetzt kommt es, allein 2010 betrugen die Kosten für Investitionen 3,713 Milliarden €. PSAs Geschäft wirft viel zu wenig ab um die notwendigen Investitionen in ihre Anlagen und die in der Automobilindustrie notwendigen Zukunftsentwicklung zu stemmen. PSAs Marktanteil müsste wachsen um die Fixkosten auf eine höhere Stückzahl umzulegen, aber wo soll dieses Wachstum herkommen?
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Unterm Strich verlor das Volumen an verkauften Fahrzeugen dieses Jahr bereits 15,2 % ( erste 9 Monate 2011: 2,648 Millionen Fahrzeuge; 9 Monate 2012: 2,245 Millionen Fahrzeuge). Bedenkt man nun noch, dass 78 % des PSA Umsatzes in Europe und Südamerika entstehen sieht man deutlich wie der Hase läuft.

Die Aktie von PSA ( Peugeot S.A. / Citroën ) S.A. ( WKN 852363 / ISIN FR0000121501 ) wirkt optisch erst einmal unheimlich günstig; ein KGV 2011 von unter 2 und ein ganzer Automobilkonzern bei unter 2 Milliarden Euro Marktkapitalisierung. Man sollte sich von dieses Zahlen aber nicht blenden lassen, PSA steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten. Ohne den französischen Staat wäre das Unternehmen womöglich längst pleite. Gerade auf den französischen Staat und seinen neuen linken Präsidenten Hollande spekulieren wohl auch viele Anleger, die nun PSA Aktien erwerben. Auch ich glaube nicht daran, dass Hollande einen Untergang Peugeots zulässt, der Konzern beschäftigt schließlich in Frankreich 100 000 Menschen. Denkt man nun noch an die vielen Zuliefererbetriebe und die abhängigen Kommunen werden einem die sozialpolitischen Folgen einer PSA-Schließung für Frankreich schnell klar. Nun haben wir ja in Amerika bereits gesehen wie nach staatlichen Milliardenhilfen große Automobilkonzerne wie General Motors plötzlich wieder zurück im Geschäft sind. Jedoch sollte man bedenken, dass GM durch eine Insolvenz ging und die Altaktionäre in die Röhre schauten. Es ist also recht fraglich, ob die Aktionäre nach einer vorübergehenden Insolvenz von einer wieder fit gemachten PSA profitieren können.
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Weiteres Kurspotential wird in der Möglichkeit gesehen, dass ein ausländischer Automobilkonzern sich die PSA einverleibt. Der Preis scheint ja günstig und gerade in der sehr forschungsintensiven Automobilbranche wird ja dauernd nach Synergiemöglichkeiten gesucht. Bei solchen Übernahmefantasien sollte man aber wieder den französischen Staat im Kopf haben. Dieser hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass er es oft mit aller Kraft versucht zu verhindern, dass französische Konzerne in ausländische Hände geraten. So wurde 2005 durch Staatseinfluss auch schon der Verkauf von Danone an den amerikanischen Pepsi-Konzern verhindert.

PSA ist also ein ziemliches Zockerpapier, auch wenn ein sehr großes Unternehmen verbrieft wird. PSA kann seinen Finanzbedarf nicht selber tragen und die Situation auf dem europäischen Markt wird wohl eher noch schlechter werden. Es handelt sich hier also nicht um einen Zykliker, dessen Aktie irgendwann von alleine wieder nach oben schießt.

Die Gespräche von Peugeot mit der indischen Tata Motors sind bis jetzt nur anfängliche Gespräche und mehr nicht.

3 Gedanken zu “Peugeot Aktie-dies ist kein zyklischer Abschwung! Das ist richtig ernst…

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 15. November 2012 | Die Börsenblogger

  2. Die Automobilbranche kommt für mich nicht in Frage.

    Wie Warren mal sagte: in den USA gab es mal über 3000 Autohersteller.
    Heute noch 3. Und selbst diese kann man vergessen. Es wäre damals
    unmöglich gewesen die Gewinner herauszusuchen, welche also langfristig
    überleben. Und selbst diese mussten schon vom Staat mit Milliarden (GM)
    gerettet werden.

    Luftfahrtbranche scheidet für mich auch aus.

    • Da fällt mir gerade ein: Karl Lagerfeld hat kürzlich übel gelästert:
      „Wer kauft schon französische Autos!? Ich jedenfalls nicht! Außer Mode und Parfümerie hat Frankreich nicht viel zu bieten.“

      Harte Worte, aber sicherlich was dran.

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